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Montag, 20. Oktober 2014

Dead End (2012)






Dead End
(Hard Shoulder)
mit Jamie Foreman, Wil Johnson, Jon Campling, Angela Dixon, James Fisher, Frances Speedie, Lucy Drive, Jill Greenacre, Callum Anderson, Gabriel Lee, Michael Fox, Arti Shah, Eryl Lloyd Parry, Greg Tanner
Regie: Nicholas David Lean
Drehbuch: Nicholas David Lean
Kamera: Steven Priovolos
Musik: Patrick Savage / Holeg Spies
keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2012

Um das angeknackste Familienglück zu kitten, begibt sich Carl zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern in einen wohlverdienten Wochenendurlaub. Der geplante Kurztrip verwandelt sich jedoch in einen schrecklichen Albtraum, als die Familie aus dem Nichts heraus von einer Gruppe Hinterwäldlern brutal überwältigt wird. Gefangen und verängstigt sehen sich Carl und seine Familie dem fleischgewordenen Bösen gegenüber. Es ist der Beginn von Terror, Folter und Schmerzen.


Nach INBRED folgt mit DEAD END ein weiterer Terror-Schocker aus England. Gnadenlos hart und bis zum Schluss hin abgrundtief sadistisch wird in DEAD END eine neue Dimension des Schreckens zelebriert. Es steht außer Frage: DEAD END ist nichts für schwache Nerven!


Markige Sprüche auf der Rückseite des deutschen DVD-Covers preisen dem Zuschauer den Regieerstling von Nicholas David Lean an und eine zu hohe Alterseinstufung des Filmes tut ihr Übriges, um einmal mehr eine gewisse Erwartungshaltung zu schüren. Das Endprodukt schafft es dann allerdings nicht, die Hoffnungen des Betrachters gänzlich zu erfüllen, denn mit "Dead End" präsentiert sich zwar ein relativ solider Mix aus Drama, Thriller-und diversen Folterelementen, wobei insbesondere Letztere im Prinzip immer nur andeutungsweise zu erkennen sind. Beginnend wie ein waschechtes Familiendrama schlägt die Geschichte nach gut 20 Minuten eine vollkommen andere Richtung ein und man sieht sich auf einmal in einem Szenario, das vollkommen beabsichtigt an diverse "The Texas Chainsaw Massacre" Verschnitte erinnern soll. Helfen soll dabei eine visuell dreckig-und siffig dargestellte Umgebung und auch manche Protagonisten der Geschichte sind so dermaßen mit Klischees behaftet, das diese Anlehnungen einem fast schon zwangsweise ins Auge springen müssen. Das ändert aber leider nichts an der Tatsache, das Lean den Eindruck des stattfindenden Terrors lediglich phasenweise zum Ausdruck bringen kann, zu unausgegoren und streckenweise nicht logisch nachvollziehbar gestaltet sich die Story.

So ist es schwerlich nachvollziehbar aus welchen Gründen hier überhaupt Carl und seine Familie in die Fänge einer Redneck-Sippe geraten, denn hinterfragt wird die bedrohliche Situation von den Opfern so gut wie gar nicht. Stattdessen scheint man sich so gut wie möglich mit der gegebenen Lage zu arrangieren und einige eher unlogische Fluchtversuche diverser Figuren tragen dabei auch nicht unbedingt zu einem besseren Verständnis bei. Das liegt sicherlich hauptsächlich im Schauspiel der Darsteller begründet, die zwar einerseits ziemlich angemessen agieren, auf der anderen Seite jedoch mit an den Haaren herbeigezogenen Handlungen auffallen, die beim Zuschauer auf Unverständnis stoßen. Zudem können selbst die Opfer keinerlei Sympathiepunkte sammeln, denn irgendwie will man so gar keine Beziehung zu einer der Figuren herstellen. Dinge wie Mitleid kommen so erst gar nicht auf und so zieht das Geschehen auch eher an einem vorbei, ohne das man die ansonsten in solchen Filmen üblichen Gefühlsregungen verspürt.

Ein weiterer Schwachpunkt der Geschichte liegt sicher darin das der Plot zu keiner Zeit innovativ oder überraschend erscheint, gab es doch schon im Jahre 2003 den gleichnamigen Thriller "Dead End". Zwar unterscheiden sich die jeweiligen Story's schon ganz erheblich, doch der am Ende eingebaute Twist ist nahezu identisch, so das Kenner der Szene hier keinesfalls den gewünschten Aha-Effekt erleben werden. Ehrlich gesagt hat es der Regisseur dem Zuschauer allerdings auch nicht sonderlich schwer gemacht, das als Innovation gedachte Ende vorher zu sehen, denn immer wieder eingestreute Details deuten doch ganz klar darauf hin, wie sich das Ganze letztendlich gestalten wird. Und so bietet der Film auch keinesfalls das intensive Erlebnis, das man aufgrund der markigen Beschreibung sicherlich erhofft, da sich die Abläufe als viel zu verwässert gestalten.

Mit einem etwas bessere und durchdachteren Drehbuch wäre hier eine Menge mehr drin gewesen, doch in vorliegender Form bietet "Dead End" leider nur einen eher durchwachsenen Genre-Mix, aus dem man weitaus mehr hätte herausholen können. Dennoch kann man der Geschichte durchaus eine Chance geben, auch wenn man nicht mit gesteigerten Erwartungen an sie herangehen sollte. Diese kann Nicholas David Lean nämlich leider nicht erfüllen, da er seinem Werk nicht die nötigen Zutaten verliehen hat, um für ein durchgehend spannendes Film-Vergnügen zu sorgen.


Fazit:


Schwächen innerhalb des Drehbuches sowie eine etwas unausgegorene Erzählweise verhindern hier einen besseren Gesamteindruck und was als innovativer Schlusspunkt gedacht ist entpuppt sich als eher alter Hut. Hinzu kommt eine vollkommen überzogene Alterseinstufung, denn wirklich harte-oder blutige Passagen hat "Dead End" nicht gerade zu bieten.


5/10

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