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Dienstag, 30. April 2013

Manborg









Manborg
(Manborg)
mit Matthew Kennedy, Adam Brooks, Meredith Sweeney, Connor Sweeney, Ludwig Lee, Jeremy Gillespie, Andrea Karr, Mike Kostanski, Ivan Henwood, William O'Donnell, Brian Edward Roach, Bobby Yee
Regie: Steven Kostanski
Drehbuch: Jeremy Gillespie / Steven Kostanski
Kamera: Steven Kostanski
Musik: Brian Wiacek
keine Jugendfreigabe
Kanada / 2011

Im Krieg gegen die Hölle gefallen, als unbesiegbarer Cyborg wieder auferstanden: Dies ist die Geschichte von Manborg – der letzten Hoffnung der Menschheit. In einer dystopischen Zukunft stellt sich Manborg zusammen mit seinen kampferprobten Freunden gegen die Horden von Graf Draculon, dem Herrscher des Bösen. Ein gnadenloser Kampf bricht los, aus dem nur einer als Sieger hervorgehen kann…


Terminator trifft auf Mortal Kombat



So ganz ist dieser auf dem deutschen DVD-Cover vorhandene Schriftzug nicht von der Hand zu weisen, beinhaltet das Regie-Debüt von Steven Kostanski doch Cyborg-artige Wesen, die in einer Arena gegen menschliche Überlebende aus dem Krieg gegen die Hölle antreten müssen. So grotesk sich die Inhaltsangabe dieses Filmes dabei auch anhören mag, so sehr beinhaltet er doch einen gewissen Unterhaltungswert, den man ihm beim besten Willen nicht absprechen kann. Leider ist die von I-On Media erschienene DVD einmal mehr stark geschnitten worden, so das die bei uns erhältliche Fassung 9 Minuten weniger Material enthält als die ungeschnittene Version. Wenn man sich den Schnittbericht ansiekt merkt man schnell, das selbstverständlich die Härte des Geschehens entfernt wurde, was das Seh-Vergnügen automatisch stark einschränkt, dennoch kann man sich selbst bei der gekürzten Version des Filmes ein wenig Appetit holen, um sich später bei einer sicherlich erscheinenden Version über unsere österreichischen Nachbarn das grell-bunte Spektakel in voller Pracht anzuschauen. Einschränkend sollte man jedoch hinzufügen, das sich das wohl lediglich für Freunde des Trashfilms als lohnenswert herausstellt, denn Freunde anspruchsvoller Filmkunst werden wohl eher einen ganz großen Bogen um dieses extrem skurrile Filmchen machen.

Gewöhnungsbedürftig erscheint von Beginn an der Aspekt, das die gesamte Chose in der Bluescreen-Technik ins Bild gesetzt wurde, so das dem Geschehen durchgehend ein äußerst künstlicher Eindruck vermittelt wurde. Das Szenario ist grell-und sehr bunt gestaltet, wobei ein netter futuristischer Look verwendet wurde, der die Geschichte an sich aber auch nicht qualitätsmäßig aufwerten kann. Die Story ist nämlich mehr als nur hanebüchen, wobei ein wirklicher Handlungsstrang nur schwerlich zu erkennen ist. Im Prinzip ist dies aber auch gar nicht notwendig, denn man sollte hier schon bevor der Film überhaupt anfängt sein Gehirn leer laufen lassen, um diesen geistigen Unfug einigermaßen unbeschadet zu überstehen. Selbst den absolut hartgesottenen Befürwortern des schlechten Geschmacks dürfte das nicht unbedingt leicht fallen, denn bis auf ein vollkommen überladenes CGI-Spektakel bekommt man herzlich wenig geboten, doch für mehr war "Manborg" wohl auch gar nicht gedacht. Und so kann man dann eventuell doch seine Freude an diesem absolut sinnfreien Feuerwerk des schlechten Geschmacks seine Freude haben, nur sollte man dabei nicht die ansonsten eher übliche Messlatte für Filme anlegen, da man ansonsten einen absoluten Rohrkrepierer geboten bekommt.

Von den vollkommen hirnlosen Dialogen einmal ganz abgesehen, ist dieses Werk auch noch mit einer deutschen Synchronisation ausgestattet worden, die so ziemlich jeder Beschreibung spottet. Die meisten der Stimmen passen so gar nicht zu den dazugehörigen Figuren und sorgen so allein schon für so manch breites Grinsen im Gesicht des Betrachters. Auch die Drasteller bekleckern sich nicht gerade mit ruhm, was bei einem Film dieser Art jedoch höchstwahrscheinlich sogar beabsichtigt war. Nicht selten überkommt einen dabei das Gefühl, das man hier mitten in einer Laien-Spielgruppe gelandet ist, die ihre ersten Versuche im Bereich des Schauspiels tätigen, wobei diese doch eher ziemlich in die Hose gehen. was sich jetzt aber alles so extrem negativ anhört, sind die eigentlichen Stärken dieses Filmchens, das in irgendeiner Art und Weise die pure-und kurzweilige Unterhaltung bietet. Dazu trägt natürlich auch die Laufzeit von gerade einmal 60 Minuten bei, da es so erst gar nicht zu irgendwelchen Längen kommen kann. Wenn man dann auch noch die fehlenden 9 Minuten Härte mit einrechnet, ergibt sich ein gut 70 Minütiger Film-Spaß, den man sich getrost einmal anschauen kann.

Wem es also nicht auf Handlung, gutes Schauspiel und einen tieferen Sinn ankommt, der wird mit "Manborg" bestens bedient. Der Film befriedigt keinerlei Anspruch und besteht aus einem nicht enden wollenden CGI-Gewitter, das manchmal fast schon in den Augen schmerzt. Eine extrem groteske Mischung aus Splatter, SCI/FI, Action-und Komödie, die überhaupt keinen Nährwert beinhaltet, aber gerade aufgrund dieses Aspektes sehr viel Vergnügen bereitet. Man kommt nämlich stellenweise gar nicht mehr aus dem lachen heraus, wenn man dieses hanebüchene Szenario betrachtet, das weder logisch noch intelligent und schon gar nicht anspruchsvoll daher kommt.


Fazit:


Selten hat man in den letzten jahren einen solch filmischen Nonsens serviert bekommen, der aber andererseits einen Heiden-Spaß bereitet und die Gesichtsmuskeln ordentlich auf Trab hält. Liebhaber absurder Szenarien bekommen die volle Breitseite und dürften voll auf ihre Kosten kommen.


5/10 für die deutsche Version

Montag, 29. April 2013

Der Satan mit dem Skalpell









Das Geheimnis der blutigen Lilie
(Perché quelle strane gocce di sangue sul corpo di Jennifer?)
mit Edwige Fenech, George Hilton, Paola Quattrini, Giampiero Albertini, Franco Agostini, Oreste Lionello, Ben Carra, Carla Brait, Gianni Pulone, Carla Mancini, Georges Rigaud, Annabella Incontrera
Regie: Giuliano Carnimeo
Drehbuch: Ernesto Gastaldi
Kamera: Stelvio Massi
Musik: Bruno Nicolai
Ungeprüft
Italien / 1971

In einem mehrstöckigen Wohnkomplex mitten in Rom werden nacheinander mehrere attraktive junge Frauen ermordet. Das Fotomodell Jennifer gerät in einen Mordfall, bei dem um sie herum mehrere Menschen blutig einem Schlitzer zum Opfer fallen. Wer ist der Mörder?



Giuliano Carnimeo's Werk ist ein wirklich waschechter Giallo und beinhaltet sämtliche Zutaten, um dem Zuschauer ein wunderbares Rätsel-Spiel zu präsentieren, an dem dieser durchgehend seine helle Freude hat. Dabei erscheint die Geschichte zwar teilweise recht arg konstruiert und nicht gerade logisch, doch ist dies in vorliegendem Fall keinesfalls als negative Kritik anzusehen. Das Szenario macht nämlich richtig Spaß und lässt die Identität des Killers bis kurz vor dem Ende im Dunkeln, so das man gern einmal über die ein-oder andere inhaltliche Schwäche hinwegsehen kann. Verdächtige werden einem wirklich zur Genüge offenbart und einige Verhaltensweisen der durch die Bank misstrauisch erscheinenden Protagonisten verführen einen nicht selten dazu, sich auf einen Mörder festzulegen und etliche bewusst gelegte falsche Fährten führen in die Irre. Carnimeo achtet dabei ganz besonders darauf, das die einzelnen Figuren nicht zu offensichtlich in Verdacht geraten, dennoch ergeben sich im Laufe des Filmes immer wieder neue Kleinigkeiten und Indizien, die mehrere Figuren in den Kreis der möglichen Täter rücken. Und so entwickelt sich auch recht schnell ein dramaturgisch erstklassiger Spannungsaufbau, der von einer größtenteils knisternden Grundstimmung untermalt wird. Mit zunehmender Laufzeit bekommt man immer bedrohlichere Passagen geboten, was auch durch die erstklassige Geräuschkulisse und die musikalische Untermalung ganz besonders hervorgehoben wird.

Weist das Drehbuch stellenweise kleinere Defizite auf, so wird dies durch die kräftige Farbgebung und die herausragende Kameraarbeit von Stelvio Massi wieder ausgeglichen, teilweise bekommt der Betrachter wirklich wunderschön eingefangene Sequenzen zu Gesicht, so das man durchaus von einem visuellen Hochgenuss sprechen kann. Und auch das dargebotene Schauspiel kann sich jederzeit sehen lassen, wobei ich besonders Edwige Fenech und George Hilton hervorheben möchte. Hier wird für beide Geschlechter etwas geboten, denn handelt es sich bei Hilton doch um einen typischen Womanizer der damaligen Zeit, so ist Frau Fenech wohl ganz eindeutig der unerfüllte Wunsch so manchen Männer-Traumes. Natürlich spielt die gute Frau hier wieder einmal ein Modell und es ist allein schon ein absoluter Genuss, ihr beim posieren zuzusehen. Man kann ins Träumen geraten und schnell vergessen, das man sich in einem Film befindet. Es ist immer wieder erstaunlich, welche Sinnlichkeit von dieser wunderschönen Schauspielerin ausgeht, die Männerherzen höher schlagen lässt.

Dabei rückt sie das erotische Vollblutweib ebenso gut ins Licht wie die ängstliche-und schutzbedürftige Person, die in dieser Geschichte mit den Altlasten ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat. Mimik-und Gestik sind dabei immer nahezu perfekt, so das ihre Performance auch einen sehr glaubwürdigen Eindruck hinterlässt. Doch auch die anderen Akteure brauchen sich nicht zu verstecken, wobei einem sofort das äußerst ungleiche Ermittler-Duo der Polizei ins Auge fällt. Da ist auf der einen Seite der ermittelnde Komissar Enci (Giampiero Albertini), der einen sehr ernsten und manchmal fast schon bärbeißigen Eindruck hinterlässt. Dabei scheut er auch nicht davor zurück, in einem Verhör einmal seine Rechte kreisen zu lassen. Ihm gegenüber steht dann sein Assistent Redi (Franco Agostini), der allein optisch gesehen das genaue Gegenteil darstellt. An dieser Stelle kann man sich teilweise das Schmunzeln schwerlich verkneifen, denn der gute Redi wirkt doch zumeist wie ein trotteliger Lakai, dem selbst das Ausführen von Befehlen an so manchen Stellen schwerfällt. Diese skurrile Kombination sorgt jedoch für eine Menge Erheiterung und zeigt aber auch gleichzeitig auf, das sich das Team trotz der auffälligen Unterschiede im Endeffekt ganz gut ergänzt. Und so kann man in schauspielerischer Hinsicht im Prinzip überhaupt nichts bemängeln, was auch nicht in jedem Film dieser Art der Fall ist.

Letztendlich ist "Der Satan mit dem Skalpell" (so der Alternativ-Titel) ein absolut sehenswerter Vertreter seiner Art, der trotz manch konstruiert erscheinender Phasen eine wirklich spannende Geschichte erzählt. Zudem beinhaltet der Film auch im Gegensatz zu den meisten Genre-Kollegen eine kleine Seltenheit, denn ist der ominöse Mörder ansonsten eigentlich immer mit schwarzen Handschuhen ausgestattet, so hat man hier auf eine beige-farbene Variante zurückgegriffen. Sicherlich keine Sensation, aber immerhin ein Umstand, der doch Erwähnung finden sollte. denn ich kann mich auf Anhieb an keinen anderen Giallo erinnern, in dem das auch der Fall war. Wer also ein Liebhaber des Sub-Genres ist, sollte sich dieses Werk auf keinen Fall entgehen lassen, da die vielen positiven Aspekte ganz eindeutig überwiegen und das manchmal leicht schwächelnde Drehbuch den insgesamt hervorragenden Eindruck kaum schmälern kann.


Fazit:


Manch einer mag es vielleicht anders sehen, aber "Der Satan mit dem Skalpell ist ein ganz ausgezeichneter italienischer Giallo, bei dem man sich nur zu gern am Rätselspaß beteiligt. Falsche Fährten, gekonnt eingebaute Neben-Erzählstränge, jede Menge Spannung und eine glänzend aufgelegte Darsteller-Riege sorgen hier für ein Film-Erlebnis, das sich meiner persönlichen Meinung nach weit über dem Durchschnitt ansiedelt. Nachdem es den Film ja die ganzen Jahre nur mit deutschen Untertiteln erhältlich war, gibt es mittlerweile auch eine Doppel-Veröffentlichung unter dem Namen "Drops of Blood", in der man das Werk nun endlich auch in deutscher Sprache genießen kann. Der zweite Film der VÖ ist "Der Schwanz des Skorpions", der auch ganz eindeutig zu den besten Vertretern seiner Art gehört, so das die Anschaffung der großen Hartbox durchaus lohnenswert erscheint.


8,5/10

Samstag, 27. April 2013

Die Mörderbestien









Die Mörderbestien
(La Morte ha sorriso all' Assassino)
mit Ewa Aulin, Klaus Kinski, Angela Bo, Sergio Doria, Attilio Dottesio, Marco Mariani, Luciano Rossi, Giacomo Rossi-Stuart, Fernando Cerulli, Carla Mancini , Giorgio Dolfin, Oscar Sciamanna
Regie: Joe D'Amato
Drehbuch: Joe D'Amato / Claudio Bernabei
Kamera: Joe D'Amato
Musik: Berto Pisano
ungeprüft
Italien / 1972

Dr. Sturghes ist der Formel für das ewige Leben und das Erwecken von Toten auf der Spur. Unheimliche Dinge passieren in dem alten Schloss. Tote erwachen zum Leben, eine Katze verwandelt sich in eine mörderische Bestie und eine geisterhafte Kreatur erscheint den Lebenden zu später Stunde. Die Stunde der Mörderbestien hat geschlagen!


Bevor sich Regisseur Joe D'Amato (Absurd) hauptsächlich dem Pornofilm zuwandte, schuf er mit diesem Frühwerk einen Film, der die Meinungen der Fans ziemlich spalten dürfte. Wird "Die Mörderbestien" doch zumeist dem Sub-Genre des Giallo's zugeordnet, so präsentiert sich doch vielmehr ein gewöhnungsbedürftiger Horrorfilm mit einigen für die damalige Zeit recht blutigen Passagen, dem zudem auch noch einige übernatürliche Elemente beigefügt wurden. Der reißerische deutsche Filmtitel kann dabei wieder einmal vollkommen in die Irre führen und wird bei manch einem ganz sicher eine absolut falsche Erwartungshaltungs wecken, die letztendlich nicht erfüllt werden kann. Von Beginn an wird die Geschichte in einem eigenartigen Erzähl-Stil präsentiert, denn der Zuschauer wird ständig mit diversen Rückblenden konfrontiert, die im Zusammenspiel mit den gegenwärtigen Ereignissen zunächst so gar keinen wirklichen Zusammenhang erkennen lassen wollen. In der Folgezeit verstärkt sich dieser Eindruck sogar noch weiter, so das es fast während der gesamten Laufzeit zu diversen Verwirrungen beim Betrachter kommen kann.

D'Amato präsentiert nämlich immer nur ganz dezente Indizien, die einen auf die richtige Spur führen sollen, sorgt jedoch durch den andauernden Wechsel zwischen Vergangenheit-und Gegenwart viel eher für weitere Irritationen. Bevor man ein wirklich zusammenhängendes Gesamtbild erkennen kann vergeht eine geraume Weile und so muss man fast bis zum Ende warten, um sämtliche Puzzle-Teilchen zusammenfügen zu können. Zugegebenermaßen beeinträchtigt dieser Aspekt das Seh-Vergnügen ein wenig und dennoch entfaltet der Film seine ganz eigene Faszination, der man sich nur schwerlich entziehen kann. Trotz diverser Defizite entpuppt sich das Szenario nämlich als ziemlich spannend, woran auch einige etwas in die Länge gezogene Passagen nichts ändern können. Zudem tritt eine sehr dichte-und phasenweise bedrohlich erscheinende Grundstimmung in den Vordergrund und die Geschichte lässt streckenweise sogar eine hypnotische Wirkung erkennen, die einen immer tiefer in den Strudel der mysteriösen Ereignisse eintauchen lässt.

Was mich persönlich absolut überzeugt hat ist die fantastische Kamera-Arbeit, für die auch D'Amato selbst verantwortlich zeichnet. Von den eingefangenen Bildern geht eine ungeheure Intensität aus und die Überlappung aus Vergangenheit-und Gegenwart sorgt dafür, das man streckenweise das Gefühl vermittelt bekommt, nicht mehr genau zwischen Realität und Fiktion unterscheiden zu können. Für viele mag dies eher als negativer Kritikpunkt gelten, doch ich sehe hier viel eher eine große Stärke dieses Filmes, dessen manchmal surreal erscheinende Wirkung ein absolutes Highlight ist. Hier liegt fast schon ein Paradebeispiel für die unterschiedlichsten Empfindungen des Zuschauers vor, den mag manch einer "Die Mörderbestien" als zusammenhanglosen Schund abtun, so eröffnet sich für andere ein vollkommen anderer Blickwinkel, bei dem aus eigentlich offensichtlichen Schwächen auf einmal große Stärken werden, die dem ganzen eine unglaubliche Faszination verleihen. Etwas enttäuscht war ich eigentlich nur über die Rolle, in der Klaus Kinski hier zu sehen war, kommt der von ihm verkörperte Charakter doch im Prinzip überhaupt nicht zur Geltung und nimmt lediglich den Status eine Nebenrolle ein. Ansonsten ist aber auch das dargebotene Schauspiel der Akteure als gut anzusehen, besonders Ewa Aulin als Greta liefert eine sehr gelungene Performance ab.

Letztendlich handelt es sich hier ganz eindeutig um einen Film, der die Meinungen sicherlich stark spalten wird, wobei ich mich selbst zu denen zähle, die Gefallen an diesem Frühwerk von D'Amato finden. Denn auch wenn die Geschichte gerade bei der Erstsichtung sehr gewöhnungsbedürftig erscheint, ergibt sich zum Ende hin ein überdurchschnittlich gutes Gesamtbild. Tolle Schauplätze, eine stimmige Atmosphäre und einige blutige Einlagen sorgen für ein wirklich interessantes Film-Erlebnis, das man sich meiner Meinung nach keinesfalls entgehen lassen sollte.


Fazit:


Man mag über JoeD'Amato denken wie man will, aber mit "Die Mörderbestien" hat der gute Mann einen absolut sehenswerten Film kreiert, der auch trotz diverser Irritationen beste Unterhaltung bietet. Einige überflüssig erscheinende Szenen hätte man sich zwar durchaus sparen können, doch insgesamt gesehen kann man dieses Werk auf jeden Fall empfehlen.


7,5/10

Freitag, 26. April 2013

Die drei Musketiere (1948)









Die drei Musketiere
(The Three Musketeers)
mit Gene Kelly, Lana Turner, Vincent Price, June Allyson, Van Heflin, Angela Lansbury, Frank Morgan, Keenan Wynn, John Sutton, Gig Young, Robert Coote, Reginald Owen, Ian Keith, Richard Wyler
Regie: George Sidney
Drehbuch: Alexandre Dumas (Roman) / Robert Ardrey
Kamera: Robert H. Planck
Musik: Herbert Stothart
FSK 12
USA / 1948

Im Frankreich des 17. Jahrhunderts macht sich der junge D'Artagnan, ein Bauernsohn aus der Provinz, auf den Weg nach Paris, um sich der königlichen Garde - den Musketieren - anzuschließen. Am Hof gelingt es ihm und seinen Mitstreitern mit knapper Not, die Intrigen des Kardinals Richelieu zu durchkreuzen und die Ehre der Königin zu retten.


Nicht selten stellt man sich als Zuschauer die Frage, wie ein perfekter Mantel-und Degenfilm aussehen sollte, wobei man sich doch lediglich vorliegende Verfilmung des Romans von Alexandre Dumas anschauen müsste, um diese Frage zu beantworten. Die berühmte literarische Vorlage diente nun schon zu etlichen Verfilmungen des Stoffes um die drei Musketiere und den draufgängerischen Gascogner D'Artagnan, der in die Reihen der Musketiere aufgenommen werden will. Sicherlich mögen die Meinungen über die beste Adaption des Stoffes auseinander gehen, doch bei vorliegendem Film handelt es sich ganz bestimmt um die berühmteste Variante. Regisseur George Sidney ist es gelungen, mit diesem Werk den absolut perfekten Abenteuerfilm zu kreieren, der wirklich sämtliche Zutaten beinhaltet, die dieses Genre so außergewöhnlich sehenswert machen. Da ist zuerst schon einmal die unglaubliche Bildgewalt des Szenarios, das durch sein extrem kräftiges Spiel mit den Farben eine sehr starke Faszination auf den Betrachter ausübt. Die wundervollen Kostüme und sorgsam ausgewählte Schauplätze verleihen dem Ganzen eine hohe Glaubwürdigkeit und nicht selten entsteht dabei das Gefühl, sich in einer Zeitreise in das 17. Jahrhundert zu befinden.

Natürlich ist die Geschichte auf Hochglanz poliert, was aber keinesfalls als negativer Kritikpunkt anzusehen ist. Ist dies doch viel eher ein absolut typisches Stilmittel der damaligen Zeit, in der man ganz einfach einen strahlenden Helden erwartet. Das damit nicht unbedingt die wirklichen Verhältnisse der Zeitepoche dargestellt werden liegt ziemlich offensichtlich auf der Hand, ist jedoch keinesfalls ein Aspekt, der den Gesamteindruck beeinträchtigen würde. Man möchte eine Geschichte präsentiert bekommen in der sich Helden heraus kristallisieren, das Gute soll das Böse besiegen und das Alles soll tunlichst in einer Art und Weise geschehen, die einen absolut blendend unterhält. Wenn man sein Hauptaugenmerk auf diese Dinge richtet, dann ist Sidneys Film die allerbeste Empfehlung, die man sich nur vorstellen kann, verbindet sich doch eine grandiose Story mit wunderbar in Szene gesetzter Fechtkämpfe und eine ordentliche Prise Humor sorgt dafür, das man das gesamte Geschehen auch des Öfteren mit einem Augenzwinkern betrachten kann.

Für diesen Punkt sind hauptsächlich die vier Helden verantwortlich, von denen D'Artagnan ganz eindeutig im Vordergrund steht. Gene Kelly verleiht dem Charakter eine unglaublich charmante-und sympathische Note, so das man von der ersten Minute an von der brillanten Performance des Schauspielers begeistert ist. Dagegen wirken seine 3 Kameraden fast schon etwas blass, was allerdings auch ein wenig in der Verteilung der jeweiligen Spielanteile begründet ist, denn bis auf die Figur des Athos (Van Heflin) kommen die anderen Musketiere eher selten zur Geltung. Dafür wartet jedoch die Kehrseite der Medaille mit einem überragend auftrumpfenden Vincent Price auf, denn die Rolle des Kardinal Richelieu hätte man keinesfalls besser besetzen können. Einmal mehr stellt der großartige Mime sein schauspielerisches Können unter Beweis und verleiht dem von ihm dargestellten Charakter schon fast etwas Diabolisches. Die intrigante Natur der Figur wird absolut grandios herausgearbeitet und erhält durch die brillante Mimik-und Gestik von Price ein äußerst hohes Maß an Glaubwürdigkeit. Hinzu kommt dann auch noch eine vortreffliche Darstellung der Begriffe Gut und Böse, der sich hier durch 2 weibliche Darstellerinnen zu erkennen gibt. Während nämlich mit June Allyson als Constance ein wahrer Engel in Menschengestalt erscheint, mimt die große Lana Turner die berühmte Lady de Winter, die an Boshaftigkeit kaum zu überbieten ist. Man merkt also, das in diesem Film nichts dem Zufall überlassen wurde und man die jeweiligen Charaktere absolut perfekt besetzt hat. Überraschenderweise ist die für die damalige Zeit oft übliche Theatralik beim Schauspiel sehr dezent gehalten, lediglich einige Passagen in denen sich Lana Turner in Gefangenheit befindet, erinnern stellenweise an ein dezentes Overacting, das man diesem herausragendem Film jedoch nicht zum Vorwurf machen sollte, da es den gewonnenen Gesamteindruck auch in keinster Weise trübt.

