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Dienstag, 11. März 2014

Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies









Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies
(Zombi 2)
mit Tisa Farrow, Ian McCulloch, Richard Johnson, Al Cliver, Auretta Gay, Stefania D'Amario, Olga Karlatos, Nick Alexander, Ugo Bologna, Ramón Bravo, Omero Capanna, Giannetto De Rossi, Ottaviano Dell'Acqua
Regie: Lucio Fulci
Drehbuch: Elisa Briganti / Dardano Sacchetti
Kamera: Sergio Salvati
Musik: Giorgio Cascio / Fabio Frizzi
ungeprüft
Italien / 1979

Eine führerlose Segeljacht wird von der New Yorker Küstenwache auf dem Hudson Bay geentert. Beim Durchsuchen des Schiffes stoßen die Beamten auf abgetrennte Körperteile, und aus dem Hinterhalt werden sie von einer faulig aussehenden Gestalt angefallen, gegen die sie sich nur mit Schüssen zur Wehr setzten können. Durch die seltsamen Vorkommnisse neugierig geworden, beginnt der Journalist Peter West zu recherchieren und trifft dabei auf Ann Bowles, Tochter des Yachtbesitzers. Ihr Vater arbeitete zuletzt auf der Karibik-Insel Matul. Dort angekommen, werden sie von Dr. Menard, dem früheren Kollegen von Ann's Vater, über dessen Tod informiert. Doch keine Krankheit ist für die vielen Todesfälle auf der Insel verantwortlich: Ein Woodoo-Fluch der Eingeborenen lässt die Toten als Zombies aus ihren Gräbern steigen - ihr einziger Antrieb ist die Gier nach Menschenfleisch. Jedes neue Opfer lässt die Zahl der Zombies steigen, und Peter und Ann müssen sich fragen, ob sie die ständig wachsende Flut noch eindämmen können...


Nicht nur zur damaligen-sondern auch noch in der heutigen Zeit ist es für die meisten Zombie-Fans fast schon eine Glaubensfrage, ob man die bläulichen Untoten von George A. Romero oder die teils schon verwesten Zombies von Lucio Fulci bevorzugt. Rein optisch gesehen unterscheiden sich die beiden Varianten schon ganz erheblich und haben im Prinzip nur den Aspekt gemeinsam, das beide Gruppen zu denn sich langsam-und schlurfend bewegenden Oldschool-Zombies zählen, die in den 70er und 80er Jahren die Filmwelt unsicher machten. Nur ein Jahr nach Romero's "Dawn of the Dead" erschien mit "Woodoo" eines der unzähligen italienischen Ripp-Offs, das aufgrund einer regelrechten Zombie-Welle aus Italien fast unterzugehen drohte. Fast jeder Regisseur wollte unbedingt auf den Erfolgszug aufspringen, wobei nur relativ wenige Werke sich in Sachen Qualität mit Romero messen konnte. Vorliegender Film zählt aber definitiv dazu und frecherweise wurde das Werk auch teilweise unter dem Titel "Zombi 2" vermarktet, was sicherlich nicht gerade die schlechteste Marketing-Strategie darstellte, wobei die Geschichte natürlich bis auf die lebenden Toten überhaupt nichts mit dem 1978er "Zombie" zu tun hat. Zudem benötigt die Geschichte auch überhaupt nicht diesen kleinen aber dreisten Ettikettenschwindel, denn das Szenario schafft es absolut spielend, den Zuschauer durchgehend für sich einzunehmen.

