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Donnerstag, 28. Februar 2013

Invasion U.S.A.






Invasion U.S.A.
(Invasion U.S.A.)
mit Chuck Norris, Richard Lynch, Melissa Prophet, Alexander Zale, Alex Colon, Eddie Jones, Jon DeVries, James O'Sullivan, Billy Drago, Jaime Sánchez, Dehl Berti, Stephen Markle
Regie: Joseph Zito
Drehbuch: Aaron Norris / James Bruner
Kamera: Joao Fernandes
Musik: Jay Chattaway
Keine Jugendfreigabe
USA / 1985

Als der russische Agent Rostov zusammen mit einer Horde von Söldnern in den Süden der USA einfällt und damit beginnt, das Land mit einer Serie von Terroranschlägen zu überziehen, muss sich die US-amerikanische Verteidigung eingestehen, dass sie auf einen derartig plötzlichen Überfall nicht vorbereitet ist. In höchster Gefahr ist aber schnelles Handeln und hartes Durchgreifen gefordert ein Fall für den Ex-Agenten und Waffenexperten Matt Hunter einen knallharten Einzelkämpfer, der kein Erbarmen kennt. Umso weniger, als er sich seinem Erzrivalen Rostov gegenübersieht denn die beiden haben ohnehin noch eine Rechnung miteinander offen...


Und wieder einmal ist Chuck Norris in der Rolle des schier unbesiegbaren Einzelkämpfers zu sehen, der es fast im Alleingang schafft die USA davor zu bewahren, in Schutt und Asche zu versinken. Fast selbstverständlich scheint dabei der Aspekt, das selbst eine kleine Armee von Terroristen nicht dazu in der Lage ist, denn furchtlosen Einzelkämpfer zu stoppen, der auf seine unnachahmliche Art rigoros die Reihen der Terror-Gruppe lichtet. Nun weiss man eigentlich ganz genau, was einen bei einem Film mit Chuck Norris erwartet, doch "Invasion U.S.A." ist wohl der Film, in dem die Action-Passagen am meisten übertrieben dargestellt werden und der auch im Bezug auf den Realitätsgehalt am unglaubwürdigsten erscheint. Das soll allerdings keineswegs als negative Kritik verstanden werden, denn wer sich einen Film mit der ehemaligen Action-Ikone anschaut, der sollte eigentlich wissen, auf welche Art Film er sich einlässt. Und so bietet sich dem Zuschauer auch hier ein Szenario, das zwar vollkommen überzogen und unglaubwürdig erscheint, andererseits allerdings einen extrem hohen Unterhaltungswert beinhaltet und so für äusserst kurzweilige Action-Unterhaltung sorgt.

Wie bei Norris-Filmen üblich, sollte man keinen gesteigerten Wert auf eine ausgefeilte und tiefgehende Geschichte legen, bekommt man doch lediglich eine solide Rahmenhandlung geboten, die mit jeder Menge Action angereichert wurde. Zwar sind die entsprechenden Passagen nicht unbedingt glaubwürdig, aber es macht einfach jede Menge Spaß, die ganzen Kämpfe, Explosionen und Schießereien zu verfolgen. Und auch wenn das Geschehen extrem vorhersehbar ist, so entwickelt sich doch ein solider Spannungsbogen, der allerdings auf keinen Fall ungeahnte Höhen erreicht. Zu sehr kennt der Zuschauer das Strickmuster, nach dem die Filme von Norris aufgebaut sind, verlaufen sie doch prinzipiell fast alle nach dem gleichen Schema, so das man keinerlei Überraschungsmomente erwarten sollte. Es handelt sich halt um die so typische 80er Jahre Action, in der ein einzelner Mann sich als unschlagbarer Held herauskristallisiert, der mit einer fast schon natürlichen Leichtigkeit auch die grössten Probleme aus dem Weg räumt.

Das Norris nicht unbedingt durch seine begrenzten schauspielerischen Fähigkeiten auffällt dürfte keine größere Überraschung darstellen, verfügt der gute mann doch höchstens über zwei verschiedene Gesichtsausdrücke. So bekommt man auch in vorliegender Geschichte den immer gleichen und schon fast stoischen Gesichtsausdruck zu sehen, der aber auch gleichzeitig eine Art Markenzeichen darstellt. Kein Lächeln, kein einziger Gesichtsmuskel, der sich auch nur annähernd bewegen würde, sondern lediglich dieser schier unbarmherzige Blick, der eiskalt und unbarmherzig ist. Man sieht also, das hier alle Zutaten für einen gelungenen Actionfilm vorhanden sind, der zwar nicht unbedingt durch einen hohen Realitätsgehalt überzeugt, dafür aber mit einem umso höheren Unterhaltungswert ausgestattet ist, der alle Norris-Fans begeistern dürfte.

Regisseur Joseph Zito hat hier wirklich alles richtig gemacht, denn genau einen solchen Film erwartet der Zuschauer ganz einfach, wenn Mr. Norris die Hauptrolle spielt. Denn hier erwartet man ganz einfach keine Story mit Tiefgang und auch erstklassige schauspielerische Leistungen sind nicht unbedingt gefragt. Stattdessen offenbart sich dem Betrachter ein herrlich überzogenes Action-Spektakel, bei dem man nicht groß überlegen muss, sondern einfach nur die grandios übertriebenen Action-Passagen geniesst, die einem hier geboten werden. Man kann über die Werke mit Norris sagen was man will, fast alle sind äusserst unterhaltsam und erfreuen sich einer ziemlich großen Fan-Gemeinde, was auch durchaus berechtigt ist.


Fazit:


"Invasion U.S.A." ist ein vollkommen überzogener Actioner der 80er Jahre, in dem Action-Ikone Chuck Norris einmal mehr zur absoluten Höchstform aufläuft und seinen Gegnern das Fürchten lehrt. Für höhere Ansprüche ist dieses Werk ganz sicher nicht geeignet, wer allerdings seine Freude an einem herrlichen Action-Spektakel ohne größeren Nährwert hat, der wird hier bestens bedient.


8/10

Dienstag, 26. Februar 2013

Die Wiege des Schreckens









Die Wiege des Schreckens
(It's Alive III: Island of the Alive)
mit Michael Moriarty, Karen Black, Laurene Landon, James Dixon, Gerrit Graham, Macdonald Carey, Neal Israel, Art Lund, Ann Dane, William Watson, C.L Sussex, Patch Mackenzie, Rick Garia
Regie: Larry Cohen
Drehbuch: Larry Cohen
Kamera: Daniel Pearl
Musik: Laurie Johnson
Keine Jugendfreigabe
USA / 1987

Mordgierige Monsterbabys werden auf einer einsamen Insel ausgesetzt. Steven Jarvis, Vater des ältesten Kindes, leidet unter seinem Ruf als "Monstervater". Als eine Regierungsexpedition nach 5 Jahren eines der Monster zurückholen will, werden alle Teilnehmer bis auf Jarvis getötet. Die inzwischen erwachsenen Monster fahren in die USA, um Jarvis' Frau ein Enkelkind zu übergeben. Jarvis überredet sie, das Kind anzunehmen, bevor die Polizei die Monster vernichtet. Jarvis, seine Frau und das Enkelkind stehlen sich unbemerkt davon.


9 lange Jahre musste man warten, bis Larry Cohen 1987 endlich den Abschluss seiner Trilogie um die mordenden Mutanten-Babys präsentierte. Dabei ist der letzte Teil der Reihe sicherlich der mit dem höchsten Trash-Faktor, was man allerdings durchaus positiv ansehen kann. Dieses mal werden 5 der Babys auf einer einsamen Insel ausgesetzt, damit sie dort fernab jeglicher Zivilisation ihr ganz eigenes Leben führen können. Jedoch kommt alles anders, als wie man es mit dieser Maßnahme eigentlich gewollt hat und den mittlerweile großen Kindern gelingt es, in die USA zurückzukehren. In diesem Film ist sicherlich der größte Blutanteil-und Härtegrad vorhanden, wobei jederzeit bedenken sollte, das sich die gesamte Trilogie in dieser Beziehung als eher harmlos darstellt. Dennoch sind die Szenen nett anzuschauen und auch die Darstellung der nun mutierten Riesen-Babys kann sich durchaus sehen lassen. Zudem sind die racker auch verhältnismäßig oft im Bild zu sehen und hinterlassen in diesem Fall auch endlich einmal einen etwas bedrohlichen Eindruck.

Ganz generell entpuppt sich die Geschichte als relativ spannend, was auch dem phasenweise in Erscheinung tretenden Schauplatz der verlassenen Insel zu verdanken ist. Als dort nämlich eine Gruppe von Wissenschaftlern nach dem rechten schauen soll begibt man sich in das Ungewisse und kann nicht ahnen, wann einem die Killer-Kinder gegenübertreten. Natürlich kommt es dabei zu etlichen Verlusten auf der Seite der Menschen, denn die Mord-Bestien machen ihrem Ruf einmal mehr richtig Ehre. Nun kann man über den Sinn-oder Unsinn der Geschichte sicherlich geteilter Meinung sein, doch Cohen hat hier einen sehr gelungenen Abschluss gefunden, der genau die richtige Mischung aus Spannung, Atmosphäre und charmanter Komik beinhaltet.

Insbesondere das Ende der Geschehnisse ist dann schon fast als rührend zu bezeichnen und setzt meiner Meinung nach genau den richtigen Schlusspunkt unter eine Film-Reihe, die durchgehend nette Horrorkost geboten hat. Dabei ist es auch vollkommen unerheblich, das die Filme aus heutiger Sicht weder Angst noch Schrecken verbreiten, sondern vielmehr durch ihre charmante Inszenierung jede Menge Pluspunkte sammeln können. Und so kommt man letztendlich zu einem sehr positiven Gesamteindruck, den die gesamte Reihe hinterlässt. Sämtliche Teile bewegen sich auf einem äußerst konstantem Niveau und bieten immer wieder gelungene Unterhaltung, die vor allem von einem starken Nostalgie-Bonus lebt.

Auch wenn gerade die jüngere Generation wahrscheinlich nicht sehr viel mit diesen Filmen anfangen kann, ist eine Sichtung immer wieder absolut lohnenswert. Es macht immer wieder Spaß, die kleinen Killer-Monster zu beobachten und die Ereignisse mitzuerleben, die ihnen widerfahren. Larry Cohen hat mit seiner Trilogie sicherlich kein Meisterstück geschaffen, aber immerhin eine Film-Reihe, die im Horror-Genre ihren festen Platz hat.


Fazit:


Der trashige Abschluss der sogenannten "Wiegen-Trilogie" entlässt den Zuschauer mit einem sehr befriedigendem Gefühl. Cohen ist es gelungen, den gewohnten Standard beizubehalten und somit konstante Qualität an den Tag zu legen, die man auch aus den beiden Vorgängern gewöhnt war.


7/10

Die Wiege des Satans
















Die Wiege des Satans
(It Lives Again)
mit Frederic Forrest, Kathleen Lloyd, John P. Ryan, John Marley, Andrew Duggan, Eddie Constantine, James Dixon, Dennis O'Flaherty, Melissa Inger, Jill Gatsby, Bobby Ramsen, Glenda Young, Lynn Wood
Regie: Larry Cohen
Drehbuch: Larry Cohen
Kamera: Fenton Hamilton
Musik: Bernard Herrmann
FSK 18
USA / 1978

Eugene Scott (Frederic Forrest) erfährt, dass seine schwangere Frau Jody (Kathleen Lloyd) ein mutiertes Baby austragen wird. Dennoch wollen die Scotts ihr Baby bekommen und das Neugeborene an einem geheimen Ort mit anderen Monsterbabys aufwachsen lassen. Doch das Experiment gerät außer Kontrolle...


4 Jahre musste man warten, bis Larry Cohen den zweiten Teil der "Wiegen-Trilogie" auf die Menschheit losgelassen hat. Zeitlich gesehen spielen sich die Ereignisse allerdings 1 Jahr nach den Geschehnissen des ersten Teiles an und ähneln denen des Vorgängers doch ziemlich frappierend. Das sorgt aber gerade auch wieder für den nötigen Charme und Unterhaltungswert dieser Fortsetzung, die einmal mehr herrlich trashige Horrorkost anbietet. Dieses Mal sind dann sogar 3 von den Mutanten-Babys mit an Bord, die durch experimentelle Versuche einer ominösen Gruppierung ein normales Leben führen sollen. Mit John P. Ryan ist auch wieder der Frank Davies aus Teil 1 wieder eingebunden, der Mitglied in der genannten Gruppe ist, deren oberstes Ziel darin liegt, die missgestalteten Kinder vor dem Tod zu retten. Besonders schön ist der Aspekt, das die bissigen Kleinen in dieser Geschichte auch öfter einmal im Bild zu sehen sind, was im Vorgänger ja noch nicht so der Fall war.

