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Montag, 17. Februar 2014

Aura - Trauma









Aura - Trauma
(Trauma)
mit Christopher Rydell, Asia Argento, Piper Laurie, Frederic Forrest, Laura Johnson, Dominique Serrand, James Russo, Ira Belgrade, Brad Dourif, Hope Alexander-Willis, Sharon Barr, Isabell O'Connor, Cory Garvin
Regie: Dario Argento
Drehbuch: Franco Ferrini / Gianni Romoli / Dario Argento
Kamera: Raffaele Mertes
Musik: Pino Donaggio
ungeprüft
Italien / USA / 1993

Der Grafiker David kommt zufällig vorbei, als die junge Aura von der Brücke springen will, hält sie aber davon ab und kommt ihr langsam näher. Zur gleichen Zeit geht in der Stadt ein Mörder um, der seine Opfer köpft und die Körper ohne Kopf zurücklässt. Als Aura's Eltern dem Mörder zum Opfer fallen, forscht David genauer nach und entdeckt eine Verbindung unter den Opfern. Schließlich stirbt der vermeintliche Mörder auf der Flucht vor der Polizei, aber das ist zunächst nur das scheinbare Ende des Falles. Aura verschwindet und scheint sich in einem See ertränkt zu haben, doch David glaubt das nicht und macht sich auf die Suche...


Nach seinen etlichen Erfolgen in Italien und einer Zusammenarbeit mit George A. Romero wagte Dario Argento mit "Aura - Trauma" nun seine erste und auch einzige US - Produktion, was letztendlich durch diverse Auflagen dazu führte, das gerade dieses Werk bei vielen seiner Fans nicht sonderlich gut ankommt. Zeichnete sich der Maestro doch bisher in seinen Filmen auch durch einen durchaus sehenswerten Härtegrad aus, so hält man sich bei vorliegendem Szenario doch gerade in dieser Beziehung eher etwas bedeckt, was allerdings nicht Argento, sondern vielmehr den schon kurz erwähnten Auflagen für das amerikanische Mainstream-Publikum zuzuschreiben ist. Dennoch kann ich persönlich es ehrlich gesagt kaum nachvollziehen, warum gerade dieses Werk bei etlichen Leuten nicht gut ankommt, handelt es sich zwar sicherlich nicht um Argentos beste Arbeit, doch offenbart sich dem Zuschauer durchgehend eine äußerst interessante und vor allem sehr spannende Geschichte, die mit einer jungen Asia Argento die absolut perfekte Besetzung für die Hauptrolle gefunden hat. Spielt sie doch sehr überzeugend das schüchterne Mädchen Aura, das im Laufe der Zeit so einige traumatische Ereignisse verarbeiten muss. An ihrer Seite bleibt der stets bemühte Christopher Rydell hingegen zeitweise ein bisschen farblos, wobei sich sein Schauspiel aber immer noch auf einem soliden Niveau ansiedeln kann.

Mir persönlich gefällt dieses Werk sogar äußerst gut, denn auch wenn die von Argento selbst sehr hoch angelegte Messlatte im Bezug auf die Qualität nicht ganz erreicht werden kann, bietet "Aura" einen exzellenten Horror-Thriller, der in erster Linie von seinem gelungenem Spannungsaufbau lebt. Im Gegensatz zu Filmen wie beispielsweise "Deep Red" , Suspiria" oder auch "Phenomena" geht dem Werk sicherlich ein wenig die künstlerische Brillanz ab und auch das kräftige Spiel mit den Farben ist hier nicht zu bewundern, doch die eher nüchterne-und teils düstere Inszenierung der Geschichte lässt eine teils beklemmende Grundstimmung aufkommen, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Szenario zieht. Und obwohl das Geschehen nicht unbedingt vor Härte und blutigen Passagen strotzt, gibt es doch etliche blutige Momente, die in meinen Augen als vollkommen ausreichend erscheinen, um an dieser Stelle für ein gelungenes Gesamtbild zu sorgen.Es liegt natürlich im Auge des jeweiligen Betrachters, denn im Gegensatz zu den italienischen Produktionen des beliebten Regisseurs entfaltet sich in vorliegendem Fall nicht unbedingt diese bannende Faszination, die manch vorheriger Film beim Zuschauer ausgelöst hat.

Nichtsdestotrotz wird "Aura" zumeist viel zu niedrig bewertet und gerade wenn man einmal die späteren Werke Argentos betrachtet, weiß man dieses Werk erst so richtig zu schätzen. Dabei zehrt das Geschehen insbesondere bei der ersten Sichtung von seiner gut aufgebauten Dramaturgie, denn die Identität des Killers wird bis kurz vor dem Ende im Dunkeln gehalten. Durch die Berücksichtigung diverser kleiner Details kann man zwar durchaus schon früher auf die Identität kommen, doch präsentieren sich die Abläufe keinesfalls vorhersehbar. Dafür sorgt allein schon der Aspekt, das die Motive sich lange Zeit nicht zu erkennen geben und man erst nach und nach zu des Rätsels Lösung geführt wird, das für manch einen ohne Weiteres einen herrlichen Aha-Effekt darstellen könnte. Mit diesem Film verhält es sich irgendwie so wie auch mit bestimmten Weinen, je länger man sie reifen lässt, desto besser schmecken sie einem. Auch "Aura" entfaltet im Prinzip erst nach mehreren Sichtungen seine wahre Klasse, denn diese beinhaltet das Werk auf jeden Fall. Diverse kleinere Schwächen sollte man dabei nicht zu stark überbewerten und vor allem sollte man nicht immer den Vergleich mit Argentos ganz großen Klassikern heranziehen.

Im Endeffekt liegt hier bestimmt nicht das Meisterwerk des italienischen Regisseurs vor und selbst ein Platz unter den Top 5 dürfte dem Film nicht beschieden sein, dennoch handelt es sich um einen überdurchschnittlich guten Horror-Thriller, der definitiv spannende-und atmosphärische Genrekost anbietet. Nicht ganz so hart und blutig wie einige andere Filme beinhaltet die Geschichte dennoch so manche Einstellung, die einem unter die Haut geht. Ich kann den Film jedenfalls bedenkenlos empfehlen, denn obwohl manche Kritiken etwas anderes vermuten lassen, handelt es sich hier um überdurchschnittlich gute Unterhaltung.


Fazit:


"Aura - Trauma" ist spannend, atmosphärisch und stellenweise auch hart, wobei die eigentliche Stärke der Geschichte ganz eindeutig im Spannungsaufbau liegt. Eine überzeugende Asia Argento und eine überraschende Auflösung runden die ganze Chose harmonisch und stimmig ab, so das man dieses Werk keinesfalls ungesehen an sich vorbeiziehen lassen sollte.


8/10

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