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Samstag, 9. August 2014

Freakshow (1988)






Freakshow
(Black Roses)
mit John Martin, Ken Swofford, Sal Viviano, Julie Adams, Frank Dietz, Carla Ferrigno, Carmine Appice, Tony Bua, Karen Planden, David Crichton, Jesse D'Angelo, Keith Miller, Paul Kelman, Robin Stewart, Patricia Strelioff
Regie: John Fasano
Drehbuch: Cindy Cirile
Kamera: Paul Mitchnick
Musik: Elliot Solomon
ungeprüft (indiziert)
USA / 1988

Mill Basin, ein kleines Provinznest im amerikanischen Mittelwesten. Die Jugend des amerikanischen Provinznests fiebert dem viertägigen Rockspektakel mit dem Auftritt der Heavy-Metal-Band "Black Roses" entgegen. Endlich Gelegenheit den langweiligen Schulunterricht und das frustrierende Elternhaus zu vergessen. Die braven Bürger der Stadt wollen das Konzert wegen blasphemischer Texte der Gruppe verbieten. Doch Lehrer Moorhouse will seinen Schülern den Spaß nicht verderben. Beim ersten Sound aus der Megawatt-Anlage sind alle wie elektrisiert und als Damien zum Mikrofon greift ist buchstäblich die Hölle los. Als Moorhouse bemerkt, dass die Musik wie eine Droge wirkt, ist es bereits zu spät. Die total entfesselte Jugend gerät außer Rand und Band und schreckt vor nichts zurück. Es gibt die ersten Toten. Verzweifelt versucht Moorhouse seine attraktive Lieblingsschülerin Julie zu retten, bevor auch sie dem Taumel des teuflischen Sounds verfällt. Er muss verhindern, dass die Band ihre "Tournee des Terrors" fortsetzt, bevor der Funke des Wahnsinns auf ganz Amerika überspringt.


John Fasano's "Freakshow" erntet unter den Horror-Fans zumeist eher schlechte bis durchschnittliche Kritiken, dabei handelt es sich doch um ein wunderbar trashiges Relikt der späten 80er Jahre, an dem man sehr wohl seine Freude haben kann. Die Indizierung des Werkes dürfte wohl in erster Linie für die Enttäuschung so manchen Zuschauers sein, suggeriert diese doch relativ eindeutig, das man es hier mit mit einem eher härteren Szenario zu tun bekommt, was sich letztendlich jedoch als absoluter Trugschluss herausstellen sol. Derbe Passagen oder blutige Einstellungen sind nämlich im Prinzip überhaupt nicht vorhanden und die wenigen Szenen in denen man ein wenig Blut zu sehen bekommt sind ziemlich kurz gehalten und treten auch nicht gerade in inflationärer Art und Weise in Erscheinung. So wäre in vorliegendem Fall auch eine Freigabe ab 16 Jahren mehr als ausreichend, doch gerade bei vielen älteren Filmen konnten sich die deutschen Prüfstellen noch immer nicht zu einer neuen Bewertung durchringen, so das immer noch sehr viele Leute aufgrund einer vollkommen überzogenen Alterseinstufung mit einer falschen Erwartungshaltung an diverse Werke herangehen und dann im Endeffekt ziemlich enttäuscht zu sein, wenn die Geschichten ihnen nicht das anbieten, was sie sich doch sehnlichst erhofft haben.

Doch auch ohne viel Blut und Härte ist "Freakshow" ein bestens unterhaltender Horrorfilm, der seinen ganz besonderen Charme aus seinen aus heutiger Sicht recht urigen Effekten bezieht, die sich in der Verwandlung einiger Menschen zu erkennen geben, die sich nach einer geraumen Zeit in dämonische Monster verwandeln. Ausgelöst wird dies durch die fiktive Rockband "Black Roses", die mit ihrer Musik die Jugendlichen einer Kleinstadt negativ beeinflusst, so das diese sich aus netten Teenagern in mordende Bestien verwandelt. Diesen Aspekt und somit auch die eigentliche Thematik der Geschichte hat Fasano auch durchaus beeindruckend in Szene gesetzt, denn die charakterliche Wandlung der Teenies kommt immer wieder sehr stark zum Ausdruck. Mit der Zeit ist niemand mehr vor ihnen sicher und insbesondere die Eltern der Jugendlichen bekommen dies sehr nachhaltig zu spüren. Schnell ist es nämlich mit der beschaulichen Ruhe in der Kleinstadt vorbei und es häufen sich die ominösen Mordfälle an diversen Erwachsenen, die zunächst größtenteils viel eher wie tragische Unfälle aussehen. Nur der Lehrer Moorhouse glaubt nicht an tragische Zufälle und versucht der Sache auf den Grund zu gehen, was ihn letztendlich selbst in eine lebensbedrohliche Situation bringt.

Nun gestaltet sich im Prinzip die gesamte Geschichte eher unspektakulär, man sollte also keinerlei visuelle Höhepunkte oder actionlastige Passagen erwarten. Dennoch gestalten sich die Abläufe aber ungemein kurzweilig und vom Geschehen geht auch definitiv eine gewisse Faszination aus, so das der Betrachter Gefallen an den teils skurrilen Ereignissen findet. "Freakshow" ist sicherlich kein herausragender Genre-Beitrag, erzählt aber zumindest eine interessante Geschichte, aus der man jedoch auch noch eine Menge mehr hätte herausholen können. Dabei sollte man aber auch bedenken, das diesem Werk ganz bestimmt kein riesiges Budget zugrunde lag und aus den recht offensichtlich bescheidenen Mitteln hat der Regisseur doch eine nette Story kreiert. Echte Spannung oder die ganz dichte Horror-Atmosphäre wollen allerdings eher selten aufkommen, denn dafür gestalten sich die Abläufe doch viel zu vorhersehbar, so das man letztendlich eher mit einem seichten Film-Vergnügen konfrontiert wird, das aber trotz diverser Schwächen einen insgesamt überdurchschnittlich guten Gesamteindruck hinterlässt.

Auch wenn "Freakshow" in der Regel eher schlechtere Kritiken nach sich zieht sollte sich ein jeder selbst ein Urteil über das trashige Szenario machen, das viel besser ist als sein Ruf. Vor allem die Liebhaber der 80er Jahre dürften hier auf ihre Kosten kommen und ihre helle Freude an den zugegebenermaßen urigen Effekten haben, bei deren Ansicht man sich einen Schmunzler nur schwerlich verkneifen kann. Mich persönlich hat im Prinzip lediglich das gewählte Ende gestört, denn dieses ist doch ziemlich abrupt und man hätte an dieser Stelle doch einen viel besseren-und stimmigeren Abschluss finden können. So aber wird man nach gut 77 Minuten Netto-Spielzeit mit einem Finale aus der Story entlassen, das den bis dahin guten Gesamteindruck doch ein wenig trübt.


Fazit:


John Fasano hat mit "Freakshow" sicherlich keinen Film geschaffen, der sich unter den Klassikern des Horrorfilmes einordnet. Andererseits sind aber auch einige vernichtende Kritiken nicht so ganz nachvollziehen, offenbart sich doch ein unterhaltsames-und kurzweiliges Filmchen, das allerdings ohne jegliche Höhepunkte auskommen muss. Wer spektakuläre Passagen oder reichlich Kunstblut erwartet sollte lieber die Finger von diesem Film lassen, wer jedoch ein trashiges Relikt der späten 80er zu schätzen weiß, darf definitiv zugreifen.


7/10

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