Nichtsdestotrotz hinterlassen die Racker nicht unbedingt einen sehr bedrohlichen Eindruck, was im Übrigen auch auf das gesamte Geschehen zutrifft. Dabei darf man jedoch keinesfalls den Punkt außer acht lassen, das mittlerweile über 3 Jahrzehnte ins Land gegangen sind und das Szenario zur damaligen Zeit höchstwahrscheinlich eine ganz andere Wirkung auf den Zuschauer hatte. Aus heutiger Sicht beinhaltet der Film sicherlich keine Härte, denn die wenigen etwas blutigeren Passagen sind doch eher als recht harmlos einzustufen. Dennoch geht von den Ereignissen auch heute noch eine unglaubliche Faszination aus, die sich insbesondere den Freunden älterer Horrorfilme nicht verschließen kann. Zudem baut sich trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit der Abläufe ein ordentlicher Spannungsbogen auf und vor allem die gelungene-und sehr dichte Grundstimmung versteht es immer noch, einen in ihren Bann zu ziehen.

Cohen ist es erstklassig gelungen, das Niveau des Vorgängers zu halten und so eine Fortsetzung präsentiert, die sich in allen Belangen sehen lassen kann. Daran ändert auch die Tatsache nichts, das die Geschichte aus der heutigen Sicht ganz bestimmt etwas altbacken und angestaut wirkt, dafür aber jederzeit durch einen hohen Nostalgie-Bonus jede Menge Pluspunkte beim Betrachter sammeln kann. Auch die darstellerischen Leistungen können sich sehr wohl sehen lassen, man bekommt zwar nichts herausragendes geboten, aber die Schauspieler sind mit dem nötigen Ernst bei der Sache und gleichen so den trashigen Anstrich des Szenarios aus. Man kann im Endeffekt über die Wiegen-Filme denken was man will, aber unterhaltsam und herrlich atmosphärisch sind sie auf jeden Fall und bieten solide Horrorkost, die man sich unbedingt mal anschauen sollte.

Dafür spricht auch der Punkt, das man hier das Verhalten der killenden Kleinkinder durchaus mit ein wenig Tiefgang versehen hat. So wird doch im Laufe der zeit ganz eindeutig klar, das die niedlichen Bestien lediglich aggressiv auf ihre Mitmenschen reagieren, wenn sie sich von diesen bedroht fühlen. Es handelt sich also um ein ganz normales und menschliches Verhalten, denn wer von uns selbst würde sich nicht auch zur Wehr setzen, wenn jemand mit einer geladenen Pistole vor einem steht. Das ist selbstverständlich nur ein kleiner Aspekt, der aber meiner Meinung nach dennoch nicht unerwähnt bleiben sollte. Und so kann man letztendlich von einem sehr gelungenen Film sprechen der im Prinzip nahtlos da anknüpft, wo "Die Wiege des Bösen" geendet hat.


Fazit:


Auch wenn Larry Cohen hier nicht die perfekte Filmkost bietet ist "Die Wiege des Satans" ein herrlich altmodischer Horrorfilm, der einerseits durchaus ernst in Szene gesetzt wurde, aber auf der anderen Seite auch sehr trashige Momente hat, die den Unterhaltungswert des Filmes zusätzlich in die Höhe treiben.


7/10

Samstag, 23. Februar 2013

Glam Gore









Glam Gore
(Last Caress)
mit Julie Baron, Guillaume Beylard, Elina Camels, Antony Cinturino, Michel Coste, Agathe Daviron, Yannis El Hadji, Aurelie Godefroy, Ioanna Imbert, Anna Naigeon, Rurik Salle, Elisa Toro
Regie: Francois Gaillard / Christophe Robin
Drehbuch: Francois Gaillard
Kamera: Anna Naigeon
Musik: keine Information
ungeprüft
Frankreich / 2011

Eine kleine Gruppe verbringt ein Lust-orientiertes Wochenende in einem vom Familien-Fluch gesegnetem Herrenhaus, in dem sich ein sadistischer, rücksichtsloser Killer aufhält. Sie ahnen nicht, welch grausame Welle verstümmelnder Gewalt dort auf sie lauert .


So kurz und knapp wie die Inhaltsangabe offenbart sich die Geschichte dieses Filmes auch wirklich. Wenn man es ganz genau nimmt könnte man sogar behaupten, das ein Drehbuch für die Abläufe im Prinzip gar nicht nötig war, da die Rahmenhandlung locker auf einem halben Bierdeckel notiert werden kann. So sollte man also keinesfalls höhere Ansprüche an inhaltlichen Tiefgang hegen, doch dafür ist "Glam Gore" auch überhaupt nicht ausgelegt. Vielmehr soll es eine Hommage an das italienische Genre-Kino und an den Gialli im speziellen sein und wenn man ehrlich ist, heben die Macher des Werkes das auch sehr gut hinbekommen. Dennoch unterscheidet sich die Story von den üblichen Genre-Vertretern ganz erheblich, bekommt der Zuschauer hier doch nicht das ansonsten vorhandene Ratespiel geboten, in dem die Identität des Killers zumeist bis kurz vor dem Ende im Dunkeln gehalten wird. "Glam Gore" präsentiert den Killer gleich zu Beginn, was natürlich für den dramaturgischen Spannungsaufbau nicht sonderlich hilfreich ist und so ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, das die Ereignisse zu keiner Zeit wirkliche Spannung beinhalten.

Und so erscheint das Ganze dann doch streckenweise vielmehr wie ein äußerst harte-und blutiger Slasher, der aber dennoch ganz eindeutige Züge des Gialli erkennen lässt, die sich hauptsächlich durch die Kamerafahrten, den passenden Score und vor allem in dem kräftigen Spiel mit den Farben erkennen lassen. Zudem gibt es zum Ende hin sogar einige Szenen zu sehen, die ganz offensichtlich aus Sergio Martino's "Torso - Die Säge des Teufels" von 1973 stammen. Kenner des Sub-Genres werden die dementsprechenden Passagen sofort erkennen, so das ich an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen möchte, um niemandem die Spannung zu nehmen. Im Mittelpunkt des Szenarios stehen jedoch ganz eindeutig die vorhandenen Effekte und bei diesem Aspekt haben sich die Macher nun wirklich nicht lumpen lassen. Freunden der harten Gangart wird regelrecht das Herz aufgehen, denn bei einer Laufzeit von gerade einmal knapp 71 Minuten bekommt man eine ganze Menge Kunstblut und sehr harte SFX zu Gesicht.

Nun sollte man den Film aber nicht ausschließlich über die vorhandene Härte definieren, denn das würde "Glam Gore" nicht ganz gerecht werden. Die Kameraarbeit ist ganz vorzüglich und auch die Location hinterlässt bei einem das Gefühl, das man es mit einem recht gelungenem Neo-Giallo zu tun hat. Dafür spricht insbesondere das Farbenspiel, wobei die Farben Gelb, Blau-und Rot ganz klar den Ton angeben. Hätte man jetzt auch noch die Geschichte etwas besser gestaltet, dann würde sich ein fast schon überragendes Gesamtbild ergeben, so aber bleibt doch das nicht unerhebliche Manko einer fast gänzlich fehlenden Geschichte, von der eine gewisse Faszination ausgeht. Wenn man das berücksichtigt und sich nicht weiter daran stört wird man vom Rest des Werkes begeistert sein. Die beiden Regisseure Francois Gaillard und Christophe Robin haben nämlich eine ganze Menge richtig gemacht und lediglich in inhaltlicher Hinsicht viel zu wenig präsentiert, ansonsten aber einen absolut überzeugenden Film geschaffen, an dem man seine helle Freude haben kann.

Selbst das kaum vorhandene Schauspiel der Akteure wirkt nicht weiter störend, denn sämtliche Schauspieler dienen im Prinzip nur als Opfer. Charakter-Beleuchtungen oder großartige Dialoge sind nicht zu erwarten, dafür sterben die Personen äußerst überzeugend. Die Kills an sich sind streckenweise extrem hart dargestellt und die Kamera hält dabei auch jederzeit voll drauf, so das man letztendlich wirklich nicht meckern kann.


Fazit:


"Glam Gore" ist im Endeffekt durchaus als Hommage an das Cinema Italiano anzusehen, lediglich von der Rahmenhandlung her hätte man weitaus mehr bewerkstelligen können. Alle anderen Merkmale kommen sehr gut zum Ausdruck, so das der Film für Genre-Liebhaber absolut eine Sichtung wert ist.


7/10

Donnerstag, 21. Februar 2013

The Bunny Game









The Bunny Game
(The Bunny Game)
mit Rodleen Getsic, Norwood Fisher, Gregg Gilmore, Paul III, Loki, Drettie Page, Jeff F. Renfro, Curtis Reynolds, Jason Timms, Coriander Womack
Regie: Adam Rehmeier
Drehbuch: Rodleen Getsic / Adam Rehmeier
Kamera: Adam Rehmeier
Musik: Adam Rehmeier
ungeprüft
USA / 2010

Auf der Straße ist Sylvia Gray unter dem Namen "Bunny" bekannt. Sie liebt Kokain und jeden Mann, der sie für schöne Stunden bezahlt. Sie durchstreift die Straßen von Los Angeles auf der Suche nach ihrem nächsten Freier und ihrer nächsten Mahlzeit. Nachdem sie eines Nachts von einem Freier vergewaltigt und ausgeraubt wurde, trifft sie den harmlos wirkenden Trucker JR. Doch JR ist alles andere als harmlos. Er betäubt Sylvia, schleppt sie in einen entlegenen Teil der Wüste und setzt sie dort einer Reihe unerträglicher Qualen aus, die er allesamt mit seiner Kamera dokumentiert. Als Sylvia am nächsten Tag wieder erwacht, ist ihr Leiden alles andere als vorbei: JR zwingt sie dazu, sich Videos davon anzusehen, was er mit anderen Frauen bereits angestellt hat. Nach einigen Tagen ist Sylvias Kopf kahl rasiert, sie wurde wie ein Tier gebrandmarkt. Tage und Nächte haben keine Bedeutung mehr, wenn JR seinen Zwängen freien Lauf lässt und Sylvia eine unvorstellbare Reihe bizarrer Spiele mit ihrem Peiniger über sich ergehen lassen muss.


Im Grunde genommen ist es schon sehr erstaunlich das ein Film wie "The Bunny Game" eine relativ ausführliche Inhaltsangabe enthält, obwohl dem Szenario eigentlich gar keine Geschichte zugrunde liegt. Selbst der Begriff Rahmenhandlung ist nämlich schon als übertrieben anzusehen, erweckt das Ganze doch viel eher den Eindruck sinnlos aneinandergereihter Video-Clips. Das Spielfilm-Debüt von Adam Rehmeier, der übrigens auch für das Drehbuch, Kamera und Musik verantwortlich zeichnet ist extrem schwer einzuordnen und ehrlich gesagt fragt man sich nach gut 77 Minuten Laufzeit erst einmal, was man da gerade eben gesehen hat. Definitiv handelt es sich hier um einen Independentfilm, der ganz sicher mit einem äußerst niedrigen Budget auf die Beine gestellt wurde. Das muss nun nicht zwangsläufig bedeuten das der Film schlecht ist, doch wenn man Story, Charakter-Zeichnungen sowie auch Spannung gegen Null tendieren lässt fällt es dem Zuschauer relativ schwer, dem Geschehen irgendetwas Positives abzugewinnen. Als Horror-oder Folterfilm deklariert, lässt "The Bunny Game" im Prinzip jegliche Zutaten vermissen, die ein solches Werk beinhalten sollte. So fehlt es beispielsweise an jeglicher Spannung-und Atmosphäre, das Filmchen plätschert vollkommen belanglos vor sich hin und man sieht sich permanent der Versuchung ausgesetzt die Stop-Taste des heimischen DVD-Players zu betätigen, um dem Grauen ein Ende zu machen. Lediglich der Aspekt der Hoffnung hält einen davon ab, denn irgendwie erliegt man dem Irrglauben, das im Laufe der Zeit auch mal etwas passieren könnte. Nun ist es sicherlich nicht zwingend notwendig, durch explizite Gewaltdarstellungen das Interesse des Betrachters zu wecken. denn auch psychische Folter entwickelt durchaus einen gewissen Härtegrad, der in manchen Fällen sogar immense Ausmaße annehmen kann.

