Follower

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Savaged






Savaged
(Savaged)
mit Amanda Adrienne, Tom Ardavany, Ronnie Gene Blevins, Ernie Charles, Brionne Davis, Bobby Field, Ed Fletcher, Jason Gurvitz, Willow Hale, Dan Kiefer, Daniel Knight, John Charles Meyer, Rick Mora, Kyle Morris
Regie: Michael S. Ojeda
Drehbuch: Michael S. Ojeda
Kamera: Michael S. Ojeda
Musik: César Benito
SPIO/JK
USA / 2013

Gequält, vergewaltigt und abgestochen wie ein Stück Vieh - das Leben der hübschen Zoe endet grausam. Brutale Rednecks haben sie überfallen und nachdem sie ihren Spaß mit ihr hatten, verscharren sie Zoe in der Wüste. Dort findet ein Schamane die junge Frau. Er spürt noch einen winzigen Funken Leben in dem zerschlagenen Körper und versucht, sie mit einem heiligen Ritual zurück zu holen. Aber mit Zoe erwacht der Geist eines sehr zornigen Apatschen in ihrem Körper. Der Krieger wurde einst von einem Vorfahren der Rednecks ermordet und brennt nun darauf, im Blut seiner Feinde zu baden. Das Mädchen und der Krieger verbreiten bald nackte Angst. Aber ihre Rache ist ein Wettlauf mit der Zeit, denn Zoes Körper verwest schnell ...


Rape & Revenge Filme sind unter den Fans äußerst beliebt, zudem hat dieses Sub-Genre auch mit Filmen wie beispielsweise "The last House on the Left" oder auch "I spit on your Grave" echte Klassiker herausgebracht, denen mittlerweile auch sehr ansehnliche Neuauflagen zu teil wurden. Nun liegt mit "Savaged" ein weiterer intensiver Beitrag vor, für den der bisher eher unbekannte Regisseur Michael S. Ojeda verantwortlich zeichnet, der auch gleichzeitig das Drehbuch und die Kamera-Arbeit übernahm. Obwohl an dieser Stelle die handelsübliche Thematik vorliegt, unterscheidet sich die Geschichte aber dennoch in nicht unwesentlichen Teilen recht erheblich von anderen Genre-Kollegen, so wird die in der Geschichte dargestellte Vergewaltigung einer jungen Frau keinesfalls so explizit in Szene gesetzt wie man es ansonsten gewohnt ist. Zudem hat Ojeda seiner Erzählung eine mystische Note einverleibt, indem der Geist eines toten Indianer-Häuptlings in den sterbenden Körper von Zoe eindringt, um seine Rache an den Nachfahren seines Mörders zu vollziehen. Natürlich handelt es sich dabei um die Familie die auch für den Tod und die Peinigung der jungen Frau verantwortlich zeichnen, so das an dieser Stelle ein durchaus schlüssiger Zusammenhang hergestellt wird. Dennoch lässt gerade das Drehbuch einige kleinere Schwächen erkennen und erscheint an diversen Stellen ein klein wenig unrund, was letztendlich jedoch rein gar nichts am überdurchschnittlich guten Gesamteindruck ändert, den man von diesem Film bekommt.

Der Fokus des Szenarios legt sich hier ganz eindeutig auf die Phase der Rache und in dieser wartet das Geschehen dann auch mit einem ordentlichen visuellen Härtegrad auf, wobei mehrere Szenen schon relativ derb ausfallen. Auf diese muss der Zuschauer aber gut eine halbe Stunde warten, denn bis zu diesem Zeitpunkt hält sich das Ganze im Bezug auf Gewalt doch eher bedeckt. Das macht aber rein gar nichts, denn die Abläufe sind jederzeit spannend gehalten, auch wenn die Ereignisse selbstverständlich nicht unbedingt schwer vorherzusehen sind. Die absolute Stärke des Filmes ist aber meiner Meinung nach die äußerst dreckige-und siffige Atmosphäre die Ojeda hier schaffen konnte und die größtenteils fast schon an die 70er Jahre erinnert, in denen die oben genannten Genre-Klassiker produziert wurden. Manch einer mag den Look des Werkes eventuell eher als billig bewerten, doch scheint dieser Schachzug ganz bewusst so gewählt worden zu sein, um eben gerade an die filmischen Größen von Wes Craven und Meir Zarchi zu erinnern. Und das gelingt ganz fantastisch, denn gerade wenn man mit den genannten Filmen aufgewachsen ist kann man das erstklassiger Feeling der 70er Jahre verspüren, das in "Savaged" aus sämtlichen Poren tropft. Die krude Grundstimmung und insbesondere die wunderbar schmierigen Charaktere der Täter sind ein wesentlicher Bestandteil dafür, das man als Zuschauer von der ersten Minute an keinen Zweifel daran hegt, wem die eigentlichen Sympathien in dieser Geschichte gelten. Man bekommt zwar nicht unbedingt oscarreifes Schauspiel geboten, aber vor allem die Figuren der Bösewichte sind hier doch nahezu perfekt besetzt und beinhalten zudem auch sämtliche Klischees, die man sich bei einem Werk dieser Art richtiggehend herbeisehnt.

