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Samstag, 30. März 2013

Phantasm - Das Böse









Das Böse
(Phantasm)
mit A. Michael Baldwin, Bill Thornbury, Reggie Bannister, Kathy Lester, Terrie Kalbus, Kenneth V. Jones, Susan Harper, Lynn Eastman, David Arntzen, Ralph Richmond, Bill Cone, Laura Mann
Regie: Don Coscarelli
Drehbuch: Don Coscarelli
Kamera: Don Coscarelli
Musik: Fred Myrow / Malcolm Seagrave
Ungeprüft
USA / 1979

Das Grauen schleicht auf den Friedhöfen herum: Menschen verschwinden spurlos oder kommen durch merkwürdige Unfälle ums Leben. Der Teenager Mike beobachtet die seltsamen Vorgänge rund um die Gräber. Seine Eltern wurden auch Opfer eines Unfalls. Er beginnt Nachforschungen anzustellen und stellt fest, dass der unheimliche Friedhofswärter mehr als nur ein düsteres Geheimnis hat. Verzweifelt versucht er, seinen Bruder von seinen Entdeckungen zu überzeugen. Aber niemand will ihm glauben. Erst als der unheimliche Friedhofswärter zu einem tödlichen Verfolger wird und seine unglaubliche Macht offenbart, bekommt Mike Hilfe.


Don Coascarelli's erster Teil der Phantasm-Reihe kan man sicherlich schon als Genre-Klassiker bezeichnen, besitzt der Film doch vor allem bei etlichen Fans uneingeschränkten Kultstatus. Und das obwohl es sich um einen eigentlich fast völlig unblutigen Horrorfilm handelt, der auch nur über einige ganz wenige etwas härtere Szenen verfügt. Gerade diese Tatsache lässt aber beim Zuschauer auch gleichzeitig ziemliches Unverständnis darüber aufkommen, das die ungeschnittene Version bei uns in Deutschland immer noch nicht frei im Handel zu erwerben ist. Selbst aus damaliger Sicht und erst recht nach heutigen Maßstäben wäre selbst eine 16er Freiganbe vollkommen ausreichend. Doch ehrlich gesagt vermisst man hier auch überhaupt nicht einen höheren Härtegrad, handelt es sich doch vielmehr um einen eindrucksvollen Phantasie-Horrorfilm, der in erster Linie von seiner absolut gigantischen Grundstimmung lebt, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte.

Dabei entfaltet sich von der ersten Minute an eine so dermaßen dichte und unheilvolle Atmosphäre, das man als Zuschauer ganz unweigerlich in deren Bann gezogen wird und sich der freisetzenden Faszination des Geschehens einfach nicht entziehen kann, selbst wenn man dies wollte. Perfekt ausgewählte Schauplätze und das einfügen einiger sehr fantasievoller Elemente sorgen für eine teilweise äusserst unheimliche und sehr düstere Untermalung der Ereignisse, die zwar nicht in einem enormen Tempo aber jederzeit extrem spannend erzählt werden. Meiner Meinung nach ist gerade das hier gewählte Erzähltempo nahezu perfekt gewählt und so auch eine der ganz großen Stärken dieses Werkes, wechseln sich doch recht temporeiche Passagen mit etwas bedächtigeren sehr gut ab. Insbesondere in den Sequenzen mit etwas weniger Tempo entwickelt sich dabei eine ungeheure Intensität und obwohl man wirklich kaum Härte geboten bekommt, verfolgz man das Szenario mit einer ungeheuren Anspannung, da man die fantastische Atmosphäre wie ein Schwamm in sich aufsaugt und nicht selten das Gefühl verspürt, das sie sich wie eine zweite Haut über einen legt.

Nun hätte man auch für die Rolle des "Tall Man" keinen besseren Darsteller als Angus Scrimm finden können, der hier zwar nicht durch geniales Schauspiel auffällt, denn das gibt die Rolle allein schon nicht her, jedoch geht von ihm eine Ausstrahlung aus, die bedrohlicher kaum sein könnte. Allein sein böser Blick kann einem in der ein oder anderen Situation schon einen kalten Schauer über den Rücken jagen, allerdings ist seine Aura ganz generell schon ziemlich furchteinflössend und verleiht der Figur des "Tall Man" ganz einfach etwas vollkommen Unverwechselbares. Ansonsten kann man die dargebotenen Schauspielleistungen durchgehend als positiv einordnen, Oscaranwärter sind zwar nicht unbedingt zu erkennen, jedoch verleihen insbesondere die Hauptdarsteller ihren Charakteren eine sehr symphatische Note, so das man als Betrachter von Beginn an sehr schnell seine Symphatiepunkte verteilt.

Auch wenn "Das Böse" ganz sicher zu den eher unspektakulären Horrorfilmen zu zählen ist, gibt es nur sehr wenige Genre-Kollegen, die ihm im Bezug auf Spannung und Atmosphäre das Wasser reichen können. Auch über 30 Jahre nach seinem Erscheinen schafft es der Film immer wieder, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen und immer wieder aufs Neue zu begeistern. Das fantasievolle und teils düstere Geschehen ist an augehender Intensität nur schwerlich zu überbieten und die Kultfigur des "Tall Man" tut ihr Übriges, um hier einige schaurige Momente zu produzieren, die auch für so manche Gänsehaut verantwortlich zeichnen und so für ein exzellentes Filmvergnügen zu sorgen.


Fazit:


Don Coscarelli hat mit "Das Böse" einen fast gänzlich ohne Härte auskommenden Horrorfilm geschaffen, der vielen Leuten eventuell sogar zu unspektakulär erscheinen mag, wer jedoch einen äusserst spannenden Horrorfilm zu schätzen weiss, der zudem noch über eine einfach brillante Atmosphäre verfügt, ist hier bestens aufgehoben und schaut sich dieses Werk immer wieder gern an.


9/10

Freitag, 29. März 2013

Universal Soldier: Day of Reckoning









Universal Soldier: Day of Reckoning
(Universal Soldier: Day of Reckoning)
mit Scott Adkins, Dolph Lundgren, Jean-Claude Van Damme, Andrei Arlovski, Mariah Bonner, Tony Jarreau, Craig Walker, Andrew Sikking, James DuMont, David Jensen, Audrey P. Scott, Rus Blackwell
Regie: John Hyams
Drehbuch: John Hyams / Doug Magnuson
Kamera: Yaron Levy
Musik: Michael Krassner
SPIO/JK
USA / 2012

Hilflos muss John mit ansehen, wie Luc Deveraux seine Frau und seine Tochter kaltblütig ermordet. John schwört Rache und macht Jagd auf den vermeintlichen Killer. Doch dabei stößt er auf ein mysteriöses Programm, das sich Universal Soldier nennt. Er ahnt nicht, dass er auf eine falsche Fährte gelockt wird. Der Abtrünnige Andrew Scott hat den größenwahnsinnigen Plan, die Universal Soldiers zu befreien und mit ihnen die Weltmacht zu übernehmen...


Der mittlerweile vierte Teil der Universal Soldier-Saga ist wohl einer der besten-und härtesten Actionfilme des Jahres 2012, beinhaltet aber auch einige Schwächen, die das Seh-Vergnügen nicht vollkommen ungetrübt erscheinen lassen. Hauptsächlich beziehen sich die Defizite auf die inhaltlich doch recht dünne Rahmenhandlung, die zudem für Neueinsteiger in die Reihe ein wenig verwirrend erscheinen mag. Ohne Vorkenntnisse wirkt das Geschehen nämlich phasenweise etwas zusammenhanglos und die Sichtung des Szenarios könnte sich sogar als ein wenig anstrengend herausstellen. Ein weiterer Schwachpunkt sind sicherlich die äußerst flachen Charakter-Zeichnungen der einzelnen Figuren, denn im Prinzip kann man lediglich zu Hauptdarsteller Scott Adkins eine echte Beziehung herstellen. Das soll es aber auch schon mit der negativen Kritik gewesen sein, denn ansonsten bekommt man als Action-Fan einen Film präsentiert, der phasenweise ein regelrechtes Spektakel bietet, das in erster Linie durch seine immense Härte- und Brutalität ins Auge fällt. Streckenweise befindet man sich dabei in einem echten kleinen Splatter-Festival, denn die entsprechenden Passagen wurden extrem blutig und derbe ins Bild gesetzt, was vor allem den Freunden der harten Gangart sehr gefallen dürfte.

Dabei sind die Action-Passagen bei einer Laufzeit von knapp 114 Minuten gut über den gesamten Film verteilt, man sollte also nicht auf eine sinnlose Aneinanderreihung unzähliger Kämpfe aus sein. Das Werk hat nämlich auch durchaus seine ruhigeren Phasen, die aber alles andere als langweilig oder uninteressant erscheinen. Im Mittelpunkt des düster gehaltenen Szenarios stehen nun aber nicht Dolph Lundgren oder Jean-Claude Van Damme, denn die beiden Haudegen nehmen hier lediglich den Status einer Nebenrolle ein. Es ist Scott Adkins (Expendables 2), der hier die Akzente setzt und der gute Mann liefert eine wirklich sehenswerte Performance ab. Zwar dauert es dabei eine geraume Weile, bis man etwas von seinen Fähigkeiten zu sehen bekommt, doch das Warten lohnt sich allemal. Hält sich das Geschehen in den ersten gut 45 Minuten mit der Action noch eher auf Sparflamme, so geht es danach dann mal richtig zur Sache. Beeindruckend ist dabei insbesondere der Härtegrad und die Kompromisslosigkeit der Szenen, die Kamera hält voll drauf und präsentiert dem Betrachter so manches Highlight. Dabei ist es vollkommen egal ob es sich um blutige Schießereien oder erstklassig in Szene gesetzte Nahkämpfe handelt, fast jede einzelne Einstellung wird hier zum Highlight.

Abgetrennte Gliedmaße und selbst ansonsten eher monoton erscheinende Kopfschüsse vermitteln den Eindruck eines immens harten Actioners, an dem man jederzeit seine helle Freude hat. Regisseur John Hyams hat seinem Werk wirklich einen ganz eigenen Stempel aufgedrückt und schlägt streckenweise neue Wege ein in der Universal Soldier-Saga. Er hat dabei Vieles richtig gemacht, lässt aber dennoch die schon erwähnten Defizite erkennen, ohne die dieser Film eine noch bessere Bewertung verdient hätte. Ein wenig mehr inhaltliche Substanz und bessere Charakter-Beleuchtungen hätten dem Gesamteindruck sicherlich gut getan, doch auch in dieser Form handelt es sich immer noch um einen überdurchschnittlich gutes Ergebnis, das man ohne Übertreibung als Genre-Highlight bezeichnen kann. Der teils herrlich düstere Look und eine bedrohlich anmutende Grundstimmung sind neben den vorhandenen Effekten das Aushängeschild dieses Werkes und ganz nebenbei bekommt man auch noch einen Scott Adkins geboten, der sich in Höchstform präsentiert.

"Universal Soldier: Reckoning" ist sicherlich kein Film, der durch inhaltlichen Tiefgang oder herausragende schauspielerische Leistungen besticht, aber auf das Action-Genre bezogen bekommt man ein Szenario serviert, das alle Zutaten beinhaltet, die diese Art von Film so absolut sehenswert macht. Das Original aus dem Jahre 1992 bleibt bestimmt unangetastet da es das mit Abstand rundeste Gesamtbild anbietet, doch von den folgenden Fortsetzungen ist hier die beste am Start. Ob man nun am Ende der Fahnenstange angelangt ist wage ich zu bezweifeln, denn das gewählte Ende schürt doch die Hoffnungen auf einen weiteren Teil, der bei gleichbleibender Qualität nur zu gern kommen darf.


Fazit:


Sicherlich keinesfalls perfekt bietet dieser mittlerweile vierte Teil der Reihe hochklassige Action-Kost, in der ein glänzend aufgelegter Hauptdarsteller es so richtig krachen lässt. Eine etwas zu dünn geratene Story wird mit viel Härte-und Blut ausgeglichen, so das der geneigte Fan bestimmt gern ein Auge zudrückt und kleinere Mankos gern übersieht. Wie dem aber auch sei, eine Empfehlung für diesen Kracher kann man auf jeden Fall aussprechen.


