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Donnerstag, 5. Juni 2014

Das Omen









Das Omen
(The Omen)
mit Gregory Peck, Lee Remick, David Warner, Billie Whitelaw, Harvey Stephens, Patrick Troughton, Martin Benson, Robert Rietty, Tommy Duggan, John Stride, Anthony Nicholls, Holly Palance, Roy Boyd, Freda Dowie
Regie: Richard Donner
Drehbuch: David Seltzer
Kamera: Gilbert Taylor
Musik: Jerry Goldsmith
FSK 16
USA / 1976


Am 6. Juni, morgens sechs Uhr, wird er geboren. Er wächst heran wie andere Kinder, unterscheidet sich scheinbar durch nichts von seinen Altersgenossen. Und doch ist dieser Damien Thorn kein Kind wie alle anderen. In seiner Umgebung sterben Menschen unter mysteriösen Umständen. Die Gesetze der Natur scheinen außer Kraft gesetzt. Niemand wird verschont, selbst Damiens Eltern Robert und Cathy Thorn müssen die Liebe zu ihrem vermeintlichen Kind mit dem Leben bezahlen. Die dunkle Prophezeiung beginnt sich zu erfüllen:"Er wird sein Königreich auf Erden errichten und dem Satan untertan sein. Die Erde wird leer sein und die Menschen werden sich gegenseitig töten." Damien Thorn, das personifizierte Böse, hat sein Werk begonnen. Wer wird sich ihm in den Weg stellen können?


Horrorfilme, die sich mit einer übernatürlichen-und religiösen Thematik beschäftigen sind auch in der heutigen Zeit immer noch in aller Munde, doch die wohl größten Klassiker dieser Art stammen aus früheren Jahrzehnten. Auch Richard Donner's "Das Omen" fällt sicherlich in diese Kategorie und erschien drei Jahre nach William Friedkin's Meisterwerk "Der Exorzist". So ist dann auch durchaus zumindest ein indirekter Vergleich der beiden Werke zulässig, wobei sich die Geschichten aber dennoch in meinen Augen ziemlich grundlegend unterscheiden. Während sich Friedkin nämlich der Besessenheits-Thematik widmet, thematisiert Donner die Figur des Antchristen und verleiht dieser auch gleichzeitig einen Namen: Damien Thorne. Gerade zur damaligen Zeit stellte dieser Film etwas ganz Besonderes dar und schaffte es sogar, den Zuschauer richtiggehend zu schockieren. Aus heutiger Sicht mag man über diesen Aspekt vielleicht ein wenig lächeln, aber dennoch ist "das Omen" meiner persönlichen Meinung nach zu den absoluten Genre-Klassikern zu zählen. In erster Linie liegt das bestimmt in der faszinierenden Story und deren brillanter Umsetzung begründet, denn von der ersten Minute an entfaltet sich diese auch nach fast vier Jahrzehnten immer noch extrem dichte-bedrohliche Grundstimmung, die durch die Elemente des Übernatürlichen noch zusätzlich verstärkt wird. On man nun gläubig ist oder nicht, die Geschichte zieht einen unwillkürlich in ihren Bann und sondert dabei eine fast schon hypnotische Wirkung auf den Zuschauer ab, der man sich unmöglich entziehen kann. Die größtenteils wunderbar düster gehaltenen Bilder versprühen dabei die genau richtige Gänsehaut-Atmosphäre und obwohl die Geschichte an sich im Prinzip vollkommen unglaublich erscheint überkommt einen durchgehend das Gefühl, das die ins Bild gesetzten Abläufe sich auch in der Realität ereignen könnten.

Gerade diesem Eindruck ist es zu verdanken, das dieser Film immer wieder seine volle Wirkung erzielen kann, wobei es vollkommen egal ist, wie oft man sich diesen wunderbaren Klassiker schon angeschaut hat. Denn allein die Figur des Damien sorgt jedes Mal aufs neue dafür, das einem kalte Schauer über den Rücken laufen. Auch wenn dies in den später folgenden Fortsetzungen auch der Fall ist, so kommt einem die Person des Antichristen nie wieder so bedrohlich vor als im zarten Kindesalter. Das liegt selbstverständlich an Harvey Stephens, denn man hätte die Rolle nicht besser besetzen können. Das bezieht sich weniger auf das Schauspiel, denn in der Rolle des kleinen Kindes musste der damals 6-jährige nicht sonderlich viel leisten, vielmehr ist es die fast schon als diabolisch zu bezeichnende Ausstrahlung des nicht gerade hübschen Kindes, die einem stellenweise das Blut in den Adern gefrieren lässt. Selbst wenn der Junge lächelt merkt man ganz eindeutig die Verschlagenheit-und Boshaftigkeit, die in dem Sohn des Teufels schlummert und nur darauf wartet, sich immer weiter entfalten zu können. In den Hauptrollen sind mit dem großen Gregory Peck, Lee Remick und David Warner drei Könner ihres Faches am Werk und liefern dabei schauspielerische Leistungen ab, die durchgehend überzeugen können. Aber auch in den Nebenrollen ist die Geschichte absolut glänzend besetzt, so das sich im Bezug auf die darstellerischen Leistungen keinerlei Gründe für negative Kritik erkennen lassen.

Im Prinzip ist dies aber auf den gesamten Film zu beziehen, denn Donner hat hier einen Film geschaffen, der einen von der ersten bis zur letzten Minuten absolut fesselt. Die Unheil androhende Atmosphäre und der teils wuchtige Soundtrack von Jerry Goldsmith dienen dabei als perfekte Untermalung eines Szenarios, das den Betrachter immer noch das Fürchten lehrt. Zudem beinhaltet die Geschichte auch noch 2-3 recht gut in Szene gesetzte Tötungen wobei man jedoch erwähnen sollte, das man hier keinen sonderlich großen Härtegrad erwarten sollte. Dafür bekommt man allerdings ein bis ins kleinste Detail fein aufeinander abgestimmtes Gesamtwerk präsentiert, das im Laufe der ganzen Jahre noch nicht einmal einen Hauch seiner Klasse eingebüßt hat. Insbesondere im direkten Vergleich mit dem 2006 erschienenen Remake schneidet das Original weitaus besser ab, denn bis auf eine fast identische Kopie ohne Herz und Seele ist den Machern nichts eingefallen, um auch nur annähernd neue Impulse einzubauen. Dennoch gibt es immer wieder Leute, die diesem Klassiker scheinbar nicht sonderlich viel abgewinnen können, was ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Vielleicht liegt das aber auch daran, das ich ganz generell Filme mit religiösem Hintergrund sehr liebe und "Das Omen" zählt dabei sicherlich zu den absolut prägenden Filmen seiner Art.

Zwar sind auch die noch folgenden Teile der Reihe als absolut sehenswert einzustufen und selbst die TV-Produktion "Omen IV-Das Erwachen" ist längst nicht so schlecht wie manche Kritik es eventuell vermuten lässt, doch an die Perfektion dieses ersten Teiles kommt keine der Fortsetzungen heran. Die Personifizierung des Antichristen und die damit verbundenen Geschehnisse finden hier ihren genialen Anfang und präsentieren den kindlichen Damien mit einer Ausstrahlung, die einem schon zu diesem Zeitpunkt eiskalte Schauer über den Rücken jagt. Wohl kaum ein anderes "böses Kind" in etlichen anderen Genre-Vertretern hinterlässt dabei einen solch bleibenden Eindruck wie Harvey Stephens, denn wenn man einmal in dessen Gesicht gesehen hat, vermeint man die wahrlich diabolische Präsenz des Antichristen sehen zu können, der in seinem Körper heran wächst. Und so zählt "Das Omen" wohl auf jeden Fall zu den Horrorfilmen die man gesehen haben sollte, für mich selbst handelt es sich sogar um ein echtes Meisterwerk, weshalb ich bei der Bewertung auch sicherlich nicht ganz objektiv sein kann und eher eine rein subjektive Sichtweise erkennen lasse.


Fazit:

Es ist vollkommen egal, wie man zu Filmen mit der vorliegenden Thematik steht, aber Richard Donner's Film zählt zu den uneingeschränkten Klassikern des Genres und hat dieses bestimmt auch nachhaltig beeinflusst. Nur selten schafft es eine Geschichte, den Zuschauer wirklich von Anfang bis Ende in ihren hypnotischen Bann zu ziehen, doch "Das Omen" schafft dies mit einer geradezu spielerischen Leichtigkeit, so das man mit einem Grusel-Erlebnis der allerbesten Sorte konfrontiert wird.


10/10

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