Leider ist das hier aber nicht der Fall, was in erster Linie an den nichtssagenden Charakteren liegt. Eine Beleuchtung ist im Prinzip überhaupt nicht vorhanden, so das man erst gar keine Beziehung zu den beiden Haupt-Figuren aufbauen kann. Das ist dann auch der absolute Todesstoß für das gesamte Geschehen, betrachtet man die Ereignisse doch prinzipiell absolut unbeteiligt. Es entsteht keinerlei Antipathie gegen den Folterer, aber auch keinerlei Sympathie für das Opfer. "Bunny" verscherzt sich nämlich die Pluspunkte schon am Beginn der sogenannten Geschichte, bei dem man in wenigen Minuten einen guten Eindruck über ihren exzessiven Lebenswandel bekommt. Prostitution und Drogen bestimmen das trostlose Dasein der jungen Frau, das durch das Stilmittel der s/w Optik noch deprimierender erscheint. Da man aber ansonsten keinerlei Information über die Vergangenheit bekommt und der Charakter schwammig bleibt, können zu keiner Zeit Sympathie-Werte entstehen, die in der Folgezeit so etwas wie Mitleid aufkommen lassen könnten. Ob das von Rehmeier gewollt ist vermag ich nicht zu sagen, doch dem Film schadet dieser Punkt in jedem Fall. Ich kann mich jedenfalls an kein anderes Werk erinnern, in dem mir persönlich das Schicksal eines Opfers so dermaßen egal war, wie es hier der Fall ist. Nicht anders verhält es sich mit dem Täter den man gedanklich gewähren lässt, ohne dabei irgendwelche Emotionen zu empfinden. Und so zieht das Szenario an einem vorbei ohne jegliche Spuren, geschweige denn einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.

"The Bunny Game" ist leider nicht mehr als eine vollkommen seelenlose Produktion, die einem wild aneinandergereihte Bilder präsentiert, die größtenteils noch nicht einmal einen Sinn ergeben. Die teilweise äußerst hektischen Bildschnitte und das ständige abblenden in ein sekundenlanges Schwarzbild tragen nicht gerade dazu bei, das von Haus aus schlechte Gesamtbild in irgendeiner Form aufzuwerten. Das Gegenteil ist der Fall und streckenweise geht einem das schon ganz gehörig auf die Nerven, nach einer gewissen Zeit bauen sich dann schon fast einige Aggressionen auf, die aber in der mangelnden Qualität dieses obskuren Filmes begründet sind. So fällt es dann auch unglaublich schwer, dieses Werk richtig einzuordnen, meiner Meinung nach trifft der Begriff Experimentalfilm es am besten, wobei es sich doch um ein ziemlich misslungenes Experiment handelt. Dabei offenbart sich der Einstieg vielmehr als ein Porno, kann man die gute "Bunny" doch bei einem intensiven Blow Job beobachten, der keineswegs nur in Ansätzen zu erkennen ist. In diesen Szenen liegt dann wohl auch die Erklärung für die hohe Alters-Einstufung, denn im Bezug auf physische Härte gibt es rein gar nichts zu sehen. Die wenn überhaupt vorhandene Härte eröffnet sich einzig und allein im Umgang des Täters mit seinem Opfer, versucht er doch permanent es seelisch zu brechen, indem er es den unterschiedlichsten Demütigungen aussetzt. Aus den schon erwähnten gründen nimmt man das jedoch leider kaum wahr, da man das Geschehen wie gesagt eher emotionslos-und unbeteiligt an sich vorbeiziehen lässt. Hätte Rehmeier den Protagonisten zumindest menschliche Konturen verliehen, dann hätte hier trotz einiger anderer Mankos immer noch ein interessanter Beitrag entstehen können, doch in vorliegender Form tangiert einen das gesamte Szenario überhaupt nicht.

Eigentlich ist das sehr schade das der Zuschauer lediglich ein wirres-und ziemlich belangloses Filmchen präsentiert bekommt das wirklich jegliche Struktur vermissen lässt. Stattdessen wird man mit extrem harter musikalischer Untermalung malträtiert und sieht sich aufgrund der viel zu hektischen Bildschnitte fast schon Kopfschmerzen ausgesetzt. Auch an den kaum vorhandenen gesprochenen Worten (Dialoge kann man das beim besten Willen nicht nennen) hat man wenig Freude und das ständige Geschreie raubt einem zum Ende hin auch noch den letzten Nerv. So dumm-und sinnlos wie das gesamte Geschehen präsentiert sich dann auch das gewählte Ende das eigentlich gar nicht als solches bezeichnet werden kann. Für diesen filmischen Sondermüll erscheint es jedoch unglaublich passend und hebt nur noch einmal zusätzlich den äußerst schlechten Gesamteindruck hervor, den man von "The Bunny Game" bekommen hat.


Fazit:


Ich mag Independentfilme und oft genug verstecken sich in dieser Kategorie auch echte Perlen. Rehmeier's Produktion kann man aber beim besten Willen nicht dazuzählen, auch wenn manch einer das eventuell anders sehen mag. Nichtssagende Charaktere, teilweise bizarr erscheinende Bilder im Video-Clip Format und ein vollkommen sinnbefreites Handlungs-Gerüst sorgen dafür, das "The Bunny Game" zu der Art Film zählt, die man nicht wirklich gesehen haben muss.


2/10

Dienstag, 19. Februar 2013

Wild 7









Wild 7
(Wild 7)
mit Eita, Kyoko Fukada, Kiichi Nakai, Kippei Shiina, Jun Kaname, Yuika Motokariya, Tsuyoshi Abe, Minoru Matsumoto, Takashi Ukaji, Yusuke Hirayama, Ryühei Maruyama
Regie: Eichiro Hasumi
Drehbuch: Mikiya Mochizuki / Masaki Fukasawa
Kamera: Tomoo Ezaki
Musik: Kenji Kawai
FSK 16
Japan / 2011

"Wild Seven": Unter diesem Decknamen agiert eine geheime Motorrad-Spezialeinheit, die von der Polizei ins Leben gerufen wurde. Wo die Gesetzeshüter versagen, schlägt Wild Seven gnadenlos zu! Die sieben Mitglieder der Motorradgang gehen äußerst schnell, brutal und ohne Skrupel vor. Kein Wunder, schließlich besteht die Truppe selbst aus ehemaligen Sträflingen! Als sie jedoch gegen einen korrupten Polizisten mit guten Verbindungen zur Regierung vorgehen wollen, werden aus den gefürchteten Jägern plötzlich Gejagte. Bis an die Zähne bewaffnet, zum Äußersten bereit und im Visier von SWAT-Teams, stellen sie sich einem schier aussichtslosen Kampf …


Und wieder einmal bekommt es der Zuschauer mit der Verfilmung eines japanischen Kult-Mangas zu tun, das von Mikiya Mochizuki geschaffen wurde. Auch wenn ich die Vorlage nicht kenne muss ich ganz ehrlich sagen, das die filmische Variante auf jeden Fall extrem unterhaltsam-und actionreich daherkommt. Dem Zuschauer offenbart sich dabei eine Geschichte voller Tempo und gut in Szene gesetzter Action-Passagen, in denen es zugegebenermaßen eher selten realistisch zugeht. Wilde Verfolgungs-Jagden und etliche Schießereien lassen die Zeit wie im Flug vergehen, da stört es auch nicht wirklich, das die meisten Szenen ziemlich überzogen erscheinen. Die Story an sich bietet nicht unbedingt etwas Neues, solche-oder ähnlich gelagerte Szenarien hat man schon oft genug zu sehen bekommen. Und dennoch ist "Wild 7" mit einem extrem hohen Unterhaltungswert ausgestattet und dürfte Fans des Genres regelrecht begeistern.

Auch wenn man keine sonderlich tief gehenden Charakter-Beleuchtungen erwarten sollte, sind die Sympathiewerte des Betrachters doch äußerst eindeutig bei der über dem Gesetz stehenden Spezialtruppe, die sich aus 7 Verbrechern zusammensetzt. Mit ihrem Einsatz für die Gerechtigkeit und gegen korrupte Politiker sammeln sie etliche Pluspunkte und lassen sich auch nicht von etlichen Hindernissen dabei aufhalten, die ihnen gestellte Mission zu erfüllen. Und dabei geht es phasenweise so richtig zur Sache, sehen sich die 7 Biker doch einer zahlenmäßigen Überlegenheit ihres Gegners gegenüber, gegen die ein Sieg doch so gut wie unmöglich erscheint. Steht ihnen doch praktisch der gesamte Polizei-Apparat Tokios gegenüber, was aber selbstverständlich keinen Hinderungsgrund darstellt, die ihnen gestellte Mission zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.

"Wild 7" ist sicherlich kein Film für höhere Ansprüche, denn inhaltlicher Tiefgang ist keinesfalls vorhanden, dafür handelt es sich jedoch um einen ganz hervorragenden Actioner, der größtenteils herrlich überzogenes Popcorn-Kino präsentiert. Die Story sorgt fast durchgehend für eine erhöhte Adrenalin-Zufuhr, denn ruhigere Phasen sind kaum vorhanden. In einem kleinen Neben-Erzählstrang wird dann auch noch eine zart aufkeimende Liebesgeschichte angedeutet, die aber keinesfalls kitschig oder störend erscheint. Vielmehr wird dadurch eine dezente menschliche Note eingeführt, die dem Gesamtbild sogar sehr gut zu Gesicht steht. So entsteht letztendlich ein rundum stimmiges und rundes Gesamtpaket, das äußerst kurzweilige und unterhaltsame Filmkost anbietet, die man jederzeit weiterempfehlen kann, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu bekommen.

Für Freunde des Action-Genres offenbart sich hier ein absolut sehenswerter Vertreter im Blockbuster-Format, der sich auch nicht hinter diversen US-Produktionen zu verstecken braucht. Eine nette Geschichte, enorm viel Tempo und sehr gelungene Action-Passagen sind die großen Stärken dieses Werkes. Auch in darstellerischer Hinsicht gibt es keinerlei Grund zur Klage, denn auch wenn hier kein oscarreifes Schauspiel zu erwarten ist, liefern sämtliche Akteure eine gelungene Performance ab. Insgesamt gesehen siedelt sich das Werk von Regisseur Eichiro Hasumi jedenfalls über dem Durchschnitts-Bereich an und ist ein Garant für ein Film-Erlebnis der sehr kurzweiligen Art, an dem man seine helle Freude hat.


Fazit:


Man sollte "Wild 7" auf keinen Fall nach seinem Realitätsgehalt bewerten, denn hier geht es einzig und allein um die pure Unterhaltung. Und in dieser Beziehung kommt man durchgehend auf seine Kosten, so das man mit einem befriedigendem Gefühl aus einer Geschichte entlassen wird, die durch ihren Action-Gehalt jederzeit zu überzeugen weiß.


7/10

Die Wiege des Bösen









Die Wiege des Bösen
(It's Alive)
mit John P. Ryan, Sharon Farrell, James Dixon, William Wellman Jr., Shamus Locke, Andrew Duggan, Guy Stockwell, Daniel Holzman, Michael Ansara, Robert Emhardt, Nancy Burnett, Diana Hale
Regie: Larry Cohen
Drehbuch: Larry Cohen
Kamera: Fenton Hamilton
Musik: Bernard Herrmann
FSK 18
USA / 1974

"Es ist soweit", flüstert Lenore Davies ihrem Mann eines Nachts ins Ohr. Sehnsüchtig haben die Eheleute sich die Geburt ihres zweiten Kindes herbeigewünscht. Auf dem Weg ins Krankenhaus kündigt sich unter großen Schmerzen eine schwere Entbindung an. Alles sei gut, versichern die Ärzte, doch die folgenden Tage verändern das Leben einer bis dahin normalen Familie und versetzen eine ganze Stadt in Panik. Bis die Polizeisirenen verstummen und in einer dunklen Nacht das Grauen seinen Höhepunkt erreicht, vergeht eine mörderische Zeit...


Der Name Larry Cohen steht stellvertretend für sehenswerte Low Budget Produktionen, was bei diesem Regisseur durchaus als Kompliment zu verstehen ist. Auch dieser erste Teil der sogenannten "Wiegen-Trilogie" aus dem Jahre 1974 macht da keine Ausnahme, merkt man dem charmanten Filmchen doch zumeist das offensichtlich geringe Budget an, was dem ganzen aber andererseits auch gerade seinen unvergleichlichen Charme verleiht. Mit nunmehr fast vier Jahrzehnten auf dem Buckel versteht es "Die Wiege des Bösen" auch in der heutigen Zeit immer noch, durchgehend nette Retro-Horrorkost zu offenbaren, die aus heutiger Sicht sicherlich eher trashig erscheint, was bei der damaligen Veröffentlichung des Filmes aber sicher nicht der Fall war. Wenn man das Geschehen einmal etwas genauer betrachtet stellt man sogar fest, das die hier erzählte Geschichte phasenweise sogar einen gewissen inhaltlichen Tiefgang erkennen lässt. Anstatt sein Szenario nämlich mit expliziten Gewaltdarstellungen auszustatten, hat Cohen zudem auch die Eltern-Kind Beziehung generell in den Mittelpunkt gestellt, wobei die emotionale Belastung von Mutter und Vater sehr im Vordergrund stehen.

