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Donnerstag, 8. Januar 2015

Bloodbath






Bloodbath
(Mar Negro)
mit Marcelo Castanheira, Mayra Alarcón, Carol Aragão, Ricardo Araújo, Petter Baiestorf, Ana Carolina Braga, Alexandre Brunoro, Joel Caetano, Kika de Oliveira, Roberta Mesquita Dias, Walderrama Dos Santos, Diego Fernandes
Regie: Rodrigo Aragão
Drehbuch: Rodrigo Aragão
Kamera: Marcelo Castanheira
Musik: keine Information
keine Jugendfreigabe
Brasilien / 2013

Nachdem sie auf offener See eine überraschende und blutige Begegnung mit einem Fischmonster hatten, kehren zwei Fischer in ihr Dorf zurück. Mit dabei: eine verseuchte Fischladung. Bald schon stellt sich heraus, was für eine schreckliche Gefahr von dem Fischfang ausgeht. Jeder, der sich einen Fisch einverleibt, verwandelt sich in eine blutrünstige Kreatur mit einem ausgeprägten Hunger auf Menschenfleisch.


In regelmäßigen Abständen trifft man immer wieder auf Filme, die man ganz einfach nicht mit den ansonsten üblichen Maßstäben messen sollte, da sie rein filmisch gesehen gerade einmal etwas über dem Bodensatz angesiedelt sind. Dennoch beinhalten viele dieser ominösen Werke einen immens hohen Unterhaltungswert oder einen riesigen Trash-Gehalt, so das man als Zuschauer mit einem äußerst kurzweiligen Seh-Erlebnis beglückt wird. "Bloodbath" fällt ganz eindeutig in diese Kategorie denn bei der hier erzählten Geschichte fehlt es im Prinzip an jeglicher inhaltlicher Substanz, dafür wird man jedoch mit einer wilden Mischung aus Zombiefilm-und Creature Movie bedient, die insbesondere im letzten Drittel dem Filmtitel auch alle Ehre macht. Entstanden ist diese Low Budget Produktion unter der Regie von Rodrigo Aragão, der im Jahr 2008 mit seinem Debüt "Brain Dead Zombies" wohl einen der schlechtesten Zombiefilme aller Zeiten auf die Menschheit los gelassen hat, der zudem auch noch stinklangweilig daher kam. Von der Machart her bewegt man sich hier in ähnlichen Gefilden, der Unterschied besteht lediglich darin, das "Bloodbath" so dermaßen schlecht inszeniert wurde, das der Film fast schon wieder gut ist. Natürlich ist das reine Geschmackssache und man muss definitiv eine Vorliebe für Trash haben um diesem Szenario etwas abzugewinnen. 

Legt man nämlich die üblichen Bewertungs-Kriterien an, dann versagt die Story auf der ganzen Linie, denn ganz augenscheinlich wurde hier so ziemlich alles falsch gemacht was man falsch machen kann. Zuerst einmal erscheint die gesamte Chose extrem billig, was bei einem geschätzten Budget von 300.000 BRL kein Wunder sein dürfte. Insbesondere die mitten in die Pampa gesetzten Gebäude verursachen so manchen Lachanfall, denn was dem Betrachter an dieser Stelle als Dorf verkauft werden soll geht wirklich auf keine Kuhhaut mehr. Danach kann man sich dann gern einmal den Darstellern widmen, denn diese sind nicht nur durch die Bank äußerst hässlich, sie bestechen auch durch unglaublich schlechte Leistungen, die aber wiederum absolut perfekt in das skurrile Szenario hinein passen. Fast selbstredend unterstützt auch die deutsche Synchronisation den grotesken Gesamteindruck, ist diese doch weitaus schlechter als alle Worte dieser Welt sie beschreiben könnten. Man merkt also relativ schnell das man es hier mit einem Geschehen zu tun bekommt, das durch eigentlich unzählige negative Punkte seinen ganz besonderen Reiz entfacht und allen Liebhabern des schlechten Geschmackes sehr viel Freude bereiten dürfte. So sollte man auch schon vor Beginn der Sichtung eine Kiste Bier kalt stellen und die Chipstüten aufreißen, denn "Bloodbath" ist wohl ganz eindeutig das, was man in der heutigen Zeit als Party-Film bezeichnet.

Bis es jedoch zu dem Blutbad kommt vergeht eine gute Stunde, in der sich die Ereignisse hauptsächlich mit dümmlichen Dialogen und der Eröffnung eines Bordells beschäftigen. Auch wenn in dieser verhältnismäßig langen Zeitspanne in Sachen Härte kaum etwas geboten wird gestaltet sich das Ganze keinesfalls langweilig, denn dafür sorgen schon die dämlichen Handlungsweisen einiger Akteure. So trifft man auf die skurrilsten Typen, wobei ein mit einer grandiosen Perücke ausgestatteter Albino wohl den Vogel abschießen dürfte. Aber auch die in dem Bordell angestellten Prostituierten sind nicht von schlechten Eltern, was sich hauptsächlich auf deren Optik bezieht. Als sich nämlich die Tür des Etablissementes öffnet treten dermaßen hässliche Frauen aus dem Haus das man am liebsten schwul werden würde. Nachdem dann noch ein paar Minuten mit manchmal fast unerträglichem verbalen Nonsens verstrichen sind geht der Film in die Vollen. Von nun an kann man den Titel des Werkes wörtlich nehmen, denn es offenbart sich fast aus dem Nichts eine Schlachte-Platte die diese Bezeichnung auch wirklich verdient. Die Effekte sind dabei handgemacht, was diesem Werk schon einmal generell einige Pluspunkte einbringt. Und auch wenn sie nicht zu den Besten gehören kommt der Gorehound so richtig auf seine Kosten und wird im Bezug auf den Verbrauch von Kunstblut zumindest an einen Klassiker wie "Braindead" erinnert. Erstaunlich also, das die FSK an dieser Stelle eine 18er Freigabe erteilt hat, denn ganz andere Filme sind schon wegen weitaus weniger Härte gnadenlos durch die Prüfung gerasselt.

Wie dem auch sei, das letzte Drittel des Filmes entschädigt für alles und auch wenn man sich rein filmisch gesehen in einem absoluten Rohrkrepierer befindet, so kann dieser doch ungemein kurzweilig unterhalten, wenn man denn ein Faible für puren Trash sein Eigen nennt. Verwunderlich ist hingegen das diesem Werk anscheinend laut IMDB Eintrag ein Drehbuch zugrunde liegt, denn die gesamte Story erscheint phasenweise so ungemein zusammen geschustert, das sie inhaltlich auf einen halben Bierdeckel passt. Im Prinzip passt in vorliegendem Fall also nichts zusammen, doch gerade in diesem Aspekt liegen die größten Stärken eines Filmes, den man sich allerdings nur unter dem Einfluss alkoholischer Getränke anschauen sollte.


Fazit:


Brasilien war noch nie als Land bekannt in dem gute Horrorfilme produziert werden. Mit "Bloodbath" ist nun aber zumindest ein Genre-Vertreter zu uns gekommen, der einer bestimmten Zielgruppe jede Menge Spaß bereiten dürfte. Als ernst zunehmender Beitrag versagt der Film dabei auf der ganzen Linie, aus der Sicht des Trash-Liebhabers offenbart sich fast schon ein echtes Spektakel des schlechten Geschmacks, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.


7/10 Mutanten Fische auf der nach oben offenen Trash-Skala

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