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Mittwoch, 21. Januar 2015

Conan (2011)






Conan
(Conan the Barbarian)
mit Jason Momoa, Stephen Lang, Rachel Nichols, Ron Perlman, Rose McGowan, Bob Sapp, Leo Howard, Steven O'Donnell, Nonso Anozie, Raad Rawi, Laila Rouass, Saïd Taghmaoui, Milton Welsh, Borislav Iliev
Regie: Marcus Nispel
Drehbuch: Thomas Dean Donnelly / Joshua Oppenheimer / Sean Hood
Kamera: Thomas Kloss
Musik: Tyler Bates
keine Jugendfreigabe
USA / 2011

Schon als Kind erfährt Conan Gewalt: Aus dem Bauch seiner sterbenden Mutter gerettet, sieht er seinen Vater Corin vom Barbarenstamm der Cimmerier unter der sadistischen Hand des selben Wüterichs sterben, der seinen ganzen Clan massakrierte: Der finstere Khalar Zym, der mithilfe seiner Hexentochter Marique ein schwarzmagisches Ritual zur Reanimierung seiner verstorbenen Gattin - und Erlangung unmittelbarer Weltherrschaft - anstrebt, wofür er nur noch ein letztes Menschenopfer benötigt. Jahre später schreitet Conan zur wohlverdienten Rache.


Nach dem verhunzten "Freitag der 13." Remake steht Marcus Nispel nicht unbedingt ganz oben in meiner persönlichen Liste der beliebtesten Regisseure. Lange habe ich mich deswegen auch gegen die vorliegende Neuauflage des Filmes gewehrt, mit dem Arnold Schwarzenegger 1982 den internationalen Durchbruch schaffte. Ehrlich gesagt war ich noch nie ein glühender Fan von Conan, doch das Original hat schon einen gewissen Reiz und wird insbesondere durch seine starken Charaktere geprägt. In dieser Beziehung steht das Remake auch ganz klar hinten an, denn die einzelnen Figuren sind leider allesamt mit Darstellern besetzt, die durch die Bank vollkommen austauschbar erscheinen und den von ihnen dargestellten Figuren keinerlei Seele verleihen. Am schlimmsten hat es dabei Conan selbst getroffen, denn wie man auf die Idee kommen konnte diese Rolle mit dem ehemaligen Baywatch-Schönling Jason Momoa zu besetzen wird wohl für immer ein Rätsel der Filmgeschichte bleiben. Zwar kann man dem guten Mann keinesfalls sein Bemühen absprechen einigermaßen glaubwürdig in die großen Fußstapfen des "Ex-Gouvernators" zu schlüpfen, wobei er allerdings schon in rein optischer Hinsicht ganz klar den Kürzeren zieht. Nun sollte man den Film jedoch fairerweise nicht nur auf seinen Hauptdarsteller reduzieren, denn in den restlichen Rollen bekommt der Zuschauer zumindest solides Schauspiel geboten, so das man sich insgesamt gesehen nicht sonderlich beschweren kann.

Kommen wir nun aber nun zur Umsetzung der bekannten Geschichte, bei der Nispel Gott sei Dank nicht auf eine 1:1 Kopie gesetzt hat, sondern diese durchaus mit mehreren nicht unwichtigen Änderungen versehen hat, die der Neuauflage definitiv sehr gut zu Gesicht stehen. Im Gegensatz zu 82er Variante wird dem Zuschauer hier weitaus mehr Action geboten, wobei die unzähligen Passagen auch wirklich gut ins Bild gesetzt wurden. So genau stelle ich mir einen Film dieser Art vor, der allzu gern auch als gelungener Fantasy-Trash bezeichnet wird. Dabei kann von Trash eigentlich gar keine Rede sein, vielmehr offenbart sich eine mehr als gelungene Mixtur aus eben Fantasy, Action-und Barbarenfilm wie sie im Buche steht und von dieser Warte aus gesehen hat Nispel dann gegenüber John Milius eindeutig die besseren Karten. Zieht sich das Original doch phasenweise ziemlich in die Länge, so bietet die neue Version im Prinzip durchgehend äußerst temporeiche Kost, in der es stellenweise auch ordentlich zur Sache geht.

Da wird gemetzelt was das Zeug hält und kaum ist einmal ein Kampf zu Ende, so steht auch schon der nächste an der Tür. Nun könnte manch einer sicherlich argumentieren das an dieser Stelle diverse Schwächen eventuell durch zu viel Action überspielt werden sollen, doch kommt bei Nispel auch die Geschichte an sich keinesfalls zu kurz. Zudem erwartet man doch auch in einem Film wie "Conan" ein richtig deftiges Action-Spektakel und das wurde einem vor über 30 Jahren nun einmal nicht geboten. Da ich mir Original und Neuauflage innerhalb weniger Tage nacheinander angeschaut habe wird dieser Aspekt erst so richtig bewusst und Marcus Nispel hat diesen unübersehbaren Makel nun endlich aus dem Weg geräumt. Rein filmisch gesehen bevorzuge ich persönlich also durchaus die hier besprochene Variante, die bis auf die schwächere Besetzung ganz eindeutig viel unterhaltsamer daher kommt, was ich im Vorfeld der Sichtung nun wirklich nicht erwartet habe.

Natürlich muss ein jeder für sich selbst entscheiden welche Version für ihn die geeignetere ist und ein Arnie in der Hauptrolle ist dabei bestimmt nicht von der Hand zu weisen. Setzt man also insgesamt gesehen auf die bessere-und markantere Darsteller-Riege, so ist ganz klar das Original zu bevorzugen. In fast allen anderen Gesichtspunkten hat aber Nispel's Variante die besseren Argumente, bietet sie doch ziemlich eindeutig die Action-Passagen und den Unterhaltungswert, den ich mir schon 1982 gewünscht hätte. Hätte man in "Conan" einen Hauptdarsteller mit mehr Ausstrahlung genommen, dann hätte man es letztendlich mit einem gänzlich überzeugenden Film zu tun, so aber ist das Remake mit dem Makel des Jason Momoa behaftet, der trotz der größten Bemühungen nicht einmal annähernd an die Ausstrahlung eines Schwarzeneggers heran kommt.


Fazit:


Auch wenn ich mit meiner Meinung wohl so ziemlich allein dastehen werde, ziehe ich die Neuauflage dem teilweise zu langatmigen Original vor. Eine leicht abgeänderte Story, solide Akteure und jede Menge Action sorgen durchgehend für beste-und kurzweilige Unterhaltung die man sich auch gern mehrmals anschauen kann.


7,5/10

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