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Donnerstag, 11. September 2014

Ghost Bride






Ghost Bride
(Ghost Bride)
mit Yoson An, Rebekah Palmer, Fiona Feng, Ian Mune, Geeling Ng, Catheryn Wu, Charles Chan
Regie: David Blyth
Drehbuch: David Blyth
Kamera: Marc Mateo
Musik: keine Informationen
keine Jugendfreigabe
Neuseeland / 2013

Jason ist ein ganz normaler junger Mann. Als ein in Neuseeland geborener Chinese steht er zwischen Kulturen beider Länder. Eines Tages lernt er die hübsche Neuseeländerin Skye kennen und lieben. Die Beziehung steht jedoch unter keinem guten Stern. Eine verhängnisvolle Katastrophe bahnt sich an, ist Jason doch May-Ling zur Ehe versprochen - und das, obwohl die junge Chinesin schon lange nicht mehr unter den Lebenden weilt.


Nachdem David Blyth mit seinem letzten Film "Wound - Beware the Beast" ein eher ziemlich durchwachsenes Werk abgeliefert hat durfte man gespannt sein, wie es sich mit seinem neuesten Streich "Ghost Bride" verhalten würde. Aufgrund der Inhaltsangabe verspricht man sich durchaus ein spannendes Szenario, was sich jedoch letztendlich eher als Fehleinschätzung herausstellen soll. Das ist keineswegs in der vorliegenden Thematik begründet, denn diese liefert definitiv genügend Potential für einen gelungenen Fyntasy-Thriller mit leichten Horror-Anleihen. Es ist vielmehr die mangelhafte Umsetzung der Geschichte die beim Zuschauer nicht gerade auf sehr viel Gegenliebe stößt, denn einmal mehr hat der Regisseur recht eindrucksvoll unter Beweis gestellt, das ihm anscheinend das nötige Fingerspitzengefühl für eine stimmige Inszenierung abgeht. Natürlich ist es wie immer reine Geschmackssache, doch das vorliegende Geschehen zieht sich trotz einer Laufzeit von gerade einmal knapp über 70 Minuten wie ein extrem zäher Kaugummi. Von einem wirklich gelungenem Spannungsaufbau oder einer gruseligen Grundstimmung ist man dabei weit entfernt, denn in großen Teilen plätschern die Abläufe doch belanglos vor sich hin und beinhalten auch keinerlei nennenswerte Substanz, so das doch relativ schnell eine große Ernüchterung festzustellen ist.

Wer nun aufgrund einer 18er Freigabe auf ein Mindestmaß an Härte oder gar blutige Einstellungen hofft wird ebenso enttäuscht sein, denn "Ghost Bride" kocht in dieser Beziehung noch nicht einmal auf Sparflamme, sondern hat überhaupt gar nichts zu bieten, was diese hohe Einstufung auch nur annähernd rechtfertigen würde. Das wäre im Grunde genommen gar nicht weiter schlimm, wenn die Ereignisse zumindest so gestaltet wären, das eine gewisse Faszination von ihnen ausgehen würde, doch auch in dieser Beziehung muss man schon fast von einem Totalausfall sprechen. Auch das Einfügen diverser surreal anmutender Momente in Form von traumartigen Visionen können das sinkende Schiff nicht wieder auf Kurs bringen, sondern sorgen viel eher für einen phasenweise fast schon groteskes Gesamtbild. Unnütze Dialoge und größtenteils hölzern agierende Darsteller sorgen dann zusätzlich dafür, das der Betrachter fast durchgehend mit gähnender Langeweile konfrontiert wird und stellenweise schon arg mit sich selbst kämpfen muss, um die Sichtung dieses Filmes nicht schon vorzeitig abzubrechen.

Dabei hätte die vorliegende Thematik sicherlich genügend Potential beinhaltet, um für ein genüssliches Film-Vergnügen zu garantieren, doch David Blyth hat es noch nicht einmal ansatzweise verstanden dieses auch auszuschöpfen. Die hier dargestellte Genre-Mixtur will zu keiner Zeit funktionieren und präsentiert sich viel eher als langatmiges Szenario ohne jeglichen Pep, was schon nach relativ kurzer Zeit für erhebliche Ermüdungserscheinungen sorgt. Wo andere und ähnlich gelagerte Genre-Kollegen einen gelungenen Spannungsaufbau und eine dichte Atmosphäre aufweisen können versagt "Ghost Bride" leider auf der ganzen Linie. Der film beinhaltet so auch gar keine wirklichen Schauwerte und konfrontiert einen mit Abläufen, die phasenweise schon als recht dümmlich und vollkommen unnütz bezeichnet werden können. Manch einer mag das eventuell vollkommen anders sehen, doch ehrlich gesagt fällt mir persönlich nicht ein einziger Grund ein, warum man für dieses fehlgeschlagene Projekt eine Empfehlung aussprechen könnte.

Lediglich für Leute mit Schlafstörungen geeignet ist diese neuseeländische Produktion im Grunde genommen ein großer Griff ins Klo und stellt dem guten David Blyth auch nicht gerade ein gutes Zeugnis in Sachen Regie-Talent aus, so das der mann eventuell einmal ernsthaft über einen Berufswechsel nachdenken sollte. War "Wound - Beware the Beast" schon nicht unbedingt ein Überflieger, so stellt der Film im Gegensatz zu vorliegender Produktion schon fast ein filmisches Meisterwerk dar, das man nun im nachhinein mit ganz anderen Augen sieht.


Fazit:


Im Normallfall versuche ich immer aus jedem Film das Positive heraus zu ziehen, doch in vorliegendem Fall ist das leider nicht möglich. Eine extrem schlecht umgesetzte Geschichte, schlechte Darsteller und die pure Langeweile sind nicht unbedingt die Atribute die einen Film auszeichnen sollten. Und so wird dieses Werk auch keinerlei nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis des Zuschauers hinterlassen und man ist heilfroh, wenn nach etwas über 70 Minuten dann endlich der lang ersehnte Abspann einsetzt.


2/10

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