8/10

Donnerstag, 28. März 2013

Vampire Girl vs. Frankenstein Girl









Vampire Girl vs. Frankenstein Girl
(Kyûketsu Shôjo tai Shôjo Furanken)
mit Yukie Kawamura, Takumi Saito, Eri Otuguro, Sayaka Kametani, Jiji Bu, EIHI Shiina, Kanji Tsuda, Yukihide Benny, Terri Doty, Erina, Cay Izumi, Maki Mizui, Honoka Nagai, Sayo
Regie: Yoshihiro Nishimura / Naoyuki Tomomatsu
Drehbuch: Naoyuki Tomomatsu / Shungiku Uchida
Kamera. Shu G. Momose
Musik: Kou Nakagawa
ungeprüft
Japan / 2009

Monami ist ein sehr hübscher Teenage-Vampir, die sich in den jungen Sterblichen Mitzushima verliebt hat. Doch selbstverständlich gibt es Probleme bei dieser Beziehung, denn nicht nur Monami ist scharf auf den jungen Mitschüler, sondern auch die arrogante Keiko, Tochter des Vizerektors der Schule. Selbstverständlich hat Keiko keine Chance gegen die übermenschlichen Kräfte Monamis und bezahlt den Kampf um Mitzushima mit ihrem Leben. Doch Keikos Vater erweckt seine Tochter wieder zum Leben, aufgepeppt mit vielen Leichenteilen und verstärkt mit übermenschlichen Kräften. Die Schlacht zwischen dem "Vampire Girl" und dem "Frankenstein Girl" geht in die letzte Runde und läutet den Beginn eines unglaublichen Blutbads ein.


Das insbesondere die Japaner eine ausgeprägte Vorliebe für skurrile Szenarien haben die zudem durch einen teilweise unglaublich hohen Blutgehalt verfügen weiß man nicht erst seit heute. Filme wie "The Machine Girl", "Helldriver" oder auch "Tokyo Gore Police" haben dem Zuschauer innerhalb der letzten Jahre genügend Beispiele dafür geliefert, das aus dem Land der aufgehenden Sonne ziemlich oft regelrechte Splatter-Granaten zu uns kommen, die durch ihren immensen Unterhaltungswert immer wieder beste Unterhaltung für Liebhaber des harten Trashs anbieten. Vorliegender Film ist jedoch selbst für den Einfallsreichtum der Asiaten mehr als nur eine Spur drüber, denn was einem die Macher hier anbieten, geht schon fast auf keine Kuhhaut mehr. Nun ist man bei dieser Art Film ja schon eine Menge gewöhnt, doch "Vampire Girl vs. Frankenstein Girl" setzt dem ganzen dann doch die absolute Krone auf. Und das ist jetzt keineswegs nur positiv gemeint, denn die hier erzählte Geschichte kann einem phasenweise schon so richtig auf die Nerven gehen. Die Geschehnisse nun überhaupt als Geschichte zu bezeichnen ist dabei schon äußerst weit hergeholt, handelt es sich doch größtenteils vielmehr um einen wahren Schwall von bizarren Bildern, die zumeist vollkommen sinnbefreit erscheinen. Lag den weiter oben genannten Titeln zum Teil wenigstens eine gewisse Story zugrunde, so hat man sich in vorliegendem Fall fast gänzlich davon verabschiedet und präsentiert dem Betrachter viel lieber ein Sammelbecken für skurrile-und vollkommen groteske Passagen, die man ganz einfach nur als absolut hanebüchen ansehen kann.

Damit wir uns nicht falsch verstehen, im Normalfall liebe ich diese Art von Film, in der man einen extrem hohen Blutgehalt mit aberwitzigen Splatter-Sequenzen und dem asiatischen Hang zur Skurrilität vermengt, doch vorliegender Film hat von allen Zutaten ein wenig zuviel intus und wirkt dadurch in großen Teilen absolut überladen. Dabei sind es gar nicht einmal die harten Szenen der Geschichte, die im Grunde genommen gut über die gesamte Laufzeit verteilt sind und nur im furiosen Finale übermächtig erscheinen. Es sind vielmehr die Zeiten dazwischen, in denen man mit endlos erscheinenden-und vollkommen dämlichen Dialogen regelrecht belästigt wird. Nur selten bekommt man nämlich so viel verbalen Durchfall geboten, wie er hier zum Besten gegeben wird. Hinzu kommen die viel zu theatralisch agierenden Darsteller, an dieser Stelle möchte man am liebsten der gesamten Riege höchstpersönlich die Gurgel umdrehen, damit die akustische Umweltverschmutzung doch endlich ein Ende hat. Die eigenen Gehörgänge werden teilweise regelrecht vergewaltigt und selbst für einen ausgewiesenen Fan dieser Film-Gattung ist das Ganze nur sehr schwer auszuhalten.

Zu allem Überfluss wird man dann auch noch mit einer ständig einsetzenden musikalischen Untermalung des haarsträubenden Szenarios konfrontiert, die einem das Ohrenschmalz zum Gären bringt und für anhaltende Hörschäden sorgen kann. Nicht selten ertappt man sich dabei, das man am liebsten die Taste für den schnellen Vorlauf betätigen möchte, malträtiert das unerträgliche Gedudel doch die eigenen Nerven ganz erheblich und baut zudem auch ungeahnte Aggressionen in einem auf. Der Hang zum Übertriebenen ist ja im Prinzip ein untrügliches Markenzeichen für solche Werke, doch hier hat man es ganz eindeutig zu weit getrieben und die erträgliche Schmerzgrenze eines normalen menschen überschritten. Eigentlich sehr schade, denn trotz der vollkommen absurden Rahmenhandlung kann das Werk insbesondere im Bezug auf die vorhandene Härte voll überzeugen. Es bietet sich dabei streckenweise eine regelrechte Schlachte-Platte vom Feinsten und die Freunde der härteren Gangart werden voll auf ihre Kosten kommen. Leider kann dieser Aspekt jedoch nicht die nervenden Mankos ausgleichen, die in "Vampire Girl vs. Frankenstein Girl" enthalten sind und sich in soweit summieren, das kein gänzlich überzeugender Gesamteindruck entsteht. Das Gesamtpaket ist viel zu überzogen dargestellt und sprengt selbst die japanischen Verhältnisse.

Im Endeffekt bleibt also ein Film, der im Bezug auf die Qualität keinesfalls an die weiter oben genannten Genre-Kollegen heranreichen kann, die als Gesamt-Inszenierung einfach eine Klasse besser sind. Zu albern erscheint das Werk von den Regisseuren Yoshihiro Nishimura und Naoyuki Tomomatsu, die beim Dreh des Filmes anscheinend ganz eindeutig unter Drogen gestanden haben, denn anders kann man sich dieses bizarre Stück Film nur schwer erklären. Sicherlich wird es genügend Leute geben die das ganz anders sehen und gerade die total übertriebenen Passagen am meisten lieben, doch für mein persönliches Empfinden wurde einfach viel zu dick aufgetragen, etwas weniger wäre in diesem Falle sicherlich mehr gewesen.


Fazit:


Man mag zu dieser Art Film stehen wie man will, doch selbst wenn man ein ausgeprägtes Faible für den japanischen Trash sein Eigen nennt, dürften viele hier an ihre Grenzen stoßen. Andere werden wiederum diesen bizarren Bilder-Trip in den höchsten Tönen loben und die obskure Geschichte mit Vorlieb hinnehmen, auch wenn etliche Defizite und zu viel Albernheit das Seh-Vergnügen merklich beeinträchtigen.


5,5/10

Mittwoch, 27. März 2013

Das Haus der tausend Freuden









Das Haus der tausend Freuden
(La Casa de las mil munecas)
mit George Nader, Vincent Price, Martha Hyer, Ann Smymer, Wolfgang Kieling, Sancho Gracia, Maria Rohm, Kuis Rivera, Jose Jaspe, Herbert Fux, Juan Olaguivel, Diane Bond, Ursula Janis
Regie: Jeremy Summers
Drehbuch: Maria del Carmen Martinez Roman / Harry Alan Towers
Kamera: Manuel Merino
Musik: Charles Camilleri
ungeprüft
Deutschland / Spanien / 1967

In Tanger steht ein streng geheimer Edelpuff. "Das Haus der 1000 Freuden". Zugang hat nur, wer eine persönliche Empfehlung in Form einer kleinen Spielzeugpuppe vorweisen kann. Die Frauen, die dort arbeiten, tun dies nicht ganz freiwillig. Sie wurden mit Hilfe des Illusionisten Monderville und seiner Assistentin Rebecca, entführt. Der FBI-Agent Dr. Armstrong und seine dänische Kollegin Maria ermitteln gegen die Mädchenhändler. Als Ehepaar getarnt versuchen sie den unbekannten Boss des Syndikats zu enttarnen, den "Herzkönig". Der einheimische Polizeichef, Inspecteur Emile, scheint dabei keine große Hilfe zu sein. Während ihrer Ermittlungen stoßen sie dabei immer wieder auf neue Leichen.


Weit über 4 Jahrzehnte musste man warten, bis nun endlich auch einmal diese deutsch-spanische Co-Produktion eine DVD-Veröffentlichung spendiert bekommen hat, doch ehrlich gesagt hat sich das Warten durchaus gelohnt. Die 2-Disc Edition von Cine Club beinhaltet gleich 3 Versionen des Filmes, denn neben der Kombi-Fassung auf der ersten DVD bekommt man gleichzeitig auch die deutsche Kinoversion sowie auch die US-Kinoversion geboten. Dabei ist es jedoch vollkommen unerheblich in welcher Fassung man sich die vorliegende Geschichte zu Gemüte führt, denn in jedem Fall präsentiert sich eine absolut sehenswerte Mischung aus Krimi, Drama-und Thriller, die teilweise auch noch recht hochkarätig besetzt ist. Hervorstechend ist dabei sicherlich einmal mehr der großartige Mime Vincent Price, dessen brillante Mimik allein schon die Sichtung dieses Werkes wert ist. Nicht weniger überzeugend agiert jedoch ein George Nader, der den meisten noch als Agent Jerry Cotton bekannt sein dürfte. Was also liegt näher, als dem guten mann auch hier die Rolle eines FBI-Agenten zu verleihen, der mit einer dänischen Kollegin die Identität des sogenannten Herz Königs lüften will, der als Hintermann eines gefährlichen Mädchenhändlerrings gilt.

"Das Haus der tausend Freuden" besticht in erster Linie durch seine sorgfältig ausgewählten Schauplätze und eine erstklassige Grundstimmung, denn das orientalische Ambiente des Szenarios versetzt einen doch phasenweise in die Welt von tausend und eine Nacht, die man noch aus Kindheitstagen von den orientalischen Märchen her kennt. Auch der dramaturgische Spannungsbogen kann sich sehen lassen, auch wenn man gerade bei diesem Aspekt noch einiges mehr hätte herausholen können. So wird die Thematik des ominösen Hintermannes streckenweise etwas stiefmütterlich vernachlässigt und erhält erst zum Ende hin die Bedeutung, die man eigentlich schon viel früher erwartet hatte. Um dies auszugleichen, wartet die Geschichte am Ende dann zumindest mit einem kleinen Überraschungsmoment auf, der den Zuschauer weitesgehend zufrieden stellt und mit einem befriedigendem Gefühl entlässt. Ganz generell sollte man auf keinen Fall einen Film erwarten der mit Höhepunkten nur so gespickt ist, vielmehr offenbart sich ein für sein Alter sehr solides Krimi-Drama, das mit einigen netten Thrill-Momenten angereichert wurde.

Vor allem für Nostalgiker dürfte "Das Haus der tausend Freuden" ein wahrer Leckerbissen sein, wohingegen die jüngere Generation wohl nicht unbedingt in Begeisterungsstürme ausbrechen dürfte. Das Geschehen erscheint nämlich aus heutiger Sicht ganz bestimmt etwas angestaubt, was man insbesondere auch bei den vorhandenen Nahkämpfen deutlich erkennen kann. Mit heutiger Action hat das herzlich wenig zu tun, aber gerade dadurch entfaltet sich der ganz eigene Charme, den Filme aus dieser Zeit inne haben. Schusswaffen kommen eher selten zum Einsatz und die enthaltenen Kämpfe diverser Gegner werden noch mit ordentlichen Faust-und Handkanten Schlägen ausgetragen, so wie es damals zumeist der Fall war. Das mag für viele eventuell antquiert erscheinen, ist jedoch ein absolut passendes Stilmittel einer Ära, in der die Protagonisten in den meisten Fällen noch wie ein Gentleman agiert haben.