Die richtigen Horror-Elemente halten sich prinzipiell in einem eher überschaubaren Rahmen, man sollte hier auch keinesfalls sonderliche Härten oder äußerst blutige Passagen erwarten. Teilweise ist dieser Umstand auch sicherlich den niedrigen Produktionskosten zuzuschreiben, denn für teure Effekte war anscheinend nicht genügend Geld vorhanden. Das tut dem Ganzen aber keinerlei Abbruch, denn auch wenn die Morde des Killer-Babys lediglich im Ansatz zu erkennen sind und das Baby an sich nur ganz selten zu erkennen ist, baut die Geschichte einen ordentlichen-und sehr soliden Spannungsbogen auf. Auch in atmosphärischer Hinsicht gibt es keinerlei Grund zur Beanstandung, phasenweise lassen sich sogar einige bedrohliche Züge erkennen, so das ein herrliches Gruselgefühl entstehen kann. Natürlich sollte man die Sache immer aus der damaligen Sicht sehen, denn für heutige Verhältnisse ist der Film zugegebenermaßen ziemlich altbacken und dürfte gerade die jüngere Generation nicht sonderlich ansprechen.

Nostalgiker hingegen dürften dieses Werk durchaus zu schätzen wissen und jede Menge Spaß an diesem Trilogie-Auftakt haben. Die trashige Note der Geschichte verleiht den Ereignissen teilweise eine unfreiwillig komische Note, stellvertretend dafür sei nur die Szene genannt, in der eine Horde schwerbewaffneter Polizisten in einen Vorgarten stürmen und dann mit gezogenen Waffen einem niedlichen Baby gegenüberstehen, das durch seinen herrlich verwunderten Blick die pure Situationskomik auslöst. Allein schon aufgrund solch kleiner Highlights ist "Die Wiege des Bösen" wunderbarerer Retro-Horror auf gehobenem Niveau und eignet sich auch nach nunmehr fast 40 Jahren immer wieder für eine neuerliche Sichtung, die man keinesfalls bereuen wird. In diversen Fan-Kreisen hat das Werk nicht umsonst einen gewissen Kultstatus erreicht und wird von vielen Leuten sogar als kleiner Klassiker des Genres angesehen, wobei nicht jeder Horror- Fan diese Einschätzung teilen wird.

Letztendlich handelt es sich bestimmt nicht um ein Meisterwerk des Genres, doch Larry Cohen hat mit diesem Film den Grundstein für eine Trilogie gelegt, die sich auch heute noch sehr großer Beliebtheit erfreut. Kein harter und brutaler Horror, sondern vielmehr eine charmant-gruselige Story mit ein wenig Tiefe, die sich manch einem vielleicht nicht unbedingt auf den ersten Blick offenbart. Schaut man jedoch etwas genauer hin, kann man ganz bestimmt den innerlichen Konflikt der Eltern nachvollziehen, die ihr mordendes Kind trotz allem nicht sterben sehen wollen.


Fazit:


Vier Jahrzehnte auf dem Buckel und immer noch so sehenswert wie am ersten Tag, das ist mein persönlicher Eindruck von diesem wunderbar trashigen Filmchen, das dem Zuschauer durchgehend kurzweilige-und phasenweise gruselige Unterhaltung bietet. Nach heutigen Maßstäben bestimmt etwas angestaubt, lohnt sich eine Sichtung auf jeden Fall, denn mit der richtigen Erwartungshaltung kommt man voll auf seine Kosten.


7/10

Samstag, 16. Februar 2013

Julia X









Julia X
(Julia X)
mit Valerie Azlynn, Kevin Sorbo, Alicia Leigh Willis, Joel David Moore, Ving RhamesSaxon Sharbino, Meg Rains, Gregg Brazzel
Regie: P.J. Pettiette
Drehbuch: Matt Cunningham / P.J. Petiette
Kamera: Jason Goodman
Musik: keine Information
SPIO/JK
USA / 2011

Was als verlockendes Internetdate mit einem geheimnisvollen Traummann beginnt, entwickelt sich für die attraktive Julia schnell zum Albtraum. Der Fremde entpuppt sich als perverser Serienkiller, der seine Kicks davon bekommt, unschuldige Frauen genussvoll zu quälen. Gefesselt und geknebelt wird Julia mit einem glühenden Eisen mit einem "X" gebrandmarkt und verschleppt. Doch noch ist sie nicht bereit, sich kampflos ihrem Schicksal zu fügen.


Nun habe ich ihn endlich auch gesehen, den einerseits von vielen Seiten gefeierten, aber auch von einigen Leuten verdammten "Julia X", der ganz offensichtlich die Fan-Gemeinde in verschiedene Lager spaltet. Irgendwie kann man das auch durchaus verstehen, hat P.J. Pettiette hier doch ein Regie-Debüt an den Tag gelegt das vollkommen abgefahren daherkommt und so ganz bestimmt nicht jeden Geschmack treffen dürfte. Zuerst einmal sollte man anmerken das dieses Werk gar nicht einmal so leicht einzuordnen ist. Soll man die Geschichte als ernstzunehmenden Horror-Thriller ansehen, der mit jeder menge Folter-Passagen selbst einem Vertreter wie "Hostel" alle Ehre macht, oder handelt es sich vielmehr um eine rabenschwarze-und bitter-böse Horror-Komödie, der durchgehend eine ironische Note und jede Menge Sarkasmus beiwohnt? Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte und genau dieser Aspekt macht aus "Julia X" alles andere als einen Horrorfilm von der handelsüblichen Art. Nach meiner persönlichen Ansicht ist es eine Story in 3 Akten, die durch ihre fast schon kammerspielartige Inszenierung etwas ganz Besonderes darstellt. In den ersten gut 30 Minuten bekommt man ein reines 2 Personen-Stück geboten, um im Mittelteil die Darstellerzahl phasenweise auf 4 zu erhöhen und im letzten Drittel des Werkes bekommt man es dann größtenteils mit einem Trio zu tun.

Die wenigen Schauspieler sind jedoch auch vollkommen ausreichend, um dem Zuschauer ein Szenario zu bieten, das sich doch ganz erheblich von den üblichen Genre-Vertretern abhebt. Schon der Beginn des Filmes wirft einen ohne jegliche Vorwarnung sofort in das Geschehen und verzichtet dabei selbst auf den dezentesten Anflug einer Einführungs-Phase. Julia wird von ihrem Peiniger an einen fremden Ort gebracht und soll dort von dem Serienkiller gefoltert und später wohl auch getötet werden. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt wird allerdings klar, das man es hier nicht mit dem üblichen und jammernden Opfer-Typ einer Frau zu tun hat, denn die junge Frau weiß sich ihrer Haut zu wehren und dreht den Spieß mit der Zeit sogar um. An dieser Stelle zieht dann die erste von mehreren Wendungen in die Geschichte ein, denn Julia erhält Unterstützung von ihrer jüngeren Schwester Jessica. Beide zusammen entfachen nun ein vollkommen anderes Spiel, in dem der Täter zum Opfer wird und einiges über sich ergehen lassen muss. Weiter möchte ich auch gar nicht auf die weiteren Abläufe eingehen, denn ansonsten würde man manch einem höchstwahrscheinlich die Spannung nehmen. Eines kann man aber doch leicht anreißen, denn in der Folge entwickelt sich das Geschehen zu einem Kampf der Psychophaten, der absolut brillant und extrem unterhaltsam in Szene gesetzt wurde.

Was mir persönlich besonders gut gefallen hat ist die Tatsache, das alle Chraktere so gezeichnet sind, das man zu keinem von ihnen überhaupt eine Beziehung aufbauen kann. Einige Leute sehen darin eher einen negativen Kritikpunkt, doch in meinen Augen handelt es sich vielmehr um einen genialen Schachzug des Regisseurs, entfallen doch Emotionen wie Mitleid oder Abneigung und man kann das blutige Spektakel vollkommen neutral beobachten. Im Prinzip bekommt hier jeder was er letztendlich verdient, so abgedroschen sich diese Phrase auch anhören mag. Und so kann man dann auch das teils blutige-und phasenweise recht derbe Treiben genüsslich auf sich einprasseln lassen und erfreut sich zudem an dem stellenweise rabenschwarzen Humor, der in etlichen Passagen zum Ausdruck kommt. Sei es durch skurril anmutende Situationskomik oder die vorhandenen Dialoge, die zudem auch noch eine ziemlich vulgäre Umgangssprache an den Tag legen. Nicht jedem mag das gefallen, aber für das hier dargestellte Szenario scheint es absolut passend und untermalt die Härte-und Brutalität der Situation noch zusätzlich. Auch das dargebrachte Schauspiel der 3 Haupt-Charaktere empfand ich als äußerst gelungen, insbesondere der Anti-Schauspieler Kevin Sorbo hat mich zum ersten mal wirklich in einer Rolle überzeugt. Fällt der gute Mann ansonsten nicht unbedingt durch überragende schauspielerische Fähigkeiten auf, so ist seine Performance als Serienkiller eine wahre Pracht.

Abschließend sollte man auch noch erwähnen, das sich das gestörte Verhalten der beiden jungen Frauen durch einige eingesetzte Rückblenden erklärt, die Bilder aus deren Kindheit zeigen. Dies dient zwar durchaus zum besseren Verständnis, macht die beiden Charaktere aber auch keinen Deut sympathischer, was aber absolut gewollt erscheint. Letztendlich ist "Julia X" ein vollkommen abgefahrener Mix aus Folter, Horror-und bitter-böser Komödie, der mir selbst extrem gut gefallen hat. Das die Meinungen über diesen Film auseinander gehen ist absolut nachvollziehbar, denn allein schon die Erzählweise des Filmes ist ziemlich außergewöhnlich. Gerade darin liegt aber auch der besondere Reiz der Geschichte, die mal so dermaßen vom ansonsten üblichen Einheitsbrei abweicht, das manch einer die Genialität dieses Regie-Debüts anscheinend nicht erkennen kann. Hier ist ein Stück Film entstanden das man sich unbedingt anschauen sollte um sich selbst ein Urteil zu bilden und wenn man sich auf das Gesehene einlassen kann, wird man mit einer erfrischenden-und teilweise auch innovativen Story konfrontiert, die im Prinzip gegen fast alle Regeln des Genres verstößt. Ich kann jedenfalls nur eine dicke Empfehlung an alle aussprechen, die auch mal eine etwas andere Mischung bevorzugen, als man sie in den meisten Fällen serviert bekommt.


Fazit:


"Julia X" ist anders, vollkommen abgefahren und nicht immer logisch. Insbesondere aus diesen Atributen bezieht das Werk jedoch seine Kraft und Brillanz, die immer wieder durchschimmert. Durch die eher unsympathische Zeichnung der Figuren kann man sich den Film absolut wertfrei anschauen und sich an einem streckenweise sehr blutigen Szenario erfreuen, das so manch derbe Passage beinhaltet. Sarkasmus, Ironie und etliche Story-Wendungen sorgen für eine Menge Abwechslung und die ständigen Änderungen bei den Machtverhältnissen sind maßgeblich dafür verantwortlich, das der dramaturgische Spannungsaufbau als jederzeit gelungen bezeichnet werden kann.


9/10

Freitag, 15. Februar 2013

Pieces - Der Kettensägenkiller









Pieces - Der Kettensägenkiller
(Pieces)
mit Christopher George, Frank Brana, Linda Day George, Paul L. Smith, Edmund Purdom, Ian Sera, Jack Taylor, Isabel Luque, Gerard Tichy, Hilda Fuchs, May Heatherly, Roxana Nieto, Cristina Crottelli, Silvia Gambino
Regie: Juan Piquer Simon
Drehbuch: Dick Randall / John W. Shadow
Kamera: Juan Marine
Musik: Librado Pastor
Ungeprüft
Puerto Rico / Spanien / 1982

Wegen eines Puzzles, das eine nackte Frau zeigt, hackt ein Junge aus lauter Wut seine Mutter, die ihm das Spiel verbieten will, in Stücke. Die Polizei glaubt seinen Worten, dass ein wahnsinniger Killer der Täter war. Vierzig Jahre später. An einem College in Boston geschehen fürchterliche Morde. Ein grausamer Killer zerstückelt mit einer Kettensäge junge Studentinnen und fügt sie wieder zu einem menschlichen Puzzlespiel zusammen. Die nackte Angst geht um. Wer wird der nächste sein? Eine junge Polizistin wird als Lockvogel eingeschleust. Schnell stellt sich heraus, dass der Killer unter den Lehrern zu suchen ist. Doch wer ist es? Die Morde gehen weiter, und es bleibt wenig Zeit, den Täter zu entlarven und sein schreckliches Geheimnis zu enthüllen...


