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Donnerstag, 18. September 2014

7th Floor - Jede Sekunde zählt






7th Floor - Jede Sekunde zählt
(Séptimo)
mit Ricardo Darín, Belén Rueda, Abel Dolz Doval, Charo Dolz Doval, Luis Ziembrowski, Osvaldo Santoro, Guillermo Arengo, Jorge D'Elía, Carolina Barbosa, Pedro Angel Di Salvia, Patricia Gilmour, Gaby Ferrero, Dora Fajn
Regie: Patxi Amezcua
Drehbuch: Patxi Amezcua / Alejo Flah
Kamera: Lucio Bonelli
Musik: Roque Baños
FSK 12
Argentinien / Spanien / 2013

Wenn Sebastián seine Kinder in die Schule bringt, spielen sie immer das gleiche Spiel: "Wer ist Erster im Erdgeschoss?" Sebastián nimmt im 7. Stock den altmodischen Aufzug, Luca und Luna sausen über die Treppe. Doch als der Vater an diesem Morgen als Sieger im Parterre ankommt, bleibt es still im Treppenhaus. Kein Junge stürmt um die Ecke, kein kleines Mädchen stimmt ein enttäuschtes Geheul an. Nichts. Stille. Erst denkt Sebastián, dass die beiden ein neues Spiel erfunden haben und sich verstecken, doch sie bleiben verschwunden. Mit wachsender Sorge durchsucht er das ganze Mietshaus, befragt den Hausmeister und alle Nachbarn. Niemand hat etwas gesehen, niemand weiß etwas. Es ist, als hätte das alte Haus die Kinder verschluckt. Panik ergreift Sebastián ...


Thriller in denen Menschen auf mysteriöse Art und Weise von einer auf die andere Sekunde verschwinden garantieren in der Regel für ein äußerst spannendes Filmerlebnis. Auch die vorliegende argentinisch-spanische Co-Produktion schlägt diese Richtung ein und lässt dabei Anlehnungen an Filme wie beispielsweise "Flightplan - Ohne jede Spur" erkennen. Dieses Mal spielt sich das Geschehen allerdings in einem weitläufigen Wohn-Komplex ab, in dem die beiden Kinder des Anwalts Sebastian spurlos verschwinden, was schon nach relativ kurzer Zeit für einen ordentlich aufgebauten Spannungsbogen Sorge trägt. Es scheint also ein wirklich gelungener Thriller zu entstehen der sämtliche Zutaten beinhaltet die nötig sind um den Zuschauer zu fesseln, so präsentieren sich mit zunehmender Laufzeit immer mehr Verdächtige und auch eventuelle Beweggründe der jeweiligen Protagonisten werden immer wieder eingestreut, um logisch erscheinende Zusammenhänge zu schaffen.

Hat Regisseur Patxi Amezcua zunächst im Prinzip fast alles richtig gemacht, so setzt jedoch nach einer knappen Stunde die totale Ernüchterung beim Betrachter ein. Nicht nur, das zu diesem Zeitpunkt der Schleier des bis dahin mysteriös erscheinenden Szenarios frühzeitig gelüftet wird, es gibt auch in der noch verbleibenden Restlaufzeit nichts mehr, was diesen Film in irgendeiner Art auszeichnen würde. Die Auflösung des Ganzen fällt dabei äußerst banal und auch nicht unbedingt logisch aus, so das der zunächst sehr gute Eindruck der Geschichte doch reichlich verwässert wird. Es ist einfach ziemlich enttäuschend, wie aus dem sicherlich vorhandenen Potential der Geschichte am Ende so wenig gemacht wird und man stellt sich unwillkürlich die Frage, warum der Regisseur nach einem so starken Beginn mit einem solch schwachen Finale aufwartet.

Lediglich das gute Schauspiel von Hauptdarsteller Ricardo Darín tröstet ein wenig darüber hinweg, das der zunächst sehr gut aufgebaute Spannungsbogen mit der Zeit immer mehr verloren geht. Seine Darstellung des verzweifelten Vaters ist nämlich absolut gelungen, wohingegen die anderen Akteure eher blass erscheinen. Doch auch er kann trotz aller Bemühungen den insgesamt mittelmäßigen Gesamteindruck nicht aufwerten, denn zu sehr fallen die auftretenden Defizite ins Gewicht, die bei etwas mehr Fingerspitzengefühl bestimmt vermeidbar gewesen werden. Hätte Amezcua nach seiner frühzeitigen Auflösung wenigstens die verbleibende Spielzeit noch interessant gestaltet, so wäre das noch erträglich gewesen, doch die letzten vor sich hin plätschernden Minuten beinhalten leider gar nichts, was auch nur im Entferntesten als Highlight bezeichnet werden könnte.

Am Ende bleibt ein Thriller übrig, der gut eine Stunde lang wirklich gut funktioniert, danach jedoch fast vollkommen in der totalen Belanglosigkeit versinkt. Hochspannung sieht jedenfalls definitiv anders aus und so muss man sich letztendlich mit einem maximal mittelmäßigen Film zufrieden geben, aus dem man weitaus mehr hätte herausholen können. Gute-und mysteriöse Ansätze versinken am Ende in einem belanglosen Finale, das im Endeffekt als eine absolute Enttäuschung bezeichnet werden kann.


Fazit:


"7th Floor - Jede Sekunde zählt" beginnt äußerst stark und beinhaltet eigentlich auch alle Zutaten die ein guter Thriller braucht, wartet jedoch mit einem banalen Showdown auf der den zunächst guten Eindruck der Geschichte merklich abwertet. So eignet sich das Werk wohl auch eher zur einmaligen Sichtung, denn einen sonderlich nachhaltigen Eindruck wird der Film bestimmt nicht hinterlassen.


5/10

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