So kann man also feststellen, das dieser Film im Prinzip jegliche Zutaten für ein gelungenes Film-Erlebnis beinhaltet und Liebhaber dieser "alten Schinken" dürften voll auf ihre Kosten kommen. Da fällt es auch nicht negativ ins Gewicht das gewisse Handlungsabläufe nicht immer vollkommen logisch erscheinen und diverse Dinge mit einer Leichtigkeit aufgeklärt werden, die nicht gerade extrem authentisch erscheint. Man sollte dabei nicht vergessen, wie viele Jahre dieses Werk nun schon auf dem Buckel hat und keinesfalls einen Vergleich mit heutigen Filmen heranziehen. Meiner persönlichen Meinung nach bekommt man es hier mit einem herrlichen Klassiker zu tun, der im Laufe der Zeit nichts von seinem Reiz verloren hat und immer wieder eine Sichtung wert ist. Hier steht noch mehr gelungenes Schauspiel der Akteure im Vordergrund, unter denen mit Wolfgang Kieling und Herbert Fux auch der deutsche Anteil hoch gehalten wird, als das man die Geschichte mit überzogenem Aktionismus vollgestopft hätte, wie es in der heutigen zeit leider viel zu oft der Fall ist.


Fazit:


"Das Haus der tausend Freuden" ist ganz sicher kein Meisterwerk, aber ein herrliches Relikt der späten 60er Jahre, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Eine solide Story, wunderbar stimmige Schauplätze, sehr gut agierende Darsteller und eine erstklassige Atmosphäre sorgen für ein äußerst rundes-und stimmiges Gesamtbild, so das man auf jeden Fall eine Empfehlung für diesen Film aussprechen kann.


7,5/10

Montag, 25. März 2013

Baby Shower









Baby Shower
(Baby Shower)
mit Ingrid Isensee, Patricia Lopez, Claudia Burr, Kiki Rojo, Francisca Merino, Sofia Garcia, Alvaro Gomez, Pablo Krögh, Nicolas Alonso, Berta Lasala, Maria Jose Illanes, Jesus Porres, Isidora Cabezon
Regie: Pablo Illanes
Drehbuch: Pablo Illanes
Kamera: Tevo Diaz
Musik: James Frazier
ungeprüft
Chile / 2011

Angela ist schwanger, die Entbindung steht kurz bevor. Der beste Zeitpunkt, die alte Clique zur Unterstützung einzuladen! Oder doch nicht? Nicht nur, dass die Mädels einen Cocktail nach dem anderen kippen, sich die Näschen inwendig pudern und sich mit dem oberkörperfreien Bediensteten verlustieren - ihnen erscheint auch die abgeschieden gelegene Villa als wenig passender Aufzugsort für ein Neugeborenes. Selbst an der naturverbundenen Sekte, der sich Angela angeschlossen hat, lassen sie kein gutes Haar. Doch das sind nicht die einzigen Gründe für Angelas wenig gastfreundliches Verhalten - und für das Blutbad, das sich bald ereignet.


Nun wird man in unseren Breitengraden ja nicht gerade mit Horrorfilmen aus Südamerika überschwemmt und umso gespannter konnte man auf diesen chilenischen Beitrag sein, der gleichzeitig das Regie-Debüt von Pablo Illanes darstellt. Die Kern-Thematik der Schwangerschaft einer der Hauptdarstellerinnen in Verbindung mit dem Wort Sekte lässt dabei schon erahnen, was letztendlich auf den Zuschauer zukommen wird und die Tatsache das der Film in Deutschland um über 4 Minuten geschnitten ist deutet ganz klar an, das es hier auch ziemlich blutig zur Sache geht. Also sollte man auch definitiv auf die in Österreich erschienene Version zurückgreifen, um das Szenario in seiner vollen Länge zu erleben. Bis es jedoch zu den harten-und teilweise recht derben Gewaltdarstellungen kommt dauert es eine geraume Weile, so das sich der geneigte Gorehound in Geduld üben muss, bis seine Erwartungen endlich erfüllt werden. Die ersten gut 40 Minuten passiert in dieser Beziehung nämlich absolut nichts, wobei sich die etwas zu lange Einführungs-Phase in die Geschichte dennoch nicht vollkommen langweilig präsentiert. Man wird mit den einzelnen Figuren konfrontiert, wobei sämtliche für die Story wichtigen Personen Frauen sind und die männlichen Darsteller nicht über den Status einer Nebenrolle hinweg kommen.

Als Schauplatz für den Großteil des Geschehens wurde eine abgelegene Villa gewählt, in der die schwangere Angela ein Wochenende mit ihren besten Freundinnen verbringen will. Ziemlich schnell wird dabei klar, das zwischen den Frauen eine ungeheure Spannung besteht und Angela hat durchaus ihre Gründe für ihr teils sogar feindseliges Verhalten gegenüber den anderen Frauen. Näher sollte man jedoch nicht darauf eingehen, um niemandem die Spannung zu nehmen, die hier von Minute zu Minute immer mehr in den Vordergrund tritt. Dennoch dauert es ziemlich lange, bis sich diese auch mit einer herrlich bedrohlichen Grundstimmung vermischt, da sich diese erst in der zweiten Filmhälfte richtig zu erkennen gibt. Ab diesem Zeitpunk gewinnt das Szenario dann jedoch mächtig an Rasanz-und Tempo und nun zieht auch ein Härtegrad in das Geschehen ein, der sich wirklich jederzeit sehen lassen kann. Wurde man in der ersten Hälfte des Filmes noch ein wenig eingelullt und mit eher belanglosen Dingen konfrontiert, so lässt die Story nun endlich ihre Stärken erkennen.

Immer mehr werden die Zusammenhänge des Ganzen erkennbar und die Rolle der ominösen Sekte gewinnt immer mehr an Gewicht. Dezente thematische Anlehnungen an einen Klassiker wie "Rosemary's Baby" sind unübersehbar, obwohl man natürlich die beiden Filme nicht wirklich miteinander vergleichen kann. Pablo Illanes setzt nun voll auf die Trumpfkarte der visuellen Gewaltdarstellungen und präsentiert dem Zuschauer dabei etliche Passagen, die es wirklich in sich haben. Der Einsatz von Kunstblut nimmt immer mehr zu und die Derbheit einiger Szenen kann einem schon ein wenig zusetzen. Dennoch wird zu keiner Zeit die Grund-Thematik des Filmes völlig außer acht gelassen und mittlerweile kann man sich auch durchaus denken, worauf das Ganze im Endeffekt hinauslaufen wird. Die zu Beginn noch eher unzusammenhängenden Puzzle-Teilchen fügen sich immer mehr zusammen und lassen ein immer klareres Gesamtbild erkennen.

Und so ergibt sich alles in allem ein wirklich sehenswerter Genre-Beitrag, der insbesondere in der zweiten Hälfte die Intensität erkennen lässt, die man sich schon etwas früher gewünscht hätte. Erwähnenswert ist auch der perfekte Score von James Frazier, der die bedrohliche Atmosphäre der Geschichte ganz besonders hervorhebt. Eine etwas zu lange Einleitung, äußerst gelungene SFX und ein insgesamt gesehen absolut ansehnlicher Härtegrad lassen einen hier zu einem überdurchschnittlich guten Gesamteindruck gelangen, so das man den Regie-Erstling von Pablo Illanes jederzeit empfehlen kann. Zudem wird man auch mit darstellerischen Leistungen konfrontiert, die keinerlei Grund zur Beanstandung geben, wobei insbesondere das weibliche Geschlecht durch tolle Performances ins Auge fällt. Wenn es überhaupt etwas zu beanstanden gibt dann ist es die ereignislose Einführung, die man durchaus um einige Minuten hätte kürzen können, doch sollte das nicht als zu großes Manko in einem ansonsten gelungenem Film angesehen werden.


Fazit:


"Baby Shower" erinnert einen ganz unweigerlich in einigen Passagen an Filme wie "Inside" oder auch "Rosemary's Baby", unterscheidet sich jedoch dennoch ganz erheblich von den genannten Werken. Die volle Intensität des Geschehens offenbart sich zwar erst in der zweiten Hälfte des Filmes, trifft den Betrachter dann jedoch mit der Wucht eines Keulenschlags mitten in die Eingeweide. Für Leute mit einem eher zarten Gemüt ist das Werk nicht unbedingt zu empfehlen, doch Freunde der harten Gangart werden voll auf ihre Kosten kommen.


7,5/10

Sonntag, 24. März 2013

Wu Dang - Auf der Jagd nach dem magischen Schwert






Wu Dang - Auf der Jagd nach dem magischen Schwert
(Da Wu Dang)
mit Vincent Zhao, Mini Yang, Siu-Wong Fan,Yu-Hang To, Jiao Xu, Hee Ching Paw
Regie: Patrick Leung
Drehbuch: keine Information
Kamera: Tony Cheung
Musik: Kin Law
FSK 16
Hongkong / 2012

Seit einem halben Jahrtausend findet in den Wu-Dang Bergen ein legendäres Kampfturnier statt. Die besten Kämpfer der Republik messen sich vor einer atemberaubenden Naturkulisse. Während die Kämpfe ihre ersten Opfer fordern, ist Tian Xin nicht nur auf den Turniersieg aus. Das Geheimnis des sagenumwobenen, mächtigen Schatzes der Wu-Dang Berge ist das eigentliche Ziel. Doch auch Tang Yunlong ist mit einer kryptischen Schatzkarte auf der Jagd nach den „Elementen der Macht“. Sie müssen jedoch nicht nur die Wächter des Schatzes sondern auch einen skrupellosen Kunsthändler in die Irre führen.


Einmal mehr präsentiert sich hier ein asiatischer Mix aus Abenteuerfilm-und überzogenem Martial Arts Spektakel, das zudem noch mit etlichen Fantasy-Elementen angereichert wurde. "Wu Dang" dürfte dabei hauptsächlich für Zuschauer interessant sein, die ein Faible für die vollkommen unrealistischen Kampfszenen haben, denn was sich hier an Kämpfen offenbart, ist jenseits jeglicher Realität angesiedelt. Fast typisch für Filme dieser Art fliegen die Fighter fast spielerisch meterweit durch die Luft und vollführen dabei Kunststücke, die man einfach nicht für ernst nehmen kann. Verpackt ist das Ganze in eine nicht unbedingt sensationelle Story, die im Prinzip nur mäßig unterhaltsam daherkommt. Zugegebenermaßen ist das Werk von Regisseur Patrick Leung phasenweise recht bildgewaltig ausgestattet und präsentiert gerade zum Ende hin einige sehenswerte Effekte, doch insgesamt gesehen entsteht kein wirklich überzeugendes Gesamtbild, da das Geschehen in etlichen Passagen zu sehr vor sich hin plätschert.

Man hält sich zu sehr mit Belanglosigkeiten auf und auch der teilweise alberne humoristische Einschlag trägt nicht unbedingt dazu bei, das Szenario sonderlich aufzuwerten. Auch die romantischen Züge einer aufkeimenden Liebesgeschichte erscheinen in diesem Fall äußerst kitschig und überzogen, doch den absoluten Höhepunkt bildet dann das abschließende Finale der Ereignisse, das so dermaßen schnulzig in Szene gesetzt wurde, das es auf keine Kuhhaut mehr geht. Eine dezentere Inszenierung wäre hier sicherlich besser gewesen, so jedoch ist alles viel zu überladen. Selbst für Liebhaber dieser Film-Gattung dürfte die Geschichte etwas zu schwülstig erscheinen, hat man doch bei allen Zutaten ein wenig zu dick aufgetragen.

Obwohl ich persönlich von Haus aus kein riesiger Fan dieser asiatischen Genre Mixes bin versuche ich immer objektiv an die Filme heranzugehen, doch in vorliegendem Fall fällt das gar nicht einmal so leicht. Der dramaturgische Spannungsaufbau ist nicht wirklich gut, denn teils gute Ansätze verlaufen im Sand und werden ständig durch unnötigen Humor regelrecht zerstört. Dieses Manko kann auch nicht durch die streckenweise tollen Bilder ausgeglichen werden, die durchaus vorhanden sind. Zu den Kampf-Choreografien muss man nicht viel sagen, die Fights sind extrem unrealistisch und bieten auch nur einen mittelmäßigen Unterhaltungswert, so das selbst bei diesem Aspekt keine sonderliche Aufwertung des Ganzen erfolgt. Weniger wäre hier wirklich mehr gewesen, doch "Wu Dang" entpuppt sich im Prinzip in allen Belangen als vollkommen überladenes Filmchen, in dem von allen Zutaten zu viel eingefügt wurde.