Dieser Film von Juan Piquer Simon ist ein typisches Relikt der 80er Jahre und bietet dem Zuschauer recht kurzweilige Horror-Unterhaltung, die teilweise sogar einige derbe und blutige Passagen beinhaltet, die selbst die Freunde etwas härterer Kost ansprechen dürfte. Die handgemachten Effekte verleihen dem Szenario dabei eine unverwechselbare Note, hier ist noch nichts von heutigen Effektgewittern zu verspüren, so das man als Zuschauer fast schon nostalgische Gefühle verspürt. Dies ist auch der sehr schönen Grundstimmung zu verdanken, hat man doch zu dieser Zeit das Hauptaugenmerk noch auf eine anständige und größtenteils auch dichte Atmosphäre gelegt. Leider kommt aber nur selten so etwas wie eine echte Bedrohlichkeit auf, da die Ereignisse doch ziemlich vorhersehbar in Szene gesetzt wurden und die gesamte Geschichte so ziemlich alle Klischees bedient, die man sich nur vorstellen kann.

Das ändert aber rein gar nichts am Unterhaltungswert dieses Filmes, der an vielen Stellen eine äusserst unfreiwillige Komik an den Tag legt, was in erster Linie den recht hölzern agierenden Darstellern zu verdanken ist, die dem Gesamtwerk durch das phasenweise ungelenke Schauspiel einen herrlich trashigen Anstrich verleihen. So kommt es dann auch fast schon zwangsläufig trotz einem angemessenen Härtegrad auch zu etlichen Momenten, in denen man sich einen Schmunzler nicht verkneifen kann. Dadurch entsteht eine wirklich gelungene und sehr kurzweilige Mixtur, an der man auch nach fast drei Jahrzehnten immer noch seine helle Freude haben kann. Da schaut man auch gern einmal großzügig über die nicht sehr ergiebige Rahmenhandlung hinweg und nimmt auch einen nicht ganz gelungenen Spannungsbogen in Kauf. In dieser Beziehung hätten die Macher des Filmes ganz bestimmt etwas mehr bewerkstelligen können, was allerdings durch den äusserst begrenzten Kreis der Verdächtigen einigermaßen erschwert wird, denn schon aufgrund der ersten Passagen des Filmes wird schnell klar, das der Mörder einer bestimmten Altersgruppe zuzuordnen ist.

Wie die Inhaltsangabe auf dem DVD-Cover schon verrät, ist der Mörder nämlich unter dem Lehrpersonal zu suchen und die von Juan Piquer Simon angebotene Auswahl ist doch mehr als nur überschaubar. So dürften dann Kenner des Genres auch keine wirklichen Schwierigkeiten haben, den Kettensägenkiller äusserst frühzeitig zu erkennen, was das Filmvergnügen aber ehrlich gesagt nicht sonderlich beeinträchtigt. Die in "Pieces" gesetzten Erwartungen sollten lediglich nicht zu hoch angesetzt werden, denn es gibt sicherlich genügend qualitativ hochwertigere Genre-Vertreter, was man auch ziemlich stark bei der deutschen Synchronisation dieses Werkes feststellen muss. die ganz objektiv gesehen unter aller anone ist, aber andererseits den trashigen Anstrich noch einmal zusätzlich hervorhebt. Nicht selten hat man dabei das Gefühl, das die Dialoge von einem Zettel abgelesen werden, zudem sind so gut wie keine emotionalen Untertöne zu erkennen, ganz egal in welcher Situation sich die Protagonisten befinden. In Verbindung mit dem dürftigen Schauspiel kommt es so sehr oft zu ungewollter Situationkomik, die einen sehr bleibenden Eindruck beim Betrachter hinterlässt.

"Pieces - Der Kettensägenkiller" ist alles andere als ein Meisterwerk und bietet auch keinerlei Innovation, aber dennoch bekommt man sehr unterhaltsame Horrorkost geboten, die phasenweise eine erstaunliche und nicht unbedingt vermutete Härte an den Tag legt. Insbesondere Fans der 80er Jahre dürften ihre Freude mit diesem atmosphärischen, aber auch trashigen Genre-Vertreter haben, der auch im Laufe der ganzen Jahre nichts von seinem Reiz und seinem Charme eingebüßt hat. Ich fühlte mich jedenfalls bestens unterhalten und kann für den Film nur eine absolute Empfehlung aussprechen, allerdings dürften Freunde qualitativ sehr hochwertiger Filme hier an der falschen Adresse sein.


Fazit:


Eine nicht sonderlich ergiebige Geschichte, die zudem noch alle Klischees bedient, größtenteils ungelenke Schauspieler, ein mäßiger Spannungsbogen, eine gelungene Atmosphäre und jede Menge unfreiwilliger Komik machen dieses Werk zu einem wirklich sehenswerten Genre-Beitrag, den man zumindest einmal gesehen haben sollte. Ganz bestimmt wird der Film nicht jeden Geschmack treffen, wer jedoch trashigen Horror zu schätzen weiss, der wird diesen Film lieben.


7/10

Donnerstag, 14. Februar 2013

The Expendables 2









The Expendables 2
(The Expendables 2)
mit Sylvester Stallone, Jason Statham, Bruce Willis, Arnold Schwarzenegger, Chuck Norris, Jean-Claude Van Damme, Jet Li, Dolph Lundgren, Terry Crews, Randy Couture, Scott Adkins, Nan Yu, Amanda Ooms
Regie: Simon West
Drehbuch: Richard Wenk / Sylvester Stallone
Kamera: Shelly Johnson
Musik: Brian Tyler
keine Jugendfreigabe
USA / 2012

Die Expendables haben einen neuen Auftrag! Barney Ross, Lee Christmas, Yin Yang, Gunnar Jensen, Toll Road, Hale Caesar, Billy the Kid und Maggie werden von Mr. Church für einen Job engagiert, der nach leicht verdientem Geld aussieht. Doch der Plan geht schief und einer der furchtlosen Söldnertruppe wird brutal ermordet. Getrieben vom Drang der Vergeltung brechen die Expendables in feindliches Gebiet ein und stehen einem gefährlichen und brutaleren Feind gegenüber als sie erwartet hatten. Doch getrieben vom Drang nach Vergeltung zieht die Truppe eine Schneise der Verwüstung hinter sich her und wird am Ende weit mehr als ‚nur‘ ihren Bruder rächen...


Schon der Cast dieser Fortsetzung liest sich wie das Who is Who des Action-Genres, sind doch dieses Mal noch mehr Action-Ikonen am Start, als es beim ersten Teil der Expendables der Fall war. So schnellen die Erwartungen des Zuschauers wohl auch schon im Vorfeld mächtig in die Höhe und man erwartet fast zwangsweise eine Steigerung des Ganzen. Welcher der beiden Filme denn nun der Bessere ist liegt wie immer im Auge des Betrachters, auf jeden Fall aber ist das Werk von Simon West ein absolut würdiger Nachfolger, der durchgehend grandiose Unterhaltung anbietet. Allein die ersten gut 20 Minuten beinhalten ein wahres Action-Feuerwerk, so das eine ansonsten manchmal übliche und eher ruhige Einführungsphase gänzlich entfällt, da die Geschichte von der ersten Minute an in die Vollen geht. Wie schon im Vorgänger ist es auch hier ganz ausgezeichnet gelungen, eine exzellente Mixtur aus knalliger Action und jeder Menge Humor zu finden, genialer Wortwitz und herrliche Situationskomik geben sich dabei die Klinke in die Hand. So erfreut man sich bei den vorhandenen Dialogen beispielsweise an etlichen kleinen Anspielungen, die diverse Filme der versammelten Superstars betreffen. Das sorgt dafür, das die Geschehnisse trotz einer gewissen Ernsthaftigkeit immer einen leicht ironischen Unterton beinhalten, der dem ganzen insgesamt gesehen sehr gut zu Gesicht steht.

Bei einer solch prominenten Darsteller-Riege ist es selbstverständlich enorm schwer, jedem die dementsprechenden Spielanteile zu geben, so das einige der Heroen etwas seltener im Bild zu sehen sind. Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger nehmen wie schon in Teil 1 eher Nebenrollen ein, die jedoch dieses Mal ein wenig größer ausfallen, was man letztendlich als sehr positiven Aspekt betrachten kann. Die beiden Neulinge Van Damme und Chuck Norris haben nun auch nicht unbedingt die Möglichkeit sich extrem in den Vordergrund zu spielen, nehmen aber dennoch einen nicht unwichtigen Part in der Geschichte ein. Wie dem aber auch sei, es ist eine wahre Pracht, diese ganzen alten und aktuellen Action-Heroes am Start zu sehen und man merkt auch ziemlich schnell, das insbesondere die alten Hasen noch nichts verlernt haben, sondern in einigen Belangen sogar äußerst gereift erscheinen. Diesen Punkt möchte ich hauptsächlich auf Stallone und Lundgren beziehen, die in fortgeschrittenem Alter besser denn je agieren und vor allem im Bezug auf den Humor eine sensationelle Performance abliefern.

Die etlichen coolen Sprüche und ganz besonders die Fähigkeit sich auch selbst nicht so ganz ernst zu nehmen ist ein absolutes Markenzeichen des Filmes und lässt das Szenario noch sympathischer erscheinen, als es schon von Haus aus der Fall ist. Doch was wäre der ganze Wortwitz wert, wenn er nicht wie schon im ersten Teil mit den genialen Action-Passagen in Verbindung stehen würde, die Simon West in großem Maße eingebaut hat? Natürlich beinhalten die Ereignisse auch ihre etwas ruhigeren Phasen, aber wenn es dann zur Sache geht, geschieht dies auf eine Art und Weise, die jedem Fan das Herz höher schlagen lässt. Das es dabei streckenweise recht unglaubwürdig und vollkommen überzogen zur Sache geht steht außer Frage, ist aber keinesfalls als negative Kritik zu bewerten. Denn sein wir doch einmal ehrlich, genau ein solches Spektakel erwartet man sich doch von einem Film, der mit Stars nur so gespickt ist. Hier steht ganz eindeutig der Unterhaltungswert im Vordergrund und nicht die Frage, ob das Szenario einem auch glaubhafte Bilder präsentiert. Und so offenbaren sich dem Betrachter dann auch die waghalsigsten Stunts, die wildesten Schießereien und zudem auch noch etliche Nahkämpfe, die äußerst gut in Szene gesetzt wurden.

Letztendlich präsentiert sich "The Expendables 2" als der Film, den man sich als Fan des Genres erhoffen durfte. Eine Ansammlung der größten Genre-Lieblinge, die im Zusammenspiel ganz einfach grandios miteinander harmonieren. Eine tiefgehende Story sollte man selbstverständlich nicht erwarten, aber immerhin handelt es sich um eine solide Rahmenhandlung, die absolut ausreichend erscheint. Die für diesen Film wichtigen Zutaten sind dafür im Überfluss vorhanden und ergeben eine explosive und witzige Mischung, an der man sich einfach nur erfreuen kann. In Sachen Qualität steht das Werk von Simon West seinem Vorgänger in rein gar nichts nach und stellt eine absolute Empfehlung für jeden Genre-Fan dar. Das Hero Pack von Splendid beinhaltet zudem einige Zugaben, so kann man sich nicht nur über einen Aufkleber, sondern auch über ein Magnet-Cover, 12 Charakter-Karten und einen Stoff-Banner (119 X 61) der Expendables freuen.


Fazit:


Meine ziemlich hohen Erwatungen in diesen Film haben sich auf der ganzen Linie erfüllt, so das ich eine unbedingte Empfehlung für diesen Action-Kracher aussprechen kann. Ein Feuerwerk der guten Laune, das mit sehr viel Humor und brillanter Action genau das bietet, was das Genre so sehenswert macht.


9/10

Mittwoch, 13. Februar 2013

The Fog - Nebel des Grauens (1980)









The Fog - Nebel des Grauens
(The Fog)
mit Adrienne Barbeau, Jamie Lee Curtis, Janet Leigh, John Houseman, Tom Atkins, James Canning, Charles Cyphers, Nancy Kyes, Ty Mitchell, Hal Holbrook, John F. Goff, George "Buck" Flower, Regina Waldon, Jim Haynie, Darrow Igus
Regie: John Carpenter
Drehbuch: John Carpenter
Kamera: Dean Cundey
Musik: John Carpenter
FSK 16
USA / 1980

Am Lagerfeuer erzählt ein alter Kapitän von einem an der Küste von Antonio Bay durch falsche Positionslichter gesunkenen Schiff, das sechs Männer des Ortes ausraubten. Am Vorabend der Hundertjahrfeier legt sich Nebel über die Stadt, unerklärliche Dinge geschehen. Im Leuchtturm wird die junge Stevie von übersinnlichen Phänomenen bedroht. Die Einwohner flüchten in die Kirche, wo sie Pater Malone aufklärt: Die Geister der ertrunkenen Seeleute fordern Rache, wollen je einen Nachkommen der damaligen Mörder. Pater Malone ist der letzte.