Rein von der Geschichte her muss man hier wohl einige Abstriche machen, denn Fulci setzt keineswegs auf teilweise vorhandene inhaltliche Tiefe oder gar die sozialkritischen Ansätze, die Romero seinen Werken immer wieder beifügt, vielmehr lässt der italienische Regisseur von Beginn an keinen Zweifel an der Tatsache, das seine Story ihr Hauptaugenmerk auf die visuelle Gewalt legt, wobei die expliziten Gewaltdarstellungen einen Grad der Derbheit erreichen, der zur damaligen Zeit wirklich noch etwas Besonderes war. Das soll jetzt aber keinesfalls bedeuten das die hier erzählte Story-Line dumm oder gar uninteressant wäre, denn eher das Gegenteil ist der Fall. Nur merkt man an etlichen Stellen eben ganz eindeutig, das hier keine Kritik an der Gesellschaft stattfindet, sondern die Geschehnisse hauptsächlich darauf abzielen, den Betrachter mit manchmal brachial anmutender Gewalt und etlichen blutigen Passagen regelrecht zu schocken. Es muss wohl nicht näher erläutert werden, das die Kamera bei den entsprechenden Einstellungen immer voll drauf hält, denn wer die meisten Horrorfilme von Fulci kennt weiß ganz genau, das der gute Mann im Bezug auf derbe Szenen nie ein Kind von Traurigkeit war. So kann sich dann auch der geneigte Gorehound auf Ereignisse einstellen, die selbst nach heutigen Maßstäben immer noch absolut sehenswert erscheinen.

Es ist jedoch längst nicht so, das "Woodoo" sich nur durch seinen extremen Härtegrad auszeichnen würde und dabei einige wirklich spektakuläre Passagen wie beispielsweise den Unterwasserkampf zwischen einem Hai und einem Zombie an den Tag legt. Zum einen liegt dem Ganzen nämlich eine wirklich interessante Geschichte mit Woodoo-Thematik zu Grunde und andererseits wird das Geschehen durch eine absolut grandiose Grundstimmung getragen. Der dazu passende Score ist selbstverständlich auch vorhanden und so mausert sich der Film zu einer in atmosphärischer Hinsicht echten Granate, wie man sie in den folgenden Jahrzehnten nur noch selten präsentiert bekommen hat. Dabei beginnen die Ereignisse noch verhältnismäßig ruhig und mit dem Schauplatz New York, wobei hier zwar durchaus schon bedrohliche Elemente zu erkennen sind, die aber erst so richtig zur Geltung kommen, als die Location auf die mysteriöse Insel Matul wechselt, wo der Ursprung der Bedrohung zu suchen ist. Hier geht dann auch richtig die Post ab und die vorhandene Stimmung verdichtet sich schlagartig um ein Vielfaches, so das eine gepflegte Gänsehaut im Prinzip garantiert sein sollte. Zum Ende hin wechselt die Chose dann wieder zum Eröffnungs-Schauplatz und deutet dem Betrachter eine nahende Katastrophe an, die einen äußerst bitteren Nachgeschmack enthält.

Die zu Beginn angesprochene Glaubensfrage muss ein jeder für sich selbst beantworten, denn sowohl die Romero-Zombies wie auch die des Lucio Fulci bieten genügend positive Elemente, so das es im Endeffekt immer dem persönlichen Geschmack des Zuschauers überlassen ist, für welche Variante man mehr Sympathien hegt. Im Prinzip ist das allerdings auch vollkommen egal, denn "Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies" zählt wohl ganz eindeutig zu den absoluten Klassikern des Sub-Genres und sollte einen festen Platz in jeder gut sortierten Sammlung haben. Auch über dreißig Jahre nach seinem Erscheinen fesselt einen der Film immer wieder aufs Neue und hat dabei überhaupt nichts von seiner grausamen Faszination verloren, die sich immer wieder wie ein bleierner Mantel auf die Schultern des Betrachters legt und diesen schier erdrückt. Fulci hat hier einen echten Zombie-Klassiker kreiert, der fast in einem Atemzug mit Romero's "Dawn of the Dead" zu nennen ist, der jedoch für mich persönlich immer unangetastet bleiben wird.


Fazit:


Richtig derbe Effekte und ein hoher Blutgehalt zeichnen dieses Werk aus, das aber auch gleichzeitig mit einer herausragenden Atmosphäre ausgestattet ist, der man sich unmöglich verweigern kann. Der richtige Score untermalt das Ganze perfekt und so ergibt sich letztendlich ein Gesamteindruck, den man nur als sehr gut bezeichnen kann.


9/10

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