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Dienstag, 7. Januar 2014

The Walking Dead (Staffel 3)









The Walking Dead (Staffel 3)
(The Walking Dead)
mit Andrew Lincoln, Sarah Wayne Callies, Laurie Holden, Jeffrey DeMunn, Steven Yeun, Chandler Riggs, IronE Singleton, Norman Reedus, Lauren Cohan, Scott Wilson, Jane McNeill, Madison Lintz, uvm.
Regie: Guy Ferland / Bill Gierhart u.a.
Drehbuch: Charlie Adlard / Tony Moore u.a.
Kamera: David Boyd / Rohn Schmidt
Musik: Bear McCreary
keine Jugendfreigabe
USA / 2012

Im Amerika nach der Zombieapokalypse kämpft eine bunt zusammen gewürfelte und auch schon mehrfach aufgesplitterte Gruppe Versprengter unter der nicht immer weisen Ägide des Ex-Sheriffs Rick weiterhin unverdrossen täglich aufs neue ums nackte Überleben. Während ein Teil der Gruppe ein Gefängnis entdeckt, säubert und zur vorläufigen Festung ausbaut, stoßen andere auf eine befestigte Stadt mit allerhand Komfort, in der jedoch ein unberechenbarer Gewalttäter genannt der Gouverneur das große Wort führt.


"The Walking Dead" entwickelt sich immer mehr zu einer der beliebtesten und besten TV-Serien, wobei sich dies sicherlich längst nicht mehr nur auf das Horror-Genre bezieht. In der hier vorgestellten dritten Staffel muss die kleiner gewordene Gruppe um Rick eine ganze Menge Schicksalsschläge und derbe Verluste hinnehmen, so das sich der Zuschauer auch von einigen Haupt-Charakteren verabschieden muss um aber gleichzeitig auch viele neue Gesichter präsentiert zu bekommen. Manch einem mag das ein Dorn im Auge sein und sicherlich ist es für eingefleischte Fans wirklich nicht leicht, wenn man sich von einigen der lieb gewonnenen Figuren verabschieden muss, doch für die Weiterentwicklung des Formates ist dies nun einmal unabdingbar. Ansonsten würde nämlich Stagnation eintreten und ehrlich gesagt wäre es auch keinesfalls nachvollziehbar, wenn die ständige Flucht vor den Untoten ohne Verluste abgehen würde und insbesondere in dieser Beziehung sollte der geneigte Fan sich auf Einiges einstellen, was ihm im ersten Moment vielleicht nicht so ganz in den Kram passt. Die starke Fluktuation der einzelnen Charaktere ist absolut notwendig, um auch immer wieder frisches Blut in die Serie einfließen zu lassen und die Macher haben sich gerade in dieser Staffel eine ganze Menge einfallen lassen, um einen mit extrem abwechslungsreicher Kost zu versorgen. Haben einen dabei die beiden vorangegangenen Staffeln schon sehr stark in ihren Bann gezogen, so wird dieser Aspekt meiner persönlichen Meinung nach noch einmal gesteigert. Von der ersten bis zur letzten Episode bekommt man einmal mehr diese absolut grandiose Endzeitstimmung vermittelt und ist sofort wieder mittendrin im Geschehen, das sich dieses Mal so dermaßen hat-und brutal präsentiert wie nie zuvor.

Konnte man zuvor eventuell noch über zu viele Dialoge und zu wenig Zombie-Action mäkeln, so dürften hier auch die Freunde der richtig derben Gangart durchgehend auf ihre Kosten kommen. Die Mischung erscheint noch weitaus gelungener und man kann an etlichen Stellen verspüren, das die Serie noch einmal einen ziemlich großen Schritt auf der Entwicklungsstufe gemacht hat. Damit meine ich keinesfalls den enthaltenen Härtegrad, denn den empfand ich auch vorher schon als vollkommen ausreichend, vielmehr ist es die persönliche Entfaltung einiger Stamm-Figuren, die bisher doch eher ein Schattendasein gefristet haben um nun umso mehr in den Fokus zu geraten. Das tut dem Format insgesamt gesehen äußerst gut und das Szenario ist nicht mehr so sehr auf Anführer Rick zugeschnitten, der in den vorangegangenen Staffeln doch manchmal schon fast eine bedrückende Omnipräsenz inne hatte. Das Geschehen ist nun viel mehr auf etliche Schultern verteilt, wobei sich die Gruppe in vorliegendem Fall viel mehr mit Menschen als mit den Zombies auseinandersetzen muss. Nachdem es sich Rick & Co. nämlich in einem Gefängnis gemütlich gemacht haben müssen sie schmerzhaft feststellen, das in ihrer Nähe eine kleine Stadt mit Überlebenden besteht, die jedoch unter der Regentschaft eines offensichtlichen Psychophaten steht, der sich selbst"The Governor" nennt. Auf den ersten Blick erscheint in diesem Städtchen alles friedlich und relativ sorglos, doch hinter der Fassade lauert das Grauen. Aus diesem Erzählstrang beziehen die 16 Episoden auch ihre größte Stärke und was sich dabei im Bereich der Action offenbart, ist wirklich mehr als nur sehenswert. Gleichzeitig offenbart sich einem auch einmal mehr die dunkle Seite des Menschen und es wird einem extrem eindringlich vor Augen geführt, wie leicht doch verängstigte Menschen zu manipulieren sind.