Es soll ja sogar Leute geben, die diesen Film als langweilig empfinden, was ich persönlich absolut nicht nachvollziehen kann. Vielmehr ist es Altmeister John Carpenter mit diesem Werk von 1980 gelungen, einen absoluten Klassiker des Genres zu kreieren, der heute längst seinen wohlverdienten Kultstatus genießt und aus dem Horror-Genre nicht mehr wegzudenken ist.

Wohl kaum ein anderer Regisseur versteht es so brillant, ohne übermäßige Härte und Brutalität einen so spannenden und atmosphärisch dichten Horrorfilm zu produzieren, wie es Carpenter mit diesem Film einmal mehr unter Beweis gestellt hat. Es ist ihm hier gelungen, eine solide Story mit ziemlich einfachen technischen Mitteln so spannend in Szene zu setzen, das der Zuschauer vom Geschehen richtiggehend gefesselt wird. Dafür sorgt allein schon die sich sehr schnell entfaltende Grundstimmung des Films, die extrem dicht, unheimlich und bedrohlich ist.

Einfachste Mittel, wie der gute alte Trockeneisnebel und eine erstklassige Filmmusik, die man ja von Carpenter gewohnt ist, sorgen hier dafür, das beim Zuschauer so manches Mal eine Gänsehaut entsteht, die er auch nicht so schnell wieder los wird. Fast zwangsläufig wird man von der aufkommenden Atmosphäre gefangengenommen und kann sich selbst wenn man es will, nicht dagegen wehren. Zu stark ist die Faszination, die von "The Fog" ausgeht und genau deswegen zählt der Film auch sicherlich zu den modernen Horror-Klassikern.

Wie in fast allen seinen Filmen kommt Carpenter auch hier fast gänzlich ohne härtere oder blutige Passagen aus, die dem Film aber meiner Meinung nach auch viel eher geschadet hätten. So beschränkt sich der Film auf die ureigensten Zutaten, die schon den Horrorfilm der frühen Jahre so ausgezeichnet haben, nämlich eine gute und sehr solide Geschichte, einen sehr straff gezogenen Spannungsbogen, solide Darsteller und vor allem eine etragroße Portion Atmosphäre.

Das hier vorliegende Gesamtwerk ist sicher eine der besten Arbeiten des Altmeisters, auch wenn einige Leute das eventuell anders sehen mögen. "The Fog" ist jedenfalls in Sachen Grusel-Feeling nicht so leicht zu schlagen und zählt nicht umsonst zu den erwähnenswerten Klassikern des Genres.


10/10

Montag, 11. Februar 2013

Knight Moves









Knight Moves - Ein mörderisches Spiel
(Knight Moves)
mit Christopher Lambert, Diane Lane, Tom Skerritt, Daniel Baldwin, Codie Lucas Wilbee, Joshua Murray, Frank C. Turner, Don Thompson, Megan Leitch, Alex Diakun, Ferdy Mayne, Katharine Isabelle
Regie: Carl Schenkel
Drehbuch: Brad Mirman
Kamera: Dietrich Lohmann
Musik: Anne Dudley
FSK 16
Deutschland / USA / 1992

Zug um Zug liefern sich die beiden Schachgroßmeister ein nervenzerreißendes Duell. Schachmatt - der König stürzt, während eine junge Frau im Keller von einem Dolch durchbohrt wird. Der Killer, ein Wahnsinniger, ein Genie! Mit brillant ausgedachten Rätseln kündigt er jeweils seine nächste Tat an. Die Zeit rast - weitere Morde geschehen. Es gilt die blutigen Mordstrategien des Killers zu erkennen und ihn in diesem Spiel um Leben und Tod ein für allemal schachmatt zu setzen.


Als Carl Schenkels Film vor mittlerweile 2 Jahrzehnten erschien, handelte es sich um einen wirklich herausragenden Thriller, der zudem auch noch mit einer äußerst originellen Thematik ausgestattet war. Denn die Idee, hier eine brutale Mordserie in ein Spiel einzubinden und als Hintergrund auch noch ein Schach-Turnier mit einzubauen, war zur damaligen Zeit schon etwas Besonders. Doch auch in Sachen Spannung-und Atmosphäre wurde dem Zuschauer ein Film geliefert, der sich streckenweise zu einem echten "Nägelkauer" entwickelte und einen bis ganz wenige Minuten vor dem Ende förmlich in seinen Bann zog. Manch einer mag das aus der heutigen Sicht etwas anders sehen, doch für mich persönlich zählt die Geschichte immer noch zu den spannendsten, die es überhaupt im Thriller-Genre gibt. Natürlich beschränkt sich das hauptsächlich auf die Werke, denen die Serienkiller-Thematik beiwohnt, doch auch ganz generell empfinde ich das Werk immer noch als absolut herausragend.

Sicherlich fallen dem Zuschauer nach mehrmaliger Sichtung einige Schwächen im Drehbuch auf, die man vor lauter Spannung bei der Erstsichtung noch nicht aufgefallen sind, aber dennoch hat die Story auch nach 20 Jahren noch nichts von ihrem Reiz verloren. Christopher Lambert ist sicherlich in einer seiner besten Rollen zu beobachten, die Figur des leicht labilen Schach-Großmeisters scheint ihm geradezu auf den Leib geschneidert. Doch auch die an seiner Seite agierenden Kollegen liefern durch die Bank sehenswerte Leistungen ab und tragen ihren Teil zum überdurchschnittlich guten Gesamteindruck bei. Da stört es im Prinzip auch nicht weiter, das diverse Handlungen und Verhaltensweisen ein wenig überzogen erscheinen, wofür insbesondere die Ermittlungsmethoden der ermittelnden Polizei-Beamten als Indiz anzusehen sind. Hier wird nämlich das allseits beliebte Spiel "Guter Cop-Böser Cop ein wenig überspitzt dargestellt, denn während Tom Skerritt als Vorgesetzter noch relativ authentisch reagiert, entpuppt sich sein Assistent (Daniel Baldwin) doch als wahres Rauhbein, das anscheinend mit aller Gewalt bei seinen Mitmenschen einen extrem negativen Eindruck hinterlassen will.

Andererseits ist es insbesondere Baldwins Figur die dem Geschehen eine würzige Note verleiht, denn sein übersteigertes Macho-Gehabe und seine Sprüche sorgen doch für so einige Lacher in einer ansonsten todernsten Geschichte. Als vierte Hauptfigur kann auch Diane Lane durch eine überzeugende Performance punkten, wobei man sich allerdings die Frage stellen muss, ob es sonderlich realistisch ist, das sie sich auf eine Affäre mit dem Hauptverdächtigen einlässt. Sicherlich ist es durchaus nachvollziehbar, dem Film diese Dinge als Defizite anzurechnen, ich bin allerdings der Meinung das sie ganz hervorragend in das düstere Szenario hineinpassen. Und herrlich düster geht es streckenweise wirklich zur Sache, denn "Knight Moves" beinhaltet eine herausragende Grundstimmung, die in so manchen Passagen für ein tolles Gänsehaut-Feeling sorgen kann und dem Betrachter kalte Schauer über den Rücken jagt. Eine weitere Stärke sind ganz bestimmt die immer wieder wechselnden Verdachtsmomente, denn während der gesamten Laufzeit werden immer wieder Kleinigkeiten und falsche Fährten eingebaut, die einem mehrere mögliche Täter präsentieren. Zugegebenermaßen kann man auch durchaus früher auf den wahren Mörder kommen, dabei sollte man jedoch ganz besonders auf winzige Details achten.

Letztendlich handelt es sich in meinen Augen immer noch um einen äußerst spannenden Thriller, der zwar nach mehrmaliger Sichtung doch einige Logiklöcher offenbart, aber dennoch ein hochklassiges Filmvergnügen bietet, das man sich immer wieder gut anschauen kann. Eine tolle Geschichte, gute Darsteller und Spannung bis zum letzten Moment sind die Markenzeichen eines Filmes, dessen Sichtung sich allemal als höchst lohnenswert herausstellt. Die grandiose Grundstimmung und der größtenteils düstere Look des Filmes sorgen für zusätzliche Adrenalin-Schübe beim Betrachter, der sich der Faszination der schaurigen Ereignisse einfach nicht entziehen kann.


Fazit:


Wer Hochspannung zu schätzen weiß, ist bei "Knight Moves" definitiv an der richtigen Stelle. Manch ein ähnlich gelagerter Thriller der heutigen Zeit kann sich hier noch eine dicke Scheibe abschneiden, woran auch dezente Lücken im Drehbuch nichts dran ändern können.


8,5/10

Samstag, 9. Februar 2013

The Thompsons









The Thompsons
(The Thompsons)
mit Mackenzie Firgens, Elizabeth Henstridge, Cory Knauf, Ryan Hartwig, Samuel Child, Sean Browne, Tom Holloway, Joseph McKelheer, Daniel O'Meara, Selina Giles, Sean Cronin, Andrei Alen
Regie: Mitchell Altieri / Phil Flores
Drehbuch: Mitchell Altieri / Cory Knauf
Kamera: Matthew Cooke / David Rom
Musik: Kevin Kerrigan
keine Jugendfreigabe
Großbritannien / USA / 2012

Nach der letzten Auseinandersetzung in der Mojave-Wüste sind die Vereinigten Staaten ein etwas zu heißes Pflaster für die Vampirfamilie Hamilton geworden. Unter dem Namen Thompson siedelt der Clan über nach Großbritannien. Weil der jüngste der Kids verletzt ist und ärztlicher Versorgung bedarf, suchen sie in dem ihnen fremden Land den Kontakt zu anderen Vampiren, die angeblich bereit sind, ihnen zu helfen. Sie ahnen nicht, dass sie sich mit dieser Entscheidung erneut in Lebensgefahr begeben.


Nachdem die sogenannten "Butcher Brothers" Mitchell Altieri und Phil Flowers 2006 mit "The Hamiltons" ihr Regie-Debüt feierten, folgte nun 6 Jahre später das Sequel um die blutrünstige Vampir-Familie. Nach den Vorfällen in den USA blieb den Geschwistern nichts anderes übrig als nach Europa umzusiedeln, um dort eventuell Hilfe von Gleichartigen zu bekommen, doch dieses Ansinnen soll sich im Laufe der Geschichte böses Eigentor erweisen. Auf den Namenswechsel der Familie wird dabei nicht näher eingegangen, was jedoch auch für den Verlauf der Geschehnisse nicht weiter wesentlich erscheint. Viel interessanter ist die Erzählform der Ereignisse, denn der Zuschauer wird fast durchgehend immer wieder mit Rückblenden konfrontiert, die einen nach und nach zu den gegenwärtigen Ereignissen führen. "The Thompsons" zählt ganz eindeutig zu den Vertretern der neuen Vampir-Generation und hat so gar nichts mit dem klassischen Vertreter der Blutsauger-Thematik zu tun. So wird auch dieser Film die Meinungen der Fans sicher in zwei Lager spalten, denn nicht jeder kann etwas mit den neumodischen Vampiren anfangen, die weder untot sind oder das Sonnenlicht fürchten müssen.

Wie schon der Vorgänger kann auch die Fortsetzung nicht in allen Belangen punkten und hinterlässt phasenweise einen eher zwiespältigen Eindruck beim Betrachter. Größtenteils fehlt es dabei an der nötigen Spannung, denn die Ereignisse sind doch von der ersten Minute an äußerst vorhersehbar. Das trübt den Seh-Genuss doch stellenweise ganz erheblich und kann auch nicht gänzlich durch den ansehnlichen Härtegrad ausgeglichen werden, den die Geschichte beinhaltet. Ein weiterer Kritikpunkt ist sicherlich die fehlende Atmosphäre, denn zu keiner Zeit entsteht eine wirklich bedrohliche-und schaurige Grundstimmung, wie sie doch immer wieder in den alten Klassikern zu verspüren ist. An dieser Stelle sollte man jedoch fair bleiben, denn insbesondere der letzte Kritikpunkt ist bei etlichen Vampirfilmen der Neuzeit zu verspüren, so das "The Thompsons" hier keinesfalls eine negative Ausnahme darstellt.

Ein Pluspunkt ist dafür der Aspekt, das die Fangzähne der Blutsauger hier recht oft zum Einsatz kommen und das Kunstblut ziemlich reichlich zum Einsatz kommt. Dennoch bewegt sich der Härtegrad in einem überschaubaren Rahmen, denn zumeist werden die Biss-Attacken lediglich im Ansatz gezeigt, so das meiner persönlichen Meinung nach auch eine 16er Freigabe des Filmes vollkommen ausreichend gewesen wäre. Für mich persönlich siedelt sich das Werk der "Butcher Brothers" im oberen Durchschnitts-Bereich an, denn gänzlich konnte mich die Geschichte nicht überzeugen. Dabei sind durchaus viele gute Ansätze zu erkennen, die aber leider nicht konsequent herausgearbeitet wurden. So ergibt sich letztendlich ein nicht ganz stimmiges Gesamtbild, das weitaus besser hätte ausfallen können. Die Laufzeit von gerade einmal knapp 76 Minuten zeigt zudem, das die Story nicht sonderlich ergiebig ist, man sollte also keinerlei inhaltliche Tiefe oder tiefgehende Charakter-Beleuchtungen erwarten. Andererseits kommen so aber auch keine nennenswerte Längen auf, so das der Film zumindest recht kurzweilige Unterhaltung anbietet, die man sich gern einmal anschauen kann.

Im Endeffekt verhält es sich hier wie auch beim Werk aus dem Jahr 2006, denn beide Filme sind arm an wirklichen Höhepunkten, weisen jedoch auch keine echten Tiefpunkte auf. Für einen gemütlichen Film-Abend bestens geeignet, hinterlassen jedoch beide Werke keinen sonderlich nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis des Zuschauers. Manch einer wird das aber bestimmt ganz anders sehen und so bin ich mir sicher, das auch vorliegender Beitrag seine Fan-Base finden wird. Mit etwas mehr Hingabe von Seiten der Regisseure hätte ein wirklich toller Film entstehen können, doch leider hat man es versäumt, die Story mit diversen Höhepunkten zu versehen, die für einen wesentlich besseren Gesamteindruck gesorgt hätten.


Fazit:


"The Thompsons" ist wahrlich kein schlechter Film und die Story versteht es auch kurzweilig zu unterhalten, doch ein echter Funke will zu keiner Zeit so richtig überspringen. Fehlende Atmosphäre und mangelnde Spannung sind dabei als größte Mankos zu erkennen, wodurch eigentlich nie das nötige Vampir-Feeling entstehen will, das Filme dieser Art doch so auszeichnet. Dennoch erscheint eine Sichtung auf jeden Fall lohnenswert, denn kurzweilig ist dieses Werk allemal.


6/10

Donnerstag, 7. Februar 2013

Prom Night (1980)









Prom Night - Die Nacht des Schlächters
(Prom Night)
mit Leslie Nielsen, Jamie Lee Curtis, Casey Stevens, Anne-Marie Martin, Antoinette Bower, Michael Tough, Robert A. Silverman, Pita Oliver, David Mucci, Jeff Wincott, Mary Beth Rubens, George Touliatos, Melanie Morse MacQuarrie, David Gardner, Joy Thompson
Regie: Paul Lynch
Drehbuch: William Gray / Robert Guza Jr.
Kamera: Robert C. New
Musik: Paul Zaza / Carl Zittrer
FSK 16
USA / 1980

Vor 10 Jahren stirbt ein kleines Mädchen als sie mit ihren Freunden in einem verlassenen Gebäude spielt. Die Freunde schwören in alle Ewigkeit über diesen Vorfall zu schweigen. Plötzlich beginnt in ihrer Abschlussballnacht ein grausames Morden...


Es gibt wohl nicht sehr viele der alten Slasher-Perlen, bei denen die Meinungen so verschieden sind. Dieses Werk von Regisseur Paul Lynch spaltet die Fan-Gemeinde ungemein, für die eine Seite ist der Film einfach nur langweilig und die anderen verehren ihn. Doch ganz egal, wie man zu "Prom Night" steht, auf jeden Fall ist es ein Klassiker des Sub-Genres mit Kultcharakter.

Ich glaube, das der grösste Kritikpunkt wohl immer die Blutarmut dieses Werkes ist, aber ich muss ganz ehrlich gestehen, das mich das nicht besonders gestört hat. Zugegeben, hier handelt es sich wohl im Bezug auf den Härtegrad um einen eher harmlosen Slasher, was aber dennoch nichts an der vorhandenen Klasse des Films ändert.

Die Geschichte wird hier sehr flüssig und vor allem spannend erzählt, ganz langsam und eher behutsam wird die Spannungsschraube immer fester gezogen, wodurch sich auch immer mehr eine stark bedrohliche und unheilvolle Atmosphäre entfaltet, die sich konstant durch den ganzen Film zieht. Nach meinem Empfinden kam hier erst gar keine Langeweile auf, da man als Betrachter die Spannung richtiggehend greifen konnte und so auch mit den Beteiligten mitgefiebert hat.

Und die vorhandenen Charaktere haben ihre Sache gut gemacht, ihre Leistungen passen perfekt in einen Slasher der damaligen Zeit. Auch wurden wieder die üblichen Klischees bedient, die man gerade bei dieser Filmgattung so sehr liebt. Dabei sticht vor allem das wieder einmal vollkommen unlogische Verhalten einiger Personen, doch wenn man ganz ehrlich ist, gehört das einfach zu so einem Film dazu.

Wenn man natürlich ein ausgesprochener Fan von SFX ist, dann sollte man sich gut überlegen, ob "Prom Night" der richtige Film ist, denn davon gibt es eigentlich nichts zu sehen. Insgesamt gesehen ein toller Klassiker, den man auf jeden Fall kennen sollte, der aber die Begierden von Fans der etwas härteren Gangart zu keiner Zeit befriedigen kann.



8/10

Dienstag, 5. Februar 2013

The Aggression Scale









The Aggression Scale
(The Aggression Scale)
mit Ray Wise, Derek Mears, Dana Ashbrook, Fabianne Therese, Boyd Kestner, Jacob Reynolds, Ryan Hartwig, Joseph McKelheer, Lisa Rotondi, Eben Kostbar, Jill Burress, Stephen Dodd
Regie: Steven C. Miller
Drehbuch: Ben Powell
Kamera: Jeff Dolen
Musik: Kevin Riepl
keine Jugendfreigabe
USA / 2012

Die Rutledge Familie zieht in ein abgelegenes Haus auf dem Land. Was die Kinder Owen, Lauren und ihre Mutter nicht wissen ist, dass Familienvater Bill eine halbe Million Dollar von dem fiesen Gangsterboss Bellavance (RAY WISE) gestohlen hat und sie deswegen alle auf der Flucht sind. Doch Bellavance´s Killertruppe um den skrupellosen Lloyd (DANA ASHBROOK) spürt sie auf und tötet die Eltern. Doch die Gangster haben nicht mit Sohn Owen (RYAN HARTWIG) gerechnet, der wegen schwerer Gewaltausbrüche in Behandlung ist. Ehe sie sich versehen, wird der Spieß umgedreht und Owen dezimiert die Gangster mit trickreichen tödlichen Fallen. Einen nach dem anderen, um sich und seine Schwester zu schützen.


Kevin allein zu Haus im Gewand eines harten Action-Thrillers


So ungefähr könnte man die vorliegende Geschichte einordnen, denn im Mittelpunkt des Geschehens steht der junge Owen (Ryan Hartwig), der sich auf grausame Art und Weise an den Mördern seiner Eltern rächt. Ob das Szenario dabei immer glaubwürdig erscheint lasse ich einmal dahin gestellt, denn das ein kleiner Junge 4 Profikiller beseitigt, hinterlässt doch einen eher etwas unglaubwürdigen Eindruck. Das ändert jedoch überhaupt nichts an der Tatsache, das Regisseur Steven C. Miller hier eine äußerst interessante-und teilweise auch temporeiche Story ins Bild gesetzt hat, die zudem mit einigen etwas härteren Passagen garniert wurde. Und so startet der Film auch gleich einmal ziemlich furios mit 2 Tötungen, um danach jedoch erst einmal in eine ruhigere Phase über zu gehen, in der dem Zuschauer die Familie von Owen ein wenig näher gebracht wird. Ziemlich schnell stellt man dabei fest, das in der Patchwork-Familie diverse Spannungen vorherrschen und das insbesondere bei Owen einige Verhaltensstörungen vorliegen, zu denen man im Laufe der Zeit noch die notwendigen Informationen erhält. Kann man zu Beginn noch kaum eine Beziehung zu dem schweigsamen Jungen aufbauen, der übrigens während des gesamten Filmes kein einziges Wort spricht, so ändert sich dieser Zustand spätestens, nachdem die Killer die Eltern getötet haben.

Nun tritt nämlich das gesamte Aggressions-Potential von Owen in den Vordergrund und aus dem in sich gekehrten Teenager wird eine wahre Kampfmaschine mit erstaunlichen Fähigkeiten. Dabei findet eine Verwandlung statt die einem eine Mischung aus MacGyver-und Rambo beschert, denn neben einem erstaunlichen Einfallsreichtum legt der Junge auch eine Eiseskälte an den Tag, die einen phasenweise erschauern lässt. Von seinen Gegnern unterschätzt, kann Owen sich und seine Stiefschwester immer wieder aus den brenzligsten Situationen befreien und lehrt seinen Gegnern das Fürchten. Auch wenn man sich streckenweise nur schwer vorstellen kann das ein Kind zu den hier dargestellten Dingen in der Lage ist, so präsentieren sich die Ereignisse ungemein spannend und sehr unterhaltsam. Dabei sind auch die Sympathiewerte ganz klar verteilt, denn fast selbstverständlich schlägt man sich gedanklich auf die Seite der beiden Kiddies und wünscht ihnen alles Gute bei ihrem brachialen Rachefeldzug. Die Gewaltspirale wird kontinuierlich immer weiter nach oben gedreht und es entfaltet sich ein Katz-und Maus Spiel, das für eine ständig steigende Adrenalin-Zufuhr beim Betrachter sorgt.

Das sich das Szenario als äußerst vorhersehbar präsentiert ist dabei fast schon Nebensache und kann nicht wirklich als negative Kritik gelten. Zu sehr wird man in das intensive Szenario hineingezogen, als das man sich an einigen kleinen Mankos wirklich stören kann. Erst nach der Sichtung des Werkes werden einem diverse Dinge so richtig bewusst, so ist beispielsweise das manchmal stümperhafte Verhalten der Killer nur schwer zu erklären. Andererseits kommt an dieser Stelle der Aspekt zum Vorschein, das die erwachsenen Männer ihre Gegner vollkommen unterschätzen, denn selbst nachdem sie die Krankenakte des Jungen gefunden haben, ist immer noch eine gewisse Überheblichkeit zu verspüren. Das die falsche Einschätzung ihnen letztendlich zum Verhängnis wird liegt dabei äußerst offensichtlich auf der Hand und so nehmen die Ereignisse ihren durchschaubaren Lauf und führen zu einem finalen Showdown, der nicht anders zu erwarten war. Wenn man also Kritik üben will, dann könnte man die fehlenden Überraschungsmomente erwähnen, ansonsten gibt es aber nicht wirklich etwas zu bemängeln. "The Aggression Scale" ist sicherlich kein Film der das Genre neu erfindet und auch kein Feuerwerk der Innovation, dafür bekommt man jedoch einen gut inszenierten Action-Thriller geboten, an dem man seine helle Freude hat.

Steven C. Miller hat sich wirklich Mühe gegeben, dem Betrachter eine kurzweilige-und spannende Geschichte zu präsentieren, die durchgehend beste Unterhaltung garantiert. Natürlich ist der Film dabei nicht frei von Fehlern, doch insgesamt gesehen präsentiert sich ein ziemlich rundes Gesamtbild, das sich meiner Meinung nach oberhalb des üblichen Durchschnittes ansiedelt. Mangelnde Überraschungsmomente werden durch actionreiche Passagen ausgeglichen und ganz generell sollte man "The Aggression Scale" vielmehr nach seinem Unterhaltungswert als nach seiner Glaubwürdigkeit bewerten.


Fazit:


Ein kleiner Junge gegen eine Gruppe von Killern, bei dieser Ausgangslage sind die Fronten im Normalfall deutlich geklärt. Das so ein Szenario aber auch ganz anders aussehen kann, wird einem hier eindrucksvoll vor Augen geführt. Mir persönlich hat dieser Film äußerst gut gefallen, so das ich jedem Freund von kurzweiligen Action-Thrillern nur unbedingt dazu raten kann, die DVD zumindest einmal in den Player zu legen.


7/10

Sonntag, 3. Februar 2013

Aballay - Der Mann ohne Angst









Aballay - Der Mann ohne Angst
(Aballay, el hombre sin miedo)
mit Pablo Cedron, Nazareno Casero, Claudio Rissi, Mariana Anghileri, Luis Ziembrowski, Anibal Guiser, Lautaro Delgado, Tobias Mitre, Horacio Fontova, Gabriel Goity
Regie: Fernando Spiner
Drehbuch: Fernando Spiner / Valentin Javier Diment
Kamera: Claudio Beiza
Musik: Gustavo Pomeranec
keine Jugendfreigabe
Argentinien / Spanien / 2010

Eine Gang marodierender Gauchos, angeführt von dem skrupellosen Aballay, überfällt eine Postkutsche und tötet alle Insassen. Kurz bevor die Bandidos wieder davon reiten, entdecken sie unter einer Bank den zehnjährigen Sohn eines der Opfer. Aballay lässt den Jungen leben - obwohl er weiß, dass er diesen Moment der Gnade Jahre später bereuen wird. Die Vorahnung erfüllt sich: Zum jungen Mann hernagewachsen, bricht der junge Mann auf, sich an den Mördern seiner Eltern zu rächen, einen nach dem anderen. Bis er eines Tages Aballay gegenüber steht.


