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Montag, 19. Januar 2015

Beneath - Abstieg in die Finsternis






Beneath - Abstieg in die Finsternis
(Beneath)
mit Brent Briscoe, Kurt Caceres, Eric Etebari, Jeff Fahey, Lauren Gores, Molly Hagan, Joey Kern, Ashway Lawver, Jason Masek, Larry Moran, Kelly Noonan, Rene Rivera, David Shackelford, Mark L. Young
Regie: Ben Ketai
Drehbuch: Patrick Doody / Chris Valenziano
Kamera: Timothy A. Burton
Musik: Andres Boulton
FSK 16
USA / 2013

Der alte Bergarbeiter feiert seinen Ausstand mit den Kumpels in der Kneipe, seine Tochter, die zum Anwalt wurde, schmeißt die Zeche. Und hat eine Idee: Warum nicht den Vater bei seinem letzten Arbeitstag auf die Fahrt in den Untergrund begleiten. Damit sie eine Vorstellung von dessen Leben erhält. Vater weiß nicht recht und ist schon überstimmt. Doch der gemeinsame Arbeitseinsatz steht unter einem schlechten Stern. Ein Stollenbruch trennt die Arbeiter von der Oberfläche, und legt an anderer Stelle einen längst stillgelegten Tunnel frei.


Die Inhaltsangabe deutet schon an, das es der Zuschauer hier eher mit einem klaustrophobischen Thriller als mit einem reinrassigen Horrorfilm zu tun bekommt. Und so präsentiert sich dann auch eine Geschichte die fast gänzlich unter Tage spielt, was ganz automatisch auch für einen räumlich arg begrenzten Spielraum sorgt. Gerade in diesem Aspekt steckt dann auch die große Stärke von "Beneath - Abstieg in die Finsternis", der sich rein inhaltlich lose an einem wirklichen Unglück orientiert. Dennoch beinhaltet die Story auch einige dezente Anleihen an den Horrorfilm, die insbesondere mit zunehmender Laufzeit immer mehr in den Vordergrund rücken und durch Halluzinationen der Protagonisten in Erscheinung treten. Zunächst einmal beginnt die Erzählung jedoch mit einer feucht-fröhlichen Party, soll doch der Ruhestand eines langjährigen Bergarbeiters gebührend gefeiert werden, der am nächsten Tag zum letzten Mal seine Arbeit aufnehmen soll. Mit von der Partie ist auch eine seiner Töchter die das Ganze organisiert hat und während der Feier den Kumpels die Stirn bieten will indem sie ankündigt, das sie ihren Vater bei seinen letzten Arbeitsstunden unter der Erde begleiten will.

Schon kurz darauf nimmt das Szenario die erhoffte Wendung, denn innerhalb weniger Minuten baut sich durch den schnell eingeführten Stolleneinbruch eine äußerst dichte und beklemmende Stimmung auf, die sich in der Folge fast im Minutentakt mit immer bedrohlicheren Momenten auszeichnet. Für Leute mit Platzangst dürfte das Geschehen dabei nicht unbedingt geeignet sein, denn durch die räumlich extrem begrenzten Schauplätze könnte so manch einer durchaus einen klaustrophobischen Anfall erleiden, denn selbst wenn man nicht mit dieser Angst belegt ist fühlt man sich sehr unwohl in der eigenen Haut. Dem geringen Platz innerhalb des Szenarios ist es natürlich auch geschuldet, das sich hier kaum Spielraum für größere Überraschungen anbietet, doch Regisseur Ben Ketai gelingt es auch so fast spielerisch, dem Betrachter ein intensives und teils höchst bedrohliches Filmchen anzubieten.

So verwendet er beispielsweise einige gezielt eingesetzte Schockmomente die einen zwar nicht unbedingt vom Hocker hauen, aber dennoch für die genau richtige Atmosphäre sorgen, damit man die Ereignisse so richtig auf sich wirken lassen kann. Das es bei einer solchen Ausgangslage nicht ausbleibt das sich die Überlebenden nach einer gewissen Zeit an die Gurgel gehen wollen versteht sich fast von selbst. Immerhin wird die Luft immer knapper, die Nerven liegen absolut blank und die austretenden Gase sorgen für die schon angedeuteten Halluzinationen. Zudem lässt die zu erwartende Rettung noch auf sich warten und schon hat man eine angespannte Stimmung vorherrschen wie sie besser kaum sein könnte. An dieser Stelle offenbart die Chose dann aber auch gleichzeitig eine Schwächen, denn insbesondere durch die aufsteigende Panik hätte man die Gesamtsituation noch weitaus drastischer darstellen können. Es kommt zwar hier und da zu mehreren Anfeindungen untereinander, doch wenn man sich die angespannte Lage einmal richtig vor Augen geführt, dann hätte man bei diesem Punkt doch noch etwas mehr erwartet. Hier meckert man dann aber auf recht hohem Niveau, denn "Bebeath - Abstieg in die Finsternis" bietet insgesamt gesehen absolut intensive Filmkost, die so manch einem zart besaitetem Gemüt sogar richtig zusetzen könnte.

Letztendlich sollte man auf jeden Fall versuchen, sich in die Lage der unter der Erde Eingeschlossenen hinein zu versetzen, denn nur so wird man auch die ganze Kraft des Geschehens fast körperlich spüren können. Das fehlende Tageslicht, die extrem engen Gänge und der generell sehr eingeschränkte Schauplatz sorgen nämlich phasenweise für eine absolute Gänsehaut, der man sich beim besten Willen nicht erwehren kann. 


Fazit:


Ben Ketai hat hier gute Arbeit abgeliefert und präsentiert einen dichten und äußerst stimmigen Thriller mit dezenten Horror-Anleihen, der jedoch in erster Linie vorwiegend von seiner grandiosen Atmosphäre getragen wird. Einige noch intensivere Auseinandersetzungen der Akteure wären wünschenswert und sicherlich auch authentisch gewesen, doch auch in vorliegender Form ist dieser Film eine dicke Empfehlung wert.


7,5/10

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