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Freitag, 18. April 2014

Basic Instinct









Basic Instinct
(Basic Instinct)
mit Michael Douglas, Sharon Stone, George Dzundza, Jeanne Tripplehorn, Denis Arndt, Leilani Sarelle, Bruce A. Young, Chelcie Ross, Dorothy Malone, Wayne Knight, Daniel von Bargen, Stephen Tobolowsky
Regie: Paul Verhoeven
Drehbuch: Joe Eszterhas
Kamera: Jan de Bont
Musik: Jerry Goldsmith
FSK 16
Frankreich / USA / 1992

Ein Mann stirbt einen grauenvollen Tod - ans Bett gefesselt, von einem Eispickel mehrfach durchbohrt. Bei den Ermittlungen gerät der abgebrühte Cop Nick Curran (Michael Douglas) in den Bann von Catherine Tramell (Sharon Stone), der Hauptverdächtigen und Geliebten des Ermordeten. Sie ist eine erfolgreiche Schriftstellerin, ihre fiktiven Kriminalstories werden auf makabere Weise Wirklichkeit: Im Bett werden Männer im verwundbarsten Moment getötet. So auch in ihrem neuesten Krimi, in dem ein Cop das Opfer wird. Von ihrer unbändigen Erotik leidenschaftlich angezogen, verfällt Nick der eiskalten Blondine. Er ist fest davon überzeugt, alles im Griff zu haben. Doch sein Leben gerät außer Kontrolle. Der Versuch, seinen Pflichten in diesem Mordfall nachzukommen, scheitert an Catherines aggressiver und besitzergreifender Sexualität. Obwohl der Profi ahnt, das auch er ihr Opfer wird, setzt er alles auf's Spiel....


Paul Verhoeven sorgte seinerzeit mit seinem Erotik-Thriller "Basic Instinct" für einen handfesten Skandal, denn die Geschichte beinhaltet mehrere höchst erotische Einstellungen die gerade zur damaligen Zeit für jede Menge Diskussionsstoff sorgten, da aufgrund ihrer Freizügigkeit doch so manches Tabu gebrochen wurde. Kein Wunder also, das auch das Gerücht umging, das die beiden Hauptdarsteller Michael Douglas und Sharon Stone wirklich Sex miteinander gehabt haben sollen und bei der Sichtung des Filmes erscheint auch dem Zuschauer dieser Gedanke gar nicht einmal so weit her geholt. Bei all den Legenden die sich um dieses Werk ranken vergisst man dabei immer sehr schnell, das es sich hier um einen wirklich exzellenten Thriller handelt, dessen Story zwar auch mehrere Klischees enthält, aber dennoch jederzeit absolute Hochspannung erkennen lässt, da so einige Wirrungen-und Wendungen in das Geschehen eingebaut wurden. Dabei schafft man es immer wieder, die Indizien fast schon zu offensichtlich in eine bestimmte Richtung zu lenken, um jedoch gerade in der zweiten Filmhälfte mehrere Aspekte einfließen zu lassen, die den Betrachter ordentlich ins Schwanken geraten zu lassen. Selbst das Finale gestaltet sich recht offen, so das eine endgültige Lösung des vorliegenden Falles im Prinzip nicht geboten wird und gerade daraus bezieht die Geschichte ihren ganz besonderen Reiz.

Absolut prägend für den riesigen Erfolg des Filmes sind aber sicherlich nicht nur die gute Story und die anrüchigen Sex-Passagen, vielmehr sticht das berauschende Schauspiel der beiden Haupt-Akteure heraus, denn der schauspielerische Schlagabtausch den sich die beiden Superstars hier liefern, ist der absolute Höhepunkt eines Szenarios, das nicht gerade mit Highlights geizt. Es entwickelt sich nämlich ein wirklich perfides Katz-und Mausspiel zwischen den beiden, das zudem mit knisternder Erotik angefüllt ist die man förmlich greifen kann. Brillante Dialoge und eine hervorstechende Mimik-und Gestik der beiden verleiht dem Geschehen eine ungemein hohe Qualität und verleiht den Ereignissen zudem eine enorm realistische Note. Außerdem hat Verhoeven hier auch einige wichtige Nebenfiguren eingefügt, die dem Ganzen noch eine zusätzlich würzige Beinote angedeihen lässt. So ergeben sich im Verlauf immer mehr kleine Details, die mehrere Personen in den Täterkreis rücken und das gesponnene Netz aus Lügen und Geheimnissen nimmt immer dichtere Formen an.

Der Zuschauer wird im letzten Drittel an einen Punkt geführt, an dem man endgültig nicht mehr sagen kann, wer denn nun letztendlich der Täter ist und das verleiht der Geschichte einen gewissen Hauch von Genialität. Selbst nach mehreren Sichtungen ist man eher unschlüssig, in welche Richtung die eigenen Vermutungen tendieren, denn die unzähligen Andeutungen und auch feststehende Fakten deuten zwar immer wieder in ein-und dieselbe Richtung, wohingegen andererseits Momente präsentiert werden, in denen sich das Ganze in einem vollkommen anderen Licht zeigt. Allein schon aus diesem Grund ist "Basic Instinct" wohl ein echter Klassiker des Genres, auch wenn es genügend Leute gibt, die dieses Werk zu den am meisten überschätzten zählen. Dieser Meinung kann ich mich jedoch nicht anschließen, denn die einzelnen Zutaten sind absolut perfekt miteinander vermischt worden und ergeben so gut zwei Stunden extrem spannende-und erotische Unterhaltung, die durch die Performances der Darsteller noch zusätzlich aufgewertet werden.

Man sollte sich Verhoeven's Film also nicht nur aufgrund der ästhetisch erscheinenden Erotik-Passagen anschauen, die aber zugegebenermaßen ein absoluter Hingucker sind. denn "Basic Instinct" beinhaltet weitaus mehr Klasse, als das man ihn nur auf eben diese Szenen reduzieren würde. Das sich ein ermittelnder Detective in eine Mordverdächtige verliebt ist zwar nicht sonderlich originell und zudem auch noch ein dickes Klischee, aber was die Macher aus diesem Aufhänger gemacht haben ist einfach nur als absolut grandios zu bezeichnen. Perfektes Schauspiel echter Könner, eine tolle-und faszinierende Geschichte und etliche Wendungen machen dieses Werk zu einem der mit Abstand besten seiner Art und verleihen der ganzen Chose auch gleichzeitig etwas zeitloses. Denn auch nach nunmehr über zwei Jahrzehnten fesselt einen das Szenario immer wieder aufs Neue und offenbart dabei seine ganz eigene Faszination, gegen die man sich als Zuschauer unmöglich erwehren kann.


Fazit:


Unter den unzähligen Erotik-Thrillern dürfte "Basic Instinct" wohl das absolute Non plus Ultra darstellen, was man von der Jahre später folgenden Fortsetzung leider nicht behaupten kann. Stone und Douglas laufen hier zur absoluten Höchstform auf und drücken dem Ganzen nicht nur durch die hochrotischen Szenen ihren ganz persönlichen Stempel auf.


9/10

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