Follower

Sonntag, 26. Oktober 2014

Paris Countdown






Paris Countdown - Deine Zeit läuft ab
(Le Jour attendra)
mit Jacques Gamblin, Olivier Marchal, Carlo Brandt, Reda Kateb, Igor Skreblin, Francis Renaud, Anne Charrier, James Kazama, Laure Marsac, Sophie Meister, Florian Vigilante, Leni Yurstever, Sylvia Dierckx
Regie: Edgar Marie
Drehbuch: Edgar Marie
Kamera: Danny Elsen
Musik: keine Information
FSK 16
Frankreich / 2013

Die zwei Pariser Nachtclub-Besitzer Milan und Victor sind beste Freunde seit Kindheitstagen, haben sich mit der Zeit aber aus den Augen verloren. Auf einmal taucht jedoch Serki, ein alter Bekannter der zwei, wieder auf - und mit ihm viele schreckliche Erinnerungen an die Vergangenheit. Serki schwört blutige Rache dafür, dass er damals an die Polizei verraten wurde, und Milan und Victor bleibt nur eine Nacht, um den gemeingefährlichen Psychopathen zu stoppen... 


Französische Action-Thriller haben eine große Tradition und man merkt ziemlich schnell, das auch Regiedebütant Edgar Marie an die Erfolge der letzten Jahre anknüpfen möchte. Teilweise gelingt ihm das auch relativ gut, denn "Paris Countdown" erzählt eine größtenteils spannende Geschichte, in der die beiden Freunde Milan und Victor von ihrer Vergangenheit eingeholt werden und sich dabei diverser Killer erwehren müssen, die eine alte Rechnung begleichen wollen. Der Film ist dabei ohne große-und bekannte Stars besetzt was sich in vorliegendem Fall aber sehr wohl als Stärke des Szenarios herausstellt, denn die doch eher unbekannten Darsteller hinterlassen in ihren jeweiligen Rollen einen äußerst authentischen Eindruck. Zudem ist es Edgar Marie hervorragend gelungen, dem Geschehen einen wunderbar stylischen Look zu verpassen, der phasenweise schon an eine echte Hochglanzproduktion erinnert. Dennoch gibt es leider auch diverse Schwächen innerhalb der Story, denn stellenweise mangelt es dem Ganzen ein wenig am nötigen Tempo, um den Zuschauer auch durchgehend zu begeistern. Dieser Aspekt macht sich dann insbesondere in der ersten Filmhälfte stark bemerkbar, denn in dieser Phase des Filmes ist bis auf eine sehr gelungene Eröffnung nicht viel von Action zu verspüren, vielmehr dient diese Zeitspanne dafür, den Betrachter ein wenig mit den Haupt-Charakteren bekannt zu machen.

Allerdings fällt die Beleuchtung der einzelnen Figuren trotzdem nur recht oberflächlich aus, so das es einem streckenweise ziemlich schwer fällt, einen wirklichen Bezug zu den einzelnen Personen aufzubauen. Dennoch sind die eigenen Sympathien klar verteilt und man schlägt sich selbst emotional ganz eindeutig auf die Seite der beiden Freunde. Im zweiten Teil nehmen die Ereignisse dann ein wenig an Fahrt auf und "Paris Countdown" wird zumindest teilweise dem Ruf eines Action-Thrillers gerecht. Dennoch bewegt man sich jederzeit in einem überschaubaren Rahmen, was man dem Werk insgesamt gesehen aber nicht zwangsläufig negativ ankreiden sollte. Sind nämlich andere Filme dieser Art des Öfteren mit Action-Passagen vollkommen überladen und hinterlassen so einen eher unglaubwürdigen Gesamteindruck, so kommt vorliegende Geschichte zwar etwas ruhiger daher, wirkt aber an den entsprechenden Stellen weitaus authentischer. Das mag nicht jedem gut gefallen, denn wer hier einen echten Highspeed Thriller erwartet wird letztendlich eher enttäuscht sein, dafür kommen Freunde eher ruhiger, aber dennoch intensiver Töne umso mehr auf ihre Kosten.

Den auf der Rückseite indirekt gezogenen Vergleich mit einem Film wie "22 Bullets" sollte man jedoch keinesfalls anstellen, unterscheiden sich die beiden Werke doch zu erheblich, so das man mit einer vollkommen überzogenen Erwartungshaltung an vorliegende Geschichte herangehen würde. Zum Ende hin zieht dann sogar noch ein wenig Tragik in die Geschichte ein, wobei auch schon vorher durchaus dramatische Züge innerhalb des Szenarios erkennen lassen und sich so insgesamt gesehen ein sehenswerter Genre-Mix ergibt. Ein wenig Action, ein bisschen Thrill, stellenweise Drama und am Ende eine echte Tragödie, in dieser Zusammensetzung dürfte "Paris Countdown" trotz kleinerer Schwächen ein jederzeit lohnenswerter Film sein, der auch ohne große Stars insbesondere in darstellerischer Hinsicht überzeugen kann.

Letztendlich werden die Meinungen zu dieser Produktion wie fast immer auseinander gehen, die Action-Junkies werden eher enttäuscht sein, wohingegen die Freunde der etwas bedächtigeren Erzählweise voll auf ihre Kosten kommen. Gut unterhalten wird der Betrachter aber auf jeden Fall, denn Edgar Marie hat definitiv ein ordentliches Gesamtpaket geschnürt, das für ein Regiedebüt erstaunlich gut gelungen ist.


Fazit:


Phasenweise hätte die Geschichte ein wenig mehr an Tempo vertragen können, aber dennoch bekommt man einen überdurchschnittlich guten Film präsentiert, der auch ohne explizite Gewaltausbrüche äußerst intensiv daher kommt. Authentisch agierende Schauspieler sind sicherlich die größte Stärke eines Werkes, dem man ohne Bedenken eine Chance geben sollte.


7/10

Keine Kommentare: