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Freitag, 2. Januar 2015

Godzilla (1954)






Godzilla
(Gojira)
mit Akira Takarada, Momoko Kôchi, Akihiko Hirata, Takashi Shimura, Fuyuki Murakami, Sachio Sakai, Toranosuke Ogawa, Ren Yamamoto, Hiroshi Hayashi, Seijirô Onda, Tsuruko Mano. Takeo Oikawa, Toyoaki Suzuki
Regie: Ishirô Honda
Drehbuch: Ishirô Honda / Takeo Murata
Kamera: Masao Tamai
Musik: Akira Ifukube
FSK 12
Japan / 1954

Vor Japans Küste werden Boote von einem gigantischen Monster angegriffen und versenkt. Die Einwohner der Odo-Insel nennen es Godzilla. Der Wissenschaftler Dr. Yamane vermutet, dass es sich um einen 50 m großen Dinosaurier aus der Jura-Periode handelt, dass durch Atombomben aufgeschreckt wurde und nun sein Unwesen treibt. Godzilla legt Tokio in Schutt und Asche, das Militär kann das Monster nicht aufhalten. Dr. Serizawa hat eine todbringende Erfindung gemacht, doch er hat Angst, diese einzusetzen. Erst als er sieht, was Godzilla angerichtet hat, kann seine Freundin Emiko ihn überzeugen seine Waffe einzusetzen.


Die Geburt einer Legende


Diese Aussage ist wohl keinesfalls übertrieben, denn das wohl bekannteste Monster der Welt erfreut sich auch nach sechs Jahrzehnten größter Beliebtheit. Nicht umsonst erschien gerade dieses Jahr eine teure, aber keinesfalls überragende Neuauflage auf den Markt, doch der Ursprung der riesigen Echse wurde im Jahr 1954 das erste Mal filmisch in Szene gesetzt. Es dürfte wohl jedem klar sein, das sich ein direkter Vergleich mit dem heutigen Godzilla allein schon aufgrund der 60 Jahre geradezu verbietet die zwischen beiden Filmen liegen, so das es an dieser Stelle wohl ganz eindeutig auf die persönliche Sichtweise eines jeden Zuschauers ankommt. Ishirô Honda hat in seinem Werk das erste Mal eine Figur vorgestellt die in den folgenden Jahrzehnten einen nicht aufzuhaltenden Siegeszug angetreten hat und mittlerweile längst ihren wohlverdienten Kultstatus genießt. Jeder Godzilla-Fan dürfte wissen das man in Filmen dieser Art rein inhaltlich nicht zu viel erwarten sollte und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, das Honda lediglich eine recht dünne Rahmenhandlung als Gerüst benutzt, um sein Monster erstmalig auf die Menschen in Japan los zu lassen.

Viel erwähnenswerter erscheint an dieser Stelle der nostalgische Charme des Szenarios, wobei in erster Linie die gerade aus heutiger Sicht angestaubten und antiquierten Effekte ins Auge des Betrachters fallen, die dem Szenario aber gleichzeitig einen unglaublichen Liebreiz verleihen. Freunde effektvoller Hochglanz-Blockbuster werden diesen Standpunkt kaum nachvollziehen können und auch die jüngere Generation wird sich wohl viel eher mit den heutigen Werken anfreunden, als bei der Sichtung dieses Klassikers in helle Begeisterung auszubrechen. Gerade diese Dinge sind es jedoch die Godzilla zu einem absoluten Markenzeichen gemacht haben, denn es macht einfach nur riesigen Spaß die damalige Tricktechnik zu beobachten. Streckenweise wird man dabei das Gefühl nicht los das man sich in der Augsburger Puppenkiste befindet, denn der Stand der vorhandenen Effekte ist davon gar nicht einmal so weit entfernt. Dabei ist es vollkommen egal ob man dies auf die Darstellung des Monsters bezieht, oder ob man seine Freude daran findet, wenn die japanischen Spielzeug-Panzer die Riesen-Echse beschießen. Übertroffen wird das Ganze jedoch davon, wenn der Hauptdarsteller die Gebäude der Hauptstadt Tokio zerstört, denn Häuser, Hochspannungsmasten und andere Gebäude wirken wirklich wie auf einer Spanholzplatte angebrachte Streichholzschachteln, die dem riesigen Giganten zum Opfer fallen.

So wird man also in dieser Beziehung in die guten, alten Kintopp-Zeiten entführt und dieser Umstand dürfte insbesondere den Nostalgikern sehr wohlwollend erscheinen. Zudem sollte man auch nicht ganz außer acht lassen das ein Film wie "Godzilla" zur damaligen Zeit auch richtig bedrohlich daher gekommen ist, was man sich aus der heutigen Sicht überhaupt nicht mehr vorstellen kann. Dieses Original gehört aber nun einmal einer vollkommen anderen Dekade an, zudem gehörte ein solches Szenario in den 50er Jahren auch noch nicht zum üblichen Standard wie es mittlerweile der Fall ist. Es soll sogar Leute gegeben haben die bei der Ansicht des Monsters richtiggehend Angst bekommen haben, wobei man bei einer heutigen Sichtung doch viel eher zu einem netten Schmunzeln tendiert. In seinem ersten Abenteuer sieht der monströse Titelheld auch vom Gesicht her noch ein wenig anders aus als beispielsweise in den 60er-und 70er Jahre Verfilmungen, die zu der sogenannten "Showa-Staffel" zählen. Hervorstehende Zähne sind dabei am auffälligsten die in späteren Werken nicht mehr unbedingt ins Auge fallen. Bei diesem Beginn der Saga wird außerdem auch nicht so viel Wert darauf gelegt das Gesicht von Godzilla explizit mit der Kamera einzufangen, wobei dieser Aspekt besonders in den 70er Jahre Filmen vermehrt zum Ausdruck kommt.

Wie dem aber auch sei, ein jeder wird das anders sehen und vielleicht ist das auch meine rein persönliche Empfindung, doch das Original-Monster hat einen unerreichten Stellenwert in der Filmgeschichte, woran auch noch so viele Neuauflagen nichts ändern können. Knuffig, böse, aber auch als Retter der Menschheit auftretend hat die berühmteste Gummi-Echse aller Zeiten ihren festen Platz im Herzen eines jeden Fans eingenommen und startet in vorliegender Geschichte ihren unglaublichen Siegeszug, der mittlerweile seit sechs Jahrzehnten ungebrochen ist. Ishirô Honda hat mit seinem Werk ein Kult-Monster geschaffen ohne das dem Film-Medium definitiv etwas fehlen würde und mit seinen charmanten Effekten hat er dem Szenario einen wunderbar trashigen Aspekt verliehen, der diesen Film mit einem unglaublichen Wohlfühl-Faktor ausstattet.


Fazit:


In einer Zeit voller Blockbuster die zumeist auch noch mit regelrechten Effekt-Gewittern überladen sind ist es immer wieder herrlich, die guten, alten Zeiten filmisch wieder aufleben zu lassen. Ein Film wie "Godzilla" ist geradezu prädestiniert dafür nostalgische Gefühle aufkommen zu lassen und den Zuschauer dabei mit einem herrlichen Film-Erlebnis zu belohnen, wie es in der heutigen Zeit leider nicht mehr anzutreffen ist.


10/10 Nostalgie-Punkte

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