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Mittwoch, 9. April 2014

Chucky und seine Braut









Chucky und seine Braut
(Bride of Chucky)
mit Jennifer Tilly, Katherine Heigl, Nick Stabile, Alexis Arquette, Gordon Michael Woolvett, John Ritter, Lawrence Dane, Michael Johnson, James Gallanders, Janet Kidder, Vince Corazza, Kathy Najimy
Regie: Ronny Yu
Drehbuch: Don Mancini
Kamera: Peter Pau
Musik: Graeme Revell
FSK 18
USA / 1998

Vor zehn Jahren zauberte Serienkiller Chucky seine schwarze Seele in eine Puppe. Er setzte sein grausames Treiben fort, bis er in die Hände der Polizei fiel. Aber seine Ex-Freundin Tiffany kann ihn nicht vergessen und besorgt sich Chuckys Überreste. Sie flickt ihn zusammen und spricht in dunkler Nacht eine Zauberformel Chucky kehrt ins Reich der Lebenden zurück. Als er sich weigert, Tiffany zu heiraten, sperrt diese ihn ein. Doch die Killertruppe rächt sich...


Manch einer mochte es kaum glauben, doch obwohl der gute Chucky am Ende des dritten Teils eigentlich vollkommen zerstört wurde, feierte der kleine Killer sieben Jahre später seine Auferstehung. Durch die Hilfe seiner Ex-Freundin Tiffany kehrt die Killerpuppe ins Leben zurück und bekommt durch einen herbeigeführten Unfall zusätzliche Hilfe, wird doch auch Tiffany's Seele in eine weibliche Puppe gezwungen, so das die beiden von nun an als gefürchtetes Pärchen auf Menschenjagd gehen, damit sie mit Hilfe eines Amuletts wieder in menschliche Körper zurückkehren können. Von vielen Leuten wird dieser Teil als schwächster der gesamten Reihe angesehen wobei ich diese Einschätzung nicht so ganz teilen kann. Eventuell kann man sich daran stören, das die Geschichte phasenweise zu sehr in die Richtung einer Horror-Komödie tendiert denn die humorigen Anteile gestalten sich in diesem Szenario weitaus stärker als in den Vorgängern, doch insgesamt gesehen präsentiert sich auch in vorliegendem Fall eine recht gelungene Mischung, die auch mit einigen blutigen Passagen angereichert wurde, um die Tradition der ersten drei Teile nahtlos weiter zu führen.

Über die fiese Art von "Chucky" bräuchte man im Prinzip keinerlei Worte verlieren, doch in "Chucky und seine Braut" erfahren seine bitter-bösen Sprüche und grausamen Ideen noch einmal eine ganz andere Qualität, wobei ihm seine Braut jedoch in nichts nachsteht. Allerdings ist bei der guten Tiff zumindest noch ein Rest von menschlichen Emotionen zu erkennen, was insbesondere am Ende des Filmes stark zum Ausdruck kommt und den guten "Chucky" einmal mehr davon abhält, wieder menschliche Gestalt anzunehmen. Das Werk von Ronny Yu nimmt in der heutigen Zeit und nach der Sichtung des neuesten Filmes "Curse of Chucky" sogar einen ganz neuen Stellenwert in der Reihe ein, so kann man dem Zuschauer sogar durchaus empfehlen, sich den neuen Streich von Don Mancini vor diesem Film anzuschauen, werden dort doch einige Zusammenhänge aufgedeckt, die "Chucky und seine Braut" als Teil 5 zu deklarieren, was andererseits durch auftretende Logiklöcher auch wieder verworfen wird. Es ist aber auch vollkommen egal, denn einmal mehr bekommt man hier das typische Chucky-Feeling präsentiert und kann sich an einer weiteren und sehr unterhaltsamen Story erfreuen, in der es streckenweise ordentlich zur Sache geht.

Dennoch erscheint das Szenario nicht ganz so stimmig-und atmosphärisch wie seine Vorgänger, was eventuell im an manchen Stellen zu stark ausgeprägten Humor begründet ist. Bietet dieser zwar genügend Angriffe auf die Lachmuskeln, so fällt es auf der anderen Seite doch größtenteils recht schwer, die Geschichte wirklich ernst zu nehmen. Natürlich trat dieser Aspekt auch schon bei den ersten Filmen auf, war aber noch sie so ausgeprägt im Vordergrund zu verspüren, wie es hier der Fall ist. So bezieht sich ein Großteil des Geschehens beispielsweise auf die Beziehung der beiden Puppen zueinander und vernachlässigt dabei ein wenig die anderen Elemente. Das sorgt natürlich für etliche witzige-und streckenweise echt skurrile Momente, verleiht dem Ganzen jedoch einen fast schon trashigen Anstrich und lässt so eher selten eine wirkliche Horror-Atmosphäre aufkommen, die nur ab und zu einmal ein wenig durchschimmert. Die Verteilung der einzelnen Zutaten sind also dieses Mal nicht gänzlich ausgewogen, was letztendlich wohl auch der Hauptgrund dafür sein dürfte, das viele Fans mit diesem Teil nicht wirklich viel anfangen können.

Dennoch versteht es Ronny Yu durchaus, dem Betrachter zumindest sehr kurzweilige Unterhaltung zu präsentieren. Die Idee der Mörderpuppe eine Gefährtin zu geben ist wirklich nicht von schlechten Eltern, aber man sollte sich dadurch darüber im Klaren sein, das die Geschehnisse ab sofort mehr in die Richtung einer Komödie tendieren, als das man einen ernsten Horrorfilm serviert bekommt. Wenn man sich damit abfinden kann, bekommt man hier die volle Dröhnung "Chucky" spendiert, die durch die emanzipierte Tiffany einen zusätzlichen Schub erhält. Zudem lässt sich die gute Frau auch nicht alles von ihrem männlichen Gegenpart gefallen, so das die mordende Puppe sich nicht nur mit menschlichen Gegnern, sondern auch mit der eigenen Braut auseinandersetzen muss, die ihm teilweise so richtig ordentlich zusetzt.


Fazit:


Weitaus mehr Humor als in den vorherigen Filmen und teilweise skurrile Situationskomik sorgen hier für jede Menge Spaß, nehmen dem Film aber auch jegliche Ernsthaftigkeit. So kann man schwerlich von einem Horrorfilm sprechen, obwohl die Geschichte einige durchaus blutige Momente beinhaltet. "Chucky und seine Braut" ist definitiv nicht der beste Film der Reihe, aber auch längst nicht so schlecht geraten, wie manche Kritiken es eventuell vermuten lassen könnten.


6,5/10

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