Dadurch erscheint die Geschichte sehr unrund und kann keinen befriedigenden Gesamteindruck hinterlassen. Nicht selten ertappt man sich dabei, das man am liebsten die Vorlauf-Taste des heimischen DVD-Players betätigen möchte, da sich die Ereignisse auch künstlich in die Länge ziehen. Es fehlt ganz einfach an allen Ecken und Enden an der nötigen Substanz, um hier zu einem überdurchschnittlichen Eindruck zu gelangen, der sich beim besten Willen nicht einstellen will. Und so ist man letztendlich auch ganz froh darüber, wenn das Ganze nach etwas über 90 Minuten endlich ein Ende findet, denn viel länger hätte man diesen überflüssigen Kitsch auch nicht ausgehalten.


Fazit:


Es gibt immer wieder diese Filme zu denen man einfach keinen Zugang findet. Vorliegendes Werk zählt meiner Meinung nach ganz eindeutig dazu, dennoch bin ich mir sicher, das auch "Wu Dang" seine Fan-Gemeinde finden wird. Gibt es doch genügend Leute, die ihre Freude an solch überzogenen Action-Spektakeln haben und das ist auch gut so, nur mir selbst hat dieser Genre-Mix überhaupt nicht zugesagt.


4/10

Samstag, 23. März 2013

Ufos zerstören die Erde









Ufos zerstören die Erde
(Yôsei Gorasu)
mit Ryô Ikebe, Akira Kubo, Yumi Shirakawa, Takashi Shimura, Kumi Mizuno, Ken Uehara, Patrick Allen, Eisei Amamoto, Yasuo Araki, Ross Benette, George Furness, Toshihiko Furuta
Regie: Ishiro Honda
Drehbuch: Jojiro Okami / Takeshi Kimura
Kamera: Hajime Kozumi
Musik: Kan Ishii
FSK 12
Japan / 1962

Ein riesiger Meteorit mit einer hohen Gravitation rast auf die Erde zu. Um den Aufprall mit dem Meteoriten zu verhindern, verändern Wissenschaftler die Erdumlaufbahn. Doch dies hat gewaltige Naturkatastrophen zur Folge.


So kurz und knapp wie die Inhaltsangabe präsentiert sich auch ganz generell die Geschichte an sich, zudem hat es der Zuschauer hier einmal mehr mit einem Film zu tun, dessen deutscher Titel absolut irreführend daherkommt. Mit Ufos hat das Geschehen nämlich überhaupt nichts zu tun, so das man ohne vorher eingeholte Informationen einem absoluten Trugschluss aufsitzen kann. Also kein SCI/FI-Klassiker in dem der Menschheit eine Invasion aus dem All droht, sondern ein eher trashig angehauchter Film, in dem unsere Welt von einem gigantischen Meteoriten bedroht wird. An sich ist das ja eine gute Ausgangslage für ein spannendes-und interessantes Szenario, doch Regisseur Ishiro Honda hat vielmehr versucht, durch dialoglastige Passagen einen intellektuellen Eindruck entstehen zu lassen, der seinem Werk anscheinend eine gewisse Intelligenz verleihen soll. Aber gerade bei diesem Aspekt versagt die Story fast gänzlich, kommt doch das gesamte Geschehen eher hanebüchen daher, was sich insbesondere in der Art und Weise ausdrückt, wie man die Erde vor der Zerstörung bewahren will. Dabei ist dies noch gar nicht einmal das Schlimmste, denn die größtenteils fehlende Spannung und die oft künstlich in die Länge gezogenen Dialoge sind die größten Kritikpunkte, die das Seh-Vergnügen doch sichtlich beeinträchtigen.

Doch im Grunde genommen sind es alle Zutaten die irgenwie nie so richtig miteinander harmonieren wollen, angefangen bei der wenig schlüssigen Geschichte, über die hölzern-und ungelenk agierenden Schauspieler, bis hin zu den vollkommen unspektakulären Effekten. Dabei sollte man jedoch fairerweise nicht vergessen, das dieser Film aus dem Jahr 1962 stammt und Nostalgiker ihre wahre Freude an der aus heutiger Sicht kindlich-naiven Tricktechnik haben könnten, die einem doch so manches Mal das Gefühl verleiht, das man sich in der Augsburger Puppenkiste befindet. Dies ist dann aber auch schon der einzige Punkt, den man dem ansonsten oft schon langweiligen Geschehen positiv ankreiden kann, verbreitet sich doch ein gewisser Charme, der aber die anderen Mankos keinesfalls ausgleichen kann. An diversen Stellen wird es dann sogar regelrecht albern, wobei ich mich explizit auf den Einsatz von einem Walross beziehen möchte, der dem Ganzen die groteske Krone aufsetzt.

An dieser Stelle kann man sich das Lachen definitiv nicht verkneifen und die damit verbundenen Ereignisse verkommen zu einem wahren Sammelsurium an Absurditäten, die sich im Prinzip wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte ziehen. Echte-und kurzweilige Unterhaltung kommt so nicht wirklich auf und selbst in atmosphärischer Hinsicht kann "Ufos zerstören die Erde" so gut wie gar nicht überzeugen. Für einen Katastrophenfilm fehlt es allein schon an der bedrohlichen Grundstimmung, die sich so gar nicht zu erkennen geben will. So erscheint dann auch die musikalische Untermalung äußerst unpassend, denn zu vollkommen unspektakulären Szenen wird man mit bedrohlich anschwellender Orchestermusik konfrontiert, die einem absolut befremdlich erscheint.

Letztendlich muss man leider feststellen, das diese japanische Produktion lediglich bedingt zu empfehlen ist und wohl lediglich Nostalgiker und Trash-Liebhaber ansprechen dürfte. Zu unrund und eckig erscheint die Geschichte, mangelnde Spannung und fehlende Atmosphäre sowie äußerst naive Effekte tragen nicht unbedingt dazu bei, ein besseres Gesamtbild zu gewinnen. Und so kann man sich diesen Film zwar durchaus einmal anschauen, sollte dabei jedoch mit keiner großen Erwartungshaltung an die Geschehnisse herangehen, die sich einem hier offenbaren.


Fazit:


"Ufos zerstören die Erde" führt den Betrachter nicht nur aufgrund des deutschen Titels vollkommen in die Irre, der Film lässt auch alle die Zutaten vermissen, die einen guten Katastrophenfilm auszeichnen. Und dafür sollte man keinesfalls das Alter dieses Werkes als Entschuldigung anführen, denn das gerade in der damaligen Zeit so manch guter Genre-Kollege entstanden ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Es wurden schlicht und ergreifend zu viele Fehler gemacht und durchaus vorhandenes Potential wurde nicht einmal annähernd ausgeschöpft. Übrig bleibt eine unausgegorene Geschichte mit wenig Unterhaltungswert und keinerlei visuellen Highlights, die man sich zwar einmal anschauen kann, die aber sicherlich keinen allzu nachhaltigen Eindruck hinterlässt.


4,5/10

Donnerstag, 21. März 2013

Legend of Hell









Legend of Hell
(Legend of Hell)
mit Martina Ittenbach, Karen Breece, Wayne Darrin, Daryl Jackson, James Matthews, Vlasto Peyitch, Thomas Binder, Marc Fehse, Andreas Don Duering, Tommy Haider, Birte Hanusrichter, Martin Hentschel
Regie: Olaf Ittenbach
Drehbuch: Olaf Ittenbach
Kamera: Philipp Chudalla / Reinhard Eggersdorfer / Axel Rubbel / Thomas Wozny
Musik: Konstantinos Kalogeropoulos
ungeprüft
Deutschland / 2012

Selma, eine Archäologin, 38 Jahre alt, entdeckt bei Ausgrabungen in Marokko ein 5000 Jahre altes Portal, dessen Tor durch einen eigenartigen Mechanismus von innen verschlossen ist. Dazu findet sie eine ebenso alte Karte, verfasst in einer codierten Geheimsprache die seit mehr als 3000 Jahren nicht mehr gesprochen wird. Kurze Zeit später will Gabriel Moses ein angeblicher alter Kunsthändler das Schriftstück mit allen Mitteln von ihr erwerben. Bei der Übergabe kommt es zum Streit und Selma wird von Moses erschossen. Plötzlich findet sich Selma im Mittelalter wieder. Sie gelangt zufällig in den Besitz eines von 3 geheimnisvollen Amuletten und verliert dies auch gleich wieder an Moses’ Schergen. Selma wird ermordet. Von nun an verändert sich diese Welt für sie eklatant. Sie befindet sich auf astraler Ebene. Bizarre Wesen tauchen auf und trachten nach ihrem Leben. Die Landschaften werden immer unwirklicher, bis ein dunkelhäutiger Mann, David auftaucht und sie vorbei an allen monströsen Kreaturen zu den beiden Wegführern Elias und Luise bringt. Er erklärt ihr, dass siein ihr erstes Leben zurückgekehrt sei, um das Tor zur Hölle zu schließen. Sie habe in ihrem ersten Leben das Amulett an Moses abgegeben. In ihrem zweiten Leben im Jahre 2009 hat sie das Portal zur Hölle gefunden. David selbst hat vor 2600 Jahren eines an Moses verloren und auch Luise verlor im frühen Mittelalter eines an Moses. Moses ist unsterblich geworden und wie sich nach und nach herausstellt gibt die Karte den Aufschluss darüber, dass diese drei Amulette zusammen einen Schlüssel ergeben, der das Tor zur Hölle entriegeln kann. Selma muss nun ihre Erinnerung an ein Leben finden, dass sie im Jahre 2009 gelebt hat und herausfinden, wo sie die Karte versteckt hat. Ein langer Weg führt sie nun durch die Abgründe der Hölle, um an jenen zukünftigen Ort zu gelangen an dem die Karte versteckt ist und sie zu vernichten. Je näher sie an ihr Ziel kommen, müssen sie feststellen, dass Moses das Tor zur Hölle auf Erden längst entriegelt hat...


So, nun ist auch das neueste Werk von Olaf Ittenbach gesichtet wurden, das einem durch die Inhaltsangabe ja doch einige Hoffnungen auf eine komplexe und inhaltlich gute Geschichte macht. Ziemlich schnell bemerkt dann aber, das sich diese Erwartungen doch nicht erfüllen werden, präsentiert sich doch vielmehr eine teilweise schwer zugängliche Story, die an etlichen Stellen ziemlich verwirrend ist. Man wird die ganze Zeit über das Gefühl nicht los, das Ittenbach mit diesem Film allen seinen Kritikern trotzen wollte, die ihm doch immer wieder Defizite im Regie-Bereich andichten. Statt nun aber das Gegenteil zu beweisen, bietet der deutsche SFX-Papst genau bei diesem Aspekt neue Angriffsfläche, denn trotz des sichtbaren Bemühens von Kreativität-und Innovation ging dieser Schuss total nach hinten los. Auch wenn ich mich selbst zu den bekennenden Ittenbach-Fans zähle muss ich eingestehen, das sich der gute Mann mit diesem Werk nicht unbedingt einen Gefallen getan hat, denn bis auf die wie immer erstklassigen Splatter-Gore Effekte hat "Legend of Hell" eigentlich nichts zu bieten, was man sonderlich positiv hervorheben könnte. Dabei ist es gar nicht einmal die interessante Thematik die einem das Gruseln lehrt, sondern vielmehr die mangelhafte Umsetzung der ambitionierten Geschichte, denn hier kann man schon fast von einem Versagen auf ganzer Linie sprechen.

Gestaltet sich das Szenario zu Beginn noch einigermaßen geradlinig, so ändert sich dieser Aspekt vollkommen, als man in die von Ittenbach inszenierte Astral-Welt eintaucht. Die Darstellung wirkt trotz gut ausgewählter Schauplätze äußerst stümperhaft, was man insbesondere an den diversen Green Screen Passagen erkennen kann, denn der Einsatz dieser Technik sollte schon gelernt sein. Hier handelt es sich aber nur um ein einziges Beispiel von Defiziten, die dem Zuschauer die gesamte Laufzeit über ganz offensichtlich ins Auge springen. Nehmen wir beispielsweise die vorhandenen Dialoge in denen man zwar den philosophischen Ansatz erkennen kann, die allerdings absolut schwülstig und künstlich in die Länge gezogen daherkommen. Ein weiterer negativer Kritikpunkt sind dieses Mal auch die keinesfalls überzeugenden Darsteller, wobei ich das dargebotene Schauspiel phasenweise schon als extrem schlecht und theatralisch bezeichnen möchte. Und als wenn das nicht schon genügend Kritikpunkte wären, eröffnen sich einem auch immer wieder äußerst langatmige Passagen, die streckenweise schon fast zu Ermüdungserscheinungen führen.

Wirkliche Spannung will hier auch zu keiner Zeit aufkommen und die esoterische Note die dem Ganzen beiwohnt, geht einem mit der Zeit schon fast auf die Nerven. Das gesamte Szenario wirkt auf einen, als wenn man viel gewollt aber nur wenig gekonnt hat. Herr Ittenbach sollte sich also bei weiteren Produktionen wieder auf seine eigentlichen Stärken besinnen, die ganz eindeutig im Bereich der SFX liegen. Doch selbst bei diesem Aspekt sind bei "Legend of Hell" diverse Schwächen zu erkennen, überkommt den Zuschauer doch während der Sichtung mehrmals das Gefühl, das diverse Szenen immer und immer wieder gezeigt werden. Wenn man ständig den gleichen platzenden Kopf geboten bekommt und auch bei anderen Aktionen immer und immer wieder das gleiche Material verwendet, dann ist das nicht unbedingt förderlich und zeugt schon fast von Einfallslosigkeit. Dennoch wird der Gorehound hier bestens bedient und bekommt eine Menge an Härte geboten, denn streckenweise präsentiert sich eine regelrechte Schlachte-Platte, wie man es von Olaf gewöhnt ist. Im Endeffekt reicht das aber längst nicht aus, um zu einem positiven Gesamteindruck zu gelangen, zu unrund und langatmig wird nämlich die Geschichte an sich erzählt, als das man von einem ungetrübten Film-Erlebnis sprechen könnte.

"Schuster, bleib bei deinen Leisten", diesen Spruch möchte man Ittenbach zurufen, denn sein Versuch hier etwas Besonderes zu kreieren, ist mächtig in die Hose gegangen. Es wird nie passieren, das aus ihm ein richtig guter Regisseur wird und mit "Legend of Hell" hat er ein eindrucksvolles Beispiel dafür abgelegt, das es ihm wohl doch am nötigen Talent mangelt. Also lieber Olaf, geh doch lieber wieder einen Schritt zurück und präsentiere weiterhin ordentliche Splatter-Spektakel die von einer netten Rahmenhandlung begleitet werden. An höheren Aufgaben sollte man sich dann lieber nicht versuchen, denn wenn ein solches Endergebnis herausspringt wie es hier der Fall ist, dann lohnt sich der Versuch nicht nach Höherem zu streben. Sicherlich werde ich nicht der einzige Fan sein, der in vorliegendem Film eine absolute Enttäuschung sieht und "Legend of Hell" als eines der mit Abstand schwächsten Werke einordnet, das Olaf Ittenbach je auf den Weg gebracht hat. Dafür spricht auch noch zusätzlich das vollkommen dämliche Ende der Geschichte, das aber letztendlich nur die mangelnde Qualität dieses Filmes unterstreicht.


Fazit:


Ehrlich gesagt hatte ich ziemlich große Hoffnungen in diesen Film gesetzt, der mich am Ende jedoch fast völlig enttäuscht hat. Bis auf gute Splatter-Einlagen und jede Menge Kunstblit hat "Legend of Hell" herzlich wenig zu bieten, was nachhaltig im Gedächtnis haften bleiben würde. Waren schon die letzten Filme nicht mehr so gut wie erhofft, so stellt dieses Werk ganz eindeutig den Tiefpunkt der letzten Jahre dar.


4,5/10 Bild

Dienstag, 19. März 2013

Sons of Terror - Das Böse im Menschen









Sons of Terror - Das Böse im Menschen
(Anytown)
mit Matt O'Leary, Marshall Allman, Jonathan Halyalkar, Sam Murphy, Ross Britz, Brooke Johnson, Meghan Stansfield, Paul Ben-Victor, Natasha Henstridge, Dan Wells, Sam Blan, John Savage
Regie: Dave Rodriguez
Drehbuch: Zak Meyers / Dave Rodriguez
Kamera: John Barr
Musik: Phil Symonds
keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Ein Tag, der normal beginnt, kann oftmals grausam enden. So auch jener Tag an dem der vom Irak-Krieg und Terroranschlägen faszinierte Teenager Brandon O‘Leary unter seinen Schulkameraden ein Internet-Video verbreitet, welches die Exekution eines Mannes durch eine Gruppe Terroristen zeigt. Als der Rektor der Schule per Zufall dieses Video zu Gesicht bekommt, suspendiert er Brandon mit sofortiger Wirkung vom Unterricht. Wutentbrannt fassen Brandon und seine Freunde den Vorsatz die Person mit aller Härte zu bestrafen, die das Video nach außen dringen ließ. Sie planen die Entführung und Hinrichtung des Schuldigen vor laufender Kamera und das noch an jenem Tag, der so normal begonnen hat und so grausam enden wird…


Manchmal ist es ein echtes Kreuz mit den Filmen, die auf irgendwelchen Film-Festivals bejubelt und mit diversen Preisen ausgezeichnet wurden. Geht man doch als Zuschauer fast immer mit einer gewissen Erwartungshaltung an diese Werke heran um dann letztendlich feststellen zu müssen, das sie die Ansprüche nicht erfüllen können. Ähnlich verhält es sich auch mit "Sons of Terror", dessen Original-Titel "Anytown" wohl eindeutig darauf hinweisen soll, das die hier dargestellten Ereignisse wirklich überall passieren könnten. Als eingehende-und tiefe Charakter-Studie deklariert, entpuppt sich der Film letztendlich doch eher als laues Lüftchen, das keinesfalls die intensive Wirkung erzielt, die man sich erwartet hat. Die Begründung dafür liegt dabei ganz eindeutig auf der Hand, denn Regisseur Dave Rodriguez lässt bei seiner zweiten Regie-Arbeit die ganzen guten-und erkennbaren Ansätze im Sand verlaufen, da er zu viele Banalitäten in den Mittelpunkt seiner Geschichte setzt und das Wesentliche zu sehr aus den Augen verliert.

So werden einem die einzelnen Charaktere zwar näher gebracht, doch die Beleuchtung der Figuren bezieht sich hauptsächlich auf Alkohol-und Drogen Konsum. Die vorhandene Abneigung gegen Ausländer wird zwar in etlichen Dialogen zum Ausdruck gebracht, doch das Ganze erscheint wenig glaubwürdig und seltsam künstlich aufgesetzt. Das liegt in erster Linie wohl an den jugendlichen Darstellern, die nur selten wirklich überzeugend agieren. Zwar sichtlich bemüht, das Ganze relistisch umzusetzen, wirken die Akteure doch sichtlich überfordert, was für den Gesamteindruck des Filmes nicht unbedingt positiv zu bewerten ist. Lediglich die Abneigung und die damit verbundene Angst vor haoptsächlich arabischen Terroristen kommt phasenweise gut zur Geltung, gleichzeitig kommt auch der Aspekt ein wenig zum Ausdruck, das man hier alle Personen über einen Kamm schert und sich dabei auch noch im recht fühlt. Dennoch kann man die jugendlichen Fanatiker und vor allem ihren Rädelsführer Brandon nicht wirklich ernst nehmen, wodurch auch nie die nötige Bedrohlichkeit des Geschehens aufkommen will, damit man sich intensiv mit dem Szenario auseinandersetzen kann.

Unlogische Verhaltensweisen der Darsteller und die maximal mäßige Autenzithät ihrer Handlungen verhindern, das man sich wirklich mit der Thematik auseinandersetzen kann. Zu sehr auf Belanglosigkeiten konzentriert, kann die Geschichte den Betrachter nicht für sich gewinnen, die ansonsten vorhandene verstörende Wirkung in Filmen mit ähnlicher Thematik bleibt fast gänzlich aus und man schaut sich das Szenario eher unbeteiligt an. Eigene Emotionen bleiben dabei fast völlig aus, zwar empfindet man durchaus Mitleid mit dem Opfer der Jugendlichen, doch ansonsten bekommt man eigentlich zu keiner zeit einen wirklich emotionalen Zugang zu den Geschehnissen, die einen seltsam unberührt lassen. Selbst das gewählte Ende ändert kaum etwas daran, was einerseits sicherlich an der Vorhersehbarkeit des Ganzen liegt und auf der anderen Seite durch die mangelnde Glaubwürdigkeit begründet ist, die vom ganzen ausgeht.

Am meisten hat es mich persönlich gestört, das die in der Inhaltsangabe angegebene Faszination für den Irak-Krieg bei der Hauptfigur kaum festzustellen ist. Es gibt zwar immer wieder diverse verbale Andeutungen dazu, doch in der Hauptsache kommt hier lediglich der fehlgeleitete Fanatismus gegen Ausländer zum Ausdruck, der viel zu pauschal gehalten wird. Es ist sehr schade, das Dave Rodriguez hier nicht tiefer auf die Kern-Thematik eingegangen ist und sich stattdessen vielmehr mit typischem jugendlichen Verhalten aufgehalten hat, denn so erscheint das Ganze doch größtenteils viel zu belanglos und spiegelt lediglich Teenager-Fehlverhalten im Bezug auf Drogen und Alkohol dar. Und so bekommt man im Endeffekt viel eher ein Jugend-Drama der normalen Art zu Gesicht, als das es sich um eine ausführliche Charakter-Studie handeln würde, in dem man mit dem Bösen im Menschen konfrontiert wird. Hier liegt auch der größte Kritikpunkt begraben, denn eigentlich erscheinen die einzelnen Akteure gar nicht einmal bösartig, sondern vielmehr als typische Teenager, die nicht wissen was sie eigentlich tun. Man hat hier eine ganze Menge an Potential verschenkt, denn "Sons of Terror" hätte ein richtig guter Film werden können, wenn man sich mehr auf das Wesentliche konzentriert hätte, anstatt das Szenario auf Nebensächlichkeiten zu fokussieren, die einen besseren gesamteindruck verhindern. Trotzdem kann man sich das Werk durchaus einmal anschauen, sollte aber schon im Vorfeld die eigenen Erwartungen massiv herunterschrauben, um keine zu große Enttäuschung zu erleben.


Fazit:


Was hätte hier für ein wirklich guter Film entstehen können, doch leider wurde es einmal mehr versäumt, aus einer interessanten Thematik mehr herauszuholen. Mit besseren Darstellern und einer glaubwürdigeren Inszenierung wäre mehr drin gewesen, so aber siedelt sich der Film maximal im Durchschnitts-Bereich an und hinterlässt keinen sehr nachhaltigen Eindruck.


5/10

Montag, 18. März 2013

Six-Pack - Jagd auf den Schlächter









Six-Pack - Jagd auf den Schlächter
(Six-Pack)
mit Richard Anconina, Frederic Diefenthal, Chiara Mastroianni, Bernard Fresson, Jonathan Firth, Francois Berleand, Jean-Claude Dauphin, Frank Moore, Carole Richert, Betty Bomonde, Frank Fontaine, Patrick Rocca, Stefan Elbaum
Regie: Alain Berberian
Drehbuch: Alain Berberian / Jean-Hugues Oppel
Kamera: Jean-Francois Robin
Musik: Elia Cmiral
Keine Jugendfreigabe
Frankreich / 2000

Der Pariser Kommissar Nathan hat einen schrecklichen Verdacht: Seit Monaten macht ein brutaler Serienmörder die Seine-Metropole unsicher und vergeht sich aufs Grausamste an wehrlosen Frauen. Nathan glaubt, dass es sich bei dem Killer um den amerikanischen Kulturattaché handelt. Ein Besuch bei einem Experten in den USA bestätigt ihn in seiner Vermutung. Und doch sind Nathan die Hände gebunden. Der diplomatische Status schützt den Verdächtigen. Weil Nathan nicht von ihm ablassen will, wird er von dem Fall abgezogen und schließlich sogar noch suspendiert. Was Nathan nicht bremsen kann: Er will dem Kulturattaché eine Falle stellen. Doch dann geht alles schief...


"Six-Pack" kann man getrost als die französische Antwort auf etliche amerikanische Filme ansehen, die sich der Serienmörder-Thematik widmen. So kann man diverse Anlehnungen an Werke wie beispielsweise "Das Schweigen der Lämmer" oder "Sieben" nicht gänzlich von der Hand weisen, obwohl vorliegende Geschichte qualitätsmäßig nicht an die genannten Werke heranreichen kann. Dennoch sind die teilweise eher schlechten Kritiken über diesen Film nicht ganz nachzuvollziehen, eröffnet sich dem Zuschauer doch eine sehr interessant in Szene gesetzte Geschichte, die ihr Hauptaugenmerk allerdings nicht auf die ansonsten eher üblichen Aspekte legt. So ist die Identität des Mörders eigentlich sehr schnell bekannt, was der vorhandenen Spannung jedoch keinerlei Abbruch tut. Vielmehr steht hier die Hilflosigkeit der ermittelnden Beamten im Focus, die den Täter aufgrund diplomatischer Umstände nicht festnehmen können, was die Ermittlungen zusätzlich erschwert.

