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Freitag, 17. Januar 2014

Tanz der Teufel









Tanz der Teufel
(The Evil Dead)
mit Bruce Campbell, Ellen Sandweiss, Richard DeManincor, Betsy Baker, Theresa Tilly, Philip A. Gillis, Dorothy Tapert, Cheryl Guttridge, Barbara Carey, David Horton, Wendall Thomas, Don Long
Regie: Sam Raimi
Drehbuch: Sam Raimi
Kamera: Tim Philo
Musik: Joseph LoDuca
ungeprüft
USA / 1981

Eine Gruppe Jugendlicher beabsichtigt, das Wochenende in einem heruntergekommenen Haus im Wald zu verbringen. Im Keller des alten Gemäuers entdecken sie ein Tonband, sowie ein unheimliches altes Buch. Aus Neugier spielen sie das Band ab und erwecken so schlafende Dämonen zu neuem Leben. Von diesem Moment an werden die ahnungslosen Freunde von den bestialischen Teufeln terrorisiert...


Als 1981 ein gewisser Sam Raimi sein Langfilm-Debüt "Tanz der Teufel" präsentierte, da ahnte wohl kaum jemand das diese mit gerade einmal 375.000 $ budgetierte Produktion im Lauf der folgenden Jahre zu einem der beliebtesten-und verehrtesten Horrorfilme aufsteigen sollte, die je das Licht der Leinwand erblickten. Raimi hat mittlerweile auch mehrere Blockbuster in seiner Vita stehen, doch wird sein Name auf immer und ewig mit diesem Film verbunden sein. Und dennoch spaltet vorliegendes Werk auch heute noch oft die Meinungen, denn obwohl eigentlich jeder Fan die Geschichte kennt, gibt es auch genügend Leute, die dieser nicht sonderlich viel abgewinnen können. Zugegeben, die Story beinhaltet keinerlei Tiefgang und ist auch ansonsten nicht sonderlich ergiebig, doch stellt sich hier auch gleichzeitig die Frage, ob man das bei einem Film dieser Machart unbedingt erwarten sollte. Und so präsentiert sich dann ein einfach gehaltenes Szenario, das auch noch nie den Anspruch hatte, sich durch einen besonderen Inhalt zu definieren. Viel eher hat Raimi hier eine nicht sonderlich innovative Rahmenhandlung geschaffen und diese im Prinzip durchgehend in einer kleinen Hütte angesiedelt, die in einem dichten Waldgebiet steht. Und genau in dieser minimalistischen Umsetzung liegt eine der ganz großen Stärken des Filmes, entsteht doch so schon nach ganz wenigen Minuten diese extrem bedrohliche Atmosphäre, die das Geschehen fast schon im Alleingang trägt. Es entwickelt sich in rasendem Tempo ein fast einzigartiger Spannungsaufbau, der ganz besonders bei der ersten Sichtung des Werkes zum tragen kommt und einen zwangsläufig zu einem Teil des Geschehens macht.

Das allein würde jedoch noch nicht den absoluten Kultstatus ausmachen, den sich "The Evil Dead" im Laufe der Jahre vollkommen zu recht erworben hat und so wurden dem Ganzen noch einige grundlegende Zutaten beigemischt, die dann letztendlich eine absolut perfekte Mischung ergaben. Dabei handelt es sich keineswegs um in der heutigen Zeit übliche-und sehr kostspielige technische Spielereien, denn die vorhandenen Effekte gehören noch in die Zeit, als man das meiste von Hand gemacht hat. Dabei ist es ein wirklich ordentlicher Härtegrad, der zwar aus heutiger Sicht ganz bestimmt keine Begeisterungsstürme mehr nach sich ziehen würde, doch darf man an dieser Stelle keinesfalls vergessen, das der Film mittlerweile auch schon über 30 Jahre auf dem Buckel hat. Anfang der 80er Jahre war es schon extrem harter Tobak der sich einem hier präsentierte und phasenweise offenbart das Geschehen ein regelrechtes Spektakel, das äußerst blutig-und derbe ausfällt. Was viele Leute mittlerweile eher zum Schmunzeln animiert, setzte damals echte Maßstäbe. Nicht umsonst umgibt dieses Werk eine hinlänglich bekannte Zensurgeschichte in Deutschland, wobei es nach heutigen Maßstäben kaum mehr nachvollziehbar ist, das "Tanz der Teufel" immer noch indiziert ist. Neben den teils sehr harten Effekten hat Sam Raimi aber auch darauf geachtet, das seine Geschichte durchaus auf die Psyche des Zuschauers abzielt, flüsternde Stimmen der Dämonen, sich bewegende Äste und Zweige und eine grandiose Geräuschkulisse runden die ganze Chose perfekt ab und sorgen für ein herausragendes Horror-Spektakel.

Es ist ein riesiger Unterschied, ob man sich den Film heute vor dem heimischen Bildschirm anschaut oder ihn damals im Kino gesehen hat. Die Ausstrahlung auf der großen leinwand war viel intensiver, was man auch am Verhalten des Publikums feststellen konnte. Auch wenn man es sich mittlerweile nicht mehr vorstellen kann, "Tanz der Teufel" wurde sogar in diversen Kinos in Deutschland wieder aus dem Programm genommen, da während einiger Vorstellungen mehrere Leute zusammengebrochen sind. daran kann man eventuell ermessen, welche Wirkung der Regisseur mit seiner Mixtur erreichen konnte, die zwar heute nichts Besonderes mehr darstellt, aber in der damaligen Zeit doch etwas vollkommen Neues war, das man in dieser Form eher selten zu Gesicht bekommen hat. Umso unverständlicher erscheint mir dabei der Aspekt das viele Leute diesen ersten Teil der Trilogie immer noch in den Bereich der Horror-Komödie abschieben, denn das Szenario ist nun wirklich nicht dafür geeignet, das man sich darüber amüsieren kann. Allerdings ist dies auch nur ein weiteres Zeichen dafür, wie abgestumpft viele Zuschauer bei den heutigen Härtegraden der diversen Horrorfilme schon sind, denn schließlich werden die meisten Werke nur noch darauf reduziert. Das beste Beispiel dafür ist sicherlich das nun erschienene Remake dieses Klassikers, das von vielen aufgrund seiner teilweise stattfindenden Splatter-Gore Orgie in den Himmel gelobt wird, aber in seiner Gesamtheit nicht annähernd an die Klasse des Originals heranreichen kann.

Wie dem aber auch sei, Raimis Werk Werk lebt von der genialen-und extrem bedrohlichen Grundstimmung, die in Ergänzung mit den anderen vorhandenen Zutaten ein Gesamtbild ergibt, das man letztendlich nur als absolut überragend bezeichnen kann. Mit einfachsten Mitteln wurde an dieser Stelle ein Meilenstein des Genres geschaffen, an dem auch die Neuauflage nicht rütteln kann. Filme dieser Art sind in der heutigen Zeit anscheinend nicht mehr hinzubekommen, da man einfach nicht dazu in der Lage ist die herausragende Atmosphäre zu erschaffen, die fast alle Horrorfilme der 80er Jahre beinhalten. Zudem ist die jetzige Generation anscheinend hauptsächlich auf bluttriefende Szenarien geeicht, denn je spektakulärer und blutiger ein Horror-Flick daher kommt, desto mehr Anklang findet er beim Publikum. Und so hat man es in vorliegendem Fall mit einem echten Relikt vergangener Tage zu tun, das die Horror-Landschaft definitiv extrem bereichert-und sich selbst einen festen Platz im Horror-Olymp geschaffen hat.


Fazit:


"Tanz der Teufel" ist in meinen Augen einer der besten Horrorfilme aller Zeiten und bietet auch heute noch immer wieder sehenswerte Genre-Kost. Mit wenigen Mitteln wurde eine maximale Wirkung erzeugt und nicht umsonst ist dieser Titel seit etlichen Jahren in aller Munde. das mag einerseits in der Zensurgeschichte begründet sein, liegt aber in erster Linie wohl eher in der vorhandenen Klasse eines Filmes, der auch durch ein gutes Remake nicht zu toppen ist.


10/10

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