Dieser neue Einfluss tut dem Format unglaublich gut und die etlichen neu eingebrachten Aspekte sorgen für jede Menge Zündstoff, so das man keine einzige Episode zu sehen bekommt, die auch nur ansatzweise den Anflug von Langeweile beinhalten würde. Dafür passiert auch ganz einfach zu viel und es ist kaum einmal möglich, das der Zuschauer zwischendurch einmal etwas zur Ruhe kommt. Staffel drei ist nämlich mit unzähligen Höhepunkten ausgestattet, zudem sind die üblichen alltäglichen Probleme natürlich auch wieder mit von der Partie und mit den ganzen echten Schicksalsschlägen will ich gar nicht erst anfangen. Jede einzelne Folge bietet äußerst spannende-und abwechslungsreiche Kost, wobei auch die blutigen Passagen keinesfalls zu kurz kommen. Hat man sich in dieser Beziehung zuvor noch ein klein wenig bedeckt gehalten, so schöpfen die Macher dieses Mal aus dem Vollen und bieten dem Betrachter dabei ein absolut hartes-und kompromissloses Szenario, das einem phasenweise die Sprache verschlägt. Die Kamera hält jedes Mal voll drauf wenn hier Köpfe gespalten werden und unzählige Gliedmaßen abgetrennt werden, so das sich streckenweise ein regelrechtes Massaker offenbart, das selbst jeden Gorehound zufrieden stellen dürfte. Trotz jeder Menge Action bleibt aber dennoch auch genügend Freiraum für die emotionalen Momente und mit diesen hat die dritte Staffel wirklich nicht gespart. Was manch einem jedoch zuvor das ein-oder andere Mal etwas zu sehr in die Länge gezogen erschien, ist in vorliegendem Fall weitaus kompakter und knackiger verpackt, so das eigentlich nie die große Gefühls-Duselei aufkommen kann. Das liegt aber auch ganz bestimmt darin begründet, das ganz einfach keine großartige Zeitspanne zur Trauer oder anderen großen Emotionen ist, denn immer wenn eine Sache abgeschlossen erscheint, steht auch schon das nächste Problem auf der Matte. Und so zeichnen sich die 16 Episoden durch eine unglaubliche Vielfalt und jede Menge Abwechslung aus, was einem jetzt schon großen Appetit auf die folgende Staffel macht.

Obwohl ich ganz generell ein glühender Fan dieses Formates bin möchte ich doch behaupten, das hier der bisherige Höhepunkt von "The Walking Dead" vorliegt. Zwar empfand ich auch die Staffeln 1 & 2 als absolut großartig, doch was die Macher hier alles haben einfließen lassen, wertet das Format noch einmal zusätzlich auf. Atemlose Spannung, jede Menge Action und Blut, neue Charaktere und der Verlust altbekannter Gesichter ergibt eine Kombination, die man nicht besser hätte in Szene setzen können. Dabei sind sämtliche Episoden auch noch mit einem enormen Tempo ausgestattet, so das es hier rein gar nichts zu beanstanden gibt. Zudem kann man mehr als nur gespannt sein wie sich das Ganze weiter entwickelt, denn für genügend weiteres Potential sorgt allein die Einführung des "Governor", der beim Zuschauer regelrechte Wut-Attacken auslösen kann. Das letzte Wort ist hier definitiv noch nicht gesprochen und wenn sich die Serie weiterhin noch steigern kann oder zumindest das Niveau halten kann, dann werden hoffentlich noch viele Episoden folgen, denn "The Walking Dead" ist einfach nur der absolute Hammer. Mit Höhepunkten nur so gespickt bietet Staffel drei ein Höchstmaß an Intensität, beinhaltet viele neue Impulse und lässt auch die gewohnten Zutaten wie Drama-und Tragödie nicht außer acht, so das es sich um einen explosiven Mix handelt, den man sich immer wieder gern zu Gemüte führt.


Fazit:


Es ist schon toll mit anzusehen, wie sich eine Serie immer weiterentwickelt und das von Haus aus schon sehr hohe Niveau immer noch steigern kann. "The Walking Dead" ist ein absolutes Paradebeispiel dafür und bietet seinen Fans mit jeder neuen Staffel eine erneute Steigerung in Sachen Qualität, was in der heutigen Zeit nicht unbedingt selbstverständlich erscheint. Die absolut großartig agierenden Darsteller sind dabei ein ganz wesentlicher Aspekt und wenn die Last dann auch noch wie hier geschehen gleichmäßiger verteilt wird, dann kann man das nur als äußerst positiven Aspekt ansehen.


10/10

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