Die übernatürliche Note der Abläufe verhindert natürlich, an dieser Stelle von Glaubwürdigkeit oder Authentizität zu sprechen, so das es in dieser Beziehung relativ schwer fällt eine wirklich objektive Bewertung abzugeben. Und so wird "Savaged" wohl auch auf keinen Fall jeden Geschmack treffen, doch echte Liebhaber des Rape & Revenge Filmes sollten dieser Produktion definitiv eine faire Chance geben, da ihnen ansonsten ein richtig guter Beitrag entgeht. Sehr positiv ist anzumerken, das man sich hier auf handgemachte SFX einstellen kann, was noch mehr den angesprochenen 70er Jahre Eindruck hervorhebt. Die Effekte sind zudem absolut gut gelungen, wohingegen die teilweise in Erscheinung tretenden CGI-Effekte ein wenig befremdlich und billig erscheinen. Besonders auffällig kommt dies in einer Szene zum Vorschein, in der ein Auto über die junge Zoe hinweg fliegt denn dieses Bild hinterlässt einen arg gekünstelten und unechten Eindruck beim Zuschauer. Man sollte bei den Effekten also durchaus differenzieren und dabei vor allem die SFX genießen richtig genießen können, die zudem auch relativ häufig in Erscheinung treten. Man merkt also recht eindeutig, das die amerikanische Produktion eine ganze Menge positive-aber auch ein paar negative Kritikpunkte beinhaltet, doch ehrlich gesagt gibt es verhältnismäßig wenig Filme die man als durchgehend perfekt bezeichnen kann. In meinen Augen sind es gerade die kleinen Defizite, die "Savaged" einen ganz besonderen Charme verleihen, wobei das manch einer vielleicht vollkommen anders sehen mag.

Schlussendlich handelt es sich in vorliegendem Fall keinesfalls um ein fehlerfreies Werk, doch in seiner Gesamtheit weiß "Savaged" definitv zu überzeugen. Den etwas trashig erscheinenden Computer-Effekten und einem etwas schwächelnden Drehbuch stehen andererseits eine herrlich dreckige Atmosphäre, jede Menge Härte und nicht zuletzt die Idee gegenüber, dem Sub-Genre durch die einverleibte mystische Note ein paar neue Impulse zu verleihen. Ob das letztendlich gelungen ist muss ein jeder für sich selbst entscheiden, doch mir persönlich hat diese Produktion ausnehmend gut gefallen. Über diverse kleinere Mankos kann man durchaus einmal großzügig hinwegschauen und sollte sich stattdessen vielmehr auf eine durchgehend gelungene Inszenierung einlassen die letztendlich sämtliche notwendigen Zutaten beinhaltet, die man sich bei einem Rape & Revenge Film wünscht.


Fazit:


Mit kleineren Fehlern behaftet ist "Savaged" ein sehr intensiver-und knallharter Genre-Vertreter, in dem die übernatürliche Note des Geschehens eventuell für einige Leute etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen mag. Der auf dem deutschen DVD-Cover prangende Slogan "I spit on your Grave" trifft auf "The Crow" ist definitiv nicht ganz von der Hand zu weisen und verspricht einen äußerst interessanten Genre-Mix, der sich im Endeffekt auch durchgehend offenbart.


8/10

Keine Kommentare: