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Mittwoch, 1. Januar 2014

I spit on your Grave 2 (2013)









I Spit on Your Grave 2
(I Spit on Your Grave 2)
mit Jemma Dallender, Yavor Baharov, Joe Absolom, Aleksandar Aleksiev, Mary Stockley, Valentine Pelka, George Zlatarev, Peter Silverleaf, Michael Dixon, Kacey Barnfield, Dimo Alexiev, Ivan Ivanov, Krasimir Ortakchiev
Regie: Steven R. Monroe
Drehbuch: Neil Elman / Thomas Fenton
Kamera: Damian Bromley
Musik: Corey A. Jackson
ungeprüft
USA / 2013

Die hübsche Kellnerin Katie versucht sich in New York nebenher als Fotomodel. Als sie an einen dubiosen Fotografen und sein Team gerät, befällt sie ein ungutes Gefühl und sie bricht die Foto-Session ab. Doch ihre Ängste bewahrheiten sich, als einer der Männer eines Nachts in ihr Haus eindringt und sie brutal vergewaltigt. Um die Tat zu vertuschen, verschleppen er und die anderen Männer Katie nach Bulgarien. Eingesperrt in einem dunklen Keller wird sie als Sexsklave missbraucht. Doch Katie kann eines Tages flüchten und schwört grausame Rache an ihren Peinigern, die keiner von ihnen überleben wird…


Schon mit dem 2010 erschienenen Remake "I Spit on Your Grave" hat Steven R. Monroe einen knallharten Rape and Revenge Beitrag abgeliefert der dem Zuschauer ein wirklich intensives Szenario präsentierte, das man nicht so schnell vergisst. Nun ist auch endlich die lang ersehnte Fortsetzung erschienen die allerdings eine vollkommen eigenständige Geschichte beinhaltet, die jedoch die gleiche Thematik beinhaltet. Im Mittelpunkt steht die junge Katie die in ihrer eigenen Wohnung brutal vergewaltigt wird, um danach nach Bulgarien entführt wird, wo sie sich in den Fängen einer offensichtlich vollkommen kranken-und perversen Familie befindet und dabei die schlimmsten Demütigungen und Folterungen über sich ergehen lassen muss. Man muss kein Hellseher sein um zu erahnen, wie sich das weitere Geschehen gestalten wird und Monroe hat hier einmal mehr eine krude Story in Szene gesetzt, die rein atmosphärisch gesehen noch düsterer als der Vorgänger daher kommt. Zart besaitete Menschen sollten die Finger von diesem Werk lassen, das vor allem in der ersten Stunde eine unbändige Wut beim Betrachter schürt, denn die Taten der "schrecklich netten Familie" jagen einem kalte Schauer über den Rücken. In dieser Zeitspanne hält sich der Film mit expliziten Gewaltdarstellungen noch eher etwas bedeckt und und setzt seine Brutalität vielmehr über die psychologische Schiene frei, wobei stellenweise Szenen enthalten sind, bei denen man sich am liebsten angewidert abwenden möchte. Erst als Katie sich aus ihrer misslichen Lage befreien kann und Rachepläne schmiedet, zieht auch der visuelle Härtegrad in das Geschehen ein. Dabei setzt die junge Frau auf die gleichen Methoden die ihre Peiniger zuvor bei ihr angewandt haben und es entwickelt sich eine Gewaltspirale, die durch nichts mehr aufzuhalten ist.

Von nicht gerade wenigen Leuten wird dieser zweite Teil als der härtere angesehen, wobei ich diese Meinung nicht so ganz teilen kann. In visueller Hinsicht empfand ich das Remake noch eine Spur brutaler und auch die Tötungen der Peiniger weitaus fantasievoller, als es in vorliegender Geschichte der Fall ist. Nimmt man jedoch einmal die Gesamtwirkung des Szenarios, so ergeben sich im Prinzip eigentlich keine Unterschiede, denn beide Werke gehen einem mächtig unter die Haut. Ein Pluspunkt für das vorliegende Geschehen sind sicherlich die gut ausgewählten Schauplätze, die durch ihre düstere Optik eine wunderbar dreckige-und siffige Grundstimmung aufkommen lassen. Ein Großteil der Ereignisse spielt sich in Bulgariens Hauptstadt Sofia ab und insbesondere die Passagen in den unterirdischen Katakomben entfachen ein Höchstmaß an Intensität. In diesen Gewölben vollzieht die junge Katie dann auch ihre Rache an ihren Peinigern, wobei sie eine gnadenlose Härte erkennen lässt, die man dem hübschen Mädchen zunächst niemals zugetraut hätte. An dieser Stelle kommt hervorragend zum Ausdruck, wie sehr die körperlichen-und seelischen Torturen einen menschen verändern können, denn aus dem einst liebenswerten Mädchen wird ein gnadenloser Racheengel, in dem ganz offenbar jegliche positiven Emotionen abgestorben sind.

Nun mag manch einer eine solche Wandlung als kaum nachvollziehbar empfinden, aber warum sollen einem immer nur verängstigte und schwache Opfer präsentiert werden, wenn doch die hier dargestellte charakterliche Wandlung durchaus nachvollziehbar erscheint? Vom menschlichen Standpunkt her kann man sich sogar sehr gut mit den Handlungen der jungen Frau identifizieren und ertappt sich selbst immer wieder dabei, wie man innerlich in kleinere Jubelstürme ausbricht, wenn es den ehemaligen Peinigern an den Kragen geht. Sicherlich sind die Handlungen von Katie vor dem Gesetz keinesfalls zu rechtfertigen, doch rein vom menschlichen Standpunkt her solidarisiert man sich mit der jungen Frau. Moralapostel mögen bei dieser Sichtweise ganz bestimmt auf die Barrikaden gehen, doch hier befindet man sich nun einmal in einem gewissen Zwiespalt zwischen Gesetz und Selbstjustiz, der einen selbst auch an die moralischen Grenzen führt. Dabei ist es im Prinzip auch völlig egal wie man dazu steht, denn auf jeden Fall verspürt man selbst bei Katie's Rache eine gewisse Genugtuung, da man doch ihre zuvor erlittenen Qualen fast körperlich miterlebt hat. Denn ob man es will oder nicht, man wird ganz automatisch in den Sog der Geschehnisse hinein gezogen und entwickelt einen unbändigen Hass gegen die Peiniger, die ihre Taten auch noch zusätzlich durch eine sadistische Freude zum Ausdruck bringen. Am härtesten trifft es einen dabei das sogar eine andere Frau an den Ereignissen beteiligt ist, was dem Ganzen noch eine zusätzlich bittere-und makabere Note verleiht.

Im Endeffekt hat Steven R. Monroe mit "I Spit on Your Grave 2" eine äußerst gelungene Fortsetzung kreiert, die dem Zuschauer extrem unter die Haut geht. Sadismus, Zynismus und etliche eklige Passagen verleihen dem Werk dabei eine ungemein intensive Wirkung, der man sich beim besten Willen nicht entziehen kann. Fast verhält es sich wie bei einem Autounfall, denn einerseits möchte man seinen Blick angewidert von den Ereignissen abwenden, erliegt jedoch auf der anderen Seite der Grausamkeit des Szenarios, das einen auch noch nachhaltig lange beschäftigen wird. Für zarte Seelen ist der Film ganz sicher nicht geeignet und insbesondere Frauen dürften ihre Probleme damit haben, sich diese Tortur an Demütigungen anzuschauen.


Fazit:


Ehrlich gesagt kann man kaum beurteilen welcher Teil nun der bessere sein soll, denn sowohl das Remake als auch dieser zweite Teil behandeln eine grausame Thematik so dermaßen intensiv, das es einem kalt den Rücken hinunter läuft. Zwei eigenständige Geschichten die voller kompromissloser Härte und Brutalität sind, das es einem phasenweise die Sprache verschlägt. Für mich persönlich steht aber auf jeden Fall fest, das sich die beiden Werke nichts nehmen und somit auf dem gleichen Level anzusiedeln sind.


9/10

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