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Dienstag, 18. November 2014

The Machine






The Machine
(The Machine)
mit Caity Lotz, Toby Stephens, Pooneh Hajimohammadi, Sam Hazeldine, Denis Lawson, Lee Nicholas Harris, Siwan Morris, John Stylianou, Jade Croot, Alan Low, Sule Rimi, John-Paul Macleod, Ben McGregor, Helen Griffin
Regie: Caradog W. James
Drehbuch: Caradog W. James
Kamera: Nicolai Brüel
Musik: Tom Raybould
FSK 16
Großbritannien / 2013

Die nahe Zukunft: England und China befinden sich im Kalten Krieg, ein geheimes Wettrüsten ist in vollem Gange. Ingenieur Vincent steht kurz davor, für das britische Militär einen humanoiden, voll funktions- und lernfähigen Roboter zu erschaffen. Unterstützt wird er dabei von der jungen Wissenschaftlerin Ava, die allerdings vor Vollendung des Projekts ermordet wird. Kurzerhand speist Vincent die Scans von Avas Gehirnströmungen in die Maschine, um eine künstliche Intelligenz zu kreieren. Das unglaubliche Experiment gelingt: Wie aus dem Nichts erschafft Vincent eine Maschine, die ein eigenes Gewissen zu haben scheint und unzerstörbar ist. Doch seinen Vorgesetzten ist eine selbstständig denkende Maschine zu gefährlich …


In letzter Zeit stößt man auf erstaunlich viele Debüt-Filme diverser Regisseure, unter denen sich wirklich so manch kleine Perle auftaut. Auch vorliegender "The Machine" von Caradog W. James zählt zu dieser Kategorie und bietet einen gelungenen SCI/FI-Drama Mix, der in einigen Passagen auch ein wenig an Klassiker wie "Blade Runner" oder auch "Terminator" erinnert. Dabei sind die kleinen Anlehnungen eher sekundär und die Geschichte fokussiert sich hauptsächlich auf ihre beiden Haupt-Charaktere, zwischen denen sich im Laufe der Zeit auch so etwas wie eine echte Beziehung zueinander entwickelt. Das ist umso erstaunlicher da es sich hier um Mensch und Maschine handelt, doch gerade dieser Aspekt des Ganzen verleiht dem Geschehen einen ganz besonderen Reiz und verleiht ihm zugleich eine hintergründig aufkommende romantische Note. Da sich fast die kompletten Abläufe innerhalb des Forschungslabors abspielen bekommt der Zuschauer im Prinzip von der in der Inhaltsangabe thematisierten politischen Lage nicht viel mit. Dieser Punkt wird lediglich durch diverse Dialoge und das Verhalten eines Vorgesetzten immer wieder angeschnitten, während sich die Ereignisse doch weitesgehend auf die beiden Hauptfiguren konzentriert. Dabei rückt die private Situation Vincent ebenso in den Mittelpunkt wie der von ihm geschaffene Robotor, den er mit den Gehirnströmen der ermordeten Ava gespeist hat.

In der Folge rückt dann immer wieder die Frage in den Mittelpunkt, ob künstlich erschaffenes Leben auch menschliche Züge, geschweige denn echte Emotionen beinhalten kann und die Umsetzung des Ganzen kann sich dabei wirklich sehen lassen. Was sich jetzt im ersten Moment für manch einen eventuell etwas trocken oder gar langatmig anhört entpuppt sich letztendlich als absolut stimmiges Szenario, in dem auch die Action keinesfalls zu kurz kommt. Zugegebenermaßen ist der Film nicht mit den entsprechenden Passagen vollgestopft, doch gerade im letzten Drittel des Filmes bekommt man einige sehenswerte Szenen geboten, so das sich ein sehr gutes Gesamtpaket zu erkennen gibt, das man in dieser Form nicht unbedingt erwartet hatte. Bei "The Machine" handelt es sich ganz offensichtlich um eine Low Budget Produktion, was nun aber keinesfalls als negativer Aspekt angesehen werden sollte. Vielmehr hat man hier aus verhältnismäßig wenigen Mitteln ein Maximum heraus geholt und ein kleines, aber sehr feines SCI/FI Drama geschaffen.

Besonders beeindruckend ist die vorherrschende Grundstimmung, denn die Abläufe hinterlassen teilweise einen fast schon depressiven Eindruck beim Betrachter, Tristesse und Beklemmung geben sich gegenseitig die Klinke in die Hand und präsentieren so gleichzeitig eine ziemlich düstere Zukunftsvision, die einem phasenweise kalte Schauer über den Rücken jagt. Das in dieser beklemmenden Atmosphäre dann aber doch noch Platz für Menschlichkeit und die dazu gehörigen Gefühle bleibt ist wohl die größte Stärke dieser Produktion und verleiht einem doch trotz der depressiven Stimmung zumindest ab und zu ein Gefühl der Hoffnung auf eine bessere Zeit. Caradog W. James hat in seiner Geschichte wirklich eine äußerst gelungene Kombination gefunden und präsentiert so ein absolut stimmiges Szenario, das einen sehr guten Gesamteindruck entstehen lässt.

Letztendlich ist es natürlich wie immer reine Geschmackssache und manch einer wird eventuell nicht so viel mit diesem Film anfangen können, doch sollte man dieser britischen Produktion zumindest einmal eine Chance geben. Mir persönlich hat das Werk überraschend gut gefallen, denn wo andere ähnlich gelagerte Filme das Gefühl einer gewissen Langatmigkeit hinterlassen, kann "The Machine" wirklich durchgehend überzeugen und kombiniert dabei absolut erstklassige die Elemente von SCI/FI, Drama und auch Action. Eine toll umgesetzte Geschichte, gute Darsteller und eine wirklich erstklassige Grundstimmung sorgen dabei für eine starke Faszination, die sich ganz automatisch auch auf den Zuschauer überträgt.


Fazit:


"The Machine" ist alles andere als ein hoch budgetierter Blockbuster, kann aber durch ein tolles Gesamtpaket in allen Belangen überzeugen. Dabei hat die erzählte Geschichte überhaupt nichts Pompöses an sich und beinhaltet auch keinerlei überflüssige Passagen, sondern konzentriert sich auf das für die Abläufe Wesentliche. Von meiner Seite aus gibt es so also eine ganz klare Empfehlung für dieses Werk, das vielen Leuten höchstwahrscheinlich viel mehr bieten wird, als man im ersten Moment erwartet.


8/10

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