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Mittwoch, 26. Februar 2014

Man Eater









Man - Eater (Der Menschenfresser)
( Antropophagus)
mit Tisa Farrow, Saverio Vallone, Serena Grandi, Margaret Donnelly, Mark Bodin, Bob Larsen, Rubina Rey, Simone Baker, Mark Logan, George Eastman, Zora Kerova, Susan Spafford
Regie: Joe D' Amato
Drehbuch: Joe D'Amato / George Eastman
Kamera: Enrico Biribicchi
Musik: Marcello Giombini

Ein Mann und seine Familie erleiden Schiffbruch. Sie treiben tagelang ohne Nahrung auf dem Meer, bis der immer stärker werdende Hunger kannibalische Neigungen bei dem Vater auslöst. Schließlich wird er zum Menschenfresser und hält sich mit dem Fleisch seiner Familie am Leben. Er erreicht eine Insel und taucht dort unter. Als eine Gruppe von jungen Leuten eines Tages einen Ausflug auf diese Insel machen, müssen sie feststellen, das alle Einwohner verschwunden sind und ihr Dorf völlig ausgestorben ist. Die Urlauber ahnen nichts von dem Schrecken, der sie erwartet...


Regisseur Joe D'Amato wird ja insbesondere von seinen Kritikern fast ausschließlich auf seine Hardcore-Produktionen reduziert und nicht selten als Schmuddel-Filmer betitelt. Dabei hat der gute Man auch einige durchaus sehenswerte Horrorfilme in seiner Filmografie, von denen "Man-Eater" wohl eines der umstrittensten Werke überhaupt darstellt. Zu seiner Zeit ganz bestimmt einer der härtesten Filme, erscheint die hier erzählte Geschichte mittlerweile zwar ein wenig angestaubt und kann meiner Meinung nach auch nicht die Klasse des ein Jahr zuvor erschienenen "Sado - Stoß das Tor zur Hölle auf" erreichen, wartet dafür jedoch mit einigen recht derben Passagen auf, die sich vor allem durch einen gesteigerten Ekelfaktor zu erkennen geben. Bis zum heutigen Tag macht man dabei meistens den Fehler, das Geschehen auf eben diese Einstellungen zu reduzieren, was dem Gesamtwerk jedoch nicht gänzlich gerecht wird.

Vollkommen bewusst provoziert D'Amato hier mit einem beim Zuschauer aufsteigenden Ekelgefühl, das an diversen Stellen der Geschichte absolut unvermeidbar ist, doch in erster Linie überzeugt das Geschehen durch eine unglaublich dichte-und bedrohliche Atmosphäre, die fast durchgehend vorherrscht und lediglich von einigen kleineren Längen unterbrochen wird, die man leider erkennen muss. Nach einer neuerlichen Sichtung des Werkes musste ich jedoch erstaunt feststellen, das diese sich in einem doch äußerst überschaubaren Rahmen zu erkennen geben, was ich vor einigen Jahren noch vollkommen anders empfunden habe. Auch die an diversen Stellen etwas unlogischen Verhaltensweisen einiger Akteure erscheinen dabei nicht mehr so störend wie noch bei meiner letzten Sichtung, so das ich "Man-Eater" mittlerweile als richtig gelungenen Horrorfilm ansehe, der von etlichen Leuten gnadenlos unterschätzt wird und teils relativ schlechte Kritiken erhält, die über die wahre Qualität des Filmes hinwegtäuschen. Dabei ist es ganz besonders die hervorragende Grundstimmung die einen in ihren Bann zieht, denn ab dem Zeitpunkt an dem die Urlauber die verlassene Insel betreten entfaltet das Geschehen extrem starke Momente, die durch ein Gewitter in der ersten Nacht zusätzlich untermalt werden.

Man vermeint die bis dahin unbekannte Bedrohung förmlich spüren zu können und merkt sofort, das hier irgend etwas Grauenvolles passiert sein muss. Wenn man den Film noch nicht kennen sollte wäre es vorteilhaft, wenn man sich erst gar nicht die Inhaltsangabe durchliest, denn die dort geschilderten Ereignisse rund um den "Man-Eater" bekommt man erst ziemlich spät innerhalb der Story geliefert. Das sorgt ganz automatisch dafür, das sich das zu erkennende Unheil lange Zeit im Verborgenen hält, was für die aufkommende Spannung sicherlich sehr zuträglich ist. Wenn man sich einmal auf das Szenario einlässt entsteht im Prinzip eine durchgängige Gänsehaut beim Zuschauer, gleichzeitig entstehen etliche Phasen, in denen man kaum die nötige Luft zum Atmen findet, da die aufkommende Beklemmung einem phasenweise die Kehle zuschnürt. Erst als sich dann im letzten Drittel der Geschichte der Großteil der visuellen Härte zu erkennen gibt weicht dieses Gefühl ein wenig von einem ab und wird durch das nackte Grauen ersetzt, das man bei den gezeigten Handlungen des "Man-Eater" verspürt. Obwohl man dabei immer stärkeren Ekel verspürt und sich am liebsten angewidert abwenden möchte kann man den Blick unmöglich vom Bildschirm abwenden, denn zu stark ist die vom Geschehen ausgehende und sehr grausame Faszination.

Am Ende ist es dann auch vollkommen egal wie man zu einem Film wie "Man-Eater" und seinem Regisseur stehen mag, die Geschichte beinhaltet genügend Qualität um zu einem überdurchschnittlich guten Gesamteindruck zu gelangen. Man sollte das Werk also nicht ausschließlich auf diverse Szenen reduzieren, denn insgesamt gesehen ergibt sich ein äußerst stimmiges Gesamtbild, das lediglich von kleinen Längen etwas getrübt wird. Zwar hat dieses Werk seinen berühmt-berüchtigten Status wohl hauptsächlich durch die bekannte "Embryo-Szene" erreicht die auch heute noch manch einem sauer aufstoßen wird, doch ehrlich gesagt beinhaltet das Geschehen eine ganze Menge mehr, was es letztendlich zu einem absolut sehenswerten-und extrem atmosphärischen Horrorfilm macht, den eigentlich jeder Genre-Freund kennen sollte.


Fazit:


Ekelfaktor hin-oder her, D'Amato hat hier innerhalb kürzester Zeit den zweiten absolut gelungenen Horror-Schocker abgeliefert, der bis in die heutige Zeit immer wieder heiß diskutiert wird. Dies geschieht hauptsächlich wegen einiger weniger Szenen, wobei die Story doch eine ganze Menge mehr zu bieten hat. Mir persönlich hat das Werk jedenfalls mittlerweile weitaus besser gefallen als noch vor ein paar Jahren, was in erster Linie in der grandiosen Grundstimmung zu begründen ist.


8/10

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