Letztendlich mag nicht jeder diese Verfilmung bevorzugen und vielleicht eher zu den neueren Adaptionen der Romanvorlage greifen. Wer jedoch einen perfekt in Szene gesetzten Abenteuerfilm sehen möchte, kommt an diesem Werk aus dem Jahr 1948 auf keinen Fall vorbei. Selbst nach über 6 Jahrzehnten weiß der Film einen immer noch in seinen Bann zu ziehen und hat rein gar nichts von seiner einzigartigen Faszination eingebüßt. Die Beschreibung zeitloser Klassiker ist hier definitiv nicht übertrieben, handelt es sich doch um eine Hollywood-Produktion, die man sich immer wieder gern anschaut. Eine grandiose Darsteller-Riege, wunderbar umgesetzte Kämpfe, jede Menge Humor und eine unglaubliche Bildgewalt sind die hervorstechenden Merkmale eines Werkes, das man ohne Übertreibung als Meisterwerk der Filmgeschichte einordnen kann.


Fazit:


Die alten Mantel-und Degenfilme sind halt immer noch die Besten und "Die Drei Musketiere" macht hier keine Ausnahme. So stellt man sich die perfekte Unterhaltung vor, die zudem auch noch familien-tauglich ist. Da schaut man auch nur zu gern einmal über die Tatsache hinweg, das in den damaligen Hollywood-Filmen nicht unbedingt die raue Note vergangener Jahrhunderte zum Vorschein kommt und stattdessen ein eher sauberes Bild einer Zeit präsentiert wird, in der es hart-und brutal zur Sache ging.


10/10

Dienstag, 23. April 2013

Agent Hamilton 2 - Rache für die Tochter









Agent Hamilton 2 - Rache für die Tochter
(Hamilton 2: Men inte om det gäller din dotter)
mit Mikael Persbrandt, Seba Mubarak, Frida Hallgren, Reuben Sallmander, Nadja Christiansson, Lennart Hjulström, Peter Eggers, Steven Waddington, Cal Macaninch, John Light, Nigel Whitmey
Regie: Tobias Falk
Drehbuch: Stefan Thunberg / Jan Guillou
Kamera: Jan Jonaeus
Musik: Philippe Boix-Vives / Jon Ekstrand
FSK 16
Schweden / 2012

Carl Hamilton, Schwedens härtester und eigensinnigster Geheimagent, geht mal wieder eigene Wege. Diesmal kommt er seiner Kollegin und guten Freundin Ewa Tanguy zu Hilfe, als ihre Tochter entführt wird. Ein mächtiger Öl-Milliardär aus Saudi-Arabien steckt hinter dem Verbrechen. In seiner Wüstenfestung hält er das Mädchen, das er zur gläubigen Muslima umerziehen will, gefangen. Wegen seiner Ölvorräte halten sich die schwedischen Behörden zurück. Zu allem entschlossen plant der Agent deshalb mit einigen wenigen Waffengefährten einen Befreiungsschlag im Alleingang. Diesmal ist die Sache sehr persönlich, denn die kleine Nathalie ist Carl Hamiltons Patenkind!


Schon im Vorfeld durfte man sehr gespannt sein, ob auch das zweite Abenteuer mit Schwedens Top-Agenten an die Klasse des ersten Teils herankommen würde. Die Frage ist ganz eindeutig mit einem klaren ja zu beantworten, auch wenn die vorliegende Geschichte nicht ganz die Intensität des Vorgängers erkennen lässt. Dieses Mal ist Carl Hamilton (Mikael Persbrandt) in einer ganz eigenen Mission unterwegs und kann nicht auf die Unterstützung seines Landes hoffen, denn politische Komplikationen verhindern, das der Top-Agent auf offizielle Hilfe hoffen kann. Wenn es sich nämlich um Öl dreht, werden auch einmal terroristische Hintergründe anders behandelt und gerade dieser Punkt kommt in der vorliegenden Geschichte sehr gut zum Ausdruck. Es ist schon erstaunlich wie schnell Verbrechen unter den Tisch gekehrt werden sollen, wenn sich alles um das schwarze Gold dreht und selbst Terroristen einen höheren Stellenwert haben als das Leben eines kleinen Mädchens.

Das Ganze ist dabei sehr glaubwürdig umgesetzt worden, so das man sich als Zuschauer äußerst gut mit den Ereignissen auseinandersetzen kann. Auch das Verhalten von Hamilton erscheint dabei logisch, auch wenn der gute Mann dabei außerhalb seiner Befugnisse agiert und sich selbst auf ein wahres Himmelfahrtskommando begibt, das doch recht wenig Aussicht auf Erfolg beinhaltet. Persbrandt agiert dabei wie gewohnt extrem cool, die Rolle des markigen Agenten scheint ihm wie auf den Leib geschneidert. Auch der oft herbeigezogene Vergleich mit einem James Bond ist nicht gänzlich von der Hand zu weisen, auch wenn sich diese schwedische Produktionen nicht ganz so spektakulär gestalten wie gerade die älteren Filme mit dem britischen Pendant. Trotzdem ist hier eine Menge an Klasse zu verspüren und besonders die nüchterne-und knallharte Darstellung von Persbrandt erscheint absolut passend, man kann sich jederzeit mit der Hauptfigur identifizieren, die einen äußerst authentischen Eindruck hinterlässt.

Und dennoch zeigt die Hauptfigur auch menschliche Gefühle, was man ihr im ersten Moment gar nicht so richtig zutraut. Und gerade weil diese menschlichen Regungen auf eine eher unterkühlte Art dargestellt werden, erscheinen sie so unglaublich realistisch, denn theatralische Gefühlsausbrüche würden ganz einfach nicht zum Charakter des Agenten passen. Und so merkt man trotz der fast stoischen Mimik des Hauptdarstellers ganz deutlich, wie sehr ihm die Entführung seines Patenkindes an die Nieren geht und er Himmel und Hölle in Bewegung setzt, um das Mädchen aus den Klauen seiner Entführer zu befreien. Das Ganze gestaltet sich dann auch phasenweise recht actionreich, wobei Regisseur Tobias Falk sorgsam darauf bedacht ist, das die Szenerie zu keiner Zeit in überflüssigem Aktionismus versinkt. Die vorhandenen Passagen sind sehr gut über die gesamte Laufzeit verteilt, so das die Ereignisse zu keinem Zeitpunkt überladen erscheinen. Für den gewonnenen Gesamteindruck des Filmes ist das nicht unerheblich, denn so werden die realistisch wirkenden Geschehnisse noch einmal zusätzlich hervorgehoben und bieten dem Zuschauer einen absolut erstklassigen Agenten-Thriller.

Im Endeffekt steht dieses zweite Abenteuer des schwedischen Top-Agenten seinem Vorgänger in kaum etwas nach. Zwar entsteht nicht mehr dieser einzigartige Wow-Effekt, den die Figur im ersten Fall hinterlassen hat, denn mittlerweile vermeint man, den knallharten Hamilton schon in-und auswendig zu kennen. Dieser Aspekt ist jedoch noch nicht einmal als negativer Kritikpunkt anzusehen, denn Mikael Persbrandt hinterlässt einmal mehr einen unglaublich sympathischen Eindruck. Auch der Aspekt, das hier etwas weniger Action als im ersten Teil vorhanden ist sehe ich nicht als Nachteil an, denn in seiner Gesamtheit wirkt die Geschichte äußerst stimmig und rund. Die fast unterkühlte Grundstimmung des Ganzen verleiht der Story ein einzigartiges Flair, das die Glaubwürdigkeit der Ereignisse noch einmal zusätzlich unterstützt. Und so kann man nur hoffen, das noch weitere Verfilmungen folgen werden, denn die Figur des Carl Hamilton beinhaltet genügend Potential für eine gesamte Reihe, an der man sich bei vorliegender Qualität der einzelnen Fälle ganz sicher erfreuen könnte.


Fazit:


Auch der zweite Fall des schwedischen Agenten beinhaltet wieder einmal genügend Zündstoff für ein ungemein interessantes-und sehr spannendes Film-Erlebnis. Ein cooler Hauptdarsteller, gelungene Action-Passagen und eine gut umgesetzte Geschichte lassen einen zu einem sehr guten Gesamteindruck gelangen, so das man hier eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen kann.


7/10

Montag, 22. April 2013

Phantasm IV - Oblivion









Phantasm IV
(Phantasm IV : Oblivion)
mit A. Michael Baldwin, Reggie Bannister, Bill Thornbury, Heidi Marnhout, Bob Ivy, Angus Scrimm, Christopher L. Stone, Chloe Kay, Sylvia Flammer, David Gasster, Sasha Kassel, Aidan Kassel
Regie: Don Coscarelli
Drehbuch: Don Coscarelli
Kamera: Chris Chomyn
Musik: Reggie Bannister / Steve Morrell / Fred Myrow / Malcolm Seagrave / Christopher L. Stone
FSK 18
USA / 1998

Seit Jahren führt der "Tall Man" einen grauenhaften Krieg gegen die Menschheit und bevölkert die Welt langsam mit seiner Legion von Untoten. Aber zwei vom Schicksal auserwählte Helden, Mike und Reggie haben sich geschworen, den Ansturm des Schreckens zu stoppen. Indem sie sich selbst durch ein Tor in das Zeit-Raum-Kontinuum schleudern, sind sie in der Lage, einen lebenswichtigen Anhaltspunkt aus der Vergangenheit ihres Feindes ans Licht zu befördern, der vielleicht dem Horror ein Ende setzen wird. Doch der "Tall Man" ist nicht so einfach zu besiegen. Er versammelt seine dunkle Armee für einen letzten Angriff, der einem das Blut in den Adern erstarren läßt. Michael und Reggie müssen jetzt nicht nur um ihr eigenes Leben kämpfen sondern für die Zukunft der gesamten Menschheit...


Dieser bisher letzte Teil der "Phantasm - Reihe" ist worl der mit Abstand schwächste Film, das steht wohl ausser Frage. Egal, ob es nun am Budget lag, oder ob es noch andere Gründe gab, Don Coscarelli hat sich selbst und vor allem den Fans nicht gerade einen Gefallen getan. Fast alles, was die bisherigen 3 Filme ausgezeichnet hat, vermisst man hier fast völlig. Zu belanglos erscheint das Gesamtszenario und es fällt dem Zuschauer streckenweise nicht unbedingt leicht, die volle Konzentration aufrechtzuerhalten. Der Film siedelt sich maximal auf TV-Niveau an und kann in keinster Weise an die Qualität der 3 vorherigen Teile der Reihe anknüpfen, selbst der reine Unterhaltungswert hält sich in äusserst überschaubaren Grenzen.

Zeichneten sich die Vorgänger noch durch eine sehr dichte und bedrohliche Grundstimmung, einem straff gespannten Spannungsbogen und auch durch etwas Action und härtere Szenen aus, so fehlen diese Zutaten hier fast gänzlich. Teilweise kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, das es sich um eine billige TV - Produktion handelt, deren Story irgendwie seltsam zusammengestückelt wirkt. Der Zuschauer wird mit ständigen Rückblenden berieselt, die alles erklärbarer machen sollen. Und dann gibt es noch die, wie ich finde, ziemlich dürftigen Erklärungsversuche über die Herkunft des "Tall Man", die den Zuschauer vollkommen unbefriedigt zurücklassen. Gerade in dieser Beziehung hätte man von Coscarelli doch etwas mehr erwartet, aber so erhält die von Haus aus schon recht dürftige Story noch einmal zusätzlich einen sehr faden Beigeschmack.

Was hier aber am meisten fehlt, ist die sehr unheilvolle Stimmung, die man von dieser Filmreihe kennt, die Story plätschert hier ziemlich belanglos und ohne irgendwelche Highlights vor sich hin und ist zu keiner Zeit in der Lage, den Betrachter zu faszinieren, oder gar zu fesseln. Lediglich das Ende lässt mal wieder Hoffnung aufkommen, das die Geschichte noch weitergeht, aber wenn, dann bitte wieder mit der gewohnten Qualität. Denn das, was man als Fan der Reihe hier geboten bekommt, kann man letztendlich einfach nur als enttäuschend einstufen und ärgert sich sogar teilweise über die vergeudete Zeit, die man in diesen Film investiert hat und sicher andersweitig besser hätte nutzen können.

Ganz generell stößt die Phantasm-Reihe ja seit dem ersten Teil nicht nur auf positive Meinungen, viele Horror-Fans können die teilweise vorhandene Begeisterung für diese Filme nicht nachvollziehen. Kann man in dieser Beziehung bei den Teilen 1-3 moch mit recht guten Gegenargumenten aufwarten, so muss man sich bei vorliegendem Abschluss der Reihe doch die Frage stellen, ob Coscarelli nicht beser schon nach dem dritten Film hätte aufhören sollen. "Phantasm IV - Oblivon" ist es jedenfalls nicht wert, mit den Vorgängern in einem Atemzug genannt zu werden, da ihm fast sämtliche Zutaten fehlen, die diese Reihe bisher so absolut sehenswert gemacht hat.




4/10

Sonntag, 21. April 2013

Phantasm III









Das Böse III
(Phantasm III - Lord of the Dead)
mit Reggie Bannister, A. Michael Baldwin, Bill Thornbury, Gloria Lynne Henry, Kevin Connors, Cindy Ambuehl, John Davis Chandler, Brooks Gardner, Angus Scrimm, Irene Roseen, Sarah Scott Davis, Duane Tucker
Regie: Don Coscarelli
Drehbuch: Don Coscarelli
Kamera: Chris Chomin
Musik: Fred Myrow / Christopher L. Stone
FSK 18
USA / 1994


Nachdem Reggie den schwerverletzten Mike vor dem Tall Man retten konnte, sehen sich beide bereits im Krankenhaus erneut seinen Angriffen ausgesetzt. Die Flucht von dort endet für Mike in den Fängen des Tall Man. Nun ist Reggie auf sich allein gestellt, doch er gibt nicht auf. Um Mike aus den Fängen des Tall Man zu befreien macht er sich auf den Weg zu dem Mausoleum von Holtsville, wo sich ein riesiges Krematorium befindet. Das Grauen nimmt seinen Lauf und es kommt zum alles entscheidenen Kampf...



Diesmal hat es nur 6 Jahre gedauert, bis der von den Fans sehnlichst erwartete dritte Teil erschien. Aber auch hier hat sich wieder einmal bewahrheitet, das es oft besser ist, sich etwas mehr Zeit für ein Projekt zu lassen, denn das hier vorliegende Endprodukt ist wieder einmal mehr als gelungen. Damit hat Don Coscarelli etwas geschafft, was man bei einer mehrteiligen Reihe eigentlich eher sehr selten erlebt, die Teile konnten nicht nur die Qualität des Vorgängers halten, sie haben sogar noch an Klasse dazugewonnen. In diesem Teil avanciert der sympatische Reggie zum alleinigen Helden, da Mike vom Tall Man entführt wird und nur sporadisch auftritt. Doch ganz allein ist Reggie trotzdem nicht, denn auf seiner jagd nach dem großen Mann erhält er Unterstützung von einem kleinen, aber sehr aufgeweckten Jungen und einer dunkelhäutigen Kampf - Amazone. In einem riesigen Krematorium in Holtsville kommt es zum finalen Endkampf....

Dieser mittlerweile dritte Teil der Phantasm - Reihe ist mit Sicherheit der härteste, denn hier wurde im Bezug auf blutige Szenen doch noch eine ordentliche Schippe draufgelegt. Wer jetzt aber denkt, das darunter die anderen Vorzüge, die diese Reihe bis jetzt so ausgezeichnet haben, darunter leiden mußten, der sieht sich getäuscht. Bei vielen anderen Filmen sieht man es leider oft, das aufgrund steigender Härte die Story oder auch die Atmosphäre darunter leidet, aber davon kann hier nicht die rede sein.

Die Geschichte wird sehr interessant und spannend weitererzählt und Coscarelli ist es wieder gelungen, den Film mit dieser fantastischen unheimlichen Grundstimmung zu versehen, von der man sich als Zuschauer nur zu gern wieder gefangennehmen und fesseln lässt. Während des gesamten Films kommt nicht eine Minute lang so etwas wie Langeweile auf, das sehr hohe Spannungsniveau zieht sich hier konstant durch den gesamten Film, ohne auch nur die Spur eines Spannungseinbruchs anzudeuten. Besonders erwähnenswert ist auch die Tatsache, das Coscarelli hier einen ganz neuen Aspekt eingebracht hat, indem er Zombies mit in die Story eingebaut hat. Hatte er sich doch bis jetzt immer nur der Silberkugeln als Mordwerkzeuge bedient, so ist das eine sehr gute Idee gewesen und bringt zusätzlich noch etwas Abwechslung in den Film.

Die Darsteller sind allesamt sehr überzeugend und spielen sehr glaubhaft die ihnen zugedachten Rollen. Vor allem Reggie Bannister ( Reggie ) avanciert in diesem Teil zum absoluten Sympatieträger und Helden, nachdem er ja schon im zweiten Teil eine absolut tragende Rolle inne hatte. Doch spätestens mit diesem Film ist er die eigentliche Hauptperson der gesamten Geschichte. So kann man schlußendlich festhalten, das "Phantasm II" noch einmal einen kleinen Qualitätszuwachs im Gegensatz zu seinen Vorgängern zu verzeichnen hat und wieder einmal mit einem, wie sollte es auch anders sein, offenem Ende aufwartet, das den Zuschauer wieder mit der Hoffnung auf einen weiteren Teil zurücklässt, der ja auch noch folgen sollte, dazu aber an anderer Stelle mehr.




9/10

Samstag, 20. April 2013

Metamorphosis









Metamorphosis
(Metamorphosis: The Alien Factor)
mit Matt Kulis, Patrick Barnes, Tara Leigh, Dianna Flaherty, Katherine Zomaine, Marcus Powell, Tony Gigante, Greg Sullivan, George C. Colluci, Allen Lewis Rickman, Michael D'Andrea
Regie: Glenn Takakjian
Drehbuch: Glenn Takakjian
Kamera: John Corso / Phil Gries
Musik: keine Information
juristisch geprüft
USA / 1990

In einem amerikanischen Labor wird mit Genen von Aliens experimentiert. An Versuchstieren kann man erahnen, was passiert, wenn man mit diesen Zellen in Berührung kommt. Man mutiert zu einem schrecklichen Monster! Als sich bei einem Experiment ein Arzt verletzt, nimmt das Schicksal seinen Lauf: Langsam aber sicher mutiert er zu einer hungrigen Bestie. Der skrupellose Direktor des Institutes denkt gar nicht daran, die Öffentlichkeit zu informieren. Statt dessen heuert er zwei Männer an, die Mutation zu fangen. Die Töchter des Arztes trauen den unsicheren Aussagen des Chefs nicht und schleusen sich heimlich ins Labor ein, um selbst zu erfahren, was mit ihrem Vater geschehen ist. Doch die Wahrheit hätten sie sich in ihren schlimmsten Alpträumen nicht auszumalen gewagt...


"Metamorphosis" zählt sicherlich nicht zu den Filmen, die durch Innovation und neuen Ideen von sich reden machen, denn die hier erzählte Geschichte hat man so oder in ähnlicher Form schon oft genug zu sehen bekommen. Dennoch offenbart sich dem Betrachter eine recht kurzweilige Story, die eine gelungene Mixtur aus SCI/FI-und Horror darstellt. Wirklich ernst sollte man den Film jedoch nicht nehmen, erscheint das Ganze doch in einem ziemlich trashigen Gewand, was allerdings für einen äußerst hohen Unterhaltungsfaktor sorgt. Schaut man sich nur einmal die Kreaturen an die durch verschiedene Experimente auf den Plan treten, dann kann man sich diverse Schmunzler kaum verkneifen. Die Darstellung der Alien-Wesen erscheint nämlich schon recht primitiv und die anhaftende Künstlichkeit der Wesen ist absolut unübersehbar. Andererseits entfaltet sich so aber ein ganz spezieller Charme, der insbesondere den Freunden des skurrilen Films nicht verborgen bleiben dürfte.

Trotz der Vorhersehbarkeit der Ereignisse entwickelt sich durchaus eine gewisse Spannung, zudem wird das Geschehen von einer sehr ordentlichen-und manchmal sogar etwas bedrohlichen Grundstimmung begleitet, so das man sich im Bezug auf diese Dinge nicht weiter beschweren kann. Viel eher fällt das äußerst schlechte Schauspiel der Akteure ins Auge, ist doch größtenteils ein fast schon extremes Overacting zu beobachten. Für eine Trash-Granate dieser Art ist dies aber andererseits sogar ziemlich passend und fügt dem Szenario eine ordentliche Portion unfreiwilligen Humor bei. Und so sollte der Zuschauer von Beginn an darauf vorbereitet sein was hier auf ihn zukommt, nämlich ein kurzweiliger Genre-Mix, der aber auf keinen Fall an seiner Ernsthaftigkeit gemessen werden sollte, da diese im Prinzip überhaupt nicht vorhanden ist.

Dafür bekommt man jedoch einige nette Passagen geboten, in denen es auch ein wenig blutiger zugeht. Dabei bewegt sich aber alles in einem doch überschaubaren Rahmen, so das es kaum nachzuvollziehen ist, warum dieser Film denn nun indiziert ist. Eine 16er Freigabe erscheint vollkommen ausreichend, denn nach heutigen Maßstäben kommt die Geschichte doch geradezu harmlos daher. Ob Regisseur Glenn Takakjian sein Werk bewusst unfreiwillig komisch gestaltet hat oder ob die trashigen Elemente dem offenbar geringen Budget geschuldet sind mag man nur erahnen, auf jeden Fall ist hier ein B-Movie entstanden, der dem Zuschauer eine Menge Spaß bereiten kann, wenn man denn seine Freude an teils grotesken Szenarien hat.

Nach filmischen Maßstäben fällt die Bewertung dieser Produktion sicherlich recht niedrig aus, geht man jedoch nach dem reinen Unterhaltungs-Faktor, dann kann man auch gern den ein oder anderen Punkt mehr verteilen. Dafür sprechen auch die größtenteils dümmlichen Verhaltensweisen der Protagonisten und die etlichen Klischees, die reihenweise bedient werden. Das hanebüchene Ende ist dann sogar als absoluter Höhepunkt anzusehen und setzt einen äußerst gelungenen Schlusspunkt für ein wahres Sammelsurium an Skurrilitäten, an denen man sich wunderbar erfreuen kann.


Fazit:


Es muss nicht immer die ganz große Filmkunst sein, denn manchmal reicht es auch vollkommen aus wenn man einfach nur nett und kurzweilig unterhalten wird. Also einfach mal den Kopf ausschalten und sich von den hanebüchenen Ereignissen berieseln lassen, die hier in geballter Form auf einen einprasseln.


6/10

Donnerstag, 18. April 2013

Jurassic Attack









Jurassic Attack
(Jurassic Attack)
mit Gary Stretch, Corin Nemec, Vernon Wells, Michael Worth, Natascha Berg, Bryan K. Brown, Adrian Clissold, Philip Coc, Ganney Dortch, Aaron Erskine, John Frear, Chris Gabriel, Stevie Hack
Regie: Anthony Fankhauser
Drehbuch: Rafael Jordan
Kamera: Stuart Bereton
Musik: Mario Salvucci
FSK 16
USA / 2013

Während des Rückflugs von einem Einsatz, stürzt der Helikopter eines Kommando-Teams ab. Die Crew überlebt leicht verletzt und kämpft sich fortan durch einen dichten, abgelegenen tropischen Dschungel. Ihnen offenbart sich eine unerforschte verlorene Welt, die von einer längst vergessenen Spezies bevölkert wird: den Dinosauriern. Als diese die Menschen entdecken, wittern sie frische Nahrung. Die Gruppe muss schnellstens einen Weg finden aus dem todbringenden Tal zu entkommen, bevor sie zur Beute für die blutrünstigen prähistorischen Raubtiere wird.


Einmal mehr bekommt man es hier mit einem Creature-Movie zu tun, von denen man in den letzten Jahren ja förmlich überrollt wird. Dieses Mal sind Dinosaurier mit von der Partie, wodurch sich natürlich fast schon zwangsläufig der Vergleich zu Steven Spielbergs "Jurassic Park" aufdrängt. Wer nun aber aufgrund dieses Aspektes mit einer hohen Erwartungshaltung an vorliegenden Film herangehen sollte, dürfte schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit in einen Zustand der absoluten Ernüchterung geraten, denn bis auf die prähistorischen Hauptdarsteller hat "Jurassic Attack" rein gar nichts mit Spielbergs Werk gemein, denn im Bezug auf die Qualität sind beide Filme Lichtjahre voneinander entfernt. Das bezieht sich nicht nur auf einzelne Punkte, sonder auf die gesamte Inszenierung, denn hier offenbart sich dem Zuschauer wirklich die absolute filmische Schmalkost.