Im Normalfall bin ich nicht unbedingt ein echter Western-Fan, doch das vorliegende Werk von Fernando Spiner konnte mich in allen Belangen vollends überzeugen. Umso erstaunlicher empfinde ich diese Tatsache, da einen die Inhaltsangabe teilweise in eine falsche Richtung führen könnte, da sie durchaus ein actionreiches Szenario suggeriert. Dem ist jedoch keinesfalls so, denn "Abalay" ist vielmehr ein sehr ruhiger Vertreter seiner Art und wartet lediglich im letzten Drittel mit einigen eher unspektakulären Action-Passagen auf. Das mag jetzt vielleicht schon etliche Leute abschrecken, doch wer sich aufgrund dieses Aspektes selbst diesen tollen Film verwährt, könnte es letztendlich bereuen. Gerade durch seine ruhige aber sehr intensive Erzähl-Struktur entfaltet "Aballay" eine ungeheuer starke Faszination, die nicht zuletzt von einer großartigen Bildsprache unterstützt wird. So bekommt der Zuschauer herausragende Landschaftsaufnahmen geboten, bei deren Ansicht es einem phasenweise die Sprache verschlägt. Die ausgewählten Schauplätze hinterlassen das genau richtige Western-Feeling und insbesondere die kargen Felsen-Landschaften sorgen für einen extrem nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis.

Die Geschichte an sich ist eine klassische Rache-Story, die sich aber dennoch durch diverse Kleinigkeiten von den ansonsten üblichen Handlungssträngen äußerst wohlwollend abhebt. Hauptsächlich beziehen sich diese Abweichungen auf die namensgebende Hauptfigur "Aballay", denn während des Geschehens vollzieht sich eine nicht zu erwartende Charakter-Wandlung der Figur, die dem Ganzen sehr gut zu Gesicht steht. Und so verhält es sich ganz generell mit dieser argentinisch-spanischen Co-Produktion, die schon mehrfach ausgezeichnet wurde. Meiner persönlichen Meinung nach auch vollkommen zu recht, denn eher selten bekommt man einen Western zu Gesicht, der trotz relativ wenig vorhandenem Aktionismus eine solche Intensität entfaltet und den Betrachter fast schon in eine Art magischen Bann zieht. Es ist ein Film der leisen Töne, die jedoch durch die immense Bildgewalt des Szenarios eine Kraft entfesselt, der man sich unmöglich wiedersetzen kann. Gleichzeitig sind auch diverse Wendungen vorhanden, die einerseits sehr dramatische Züge erkennen lassen und insbesondere am Ende auch noch einen ordentlichen Schuss Tragik hineinbringen, der das Finale perfekt abrundet und auch keinesfalls pathetisch daher kommt.

Obwohl der gesamte Film ein echtes Highlight darstellt, ist es doch vor allem der finale Showdown, der einem so richtig unter die Haut geht. Dabei ist es zwar vollkommen vorhersehbar, das es zu einer Konfrontation zwischen Täter und Opfer kommt, doch ist es in erster Linie der Weg dorthin, der einen mit zwiespältigen Gefühlen zurücklässt. Näher kann man leider nicht auf diesen Aspekt eingehen, denn ansonsten würde man zuviel verraten. Auf jeden Fall aber kann man sagen, das dieses Werk trotz relativ wenig Action absolut lohnenswert erscheint, was auch sicherlich mit in den dargebrachten Schauspielleistungen zu begründen ist. Mit minimalem Einsatz von Mimik und Gestik schaffen es die Akteure nämlich, den maximalen Ertrag zu erbringen. Manchmal ist weniger mehr und dieser Spruch bewahrheitet sich in vorliegendem Fall mehr als eindrucksvoll. Keinerlei Theatralik oder unnützes Overacting, jde einzelne Figur wird äußerst authentisch-und glaubwürdig dargestellt, was als eine der ganz großen Stärken dieses Filmes anzusehen ist.

Und so kann man im Endeffekt eigentlich nur zu einem gänzlich überzeugendem Gesamteindruck gelangen, wobei das selbstverständlich immer im Auge des jeweiligen Betrachters liegt. Der geneigte Action-Junkie wird eventuell ein wenig enttäuscht sein, wer jedoch ein ruhiges-und bildgewaltiges Film-Erlebnis zu schätzen weiß, kommt am Werk von Fernando Spiner auf keinen Fall vorbei. Zusätzlich sollte man auch noch erwähnen, das die rar gesäten Action-Momente aber recht derbe ausfallen und dabei den ansonsten üblichen Härtegrad in einem Western durchaus übersteigen. Insgesamt gesehen ergibt sich jedenfalls ein nahezu perfektes-und rundes Gesamtbild, so das man ohne Bedenken eine absolute Empfehlung für diesen Film aussprechen kann.


Fazit:


Immer wieder gibt es diese Filme an die man eigentlich ohne größere Erwartungen herangeht, um dann letztendlich eine sehr positive Überraschung zu erleben. "Aballay - Der Mann ohne Angst" ist definitiv in diese Kategorie einzuordnen und stellt ein wirklich starkes Stück Film dar, das sich keine Freund niveauvoller Western-Kost entgehen lassen sollte.


8/10

Freitag, 1. Februar 2013

Men Behind the Sun









Men Behind the Sun
(Hei tai yang 731)
mit Hsu Gou, Tie Long Jin, Zhaohua Mei, Zhe Quan, Gang Wang, Runsheng Wang, Dai Yao Wu, Andrew Yu
Regie: Tun Fei Mou
Drehbuch: Mei Liu / Wen Yuan Mou
Kamera: keine Information
Musik: keine Information
ungeprüft
Hongkong / 1988

"Men Behind the Sun" erzählt die wahre Geschichte des japanischen Gefangenenlagers 731, einem bakteriologischen Versuchslabor im besetzten China zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Auf der Suche nach einer ultimativen biologischen Waffe (um die chinesische Bevölkerung unter Kontrolle zu halten), werden unter der Leitung des sadistischen Generals Ishii extrem grausame Experimente mit chinesischen und russischen Gefangenen durchgeführt...


Immer wieder trifft man auf Filme, die einem schon aufgrund der behandelten Thematik unter die Haut gehen. Wenn diese Werke dann auch noch auf wahren Begebenheiten beruhen, ist die Wirkung auf den Zuschauer umso intensiver und hinterlässt einen äußerst nachhaltigen Eindruck. "Men Behind the Sun fällt ganz eindeutig in diese Kategorie, wobei das dargestellte Geschehen längst nicht nur aufgrund einiger wirklich derber Passagen einen ganz enormen Härtegrad entfacht. Es ist eine Geschichte voller Abartigkeiten, bei denen sich einem ein extrem tiefer Einblick in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele offenbart und der eigene Verstand möchte es im Prinzip kaum für möglich halten, was hier Menschen von anderen Menschen angetan wird. Die dargestellten Experimente der Japaner an menschlichen Versuchstieren sind abscheulich und ekelerregend und an so mancher Stelle möchte man am liebsten den Blick vom heimischen Bildschirm abwenden, erliegt aber andererseits der grausamen Faszination des Gesehenen, das man nicht so schnell wieder aus dem Gedächtnis streichen kann. Auf die einzelnen Torturen möchte ich auch gar nicht weiter eingehen, doch selbst Hartgesottene Film-Freunden dürfte an manchen Stellen das Blut in den Adern gefrieren. Trotz etlichen harten Szenen ist es gar nicht einmal die visuelle Härte die einem so richtig zu schaffen macht, es ist vielmehr die psychische Komponente, die hier die Ereignisse in dem Konzentrationslager unauslöschlich in das Gehirn einbrennen.

Einen Großteil der Story macht die Ausbildung einiger Jungen aus die rein optisch nicht älter als 12 - 14 Jahre alt sein können. Im eisigen Klima der Mandschurai soll hier aus jungen Knaben der perfekte Soldat geformt werden, wobei eiserne Disziplin und absolut blinder Gehorsam die wichtigsten Ausbildungs - Merkmale der Japaner sind. Man kann sich bei den gezeigten Bildern nur schwerlich vorstellen, was sich im Inneren der Jungen abspielen muss, die früh in ihrer Kindheit mit Abscheulichkeiten konfrontiert werden, die man phasenweise kaum in Worte fassen kann. Das die Auswirkungen der brutalen Ausbildung die verschiedenste Wirkung hinterlässt, wird an einigen Beispielen sehr gut in Szene gesetzt. Während manche der Jungen schon relativ schnell verrohen, kann man bei anderen klare Risse in der Seele erkennen und dennoch nur ansatzweise nachvollziehen, welche seelischen Schäden bei diesen Kindern zurückbleiben. Ein weiterer äußerst gut herausgearbeiteter Aspekt ist sicherlich das Selbstwertgefühl der japanischen Soldaten, die sich ihren Gegnern vollkommen überlegen fühlen. Ganz besonders kommt dies gegenüber den chinesischen Versuchs-Objekten zur Geltung, die eigentlich noch nicht einmal als sogenannte Untermenschen auftreten, sondern bei den Männern aus Japan den Rang eines Baumstammes einnehmen. Diese Bezeichnung und Einordnung eines Menschen ist dermaßen entwürdigend, das es einem wirklich die Sprache verschlägt und man zu Beginn der Meinung ist, das man sich irgendwie verhört hat.

Die Behandlung der menschlichen Laborratten ist dementsprechend auch vollkommen emotionslos und gleichgültig, das einem so manches Mal die Haare zu Berge stehen. Wenn man dann auch noch die sadistische Freude in den Gesichtern der Folterer sieht, kann einem Angst und Bange werden. Das alles wurde extrem realistisch und glaubwürdig ins Bild gesetzt, so das man die ganze Zeit über das Gefühl nicht zur Seite schieben kann, sich in einem real stattfindenden Szenario zu befinden. Dieser Eindruck wird auch durch die leicht dokumentarische Note des Filmes noch zusätzlich unterstützt, so das sich letztendlich eine Intensität aufbaut, die einem richtig schwer zu schaffen macht. "Men Behind the Sun" ist alles andere als leichte Kost und siedelt sich zudem jenseits jeglichen Mainstreams an. Zartbesaitete Menschen sollten sich darüber im Klaren sein das es sich keinesfalls um leicht verdauliche Kost handelt, sondern vielmehr um eine auf wahren Begebenheiten beruhenden Geschichte, die definitiv ihre Spuren hinterlässt. Zudem sollte man das Werk von Tun Fei Mou auf keinen Fall nur auf die expliziten Gewaltdarstellungen reduzieren, denn die Beleuchtung der Ereignisse ist ein wahrer Tiefschlag in die Eingeweide.

Im Endeffekt handelt es sich einmal mehr um einen Film, bei dem eine Bewertung nicht gerade leicht fällt. Vergibt man eine hohe Punktzahl wird man eventuell sofort als abartig eingestuft, weil einem unterstellt wird, das man sich ausschließlich an den gezeigten Abartigkeiten ergötzt hat. Und dennoch werde ich dieses Werk hoch bewerten, da die vorhandene-und wirklich grausame Thematik ganz einfach erstklassig und schonungslos umgesetzt wurde. Dazu gehört natürlich auch das Einfügen diverser Brutalitäten, um den realistischen Anstrich zu wahren. Denn sein wir doch einmal ehrlich, hier handelt es sich um keinen Kindergeburtstag, sondern um die abartigsten Experimente an Menschen, die man sich nur vorstellen kann. Und genau das hätte man kaum besser in Szene setzen können, als es in vorliegendem Film der Fall ist.


Fazit:


Die dunkle Seite der menschlichen Seele wird einem hier einmal mehr eindrucksvoll vor Augen geführt. Aus echter Überzeugung und einer arroganten Selbstüberschätzung heraus stellt sich ein Volk über das andere. Die Einordnung als Baumstämme ist dabei die so ziemlich schlimmste Bezeichnung für einen Menschen, die ich je gehört habe. Sadistische Triebe werden unter dem Deckmantel von Experimenten zum Ausdruck gebracht und es ist absolut schockierend, mit welcher Eiseskälte die Japaner bei der Sache sind. Wer einen empfindlichen Magen hat sollte besser auf diesen Film verzichten, der doch mehr als nur einmal dafür sorgen kann, das sich einem der Magen umdreht.


9/10