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Samstag, 27. Dezember 2014

Blackaria






Glam Gore 2: Blackaria
(Blackaria)
mit Aurélie Godefroy, Clara Vallet, Anna Naigeon, Julie Baron, Guillaume Beylard, Michel Coste, Frédéric Sassine, Elsa Toro
Regie: François Gaillard / Christophe Robin
Drehbuch: François Gaillard
Kamera: Anna Naigeon
Musik: Dragon Double
keine Jugendfreigabe
Frankreich / 2010

Die hübsche Angela ist fasziniert von ihrer scharfen Nachbarin Anna Maria, die offensichtlich lesbische Orgien in ihrem Apartment feiert. Eines Abends findet sie aber stattdessen die grausam entstellte Leiche von Anna Maria und zerbricht dabei versehentlich eine Kristallkugel in deren Wohnung. Durch die Glasscherben kann Angela nun scheinbar die Zukunft voraussehen. Kann sie jedoch dabei auch ihren eigenen unvermeidlichen Tod überlisten ...?


Die Blütezeiten des italienischen Gialli sind lange vorbei und wenn man als Liebhaber dieses Sub-Genres einmal etwas Neues sehen möchte, muss man fast zwangsläufig auf den sogenannten Neo-Gialli zurückgreifen. Zumeist handelt es sich dabei um Filme, die sämtliche Zutaten der alten Klassiker beinhalten und als eine Art Hommage anzusehen sind, in den meisten Fällen jedoch leider mit einem ziemlich niedrigen Budget ausgestattet sind, was man einigen Werken zumindest auch streckenweise anmerkt. In diese Riege reihen sich auch beispielsweise der 2011 erschienene "Glam Gore", sowie auch der hier besprochene "Blackaria" ein, der obwohl ein Jahr früher erschienen komischerweise den Beinamen "Glam Gore 2" trägt. Wie dem aber auch sei, es handelt sich um eine französische Produktion der beiden Regisseure François Gaillard und Christophe Robin, die auch für den wohl bekannteren "Glam Gore" verantwortlich zeichnen. Trotz des offensichtlich geringen Budgets schimmert hier nur selten der Anstrich einer Low Budget Produktion durch, vielmehr präsentiert sich ein insbesondere äußerst styllisches Szenario, in dem ganz eindeutig die gut gemachten SFX im Vordergrund stehen.

Rein inhaltlich bewegt man sich hingegen auf extrem dünnen Eis, denn die Geschichte an sich offenbart sich größtenteils als wahres Sammelsurium aus Tagträumen und visionsartigen Elementen, so das man hier schon leicht ein wenig den Überblick verlieren kann. Es könnten also durchaus diverse Verwirrungen auftreten, fällt es doch nicht immer leicht den roten Leitfaden nicht gänzlich aus den Augen zu verlieren. Trotz dieses offensichtlichen Defizites gelingt es jedoch zum Ende hin, die Abläufe durch diverse Erklärungen recht rund und stimmig erscheinen zu lassen, so das die meisten Ungereimtheiten doch noch zufriedenstellend erklärt werden. Dennoch sollte man "Blackaria" nicht zwangsweise nach seiner inhaltlichen Substanz bewerten, denn in diesem Fall würde der Film sicherlich nicht allzu gut abschneiden. Vielmehr sollte man den größtenteils gelungenen Versuch zweier Regisseure honorieren, die mit ihrem Werk einem Sub-Genre huldigen und dabei auch etliche Anlehnungen an diverse Klassiker eingebaut haben.

Zudem reißen die enthaltenen SFX eine ganze Menge raus, denn die Abläufe gestalten sich definitiv äußerst blutig, so das selbst die Fans der etwas härteren Gangart bestens bedient werden. Dabei geht es stellenweise so richtig derbe zur Sache, so das der Einsatz von Kunstblut als überdurchschnittlich hoch bezeichnet werden kann. Mit einer Netto-Laufzeit von gerade einmal gut 67 Minuten ist das Werk dann auch so ausgestattet, das eigentlich zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen kann, fairerweise sollte man an dieser Stelle aber auch anmerken, das die relativ dünne Rahmenhandlung auch kaum Spielraum für eine längere Laufzeit gelassen hat. Wirklich unpassend ist in "Blackaria" im Prinzip nur eine Sache und das ist die musikalische Untermalung. Irgendwie will man nicht richtig mit den Synthesizer-Klängen warm werden und ein anders gearteter Soundtrack hätte das Ganze sicherlich noch ein wenig aufgewertet. Dieser Aspekt ist aber auch reine Empfindungssache, denn bestimmt wird es genügend Leute geben, die gerade diese Musik als äußerst treffend bezeichnen werden.

Letztendlich ist es natürlich Geschmackssache, doch mir persönlich hat "Blackaria" in seiner Gesamtheit ebenso gut gefallen wie der ein Jahr später erschienene "Glam Gore". Beide Filme sollte man allerdings keinesfalls an den Größen des Sub-Genres messen, sondern vielmehr als eine tiefe Verbeugung vor einer Filmart ansehen, die auch Jahrzehnte nach ihrer eigentlichen Blütezeit immer noch unzählige Filmfreunde anspricht. Und so sollte man definitiv einen Blick riskieren und sich in eine Welt entführen lassen, in der die Grenzen zwischen Realität-und Fiktion des Öfteren nicht zu erkennen sind. Harte-und extrem blutige Einstellungen tun ihr Übriges, um insgesamt gesehen auf jeden Fall zu einem überdurchschnittlich guten Gesamteindruck zu gelangen, der sich bei mir jedenfalls eingestellt hat.


Fazit:


"Blackaria" ist eine harte und tiefe Verneigung vor dem italienischen Gialli und beinhaltet dabei sämtliche Zutaten, die dieses Sub-Genre so beliebt machen. Mit einer etwas besseren Geschichte hätte an dieser Stelle sogar ein herausragender Film enstehen können, doch auch in vorliegender Form bin ich als Gialli-Liebhaber voll auf meine Kosten gekommen.


7/10

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