Das beginnt schon bei der Story an sich, deren Inhalt man auf einem halben Bierdeckel zusammenfassen könnte und die keinerlei Substanz beinhaltet. Erschwerend kommt hinzu, das man das Ganze auch noch ziemlich dilettantisch in Szene gesetzt hat, denn an allen Ecken und Enden sind etliche Defizite erkennbar, die das Seh-Vergnügen doch ganz erheblich beeinträchtigen. So sind die Macher des Filmes zwar krampfhaft darum bemüht, so etwas wie einen Spannungsbogen zu erzeugen, der jedoch letztendlich in keiner Phase des Szenarios wirklich erkennbar ist. Vielmehr plätschert das Geschehen ziemlich belanglos vor sich hin und bietet keinerlei Passagen, die auch nur annähernd erwähnenswert wären. Vielmehr präsentiert sich ein dröger Mix aus Kriegs-Action-und Dinosaurier Jagd, den man kaum schlechter hätte in Szene setzen können. Dabei fallen einem in erster Linie die extrem schlechten CGI-Effekte ins Auge, denn die Darstellung der Urzeit-Wesen ist dermaßen schlecht geraten, das es einem in den Augen wehtut.

Das nächste äußerst auffällige Manko ist das üble Schauspiel der Protagonisten, was dem Betrachter hier als Schauspiel verkauft werden soll ist schon als regelrecht hanebüchen zu bezeichnen. Die sogenannte Elite-Truppe entpuppt sich als eine Ansammlung von Menschen, die lediglich durch vollkommen unlogische Handlungsweisen auffallen und in keinster Weise einen glaubhaften Eindruck hinterlassen. Diesen Punkt bemerkt man schon sehr frühzeitig, denn die Feuergefechte in der ersten Filmhälfte sind so unglaubwürdig, das man sich an dieser Stelle vor lachen kaum halten kann. Wenn man denn so will, offenbart sich dort auch der einzige Höhepunkt des Geschehens, denn diese Passagen beinhalten so viel unfreiwillige Komik, das man von einem erhöhten Trash-Faktor sprechen kann. Dennoch fällt es verhältnismäßig schwer, "Jurassic Attack" in seiner Gesamtheit als unfreiwillig komischen Beitrag einzuordnen, denn wenn man einmal ganz ehrlich ist handelt es sich hier um eine wirklich schlechte Produktion, die hauptsächlich an der Einfallslosigkeit ihrer Macher leidet. Nun kann man bei einem solchen B-Movie nicht unbedingt eine Menge Innovation erwarten, doch sollten zumindest die nötigen Zutaten für ein kurzweiliges Film-Erlebnis enthalten sein, was hier jedoch definitiv nicht der Fall ist.

Nach gut 77 Minuten hat das Grauen dann endlich ein Ende, was man als durchaus positiven Aspekt ansehen kann. Dabei hat man auf einen Schlusspunkt gesetzt, der ebenso belanglos erscheint wie der gesamte Film. So dumm dieses Werk begonnen hat so endet es auch und im Endeffekt schließt sich der Kreis einer Inszenierung, die man nicht wirklich weiterempfehlen kann. Im Prinzip ist das eigentlich schade, denn man hätte zumindest ein kurzweiliges Spektakel umsetzen können, das dem Zuschauer einen gewissen Unterhaltungswert bietet. Stattdessen wird man jedoch mit einer langweiligen Geschichte konfrontiert, die keinerlei Zutaten beinhaltet, an die man sich später erinnern könnte.


Fazit:


"Jurassic Attack" ist im Endeffekt ein Film, den man selbst den Liebhabern des Trashs nur sehr bedingt empfehlen kann. Keinerlei Höhepunkte, eine belanglose Geschichte und eine insgesamt sehr schlechte Inszenierung machen dieses Werk kaputt. Der Unterhaltungswert bewegt sich in einem äußerst überschaubaren Rahmen und das grottenschlechte Schauspiel sorgt auch nicht unbedingt dafür, das man Gefallen an diesem müden Filmchen findet.


3/10

Mittwoch, 17. April 2013

Der Tollwütige









Der Tollwütige
(La Belva col mitra)
mit Helmut Berger, Marisa Mell, Richard Harrison, Marina Giordana, Luigi Bonos, Vittorio Duse, Ezio Marano, Claudio Gora, Alberto Squillante, Maria Pascucci, Nello Pazzafini, Antonio Basile, Sergio Smacchi
Regie: Sergio Grieco
Drehbuch: Sergio Grieco
Kamera: Vittorio Bernini
Musik: Umberto Smaila
ungeprüft
Italien / 1977

Nanni Vitale, skrupelloser Mörder und Totschläger, bricht zusammen mit seinen Komplizen aus dem Hochsicherheitsgefängnis aus. Mit kaltblütiger Brutalität startet er einen Rachefeldzug gegen all jene, die ihn damals hinter Gitter gebracht haben. Kommissar Santini heftet sich an die Fersen des unberechenbaren Psychopathen. Doch schon bald muss er erkennen, dass Nanni nicht nur äußerst raffiniert, sondern auch zu allem fähig ist. Mit Santinis Vater und Tochter als Geiseln in seiner Gewalt fordert er den Kommissar zum finalen Showdown...


Helmut Berger spielt die Hauptrolle in diesem Policiesco aus dem Jahre 1977 und liefert dabei eine exzellente Performance als mordender Psychophat ab. Dabei merkt man ihm die Spielfreude in jeder einzelnen Einstellung an und es überkommt einen nicht selten das Gefühl, das er seinen exzentrischen Lebens-Stil nahezu perfekt in die vorliegende Geschichte einbringen kann. Dadurch entsteht fast zwangsweise ein ziemlich glaubwürdiger Eindruck der Ereignisse, was dem Ganzen schon einmal etliche Pluspunkte einbringt. Dennoch ist "Der Tollwütige" nicht frei von diversen Mankos, die in einigen Phasen leider recht offensichtlich zu erkennen sind. Hauptsächlich möchte ich mich bei diesem Punkt auf das Verhalten der Polizei beziehen, deren Handlungsweisen doch manchmal recht unglaubwürdig erscheinen. Ganz besonders kommt dies zum Vorschein, als die Gangster ein Lohnbüro überfallen und dabei Geiseln nehmen.

Hier ist mehrmals die Möglichkeit zu einem erfolgreichen Zugriff gegeben, doch anstatt die gebotene Chance wahrzunehmen, verhalten sich die Beamten eher dümmlich und ermöglichen den Gangstern so die Möglichkeit zur Flucht. Diese Passagen erscheinen doch eher künstlich und trüben ein wenig den ansonsten guten Gesamteindruck dieses Werkes. Ein weiterer Minuspunkt ist sicherlich der Aspekt, das sich während des gesamten Szenarios nie der herausragende Spannungsbogen erkennen lässt, der doch so viele andere Genre-Vertreter auszeichnet. Dafür sind dann die Abläufe doch zu vorhersehbar und vermitteln dem Zuschauer auch nicht den Eindruck, das echte Überraschungsmomente auf ihn zukommen würden. Gut also, das mit Helmut Berger ein absolut überzeugender Haupt-Charakter am Start ist, der durch seine grandiose Performance so manch kleine Schwäche überdecken kann und mit seiner Omnipräsenz die Geschichte fast von allein trägt. Seine Sonderstellung wird auch im Umgang mit seinen Verbrecher-Kollegen ziemlich klar, denn in keiner einzelnen Szene kommt die Frage auf, wer in der Gruppe das Sagen hat und die Zügel in der Hand hält.

Gerade dieser Aspekt wird von Regisseur Sergio Grieco absolut grandios herausgearbeitet, denn die von Berger dargestellte Figur Nanni Vitale ist absolut unberechenbar. Dies kommt schon durch die erstklassige Mimik zum Ausdruck und so manches Mal meint man den puren Wahnsinn im Gesicht des Mörders ablesen zu können. Davon sichtlich eingeschüchtert befolgen seine Gefolgsleute auch sämtliche Anweisungen, um nicht selbst Opfer des unbeherrschten Psychophaten zu werden. Wenn man also auch im Gesamtbild der Geschichte einige offensichtliche Defizite erkennen kann, so ist die Kern-Thematik des Ganzen doch umso besser in Szene gesetzt worden. Auch der deutsche Film-Titel ist passend gewählt, erscheint einem die Hauptfigur doch größtenteils wie ein tollwütiger Hund, der ohne jegliche Skrupel etliche Leben auslöscht, ohne dabei auch nur mit der Wimper zu zucken. Dabei ist das gesamte Geschehen auf einen finalen Showdown ausgelegt, in dem Vitale und der ermittelnde Kommissar Santini aufeinander treffen. Inszeniert wurde das Finale schon fast wie in einem Western, in dem sich zwei Desperados bei einem Duell gegenüberstehen. Diesen Schlusspunkt kann man dann auch als durchaus gelungen ansehen, so das der Zuschauer letztendlich mit einem befriedigendem Gefühl aus einem Film entlassen wird, der sich trotz einiger Schwächen oberhalb des normalen Durchschnitts ansiedelt und jederzeit eine Sichtung wert ist.

"Der Tollwütige" ist also im Endeffekt kein Film ohne Fehler, doch das überragende Schauspiel von Helmut Berger lässt einen über manche Defizite generös hinwegsehen. Dazu zählt auch die immer wieder kehrende musikalische Untermalung der einzelnen Passagen, die einen manchmal schon recht monotonen Eindruck hinterlässt. Und auch wenn hier keine wirkliche Hochspannung aufkommen will, erliegt man letztendlich doch der Faszination des Geschehens, die ganz eindeutig von der charismatischen Hauptfigur ausgeht. Es gibt auf jeden Fall bessere Vertreter des Genres, aber dennoch zählt das Werk von Sergio Grieco zu den absolut sehenswerten Beiträgen, die man sich auch in der heutigen Zeit immer wieder gerne anschaut.


Fazit:


Ohne den brillanten Hauptdarsteller würde sich dieser Film gerade einmal im Durchschnitts-Bereich ansiedeln, doch allein für die mehr als gelungene Performance von Helmut Berger muss man seine Bewertung um mindestens 2 Punkte erhöhen. Diverse kleinere Schwächen sind dadurch zu verschmerzen und fallen nicht so stark ins Gewicht, wie es ansonsten wohl der Fall gewesen wäre. Eine Sichtung des Filmes erscheint also allemal lohnenswert, so das man ohne Weiteres eine Empfehlung aussprechen kann.


7,5/10

Dienstag, 16. April 2013

Lebendig begraben









Lebendig begraben
(The Premature Burial)
mit Ray Milland, Hazel Court, Richard Ney, Heather Angel, Alan Napier, John Dierkes, Dick Miller, Clive Halliday, Brendan Dillon
Regie: Roger Corman
Drehbuch: Charles Beaumont / Ray Russell
Kamera: Floyd Crosby
Musik: Ronald Stein
FSK 16
USA / 1962

Der reiche Guy Carrell befürchtet, er könne, wie einst sein Vater, aus Versehen lebendig begraben werden. Seine Verlobte nutzt seine Angst für einen skrupellosen Plan aus. Doch Guy Carrell trifft Vorkehrungen seinem scheinbar unvermeidlichen Schicksal zu entkommen - jedoch nicht ohne grausame Konsequenzen für ihn selbst und viele Beteiligte...


Nach "Der Untergang des Hauses Usher (Die Verfluchten)" und "Das Pendel des Todes" bekommt man es hier nun mit der dritten Verfilmung nach einer Geschichte von Edgar Allan Poe zu tun, für die Regisseur Roger Corman innerhalb von nur 3 Jahren verantwortlich zeichnet. Dabei präsentiert sich eine wunderbar umgesetzte Geschichte im besten Gothic Horror-Stil, die man atmosphärisch kaum besser hätte in Szene setzen können. Schon mit den ersten Szenen offenbart sich eine herrlich schaurige Grundstimmung, so das von Beginn an genau das richtige Gefühl für einen Film dieser Art aufkommt. Dabei hat Corman alle nötigen Zutaten mit einbezogen, denn ein altes-und scheinbar riesiges Herrenhaus, ein nebelverhangener Friedhof und genau die richtige Geräuschkulisse sind nahezu geschaffen dafür, einen klassischen Gruselfilm zu präsentieren, an dem jeder Klassiker-Liebhaber seine helle Freude haben dürfte.

War in den anderen beiden Filmen der charismatische Vincent Price in der Hauptrolle zu bewundern, so hat man diese bei "Lebendig begraben" mit Ray Milland besetzt, was sich jedoch keinesfalls als Nachteil herausstellen soll. Mit seinem großartigen Schauspiel trägt Milland den Film fast von ganz allein, so das sämtliche anderen Figuren fast schon zu Statisten degradiert werden. Insbesondere seine grandiose Mimik sorgt dafür, das seine panische Angst glaubwürdig zum Zuschauer transportiert wird, der die seelischen Qualen des Mannes fast körperlich nachvollziehen kann. Seine Schauspiel-Kollegen agieren zwar auch allesamt bravourös, wirken allerdings bei der Omnipräsenz des Hauptdarstellers lediglich wie nötige Staffage.

