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Sonntag, 9. November 2014

Sea of Love






Sea of Love - Melodie des Todes
(Sea of Love)
mit Al Pacino, Ellen Barkin, John Goodman, Michael Rooker, William Hickey, Richard Jenkins, Paul Calderon, Gene Canfield, Larry Joshua, John Spencer, Christine Estabrook, Barbara Baxley, Patricia Barry, Mark Phelan
Regie: Harold Becker
Drehbuch: Richard Price
Kamera: Ronnie Taylor
Musik: Trevor Jones
FSK 16
USA / 1989

Al Pacino ist Frank Keller; ein ausgebrannter Cop auf der Jagd nach einem verrückten Serienkiller. Drei Männer wurden in fremden Betten regelrecht hingerichtet, und immer spielte der Mörder den Song "Sea of Love". Ellen Barkin alias Helen ist Kellers Hauptverdächtige - und mehr, denn eine spannende Beziehung voller Erotik bahnt sich zwischen den beiden an. Für Frank allerdings ist das Verhältnis ein lebensgefährliches Abenteuer. Drei Männer hat es schon erwischt, und jede Nacht, die er mit Helen verbringt, kann seine letzte sein.


Allein das Mitwirken eines Al Pacino macht so ziemlich jeden Film sehenswert und auch wenn es sich bei "Sea of Love" sicher nicht um seinen besten Film handelt, sind so manche eher negativen Kritiken nicht gänzlich nachvollziehbar. Sicher, Regisseur Harold Becker (Malice - Eine Intrige, City Hall) hat seiner Geschichte ganz bestimmt nicht sonderlich viel Innovation verliehen, doch immerhin einen mehr als soliden Cop-Thriller im typischen 80er Jahre Stil auf die Beine gestellt. Die Story ist nicht neu und so geht es einmal mehr darum, einen offensichtlich psychopathisch veranlagten Serienkiller zu fassen, wobei diese Grundthematik des Filmes phasenweise etwas zu sehr in den Hintergrund gerät. Darin besteht wohl auch der größte Kritikpunkt vieler Leute, denn Becker lässt im Prinzip die Mördersuche eher nebenbei laufen und zeichnet stattdessen ein Psychogramm seiner Hauptfigur, bei der es sich um eine eher verkrachte Existenz handelt, die von einem wie immer glänzend agierenden Al Pacino hervorragend dargestellt wird. Der gute Mann interpretiert den trinksüchtigen Polizisten absolut authentisch, der anscheinend immer noch nicht über die Trennung von seiner Ehefrau hinweg ist, die zu allem Überfluss auch noch mit einem Kollegen eine neue Ehe eingegangen ist. Man bekommt also ziemlich gute Einblicke in das Seelenleben eines Mannes, der erst durch die Bekanntschaft zu der hübschen Helen neuen Mut schöpft. Gleichzeitig ist diese aber Mordverdächtige in seinem aktuellen Fall und sämtliche Indizien scheinen auf die hübsche Frau hinzudeuten, was Frank Keller aber dennoch nicht davon abhält, eine komplizierte-und gefährliche Beziehung mit ihr einzugehen. Dieser Erzählstrang nimmt dann auch den Großteil der Geschichte ein und so bekommt man es phasenweise vielmehr mit einem Erotik-Thriller zu tun. Ich persönlich finde das jedoch gar nicht weiter schlimm, denn die durchaus gelungene Mixtur des Szenarios sorgt durchgehend für spannende-und interessante Unterhaltung, die man sich auch in der heutigen Zeit immer wieder gut anschauen kann.

Getragen wird die Story hauptsächlich vom gelungenen Schauspiel seiner Haupt-Charaktere, denn Pacino, Barkin und auch Goodman überzeugen durch absolut erstklassige Performances, die sich jederzeit sehen lassen können. Der einzige Nachteil der gesamten Chose besteht eigentlich nur darin, das sich der Spannungsbogen leider nicht konstant auf einem gleichbleibenden Level einpendeln kann, denn da die eigentliche Thematik etwas zu oft in den Hintergrund gerät, lassen sich des Öfteren auch gewisse Einbrüche erkennen. Sicherlich hätte man das vermeiden können, aber dennoch zählt "Sea of Love" nicht wie von vielen behauptet zu den totalen Durchschnittsfilmen, denn dafür sorgt allein schon Pacino mit seinem wie immer markanten Schauspiel. Dennoch hätte Becker auch durchaus ein wenig mehr Wert auf den Mörder und seine Taten legen können, denn dieser Aspekt kommt doch stellenweise viel zu kurz und so wird der Täter am Ende fast schon aus dem Hut gezaubert.

Zudem muss man nicht unbedingt ein Genie sein um auf die Identität des Mörders zu kommen, denn kleinere Indizien deuten doch relativ eindeutig in eine ganz bestimmte Richtung. So beinhaltet das Szenario also wenig echte Überraschungen, weiß aber dennoch in seiner Gesamtheit jederzeit zu überzeugen. Dabei kommt es natürlich auf die jeweilige Sicht des Betrachters an, denn wer einen absoluten Hochspannungs-Thriller erwartet, wird am Ende wohl eher eine kleine Enttäuschung feststellen. Man sollte schon eine gewisse Vorliebe für eine Kombination aus Cop-Thriller, ein wenig Erotik und einer intensiven Charakter-Studie haben, denn dann ist man bei "Sea of Love" definitiv an der genau richtigen Adresse.

Letztendlich ist es wie eigentlich immer reine Geschmackssache, aber ich persönlich mochte diesen Film schon immer sehr gern und kann auch heute noch gesteigerten Gefallen an ihm finden. Eine solide Story, gut agierende Darsteller und ein gelungener Mix innerhalb des Szenarios sorgen für durchgehend gute Filmkost, an der man sich immer wieder erfreuen kann. Und auch wenn ein Al Pacino in vorliegendem Fall keinesfalls so sehr durch überragende Mimik und Gestik auffällt wie in etlichen anderen Werken, ist in seinem Schauspiel immer noch der absolute Höhepunkt dieses Filmes zu sehen, der in meinen Augen viel zu oft unterbewertet wird.


Fazit:


"Sea of Love" hinterlässt allein schon durch den gleichnamigen Ohrwurm einen sehr bleibenden Eindruck, aber auch das filmische Gesamtpaket ist auf keinen Fall so durchschnittlich , wie manche Kritik im Netz es eventuell vermuten lässt. 


7/10

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