Was mir persönlich besonders gut gefallen hat ist der Umstand, das die Unkenntnis der Polizei besonders gut herausgearbeitet wird, denn Serienmörder sind in Frankreich anscheinend immer noch sogenanntes Neuland, weshalb sich der ermittelnde Kommissar auch Hilfe in Amerika sucht, wo man viel bessere Kenntnisse über diese Mörder hat. Nun ist "Six-Pack" ganz bestimmt kein Feuerwerk an Innovation und der Film erfindet das Genre auch sicherlich nicht neu, jedoch entfaltet die Geschichte durchaus ihre ganz eigene Faszination, die sich auch auf den Zuschauer überträgt. Die Jagd auf den psychphatischen Schlächter gestaltet sich dabei äusserst temporeich und es herrscht ganzzeitig eine äusserst düstere Grundstimmung vor, die für ein angespanntes Sehverhalten sorgt. Auch wenn eventuell die absolute Hochspannung etwas fehlen mag und das Geschehen streckenweise etwas zu vorhersehbar erscheint, wird man mit überdurchschnittlich guter Thrillerkost bedient, deren Sichtung sich allemal lohnt.

Warum der Film allerdings eine so hohe Alterseinstufung erhalten hat kann man eher schwerlich nachvollziehen, schürt diese doch auch vielleicht bei vielen Leuten vollkommen falsche Erwartungen. Passagen, die diese Einstufung rechtfertigen würden, bekommt man im Prinzip nicht zu sehen, denn "Six-Pack" beinhaltet keinerlei explizite Gewaltdarstellungen, in dieser Beziehung geht es viel eher bescheiden zur Sache, was aber keineswegs als negative Kritik aufgefasst werden soll, denn die Geschichte weiss doch vor allem in atmosphärischer Hinsicht voll zu überzeugen. Gepaart mit einem soliden Spannungsbogen und überzeugenden Darstellern ergibt sich so ein Gesamtbild, das man ohne jede Übertreibung als gut bezeichnen kann. Selbst einige auf den ersten Blick unlogisch erscheinende Ermittlungsmethoden der französischen Polizei sind hierbei nicht als Schwäche anzusehen, sondern vielmehr deren Unerfahrenheit mit Serienmördern zuzuschreiben, so das die Ereignisse letztendlich doch ziemlich authentisch wirken.

"Six-Pack - Jagd auf den Schlächter" ist ganz bestimmt kein Meisterwerk, bietet jedoch sehr kurzweilige und spannende Thrillerkost, die man sich jederzeit sehr gut anschauen kann. Man sollte beachten, das die zu hohe Alterseinstufung vielleicht Erwartungen weckt, die in eine vollkommen falsche Richtung zielen, denn in Sachen Härte hält sich die Geschichte vornehm zurück. Mich persönlich hat das nicht sonderlich gestört, da mir das Werk in seiner Gesamtheit sehr gut gefallen hat und vor allem eine herrlich dichte Atmosphäre entfaltet, die ihre ganz eigende Faszination auf den Zuschauer ausübt.


Fazit:


Regisseur Alain Berberian hat mit "Six-Pack" einen sehr ordentlichen Film kreiert, den man durchaus als französische Antwort auf die vielen Hollywood-Produktionen ansehen kann, die sich der Serienmörder-Thematik widmen. Niveaumäßig zwar etwas niedriger angesiedelt bietet dieses Werk dennoch durchgehend spannende und sehr interessante Unterhaltung, die man sich auf jeden Fall einmal ansehen sollte. Trotz vieler eher negativer Kritiken hat mir der Film äusserst gut gefallen, da er auch einmal etwas anders gestaltet wurde als die ansonsten üblichen Vertreter des Genres.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Französisch DD 2.0 Stereo
Bild. 2,35:1


8/10

Sonntag, 17. März 2013

Hexen bis aufs Blut gequält

Hexen bis aufs Blut gequält
(Mark of the Devil)
mit Herbert Lom, Udo Kier, Olivera Katarina, Reggie Nalder, Herbert Fux, Johannes Buzalski, Michael Maien, Gaby Fuchs, Ingeborg Schöner, Adrian Hoven, Günter Clemens, Doris von Danwitz,
Regie: Michael Armstrong
Drehbuch: Michael Armstrong
Kamera: Ernst W. Kalinke
Musik: Michael Holm
ungeprüft
Deutschland / 1970

Zur Zeit der Hexenverfolgung: Lord Cumberland übernimmt die Aufgabe der Hexenjagd auf einem Fürstentum und löst damit den dortigen, besonders grausamen Hexenjäger ab. Lord Cumberland versteht es als seine heilige Pflicht, die Diener Satans zu jagen und unschädlich zu machen. Diese Kunst will er an seinen Schüler weitergeben. Doch der verliebt sich in eine Verdächtige...


Die Hexenverfolgung im Mittelalter ist wohl eines der dunkelsten Kapitel der Weltgeschichte und es gibt unzählige Filme, die sich eingehend mit dieser Thematik befassen. Das nun gerade aus Deutschland eines der eindrucksvollsten Werke mit diesem Thema vorliegt mag für manch einen eher etwas überraschend erscheinen, doch "Hexen bis aufs Blut gequält" zählt wohl ohne Frage zu den Klassikern dieser Filmgattung. Mit erstaunlicher Härte versehen offenbart sich dabei eine jederzeit glaubwürdige Geschichte, die einem einen sehr guten Eindruck über die damalige Epoche vermittelt und dabei mit kompromisslosen Bildern einen tiefen Einblick in diese extrem harte Zeit gewährt. Unter dem Deckmantel der Kirche wurden hier regelrechte Verbrechen an Menschen begangen und Regisseur Michael Armstrong hat insbesondere die Willkür mit der vor allem Frauen als Hexe bezeichnet wurden, sehr gut ins Bild gesetzt. Die sogenannten Beweise kann man einfach nicht für ernst nehmen, umso schockierender wirkt das ganze Geschehen jedoch durch die wahren Beweggründe, warum in dieser Zeit so viele Menschen ihr Leben verloren.

Ohne jegliche Begründungen wurde gefoltert was das Zeug hält, wobei diverse Passagen äußerst brutal in Szene gesetzt wurden. Betrachtet man einmal die alten Foltergeräte, so kann sich daraus schon eine recht schweißtreibende Angelegenheit ergeben und man möchte keinesfalls in der Lage der hilflosen Opfer sein. Dennoch kann man sich nur ansatzweise vorstellen, welche immensen Schmerzen mit den gezeigten Methoden verbunden waren und das dadurch unzählige falsche Geständnisse erzwungen wurden, ist letztendlich nur eine logische Schlussfolgerung. Teilweise kann man die körperliche-und seelische Folter fast selbst spüren, auf jeden Fall aber hinterlässt das Geschehen einen extrem nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer, der sich die ganze Zeit über alles andere als wohl in seiner Haut fühlt. Man möchte im Prinzip gar nicht glauben, wie grausam und vollkommen gleichgültig hier gehandelt wird, der Respekt vor menschlichem Leben scheint vollkommen ausgeschaltet. Dinge wie Moral erscheinen als Fremdwort, vielmehr steht ein sadistischer Aspekt im Vordergrund, denn die Verantwortlichen scheinen eine kranke Art von Freude zu empfinden, wenn sie die Opfer körperlich-und seelisch brechen wollen.

Um einen solchen Film glaubwürdig erscheinen zu lassen ist es sicherlich besonders wichtig, die für die Story wichtigen Charaktere mit guten Darstellern zu besetzen und dieser Aspekt wird bis in die kleinsten Nebenrollen nahezu perfekt bedient. Absolut herausragend sind dabei die beiden Hauptdarsteller Herbert Lom und der noch junge Udo Kier. Während der Erstgenannte ein perfektes Bild des eiskalten-und selbstgerechten Hexenjägers abgibt, spielt Kier den Zweifelnden Schüler mit einer sagenhaften Inbrunst. Eigentlich immer seinem charismatischen Meister folgend muss er mit der Zeit erkennen, das auch der Hexenjäger mit einer unglaublichen Willkür seine Urteile fällt. Weiter möchte ich auf die Thematik und die Abläufe nicht weiter eingehen, um niemandem die Spannung zu nehmen. Aber es lässt einen streckenweise schon stark erschauern wenn man sieht, das im Namen der Kirche lediglich persönliche Eitelkeiten und finanzielle Interessen im Vordergrund stehen, wegen denen unzählige Menschen aus Jux und Tollerei ihr Leben verlieren.

Im Endeffekt ist "Hexen bis aufs Blut gequält" auch nach nunmehr über vier Jahrzehnten immer noch ein Film, der im Laufe der Zeit rein gar nichts von seiner grausamen Faszination und seiner immensen Intensität eingebüßt hat. Wer dieses Werk einmal gesehen hat wird es nicht mehr so schnell vergessen, denn dafür ist der hinterlassene Eindruck viel zu nachhaltig. Die Härte und Kompromisslosigjeit, mit der einem hier die damalige Epoche näher gebracht wird ist das absolute Aushängeschild dieses Werkes. Erstklassiges Schauspiel und ein selbst für die heutige Zeit hoher Härtegrad sorgen dafür, das man selbst lange nach dem Ende des Filmes immer noch unter dessen Eindruck steht, den man erst einmal verarbeiten muss.


Fazit


Meiner persönlichen Meinung nach handelt es sich hier um einen der besten Filme, der sich mit dem Thema der Hexenverfolgung befasst. Eine glänzend aufgelegte Darsteller-Riege, eine äußerst beklemmende Grundstimmung und etliche derbe Passagen hinterlassen einen glaubwürdigen Eindruck, lassen aber auch einen schalen Beigeschmack zurück.


9/10

Freitag, 15. März 2013

Into the Sun - Kampf über den Wolken









Into the Sun - Kampf über den Wolken
(R2B: Ri-teon-too-be-i-seu)
mit Rain, Joon-sang Yoo, Seong-su Kim, Ha-na Lee, Kong-Suk Lee, Seok-won Jeong, Bong-gi Baek, Soo-ho Ha, Kyeong-hoon Jeong, Se-Kyung Shin, Jun-Sang Yu
Regie: Dong-won Kim
Drehbuch: Sang-hoon Ahn / Dong-won Kim
Kamera: Hyo-jin Kim
Musik: Jae-hak Lee
FSK 16
Südkorea / 2012

Diesmal hat es Tae-hun, Top-Pilot der berühmten "Black Eagles"-Eliteeinheit, zu weit getrieben: Wegen eines waghalsigen Manövers wird er in ein anderes Kampfgeschwader strafversetzt. Auch dort eckt er schnell mit seiner Disziplinlosigkeit an und flirtet lieber mit der hübschen Technikerin Se-young. Das alles ändert sich schlagartig, als während einer Routinemission ein Teamkollege von einem feindlichen Flieger abgeschossen wird! Schnell stellt sich heraus, dass eine nordkoreanische Splittergruppe eine Militärbasis besetzt hat, um Südkorea anzugreifen! Wird es Tae-hun und seinem Geschwader gelingen, die Kampfjets abzuwehren, die in Kampfposition unbarmherzig Richtung Grenze donnern?


Ein wenig Top Gun, ein bisschen Der stählerne Adler und noch einige andere Anlehnungen an diverse Genre-Vertreter, schon ist diese südkoreanische Produktion bestens beschrieben. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der manchmal etwas über die Stränge schlagende Kampf-Pilot Tae-hun, der sich im Prinzip an keinerlei Regeln halten will und sich somit immer wieder den Unmut seiner Vorgesetzten zuzieht. Erst als es zu einer kriegerischen Handlung einiger nordkoreanischer Offiziere kommt, vollzieht sich bei dem jungen Mann eine charakterliche Wandlung und er erlangt endlich die Ernsthaftigkeit, die für seinen Job erforderlich ist. Nun könnte man aufgrund der Inhaltsangabe annehmen, das es sich hier um einen Film handelt, der mit Action und herrlich Flug-Szenen nur so vollgestopft ist, doch in der ersten Stunde hält sich das Szenario vielmehr mit Belanglosigkeiten auf, wobei das ganze aber dennoch recht unterhaltsam gestaltet ist. So wird man ein wenig mit dem gewöhnungsbedürftigen asiatischen Humor konfrontiert der an einigen Stellen doch schon ein bisschen albern erscheint. Desweiteren bekommt man die etlichen Disziplinlosigkeiten des Hauptdarstellers präsentiert und wird gleichzeitig Zeuge einer langsam aufkommenden Liebesbeziehung.

Gerade in dieser Phase des Filmes sind die Ähnlichkeiten zu Top Gun absolut nicht zu leugnen und nachdem nun schon über die Hälfte des Szenarios vorbei ist, hält nun endlich auch die Action und eine Menge Spannung Einzug in die Geschichte. Fast schlagartig verändert sich auch die Grundstimmung des Geschehens, denn war die erste Stunde noch hauptsächlich von Unbeschwertheit und Humor geprägt, so lassen sich nun richtig bedrohliche Züge erkennen. Ein Atomkrieg steht kurz bevor und von südkoreanischer Seite aus versucht man mit einer mehr als heiklen Mission, das Schlimmste zu verhindern. Beschwert man sich als Betrachter zumeist immer über den arg patriotischen Anstrich der meisten US-Filme, so gestaltet sich auch "Into the Sun - Kampf über den Wolken" nicht unbedingt politisch neutral. Fast schon selbstverständlich wird Südkorea als die gute Seite und Nordkorea als die Macht des Bösen dargestellt. Fairerweise sollte man dabei jedoch anmerken, das es sich bei den nordkoreanischen Aggressoren um eine Splittergruppe handelt, die Offiziere aus den eigenen Reihen getötet hat, um eine Militär-basis zu besetzen, die mit Langstrecken-Raketen ausgestattet ist.

Die zweite Hälfte des Filmes bietet dann auch das, was man sich letztendlich von dieser Produktion erwartet, nämlich sehr gut ins Bild gesetzte Flug-Szenen und eine Menge Action. Nun geht es also richtig rund und es präsentiert sich der typische Stoff, aus dem Helden geboren werden. Einige im Netz zu findende Kritiken über diesen Film fallen ja eher schlecht aus was sicherlich auch darin begründet ist, das man in der ersten Stunde ein bisschen zu viel Belanglosigkeiten serviert bekommt, bevor es dann endlich ans Eingemachte geht. Dennoch erscheint das Werk im Prinzip in einem relativ guten Licht und kann letztendlich auch als gutes Gesamtpaket bezeichnet werden. Allerdings hätte man die Einführungs-Phase der Geschichte auch durchaus etwas kürzer halten können, um die Kriegshandlungen ein wenig ausführlicher zu gestalten. Dafür bekommt man jedoch eine sehr gute-und intensive Charakter-Zeichnung der Hauptfigur geboten, die man auch von Beginn an in sein Herz schließt und mit etlichen Sympathie-Punkten versieht.

Im Endeffekt ist "Into the Sun - Kampf über den Wolken" ein durchaus sehenswerter Blockbuster, den man jedoch etwas ausgewogener hätte inszenieren können. Zwei vollkommen unterschiedliche Film-Hälften mögen manch einem eher störend erscheinen, doch insgesamt gesehen ergibt sich immer noch ein Werk, das sich etwas über dem üblichen Durchschnitt ansiedelt. Etwas weniger von dem manchmal albernen Humor und etwas mehr Ernsthaftigkeit hätten einen noch besseren Gesamteindruck entstehen lassen. Dennoch entschädigt insbesondere das letzte Drittel des Filmes für Vieles, auf das man in der ersten Stunde vergeblich gewartet hat, so das sich eine Sichtung dieses Werkes allemal lohnt.


Fazit:


Die offensichtlichen Anlehnungen an diverse Genre-Kollegen sollte man nicht unbedingt negativ auslegen, denn auch ohne die nötige Eigenständigkeit handelt es sich immer noch um ein kurzweiliges Film-Vergnügen, das einem Regisseur Dong-won Kim hier präsentiert. Kurzweilige Unterhaltung ist garantiert und auch wenn es sich bestimmt um kein filmisches Meisterwerk handelt, kann man jederzeit eine Sichtung wagen, ohne dabei Zeit zu verschwenden.


6,5/10

Donnerstag, 14. März 2013

Lost (TV - Serie)









Lost
(Lost)
mit Matthew Fox, Evangeline Lilly, Korge Garcia, Naveen Andrews, Josh Holloway, Daniel Dae Kim, Junjin Kim, Terry O'Quinn, Emilie de Ravin, Michael Emerson, Henry Ian Cusick, Dominic Monaghan, uvm.
Regie: J.J. Abrams / Jack Bender u.a
Buch: J.J. Abrams / Jeffrey Lieber u.a
Kamera: John S. Bartley / Cort Fey u.a
Musik: Michael Giacchino
keine Jugendfreigabe
USA / 2004

Nach einem Flugzeugabsturz finden sich die 48 Überlebenden auf einer einsamen Insel wieder. Rettung ist nicht zu erwarten und so müssen sich die verschiedenen Charaktere zusammenraufen und sich ein neues Leben fernab der zivilisierten Welt aufbauen. Die Überlebenden haben dabei nicht nur mit Spannungen untereinander zu kämpfen. Auf der Insel gehen nämlich obendrein noch mysteriöse Dinge vor sich, die ihr Leben bedrohen.


Von nicht wenigen Leuten wird "Lost" als die genialste Serie aller Zeiten bezeichnet, wobei das ganz bestimmt im Auge des Betrachters liegt. Eines dürfte jedoch auf jeden Fall feststehen, hier bekommt es der Zuschauer mit einer der besten Serien zu tun, die je das Licht der TV-Welt erblickt haben. Die eingefügte Inhaltsangabe sollte ganz bewusst so knapp gehalten werden, denn die Komplexität des Geschehens lässt sich keinesfalls in einigen Sätzen beschreiben. Zudem sind die wenigen Worte vollkommen ausreichend dafür das man den Einstieg in das Szenario problemlos schafft und alles darauf folgende muss man ganz einfach selbst gesehen haben, um die Brillanz dieses Formates zu erkennen, das sich mit jeder Staffel neu erfindet und dabei immer beste Unterhaltung bietet. Der Einstieg in die Serie gestaltet sich noch recht einfach und man bekommt das Gefühl vermittelt, das es sich definitiv um ein ziemlich normales Abenteuer-Format handelt, das mit äußerst charismatischen Darstellern besetzt ist. Doch schon ziemlich schnell bekommt man die ersten übernatürlichen Elemente serviert und kann so erahnen, das "Lost" weitaus mehr zu bieten hat als normale Abenteuer-Kost. Die große Stärke ist dabei darin begründet, das sämtliche Staffeln von einer extrem mysteriösen-und geheimnisvollen Atmosphäre umgeben sind, die beim Betrachter schon sehr schnell einen gewissen Sucht-Faktor auslösen, dem man sich beim besten Willen nicht entziehen kann.

Die Macher haben es vortrefflich verstanden einen dramaturgisch erstklassigen Spannungsbogen aufzubauen, um so die ungeteilte Aufmerksamkeit des Zuschauers für sich zu gewinnen. Dabei taucht man immer tiefer in das komplexe Universum der geheimnisvollen Insel ein, die ein scheinbar unergründliches Sammelsurium an unerklärlichen Phänomenen darstellt und die Überlebenden des Flugzeug-Absturzes vor immer neue Rätsel stellt, die alles andere als leicht zu lösen sind. Es ist in erster Linie die außergewöhnliche Mischung aus Abenteuer-und Mystery, die hier einen ganz besonderen Reiz ausübt, zudem sind die Charaktere eine weitere Stärke, die den großen Erfolg von "Lost" ausmachen. Und unterschiedlicher könnten diese kaum sein, man bekommt es mit Ärzten, Betrügern und ganz normalen Gut-Menschen zu tun, so das die Bandbreite der einzelnen Figuren kaum stärker ausgeprägt sein könnte. Häppchenweise werden dabei in immer wieder eingefügten Flashbacks die einzelnen Personen skizziert, wobei man von den unzähligen Haupt-Figuren eine mehr als tiefgehende Beleuchtung erhält. Und so kann man äußerst schnell eine starke Beziehung zu den einzelnen Menschen herstellen und entwickelt auch sehr große Sympathien für den Großteil der Darsteller. Selbst eher als böse eingestufte Charaktere können einen dabei für sich einnehmen, erfährt man doch im Laufe der Zeit im Prinzip alles über sämtliche Vorgeschichten und kann so manche Handlungen ganz anders betrachten-und nachvollziehen.

Natürlich lässt es sich bei einer solchen Serie nicht vermeiden, das im Laufe der Zeit auch diverse Sympathieträger ihr Leben lassen müssen, wobei es zumeist auch noch sehr emotional zugeht. Damit sind wir dann auch schon bei der nächsten Stärke angelangt, denn "Lost" bietet nicht nur extrem kurzweilige-und spannende Unterhaltung, das Format schafft es geradezu spielend, das man sich auch gefühlsmäßig in das Szenario involviert. Man freut sich mit seinen Helden über erfreuliche Ereignisse, versucht mit ihnen zusammen die mysteriösen Rätsel zu lösen, leidet aber auch gleichzeitig mit, wenn schmerzhafte Abschiede anstehen. Wenn man behauptet, das einen diese Serie sowohl psychisch wie auch physisch mitnimmt ist das keinesfalls übertrieben, denn eher selten fühlt man sich bei einem anderen Serien-Format so dermaßen in die Abläufe integriert, wie es hier der Fall ist. Und immer wenn man der Meinung ist das endlich einmal ein wenig Ruhe zum Entspannen einkehrt, belehrt einen das Geschehen eines Besseren. Kleinere Rätsel werden gelöst und ziehen aber sofort neue Fragen nach sich, die erst in der letzten Staffel endgültig aufgelöst werden. Fairerweise sollte man anmerken, das insbesondere die sechste-und letzte Staffel an einigen Stellen etwas arg konstruiert erscheint, obwohl die Grundgeschichte um die Insel bis zum Ende konsequent weitererzählt wird. Dennoch sind im finalen Teil kleinere Schwächen zu erkennen, die aber meiner Meinung nach das herausragende Gesamtbild nicht wirklich beeinträchtigen.

Letztendlich hat J.J. Abrams (Alias - Die Agentin) hier etwas auf den Weg gebracht, das eine ungeheure Faszination ausstrahlt und einen von der ersten bis zur letzten Episode wie magisch in seinen Bann zieht. Der mysteriöse Strudel in den man ganz unweigerlich hineingezogen wird, entfaltet fast schon eine hypnotische Wirkung und präsentiert eine Gesamt-Inszenierung, die man im Endeffekt nur als absolut grandios bezeichnen kann. Dabei bietet das "Lost-Universum" immer neue Überraschungen und Höhepunkte, die man kaum in Worte fassen kann sondern selbst gesehen haben muss, um die Genialität dieser einmaligen Serie auch wirklich zu erkennen.


FaziT:


"Lost" ist alles andere als eine stinknormale 08/15 Serie, hier verbinden sich auf eine hervorstechende Art Abenteuer, Mystery-und Fantasy-Elemente zu einem Gesamtbild, das einen mehr als nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Und selbst wenn man die endgültige Auflösung kennt, bietet sich hier auf jeden Fall ein Format mit Wieder-Schauwert, das man auf keinen Fall ungesehen an sich vorbeiziehen lassen sollte, da man ansonsten wirklich etwas verpasst hat.


9/10

Dienstag, 12. März 2013

Blood Beach - Horror am Strand









Blood Beach - Horror am Strand
(Blood Beach)
mit David Huffman, Marianna Hill, Burt Young, Otis Young, Lena Pousette, John Saxon, Darrell Fetty, Stefan Gierasch, Eleanor Zee, Pamela McMyler, Harriet Medin, Mickey Fox, Laura Burkett
Regie: Jeffrey Bloom
Drehbuch: Jeffrey Bloom / Steven Nalevansky
Kamera: Steven Poster
Musik: Gil Melle
FSK 16
USA / 1980

Ein heißer Sommertag im kalifornischen Santa Monica. Der Strand ist voller Menschen. Da verschwindet ein Junge. Die Mutter ist entsetzt. Als kurz darauf auch noch eine Frau spurlos im Sand verschwindet, ist die Panik perfekt. Der Strand wird geschlossen. Ein geheimnisvolles Monster zieht seine Opfer erbarmungslos in den Sand. Zurück bleibt nur ein Loch, in dem es geheimnisvoll pulsiert. Die Polizei beginnt, den Strand systematisch abzusuchen, um das Monster zu fassen. Zunächst mit Erfolg, wie man glaubt. Aber das Schreckliche passiert immer wieder und der Strand pulsiert jetzt an vielen Stellen...


Im Normalfall ist es wohl der Traum vieler Menschen, wenn man ein Haus genau am Strand besitzt. Für die Bewohner von Santa Monica stellt sich dieser Umstand jedoch als echte Bedrohung dar, verschwinden doch auf einmal etliche Menschen auf ungeklärte Weise am Strand des malerischen Küsten-Städtchens. Der Sand scheint sie verschlungen zu haben und der Grund dafür bleibt sehr lange im Verborgenen, was einige Leute auch als Manko dieses Filmes ansehen. Dabei bezieht die leicht trashig angehauchte Geschichte doch gerade aus diesem Aspekt einen dramaturgisch gelungenen Spannungsaufbau, da man fast während des gesamten Geschehens mit dieser unsichtbaren Bedrohung konfrontiert wird, die sich erst wenige Minuten vor dem Ende auch dem Auge des Zuschauers präsentiert. Was man dann zu sehen bekommt, ist aus heutiger Sicht ganz bestimmt nicht das Gelbe vom Ei und auch jeine wirkliche Überraschung, trägt aber ungemein zum insgesamt hohen Unterhaltungswert des Filmes bei.

Kenner dieser Art von Film können sich sicherlich schon frühzeitig denken, das es sich um eine Art monsterartiges Wesen handelt, das seine Opfer durch den Sand unbarmherzig in die Tiefe zieht um sie zu töten, was jedoch keinesfalls das atmosphärische Szenario auch nur im Geringsten negativ beeinflusst. "Blood Beach" zählt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zu den Meilensteinen des Horror-Genres, ist aber immerhin eine kleine Perle der 80er Jahre, die von etlichen Menschen vollkommen zu Unrecht unterbewertet wird. Die Story ist nicht unbedingt sensationell und geht schon gar nicht in die Tiefe, aber sie ist absolut ausreichend für gut 90 Minuten erstklassige Unterhaltung, an der man seine helle Freude haben kann.

Der leicht skurrile Anstrich der Ereignisse ergibt sich hauptsächlich durch die Art des Verschwindens diverser Leute, denn nicht jeden Tag bekommt man Werke präsentiert, in denen die Opfer einfach im Sand einsinken und daraufhin nie wieder gesehen werden. Zudem finde ich persönlich das es sogar ein richtig guter Schachzug von Regisseur Jeffrey Bloom war, die Ursache für die Todesfälle so lange im Dunkeln zu halten, auch wenn viele Leute das anders sehen und "Blood Beach" insbesondere wegen dieses Aspektes niedrig bewerten. So aber befindet man sich als Betrachter auf dem genau gleichen Wissensstand wie die ermittelnden Kriminal-Beamten und kann seiner Fantasie im Bezug auf die Identität des "Mörders" freien Lauf lassen. Und auch wenn man ahnt auf was die Geschichte letztendlich hinausläuft, macht es doch einen ungemeinen Spaß, sich die Ursache für das Morden in sämtlichen Fawcetten vorzustellen. So erscheint es für mich auch absolut ausreichend, das man erst kurz vor dem Ende vor Augen geführt bekommt, wer denn letztendlich die ganzen Menschen getötet hat

Letztendlich ist "Blood Beach - Horror am Strand" ein extrem kurzweiliges-und unterhaltsames Horror-Filmchen, das man sich auch nach nunmehr über 3 Jahrzehnten immer noch gut anschauen kann. Leicht skurrile Züge, eine nette Story und ein spannend-atmosphärisches Gesamtergebnis sorgen dafür, das man hier jederzeit eine ganz klare Empfehlung aussprechen kann.


Fazit:


Jeffrey Bloom hat hier einen zeitlosen Horrorfilm geschaffen, der zwar keinerlei sonderliche Härten aufweist, dafür jedoch als gut unterhaltendes Gesamtpaket daherkommt und dem Zuschauer durchgehend gute Laune bereitet.


7/10 Bild

Montag, 11. März 2013

Alex Cross









Alex Cross
(Alex Cross)
mit Tyler Perry, Edward Burns, Matthew Fox, Jean Reno, Carmen Ejogo, Cicely Tyson, Rachel Nichols, John C. McGinley, Werner Daehn, Yara Shahidi, Bonnie Bentley, Sayeed Shahidi, Chad Lindberg
Regie: Rob Cohen
Drehbuch: Marc Moss / Kerry Williamson / James Patterson (Roman)
Kamera: Ricardo Delia Rosa
Musik: John Debney
FSK 16
USA / 2012

Ein sadistischer Killer, der fast so gerne selber Schmerzen verspürt, wie er sie austeilt, foltert und ermordet reiche Geschäftsleute, die in enger Beziehung stehen zu dem französischen Waffenhändler Mercier. Detective Alex Cross, der in dem Mordfall ermittelt und gerade einen neuen Partner anlernt, vermutet, dass der Killer irgendwann Mercier selbst ins Visier nimmt. Doch der Killer schießt stattdessen erstmal jenen Menschen nieder, der Cross am nächsten steht. Daraufhin beschließt Cross, ebenfalls auf die Regeln zu pfeifen.


"Alex Cross" basiert auf dem Roman "Blood" von James Patterson und ist der zwölfte Titel aus einer in den USA sehr erfolgreichen Roman-Reihe um den gleichnamigen Polizei-Psychologen. Vor uns liegt nun schon die mittlerweile dritte Verfilmung aus dieser Reihe, gab es doch zuvor schon die beiden wunderbaren Thriller "...denn zum küssen sind sie da" und "Im Netz der Spinne", in denen jedoch Superstar Morgan Freeman in der Rolle des Alex Cross zu sehen war. Dieses Mal hat man die Hauptrolle mit Tyler Perry besetzt, was sowohl Vor-wie auch Nachteile mit sich bringt. Im Bezug auf die Action ist es ganz bestimmt kein Nachteil einen jüngeren Schauspieler mit der Rolle zu besetzen und so kann man sich schon denken, das es in vorliegendem Fall etwas actionreicher zur Sache geht als in den beiden Filmen aus den Jahren 1997 und 2001. Das Szenario gestaltet sich sehr temporeich und auch der Titelheld ist dieses Mal in etliche Kämpfe verwickelt, in denen es teils ordentlich zur Sache geht. Das wäre mit einem Morgan Freeman bestimmt nicht glaubhaft zu bewerkstelligen gewesen und hätte einen eher befremdlichen Eindruck beim Zuschauer hinterlassen. Negativ ist allerdings der Punkt, das zu keiner Zeit das klassische Thriller-Feeling der beiden Vorgänger erreicht wird, schlägt das vorliegende Szenario doch eigentlich von der ersten Minute an die Richtung des Action-Thrillers ein.

Hier ist dann ganz eindeutig der persönliche Geschmack des Zuschauers gefragt, denn wer die ersten Verfilmungen gesehen hat, dürfte das Werk von Rob Cohen mit gemischten Gefühlen betrachten. Dabei ist "Alex Cross" ein wirklich gelungener Film, dem allerdings ein wenig die Seele fehlt. So bekommt man einfach nie den richtigen Zugang zu den Ereignissen, die zwar jederzeit interessant-und spannend erzählt werden, aber doch irgendwie seltsam steril daherkommen. Ein Grund für diesen Eindruck ist mit Sicherheit der Aspekt des Hauptdarstellers, denn Perry agiert äußerst ambitioniert und gibt größtenteils auch eine recht gute Figur ab, kann aber in keiner Phase die großen Fußstapfen ausfüllen, die ein brillanter Morgan Freeman hinterlassen hat. Stellt man die beiden gegeneinander, dann ist das stärkste Manko von Perry die fehlende Ausstrahlung. Trotz seines soliden Schauspiels fehlt es im an Charisma und Charme, was andererseits aber auch vollkommen beabsichtigt sein kann, da man eventuell noch folgende Verfilmungen mit einem andersartigen Charakter fortführen möchte. Der smarte und Psychologe im Gentleman-Stil hat anscheinend ausgedient und wurde durch einen zeitgemäßeren jungen Draufgänger ersetzt, der selbst auch einmal die Fäuste fliegen lässt. Beide Varianten haben dabei ihre ganz eigenen Stärken und ein jeder muss für sich selbst entscheiden, welche er bevorzugen möchte.

Und so sollte man versuchen, "Alex Cross" als eigenständiges Werk zu betrachten und möglichst nicht den Vergleich mit den beiden an deren Verfilmungen zu Rate ziehen, da man ansonsten schwerlich zu einem möglichst objektivem Gesamteindruck gelangen kann. Hier wird etwas weniger Wert auf intelligente Detektiv-Arbeit gelegt, dafür stehen einige gut gelungene Action-Passagen im Vordergrund. Das merkt man allein schon an der Geschichte selbst, der es phasenweise ein wenig an den nötigen Thriller-Elementen fehlt, die den Betrachter so richtig in ihren Bann ziehen könnten. Die Motive des Killers werden in vorliegendem Fall fast schon ein wenig stiefmütterlich behandelt und man widmet den Zusammenhängen lediglich am Ende des Filmes einige wenige Minuten, um den ganzen Ereignissen überhaupt einen Sinn zu verleihen. Zwar ist das etwas unbefriedigend, doch dafür wird man mit einem erstklassigen Bösewicht entschädigt, der mit Matthew Fox (Jack Sheperd aus Lost) nahezu perfekt besetzt ist. Kennt man den guten Mann hauptsächlich als sympathischen Gut-Menschen aus der erfolgreichen TV-Serie, so wird man wirklich sehr positiv überrascht, wie überzeugend der Schauspieler in der Rolle des psychopathischen Killers agiert. Schon rein visuell sollte man sich dabei darauf vorbereiten, das sich einem ein vollkommen anderes Bild des Mimen präsentiert, als wie man es aus "Lost" gewöhnt ist. War der gute mann schon in der Serie ziemlich schlank und gut gebaut, so bietet sich einem hier der Anblick eines wahre Asketen. Vollkommen durchtrainiert und mit keinem Gramm überschüssigem Fett am Körper erscheint Fox äußerst drahtig und hinterlässt einen fast schon hageren Eindruck. Für seine Rolle ist das jedoch absolut passend und verleiht dieser so ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit.

Zudem war es von enormen Vorteil, nicht die gleiche deutsche Synchronstimme zu verwenden die man aus der TV-Serie kennt, denn ansonsten hätte man dem guten Matthew die Rolle des eiskalten Profi-Killers keinesfalls abgenommen. Seine Performance ist für mich persönlich der Höhepunkt des gesamten Filmes und wertet diesen auch gleich wieder eine Stufe auf. Ansonsten bewegt sich das Schauspiel der restlichen Akteure auf einem soliden Niveau, echte Wunderdinge sollte man jedoch nicht erwarten. So ist beispielsweise ein Jean Reno in seiner Nebenrolle vollkommen unterfordert und kann hier leider keine wirkliche Kostprobe seines Könnens zum Besten geben. Ganz generell hätte es dem Film sicher nicht geschadet, wenn man auf einige Figuren verzichtet hätte, schwirren doch prinzipiell viel zu viele Personen in der Story herum, von denen jedoch keine einzige wirklich gründlich beleuchtet wird. Tiefer gehende Charakter-Zeichnungen sind also Mangelware, was "Alex Cross" auch ganz eindeutig von seinen beiden Vorgängern unterscheidet. Letztendlich bleibt aber dennoch ein überdurchschnittlich guter Film über, der die teilweise eher schlechten Bewertungen nun wirklich nicht verdient hat. Als Action-Thriller voll in Ordnung mangelt es ganz einfach ein wenig an der nötigen Tiefe, als das man so richtig in das Szenario eintauchen könnte. Ein neuer Hauptdarsteller und ein manchmal schwächelndes Drehbuch sind etwas gewöhnungsbedürftig, dennoch eignet sich das Werk von Rob Cohen auch durchaus zur mehrmaligen Sichtung.


Fazit:


Eigentlich hat mir "Alex Cross" sehr gut gefallen, doch im Hinterkopf schwirren halt immer noch Morgan Freeman und die beiden tollen Verfilmungen "...denn zum küssen sind sie da" und "Im Netz der Spinne" herum, so das Tyler Perry es natürlich auch nicht unbedingt leicht hat, die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Dennoch hege ich die Hoffnung, das noch mehrere Romane der Reihe verfilmt werden, denn gute und interessante Filmkost ist immer gern gesehen. Und diese beiden Attribute kann man vorliegendem Film definitiv nicht absprechen.


7/10