"Lebendig begraben" beinhaltet etliche Gänsehaut-Momente, die selbst nach nunmehr über 50 Jahren immer noch ganz hervorragend zur Geltung kommen und ihre Wirkung auf den Betrachter keinesfalls verfehlen. Und das geschieht ohne jegliche Effekte, lebt der gesamte Film doch nur von seinem äußerst gelungenen Spannungsaufbau und seiner absolut faszinierenden Atmosphäre, von der sich mancher Beitrag der heutigen Zeit eine ganz dicke Scheibe abschneiden könnte. Sicherlich werden viele Leute dieses Werk eher als angestaubt und antiquiert ansehen, aber Liebhaber des klassischen Horrorfilms offenbart sich vielmehr ein kleines Meisterwerk, das auch nach all den Jahren noch ganz hervorragend funktioniert.

Ganz egal wie man zu diesen Filmen steht, Corman ist es ganz vortrefflich gelungen mit den geringsten Mitteln die maximale Wirkung zu erzielen. Ein überragender Hauptdarsteller, gut besetzte Nebenrollen, eine erstklassige Dramaturgie der Ereignisse und eine Grundstimmung die wirklich ihresgleichen sucht sorgen für einen Film der absoluten Extra-Klasse. Meiner Meinung nach bekommt man es hier mit einem absoluten Paradebeispiel dafür zu tun, das es nicht immer unbedingt harte Passagen und unzählige Effekte sein müssen, um den Zuschauer für ein Szenario zu begeistern, das durch die einfachsten Dinge nachhaltig im Gedächtnis hängen bleibt.


Fazit:


Auch wenn ich mir den großartigen Vincent Price ebenso in der Hauptrolle hätte vorstellen können, so muss man Ray Milland wirklich den höchsten Respekt für seine brillante Performance zollen. Man spürt einfach in jeder einzelnen Szene, das der gute mann wirklich Ahnung von seinem Handwerk hatte, was im Prinzip auf alle Akteure der damaligen Zeit zu beziehen ist. Solch überzeugende Leistungen würde man sich auch in der heutigen Zeit des Öfteren wünschen, in der die Bezeichnung Schauspieler nur allzu oft noch nicht einmal annähernd zutrifft. Und so kommt man letztendlich zu einem wirklich hervorragendem Gesamteindruck dieses Werkes, das man ohne Weiteres als zeitlosen Klassiker bezeichnen kann, dessen Sichtung sich allemal lohnt.


9/10

Sonntag, 14. April 2013

Code Name Geronimo









Code Name Geronimo
(Seal Team Six: The Raid on Osama Bin Laden)
mit Cam Gigandet, Anson Mount, Freddy Rodriguez, Xzbit, Kathleen Robertson, Robert Knepper, Eddie Kaye Thomas, Kenneth Miller, William Fichtner, Jenny Gabrielle, Mo Gallini, Tait Fletcher
Regie: John Stockwell
Drehbuch: Kendall Lampkin
Kamera: Peter Holland
Musik: Paul Haslinger
FSK 16
USA / 2012

Pakistan, 2. Mai 2011: fast 10 Jahre nach den Ereignissen von 9/11 und nach monatelanger Vorbereitung des CIA und Militärs in geheimen Trainingslagern, durch Überwachungsaktionen und geschickte Ablenkungsmanöver fällt ein Lieutenant Commander mit seinem Team, bestehend aus den besten Navy Seals der Vereinigten Staaten, in das geheime Versteck von Osama Bin Laden ein. Alle haben nur ein Ziel: den meist-gesuchten Terroristen der Welt zu finden und der jahrelangen Suche ein Ende zu setzen - die Jagd nach dem Mann, der vor über zehn Jahren das Land, welches sich stets für unangreifbar hielt, auf eigenem Boden überfiel und somit für den Tod von knapp 4.000 Menschen verantwortlich war.


Operaton "Neptun's Spear"


So der Name der wohl wichtigsten Militäroperation der Amerikaner die in den letzten Jahren stattgefunden hat. Regisseur John Stockwell hat sich der Thematik angenommen und mit "Code Name Geronimo" die Geschichte verfilmt, die zum Tode des meistgesuchten Terroristen Osama Bin Laden geführt hat. Ob sich dabei alles genau so abgespielt hat wie es hier dargestellt wird mag man schwerlich zu beurteilen, allerdings hinterlässt das Geschehen einen durchaus glaubwürdigen Eindruck. Stockwell legt besonderen Wert darauf, die Planung der Militäraktion in den Vordergrund zu stellen was ihm auch ganz ausgezeichnet gelingt. Man bekommt einen hervorragenden Eindruck darüber, wie kompliziert die gesamten Vorbereitungen ausgefallen sind, die letztendlich zum Tod des Al Kaida Führers geführt haben. Der technische Aufwand und vor allem die Geheimhaltung der Aktion stehen im Mittelpunkt dieses TV-Filmes, der die Aufmerksamkeit des Zuschauers von der ersten Minute an für sich gewinnen kann.

Auf der einen Seite werden einem ausführlich die Bemühungen der Geheimdienste näher gebracht die hauptsächlich darum bemüht sind, eine Bestätigung für den Aufenthaltsort Bin Laden's zu bekommen, andererseits steht das Trainings-Programm der Soldaten im Focus, die für die gefährliche-und sensible Mission ausgewählt wurden. Bis ins kleinste Detail werden dabei die einzelnen Aktionen beleuchtet, die einen perfekten Einsatz im Feindgebiet ermöglichen sollen. Auch die Entbehrungen der Elite-Kämpfer spielen dabei eine nicht unwichtige Rolle und so werden auch menschliche Aspekte beleuchtet, die dem Ganzen einen äußerst authentischen Eindruck verleihen. Ein wichtiger Aspekt ist auch der Punkt, das die Soldaten zuerst nicht erfahren, um welche Zielperson es sich handelt, es wird lediglich immer wieder erwähnt, wie wichtig der Einsatz ist und das es sich um eine hochgestellte Person handelt. Natürlich stellen die Männer ihre eigenen Vermutungen an, doch die Bestätigung für ihren Verdacht erhalten sie erst kurz vor ihrem Einsatz.

"Code Name Geronimo" zeichnet ein eindringliches Bild über den gigantischen Aufwand der nötig war, um diesen Militärschlag überhaupt umzusetzen, beinhaltet die Aktion doch auch etliche Unbekannte. So konnte man anscheinend schwerlich vorhersehen, wie sich Pakistan verhalten wird und auch die Geheimhaltung der ganzen Operation steht mehrmals auf des Messers Schneide, bevor am Ende der geglückte Zugriff erfolgen konnte. Obwohl man ja ganz genau weiß wie das Ganze ausgeht, steht man die gesamte Laufzeit über wie unter Strom, was ein eindeutiges Indiz für eine erstklassige Inszenierung darstellt. Phasenweise entsteht sogar der Eindruck, als wenn man sich in einer Live-Doku befinden würde, was insbesondere im finalen Showdown zum Ausdruck kommt, der letztendlich zum Tod von Osama Bin Laden führt. Interessant ist auch die Sichtweise auf den technischen Aufwand der nötig war, um diese Aktion überhaupt durchführen zu können und man möchte gar nicht wissen, wie viel Geld nötig war, um alles zu bewerkstelligen, was einem hier in gut 90 Minuten präsentiert wird. Eine über Monate andauernde Vorbereitung und modernste Technik waren erforderlich, um innerhalb weniger Minuten einen Plan umzusetzen, bei dem es auf die absolute Perfektion ankommt, damit keine zivilen Verluste zu beklagen sind.

Für mich persönlich ist es erstaunlich, das es überhaupt so lange gedauert hat, bis jemand die vorliegende Thematik verfilmt hat. Das Warten hat sich aber letztendlich gelohnt, denn wer Interesse für die vorliegende Thematik hat, wird bei "Code Name Geronimo" wirklich bestens bedient. Dabei versucht der Film auf zu großen Patriotismus zu verzichten und ein möglichst glaubwürdiges Bild der Ereignisse zu zeichnen. Zwar gelingt ihm das nicht durchgehend, dennoch kann man sich die Abläufe in dieser Form gut vorstellen. So kann man insgesamt gesehen von einem wirklich guten TV-Film sprechen, in dem auch die darstellerischen Leistungen als gut zu bezeichnen sind. John Stockwell hat hier wirklich einen richtig packenden Thriller kreiert in dem ein zeitgeschichtliches Ereignis im Mittelpunkt steht, das wohl niemanden unberührt lässt. Und ganz egal wie man zu der US-amerikanischen Politik steht, die Tötung des Al Kaida Führers hat zumindest eine Gefahr beseitigt, der man sich seit etlichen Jahren gegenüber sah. Das der Terrorismus damit nicht ausgelöscht wurde ist klar, aber zumindest hat man der bedrohlichen Hydra einen Kopf abgeschlagen.


Fazit:


Ob sich alles genau so abgespielt hat wie im vorliegenden Film vermag man nicht zu beurteilen, aber das Szenario erscheint glaubwürdig und überzeugt durch die minutiöse Erzählweise der einzelnen Schritte, die im Endeffekt für den Erfolg der wichtigsten Militäroperation der USA in den letzten Jahren erforderlich waren. Das dabei auch noch ein richtig guter Thriller entstanden ist, kann man als sehr positive Begleiterscheinung betrachten und deshalb ist dieses Werk auch jedem zu empfehlen, der Interesse an der Thematik hat.


8/10

Samstag, 13. April 2013

Never Sleep Again









Never Sleep Again: The Elm Street Legacy
(Never Sleep Again: The Elm Street Legacy)
mit Heather Langenkamp, Wes Craven, Robert Englund, Robert Shaye, Sara Risher, Lin Shaye, Rachel Talalay, David Chaskin, Jack Sholder, Jim Doyle, Jaques Haitkin, Renny Harlin, Jeff Pilson, Brooke Bundy, uvm.
Regie: Daniel Farrands / Andrew Kasch
Drehbuch: Thommy Hutson
Kamera: But Wallick
Musik: Sean Schafer Hennessy
FSK 16
USA / 2010

Mörder. Traumdämonen. Der Bastard von hunderten von Wahnsinnigen. Trotzdem weißt du, es kann nur einen Mann geben - ein Monster - der diese Worte verkörpert: Freddy Krueger. Jahrzehntelang schlitzt er sich seinen Weg durch die Träume von unzähligen Jugendlichen und zeigt kein Anzeichen davon jemals in Frieden zu ruhen."A Nightmare on Elm Street"-Star Heather Langenkamp ist dein Traumführer in dieser ergreifenden "Schockumentation", die dich tiefer als je zuvor durch Freddy Kruegers Gebiet führt; inbegriffen sind aufregende Videos, noch nie gesehene Fotos, Hinter-den-Kulissen-Filmmaterial und exklusive neue Interviews mit über 100 Hauptcast- und Crew-Mitgliedern aus jedem Albtraum, inklusive Wes Craven, Robert Englund, Heather Langenkamp, Jack Sholder, Mark Patton, Kim Myers, Chuck Russel, Jennifer Rubin, Ronny Harlin, Lisa Wilcox, Tuesday Knight, Stephen Hopkins, Kelly Jo Minter, Rachel Talalay, Lisa Zane, Alice Cooper, Patrick Lussier, Miko Hughes, Monica Keena, Brendan Fletcher, Ronny Yu und vielen mehr. Also macht euch bereit für Freddy in der endgültigen Abrechnung des ewigen Schreckgespenstes des modernen Kinos und für das, was als der beängstigendste und einfallsreichste Horror Franchise in der Geschichte der bewegten Bilder bezeichnet wurde.


Das ist die ultimative Fan-Dokumentation


So und nicht anders muss man es ausdrücken, wenn man diese absolut fantastische Dokumentation über eine der beliebtesten Horror-Reihen und ihre Kultfigur Freddy Krueger beschreiben will. Schon die Spielzeit dieses außergewöhnlichen Werkes lässt einen aufhorchen, denn mit rund 4 Stunden Laufzeit ist hier wohl eine der ausführlichsten-und informativsten Dokumentationen entstanden, die je einer einzelnen Film-Reihe gewidmet wurde. Und eines sei gleich vorweggenommen, trotz der langen Spielzeit merkt der Zuschauer überhaupt nicht, das die zeit wie im Fluge vergeht. Zu viele interessante-und wissenswerte Informationen prasseln auf einen ein, die man unmöglich alle auf einmal im Gehirn abspeichern kann. Allein schon durch diesen Umstand ist es so gewährleistet, das man sich dieses einzigartige Werk nicht nur einmal zu Gemüte führt. Alle 7 Filme dieses großartigen Horror-Franchise wird hier gewürdigt, hinzu kommt ein eigenes Kapitel über die Nigthmare-TV Serie, sowie sowie eine ausführliche Beleuchtung des Spin-Offs "Freddy vs. Jason". Man kann sich also denken, das insbesondere eingefleischte Freddy-Fans hier voll auf ihre Kosten kommen und sämtliche nützlichen Informationen über den längst mit Kultstatus versehenen Traum-Killers erfahren. Doch es handelt sich längst nicht nur um die Hauptfigur allein, so wird die Entstehungsgeschichte jedes einzelnen Teiles unter die Lupe genommen und man erfährt jede Menge Einzelheiten, von denen man bisher sicherlich keinerlei Ahnung hatte.

Es kommen so viele Beteiligte zu Wort, das man die einzelnen Personen unmöglich alle aufzählen kann. Natürlich ist der Erfinder Wes Craven ein ganz wichtiger Bestandteil dieser Doku, doch auch sämtliche andere Regisseure der einzelnen Filme kommen zu Wort. So erfährt man unglaublich viel über die Ideen zu den einzelnen Teilen, doch auch auftretende Probleme und Auseinandersetzungen mit den Verantwortlichen von New Line Cinema werden ausgiebig besprochen. Dabei werden etliche Hintergründe beleuchtet die bisher wohl eher im Dunkeln waren, denn kaum jemand weiß wohl welche Risiken vor allem der erste Teil der Reihe zur damaligen Zeit in sich barg. Es hätte nicht viel gefehlt und der Film wäre gar nicht entstanden, von den ganzen Nachfolgern einmal ganz abgesehen. Probleme zwischen Craven und Robert Shaye (New Line Cinema) und ein ständig vorherrschender Geldmangel sind beispielsweise große Themen-Komplexe dieser einzigartigen Doku und zeigen auch eindrucksvoll auf, das die damals kleine Independent-Firma ein riesiges finanzielles Wagnis mit dem ersten Nightmare-Film eingegangen ist. Wir als Zuschauer sehen lediglich immer das gelungene Endergebnis und erfreuen uns an der Geburt einer neuen Horror-Ikone, doch bevor Mr. Krueger zum Helden einer ganzen Generation wurde, mussten teilweise harte Zeiten überstanden werden.

Diese Aspekte kommen hier extrem gut zum Ausdruck und im nachhinein würdigt man diese geniale Reihe nun noch mehr, nach der Sichtung dieser DVD dürfte das Ansehen beim Fan sogar fast ins Unermessliche steigen. Es wird aber keineswegs nur über die damaligen Probleme gesprochen, der überwiegende Teil ist dann doch eher fröhlicher Natur, so können etliche Schauspieler und andere Beteiligte die herrlichsten Anekdoten zum Besten geben, wobei einem bei so mancher Geschichte wirklich die Tränen in die Augen schießen. Oft handelt es sich dabei auch um Pleiten, Pech und Pannen, denn es gibt wirklich etliche Dinge, die bei den jeweiligen Dreharbeiten in die Hose gingen. Wenn man dann sieht, das die betreffenden Personen sich beim Erzählen ihrer Storys selbst kaum vor lachen halten können, merkt man erst mit wie viel Spaß sie bei der Sache waren. Das kommt im Prinzip auch in sämtlichen Interviews voll zur Geltung, denn jeder erinnert sich gern zurück und bei vielen kann man sogar ein regelrechtes Funkeln in den Augen erkennen, wenn sie über die Arbeit an den Filmen sprechen. Auch die durch Freddy ausgelöste Pop-Kultur wird eingehend beleuchtet und es ist fast unglaublich, welche verschiedenen Merchandise-Artikel es gab. Freddy war schon fast eine Popstar-ähnliche Figur und gerade die ganzen Aktionen die mit seiner Figur verbunden waren, erscheinen streckenweise schon fast wieder grotesk. Presse-Konferenzen oder Einladungen in talk-Shows standen an der Tagesordnung, wobei Robert Englund selten als er selbst, sondern fast immer im Freddy-Kostüm erscheinen musste.

Wenn man sieht, mit welcher Liebe zum Detail die ganzen Filme gedreht wurden und welch immensen Aufwand diverse Szenen verlangten, dann sieht man alle Produktionen aus einer ganz neuen Sichtweise. Dabei sind es insbesondere die Special-Effekte, denen während dieser Doku sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Einerseits ist man sprachlos darüber, wie umständlich-und aufwendig viele Passagen gedreht werden mussten, andererseits erscheinen viele Effekte in der Herstellung im wahrsten Sinne des Wortes sehr billig. Am schönsten ist es jedoch wenn die Verantwortlichen sich darüber äußern, wie-oder durch was sie überhaupt auf die Idee zu diversen Effekten gekommen sind. Wie viel Arbeit generell in den fertigen Gesamtwerken steckt, darüber haben die meisten Betrachter bisher wohl eher selten nachgedacht, doch nach der Ansicht dieser DVD wird sich das ganz bestimmt ändern, dessen bin ich mir sicher. Man wird auch die Teile die einem selbst nicht so gut gefallen haben, mit sehr viel mehr Respekt anschauen, denn in dieser Doku bekommt man einen tiefen Einblick in die hingebungsvolle Arbeit sämtlicher beteiligter, die zudem auch noch meistens unter enormen Zeitdruck standen. Bei diversen Filmen der Reihe war der Druck so schlimm, das die Dreharbeiten schon längst begonnen hatten, aber noch gar kein vollständiges Drehbuch vorlag. man mag sich das überhaupt nicht vorstellen, doch viele Passagen einzelner Teile entstanden erst während des Drehs. In der heutigen Zeit ist so etwas wohl gar nicht mehr möglich und so hört man auch teilweise fast ungläubig die Schilderungen der Macher, die das ganze aber aus heutiger Sicht mit sehr viel Humor nehmen.

Abschließend kann man nur sagen, das diese einmalige Dokumentation ein absolutes Pflichtprogramm für jeden Horror-Fan darstellt, denn nicht nur Fans fes mörderischen Kult-Killers dürften von so vielen interessanten Informationen begeistert sein. "Never Slepp Again" wertet meiner Meinung nach die "Nightmare on Elm Street Reihe" noch einmal ungemein auf und man verspürt auch sofort wieder die Lust, sich alle teile am Stück anzusehen. Freddy Krueger war, ist und wird auch immer eine der ganz großen Ikonen des Horror-Genres bleiben, was selbstverständlich auch für seinen Schöpfer Wes Craven gilt, der sich hier selbst ein Denkmal gesetzt hat.


Fazit:


Es ist einfach der pure Wahnsinn, wie viel Wissenswertes man hier für kleines Geld geboten bekommt. Diese Doku aus dem hause Ascot Elite ist eine absolut lohnenswerte Anschaffung, die jeder Liebhaber des Genres ganz einfach im Regal stehen haben muss.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 2.0
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 230 Minuten


10/10

Donnerstag, 11. April 2013

Django Unchained









Django Unchained
(Django Unchained)
mit Jamie Foxx, Christoph Waltz, Leonardo Di Caprio, Kerry Washington, Samuel L. Jackson, Walton Goggins, Dennis Christopher, James Remar, David Steen, Franco Nero, Don Johnson, James Russo
Regie: Quentin Tarantino
Drehbuch: Quentin Tarantino
Kamera: Robert Richardson
Musik: keine Information
FSK 16
USA / 2012

Um den berüchtigten Brittle-Brüdern auf die Spur zu kommen, befreit der als Zahnarzt getarnte Kopfgeldjäger Dr. King Schultz einen Sklaven, der ihn auf den richtigen Weg führen kann: Die Brüder hatten ihm einst seine Frau Broomhilda entrissen und verschleppt. Schultz nimmt den Sklaven unter seine Fittiche, gibt ihm den Namen Django und bringt ihm den Umgang mit Waffen bei. Nachdem Django seinem Mentor geholfen hat, machen sie sich gemeinsam auf die Suche nach Broomhilda. Die Fährte führt in die Südstaaten, auf die Plantage Candyland, wo Calvin Candie mit Hilfe seines väterlichen Adlatus Stephen eine furchtbare Schreckensherrschaft ausübt.


Drei Jahre lang musste man sich gedulden, bis nach dem brillanten "Inglourious Basterds" der neue Streich von Kult-Regisseur Quentin Tarantino folgte. Dieses Mal führt einen der Meister des besonderen Films in ein Western-Drama und wie eigentlich immer wird auch dieser Film sicherlich nicht nur auf Begeisterung stoßen. Wer jedoch die Werke Tarantinos zu schätzen weiß, dürfte sich auch hier bestens aufgehoben fühlen, denn "Django Unchained" erzählt eine Geschichte, in der insbesondere die kompromisslose Art und Weise des Regisseurs auffällt, wenn es um die realistische Darstellung der Sklaverei geht. Schonungslos und unverhohlen kommt der Rassismus der damaligen Zeit zum Ausdruck, wobei sich dieser nicht unbedingt in expliziten Gewaltdarstellungen wiedergibt. Vielmehr sind es die vorhandenen Dialoge, die zwar einerseits von bissigem Wortwitz durchzogen sind, andererseits aber auch auf erschreckende Art die vorherrschenden Unterschiede zwischen den Rassen hervorhebt. Als kleines Beispiel dafür sei nur an die Passage erinnert, in der Di Caprio die Bedeutung der 3 kleinen Kerben im menschlichen Schädel erläutert und damit die Vorherrschaft des weißen Mannes hervorheben will. Doch nicht nur an dieser Stelle zieht Tarantino eine konsequente Linie durch, den der gesamte Film ist immer wieder mit unverhohlenem Rassismus angefüllt und zeichnet durch die immer gegebene Ernsthaftigkeit ein durchaus real erscheinendes Bild der Sklaverei, die hier gnadenlos angeprangert wird.

Dennoch enthält das Szenario auch jede Menge humorige Momente, die sich aus teils fast schon grotesker Situationskomik, hauptsächlich jedoch durch den größtenteils brillanten-und bissigen Wortwitz ergeben. Hier kommt man dann auch ganz automatisch zu den Darstellern, die allesamt einen guten Eindruck hinterlassen. Einige der Charaktere sollte man aber dennoch besonders hervorheben, da sie durch ihre Performances absolute Höhepunkte in diesem grandiosen Film setzen. Ob die Besetzung der Hauptrolle durch Jamie Foxx die beste Entscheidung war lasse ich dabei einmal dahin gestellt, denn für die Figur des Django hätte man auch sicher einen besseren Schauspieler finden können. Seine Leistung kann man zwar durchaus als gut bezeichnen, doch in etlichen Szenen fehlt es dem guten Mann doch ein wenig an Ausdruck und der nötigen Mimik, um einen gänzlich überzeugenden Eindruck zu hinterlassen. Dafür wird man jedoch von 3 anderen Darstellern förmlich mit grandiosem Schauspiel zugeschmissen, wobei ich in der Einstufung von untern nach oben vorgehen möchte. Leonardo Di Caprio glänzt in der Rolle des bösartigen Plantagen-Besitzers und liefert eine äußerst glaubhafte Darstellung des Sklavenhalters, verblasst aber fast im Schatten eines genial auftrumpfenden Samuel L. Jackson, den man rein optisch auf den ersten Blick kaum erkennt. In der Figur des Verräters an seiner eigenen Rasse geht der Mime augenscheinlich regelrecht auf, wobei ihm die Spielfreude in jeder einzelnen Szene jederzeit anzumerken ist.

Übertroffen wird das Ganze lediglich von einem wieder einmal herausragendem Christoph Waltz, der nicht umsonst wieder den Oscar für den besten Nebendarsteller erhalten hat. Dabei hat man eigentlich durchgehend den Eindruck, das in seiner Person die eigentliche Hauptfigur des Filmes auszumachen ist, denn sein Schauspiel ist dermaßen einnehmend, das man als Zuschauer förmlich bei jedem von ihm gesprochenen Wort regelrecht an seinen Lippen hängt. Seine mit Foxx und De Caprio
ausgetauschten Dialoge sind das absolut Beste in einem Film, dem es nun wirklich nicht an Höhepunkten mangelt. Dazu zählen auch die vorhandenen Action-Passagen, auf die man jedoch zugegebenermaßen eine geraume Zeit warten muss. Entpuppen sich nämlich die ersten gut 90 Minuten hauptsächlich dialoglastig und offenbaren nur einige wenige Action-Szenen, so lässt es Tarantino in der letzten Stunde dann so richtig krachen. Nun kann man sicherlich darüber streiten, ob man die Action etwas besser hätte verteilen können, doch das unglaublich furiose Finale des Szenarios entschädigt dafür alle, die genügend Geduld bewisen haben. Davei erstreckt sich der Showdown über gut 45 Minuten, in denen aus dem Vollen geschöpft wird. Das Tempo und der Blutgehalt des Werkes schießen in schwindelerregende Höhen und es entwicklet sich fast schon eine Art blutige Schlachteplatte, die auch jedem Horrorfilm zur Ehre gereichen würde. Die Kamera hält dabei immer voll drauf und bietet dem Betrachter so ein phasenweise derbes Gemetzel, das einfach nur einen Heidenspaß bereitet.

Manch einer mag sich wieder einmal darüber ereifern, das "Django Unchained" zu dialoglastig geraten ist und die Action dafür zu kurz kommt. Meiner meinung nach ist hier jedoch genau die richtige Mischung gefunden worden und auch die Laufzeit von über 150 Minuten halte ich für durchaus angemessen. Die von einigen zitierten langatmigen Phasen konnte ich persönlich nicht feststellen, da die zeit bei diesem extrem jurzweiligem Filmvergnügen förmlich wie im Flug vergeht. Für mich hat ein Quentin Tarantino einmal mehr eindrucksvoll unter Beweise gestelllt, das seinen geschichten immer etwas Besonderes beiwohnt, auch wenn seine Gegner das ganz bestimmt vollkommen anders sehen werden. Der Mann polarisiert und das tun seine Filme auch. Für uns Zuschauer bedeutet das immer wieder herrlich viel Diskussionsstoff und Geschichten, denen das Flair des Außergewöhnlichen beiwohnt.


Fazit:


Mich persönlich konnte "Django Unchained" absolut überzeugen, handelt es sich doch einmal mehr um ein grandioses Werk aus der Tarantino-Schmiede, die in regelmäßigen Abständen Filme herausbringt, die immer wieder für Diskussionsstoff sorgen. Eine großartig agierende Darsteller-Riege unter der Führung des alles überstrahlenden Christoph Waltz sorgt für jede Menge Höhepunkte, die man gar nicht alle aufzählen kann. Wunderbare Dialoge und ein überragender Showdown setzen dem Ganzen die Krone auf und lassen einen letztendlich zu einem äußerst guten Gesamteindruck gelangen.


9/10

Mittwoch, 10. April 2013

Phantasm II









Das Böse II
(Phantasm II)
mit James LeGros, Reggie Bannister, Angus Scrimm, Paula Irvine, Samantha Phillips, Kenneth Tigar, Ruth C. Engel, Mark Anthony Major, Rubin Kushner, Stacey Travis, J. Patrick McNamara, A. Michael Baldwin
Regie: Don Coscarelli
Drehbuch: Don Coscarelli
Kamera: Daryn Okada
Musik: Fred Myrow / Christopher L. Stone
Ungeprüft
USA / 1988

Mike wird aus der Psychiatrie entlassen, da er zugibt, dass die schlimmen Ereignisse der Vergangenheit nur Einbildung waren. Als er zurück zu seinem Freund Reggie kehrt, machen sich die beiden jedoch wieder auf den Weg, um den immernoch aktiven Tall Man endgültig aufzuhalten. Dieser plündert inzwischen mit Unterstützung seiner kleinen Gnome die Friedhöfe und entführt die Leichen. Eine hübsche, junge Frau erscheint in Mikes Träumen und bittet ihn um Hilfe und Schutz vor dem Tall Man...


9 sehr lange Jahre mußten die Fans des Originals auf diese Fortsetzung warten, aber wenn man letztendlich das Ergebnis sieht, dann kann man Don Coscarelli nur eine absolut gelungene Arbeit bescheinigen. Das lange Warten hat sich also durchaus gelohnt und zur Belohnung bekommt der Zuschauer ein Sequel geboten, das seinem Vorgänger in Sachen Qualität absolut ebenbürtig ist.

Der Film beginnt genau dort, wo "Phantasm" aufgehört hat und zeigt, wie Mike und Reggie aus dem Haus entkommen. Dann gibt es einen Zeitsprung von sieben Jahren, Mike war in dieser Zeit in einer psychatrischen Klinik, aus der er nun entlassen wird, da er zugegeben hat, das die ganze Geschichte sich nur in seinen Träumen abgespielt hat. Doch Mike hat das nur erzählt, um aus der Klinik herauszukommen, um sich mit Reggie wieder auf die Jagd nach dem Tall Man zu machen. Außerdem steht Mike noch mit einer jungen Frau in einer Art telepatischer Verbindung, die vom Tall Man bedroht wird. In ihrer Heimatstadt kommt es dann zum finalen Showdown.

Coscarelli ist es hier eindrucksvoll gelungen, den sehr hohen Standard des Vorgängers nicht nur zu halten, sondern noch ein kleines Stück anzuheben, denn neben dem sehr straff gespannten Spannungsbogen und der bedrohlichen und unheilvollen Grundstimmung bekommt der Zuschauer hier auch etwas mehr Action und Härte geboten. Man bekommt doch einige blutige Sequenzen mehr zu sehen, ohne das es übertrieben wirken würde. Diese etwas neue Mischung steht dem Film sehr gut zu Gesicht und übt eine noch stärkere Faszination auf den Zuschauer aus, als es beim Original der Fall war.

Auch die Tatsache, das der Charakter von Mike durch einen anderen Darsteller ( James LeGros ) ersetzt wurde, fällt nicht störend ins Gewicht, da die schausdpielerischen Leistungen absolut überzeugend und glaubwürdig dargebracht werden. Im Endeffekt kann man also mehr als zufrieden mit diesem zweiten Teil der Reihe sein, der die Geschichte um den Tall Man spannend und interessant weitererzählt und in dem auch das Ende wieder so gestaltet ist, das man sich auf eine weitere Fortsetzung freuen kann.



9/10

Montag, 8. April 2013

Guns and Girls









Guns and Girls
(Guns, Girls and Gambling)
mit Christian Slater, Gary Oldman, Tony Cox, Dane Cook, Jeff Fahey, Helena Mattsson, Powers Booth, Megan Park, Chris Kattan, Sam Trammell, Matthew Willig, Eddie Spears, Gordon Tootoosis
Regie: Michael Winnick
Drehbuch: Michael Winnick
Kamera: Jonathan Hale
Musik: Jeff Cardoni
FSK 16
USA / 2011

Der Chief der Apachen wurde bestohlen. Eine antike Kriegsmaske ist aus seinem Büro im Spielcasino des Stammes verschwunden. Irgendeinem raffinierten Dieb ist es gelungen, das kostbare Artefakt aus dem gesicherten Raum zu klauen. Für ihn selbst völlig überraschend hält jeder sofort den harmlosen John Smith für den Dieb. Plötzlich lauert hinter jeder Ecke und jeder Tür, jedem Baum oder Busch eine zwielichtige Gestalt, die auf die Maske scharf ist. Um der gefährlich gierigen Meute heil zu entkommen, bleibt dem verzweifelten Biedermann nur ein Ausweg: Er muss den Dieb der Maske selbst finden, sonst ist sein Skalp längstens seiner gewesen!


Nach dem 2006 erschienenen "Dark Shadows" ist vorliegender Film erst die zweite Regie-Arbeit von Michael Winnick, mit der er zudem auch noch eine vollkommen andere Richtung einschlägt. Nach dem genannten Horror/Thriller bekommt es der Zuschauer nun mit einer Kombination aus Roadmovie und Action/Komödie zu tun, die man wohl schon zu diesem noch frühen Zeitpunkt als eines der Highlights des Jahres 2013 bezeichnen kann. Dabei deuten weder das eher unscheinbare DVD-Cover und auch nicht die Inhaltsangabe auch nur annähernd darauf hin, welch göttliches Film-Vergnügen sich dem Zuschauer präsentiert, doch zumeist sind es ja immer wieder die sogenannten B-Movies, die letztendlich für die positivsten Überraschungen sorgen. Auch der Titel "Guns and Girls" suggeriert einem nicht unbedingt die Hoffnung, das man es hier mit hochwertiger Filmkost zu tun bekommt, denkt man doch viel eher an einen der handelsüblichen B-Actioner, die zuhauf in der weiten Welt des Filmes herumschwirren, doch in diesem Bezug soll man einem absoluten Trugschluss aufsitzen. Das Werk von Michael Winnick bietet nämlich nicht nur nette-und kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch, sondern bietet vielmehr eine Geschichte, die voller Witz, Tempo und überraschender Wendungen ist und außerdem noch mit einer Darsteller-Riege aufwartet, die sich jederzeit sehen lassen kann.

In der Hauptrolle ist dabei ein grandios aufspielender Christian Slater zu sehen, der ganz offensichtlich seinen dritten Frühling erlebt und an Spielfreude nur schwerlich zu überbieten ist. Ihm zur Seite stehen mit Gary Oldman, Jeff Fahey oder auch Powers Booth einige sehr bekannte Gesichter zur Seite, die allesamt durch ihre glänzenden Performances allein schon die Sichtung dieses Filmes rechtfertigen. Insbesondere die Erzählweise der Story nimmt den Zuschauer von Beginn an mit, merkt man doch ziemlich schnell, das die Geschehnisse extrem witzig und mit einer Menge Tempo daherkommen. Brillanter Wortwitz und teils skurrile Situationskomik geben sich hier förmlich die Klinke in die Hand und tragen Sorge dafür, das die gut 81 Minuten Netto-Spielzeit wie im Flug vergehen. Ehe man sich versieht ist das Ganze nämlich schon wieder zu Ende und man empfindet wahres Bedauern darüber, denn eine solch intelligente-und innovative Geschichte hätte auch gut und gern noch eine geraume Weile weitergehen können. Andererseits ist die Laufzeit jedoch absolut passend gewählt, entstehen doch so überhaupt keine langatmigen Passagen und die Ereignisse sind äußerst knackig verpackt.

Herausragend empfand ich die vorhandenen Dialoge, die einerseits mit etlichen Klischees und Andeutungen angefüllt sind und auf der anderen Seite diesen herrlich bissigen Wortwitz beinhalten, der einen wirklich durchgehend begleitet und das Ganze so wunderbar erfrischend erscheinen lässt, das man sich vor Begeisterung kaum mehr einkriegen will. Auch die einzelnen Charaktere werden absolut herausragend dargestellt, wobei für manche Figuren der Begriff grotesk wohl ziemlich angebracht ist. Doch genau von solchen Dingen lebt die Geschichte, alles wird zumeist vollkommen überspitzt dargestellt, bewegt sich aber dennoch in einem Rahmen, den man sich auch durchaus in der Realität vorstellen könnte. Wenn man dann noch berücksichtigt das die Story mit der Zeit einige nicht vorhersehbare Wendungen einschlägt, sollte man letztendlich eigentlich zu einem brillanten Gesamteindruck gelangen, der diesem Film auch vollkommen gerecht wird. Und so handelt es sich bei "Guns and Girls" um ein äußerst sehenswertes Szenario, das durch etliche Kapriolen und Kuriositäten ins Auge fällt, jedoch zu keiner Zeit auch nur im Entferntesten albern erscheint. Winnick hat genau die richtige Mischung gefunden, um dem Betrachter ein geschehen zu präsentieren, an dem man einfach seine helle Freude haben muss.

Nur zu oft werden diverse Blockbuster werbewirksam vermarktet und dem Zuschauer wie Sauerbrei offeriert, die letztendlich dann aber doch nicht das halten können, was man sich von ihnen verspricht. Hier hat man es einmal mit einer eher kleineren Produktion zu tun an die man keinerlei große Erwartungen knüpft und wird mit einem Film-Vergnügen belohnt, das diese Bezeichnung auch wirklich verdient. Abweichend vom ansonsten oft vorgesetzten Einheitsbrei ist "Guns and Girls" eine herrlich erfrischende-und innovative Abwechslung, die man nur in den höchsten Tönen loben kann. Spritzig, witzig und voller Überraschungen muss man sich mit Cowboys, Indianern, hübschen Frauen und einigen Elvis-Imitatoren auseinandersetzen, die allesamt zum Gelingen dieser großartigen Geschichte beitragen. Dies macht man jedoch nur zu gern und hat die vorliegende DVD aus dem Hause Ascot Elite auch ganz bestimmt nicht das letzte Mal in den heimischen Player gelegt, handelt es sich doch um einen Film, den man sich immer wieder gut anschauen kann.


Fazit:


Und wieder einmal bekommt man bestätigt, das es zumeist die eher unscheinbaren Filme sind, die das größte Potential beinhalten. "Guns and Girls" zählt definitiv dazu, denn neben erstklassig agierenden Schauspielern beinhaltet der Film extrem viel Charme und Witz und wartet zudem noch mit etlichen Überraschungs-Momenten auf, die man schwerlich vorhersehen kann. Insgesamt gesehen ergibt sich so ein erstklassiger Gesamteindruck und man kann dieses grandios unterhaltende Werk nur wärmstens weiterempfehlen.


9/10