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Sonntag, 18. Januar 2015

Hardcastle and McCormick






Hardcastle and McCormick
(Hardcastle and McCormick)
mit Brian Keith, Daniel Hugh Kelly, John Hancock, Mary Jackson, Ed Bernard, Joe Santos, Michael Swan, Jonathan Banks, Beau Starr, Lance Henriksen, Faye Grant, Steve Lawrence, Marilyn Jones, John Saxon, Ed Lauter, u.v.m
Regie: Tony Mordente / Bruce Kessler / Kim Manners / u.v.m
Drehbuch: Stephen J. Cannell / Lawrence Hertzog / Stephen Katz / u.v.m
Kamera: Mario DiLeo / Jacques R. Marquette / u.A
Musik: Pete Carpenter / Mike Post
FSK 12
USA / 1983 - 1986

67 Episoden a ca. 48 Minuten

Milton C. Hardcastle (Brian Keith) war ein harter, aber gerechter Richter, der nun im Ruhestand ist. Trotzdem kämpft er noch immer für Gerechtigkeit und jagt Verbrecher, die ihrer gerechten Strafe bisher entgehen konnten. Dazu hat er sich mit dem ehemaligen Rennfahrer Mark McCormick (Daniel Hugh-Kelly) zusammengetan, der kurz vor Hardcastles Pensionierung als Angeklagter vor Gericht stand und von Hardcastle freigesprochen wurde...


Die goldenen 80er Jahre waren nicht nur im Bereich Film ein grandioses Jahrzehnt, gleichzeitig haben hier auch etliche TV-Serien ihren Ursprung die in der heutigen Zeit sogar teilweise absoluten Kultstatus besitzen. "Hardcastle and McCormick" stellt dabei ein Format dar das leider viel zu sehr im Schatten etlicher anderer Serien stand, was aber wohl hauptsächlich in der Tatsache begründet ist, das sie nicht bis zum Erbrechen immer wieder im TV wiederholt wurde. Das ändert aber keinesfalls etwas am hohen Qualitätsgehalt, denn hier bekommt man allerbeste Unterhaltung im typischen Stil-und Flair des damaligen Jahrzehnts geboten, die auch in der heutigen Zeit immer noch tadellos funktioniert. Zudem hat die Serie immerhin 67 interessante und immer spannende Episoden überlebt, in denen die beiden Haupt-Charaktere unermüdlich auf Verbrecherjagd gehen und sich dabei eine echte Männerfreundschaft entwickelt, auch wenn das nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen ist. An dieser Stelle sollte man dann auch die wohl größte Stärke des Formates erwähnen, die ganz eindeutig in den beiden Hauptfiguren und den dazu gehörigen Darstellern zu finden ist. Dazu sollte man erwähnen, das die beiden nicht unterschiedlicher sein könnten, denn während Brian Keith den kauzigen und verschrobenen Ex-Richter auf seine ganz eigene Art brillant wiedergibt, glänzt Daniel Hugh Kelly als Ex-Knacki McCormick, der nie um einen lockeren Spruch verlegen ist. 

Gemeinsam sind sie unschlagbar und lösen jeden noch so kniffligen Fall, wobei ihr Leben mehr als nur einmal am seidenen Faden hängt. Nun handelt es sich aber keinesfalls um eine reine Action-Serie, denn "Hardcastle and McCormick" besticht meiner Meinung nach in erster Linie durch eine äußerst gelungene Mixtur aus Action, Spannung, Thrill und jeder Menge köstlichem Humor. Letzterer äußerst sich dabei nicht nur durch teils grandios-skurrile Situationskomik, sondern vielmehr durch den Umgang der beiden unterschiedlichen Männer miteinander. Hier bewahrheitet sich dann auch wieder einmal der alte Spruch: "Rauhe Schale, weicher Kern", denn obwohl beide nach Außen hin immer sehr darauf bedacht sind den Anschein zu wahren das sie eine starke Abneigung verbindet, ist in Wahrheit doch fast schon eine Vater-Sohn Beziehung zu erkennen. Denn obwohl keiner es richt zugeben will verbindet die Männer eine innige Freundschaft, in der die gegenseitigen Sympathiewerte extrem hoch angesiedelt sind. Trotzdem bedecken sich beide immer wieder mit tausenden cooler Sprüche und so manches Mal fallen auch etwas barschere Worte, die der Zuschauer allerdings nie wirklich auf die Goldwaage legen sollte, denn die verbalen Auseinandersetzungen beinhalten trotz manchmal vorkommender Härte einen neckischen Einschlag.

Wenn man es richtig nimmt hat die Serie auch noch einen weiteren Hauptdarsteller, allerdings handelt es sich in diesem Fall nicht um einen Schauspieler, sondern vielmehr um das legendäre Auto, das McCormick im Pilotfilm zum Geschenk gemacht wird. Dabei handelt es sich um den Coyote X und mit diesem edlen-und äußerst schnellen Sportwagen wird dann auch so mancher Verbrecher um die Möglichkeit gebracht, eine Flucht erfolgreich zu beenden. Neben den Hauptfiguren gibt es auch unzählige Gastauftritte ehemaliger Stars, von denen manch einer auch in der heutigen Zeit noch ziemlich bekannt sein dürfte. Namen wie Robert Culp, John Saxon, Ed Lauter oder auch Lance Henriksen schmücken dabei die Besetzungsliste und manch einer erscheint dabei auch in mehr als nur einer Episode. Es ist wirklich schade, das dieses Format 1986 eingestellt wurde, denn "Hardcastle and McCormick" gehört definitiv zu den TV-Serien, bei denen überhaupt keine Ermüdungserscheinungen zu verspüren sind. Denn obwohl selbstverständlich die einzelnen Fälle nach einem immer wieder kehrenden Muster aufgebaut sind beinhalten sie doch alle einen unglaublich hohen Unterhaltungswert und genügend Abwechslung, als das man dieser Serie müde werden würde. Dabei ist das Erfolgsrezept so einfach wie auch genial, die spannenden Kriminalfälle wurden ganz einfach mit zwei charakterlich vollkommen unterschiedlichen Hauptdarstellern besetzt, die sich auch im Bezug auf das Alter grundlegend unterscheiden. "Gegensätze ziehen sich an" ist hier wohl nicht nur ein Sprichwort sondern die Feststellung einer Tatsache, die in jeder einzelnen Folge eindrucksvoll unter Beweis gestellt wird und den großen Charme dieses Formates ausmacht. 

Natürlich liegt es wie immer im Auge des Betrachters und manch einer wird diverse andere Serien der 80er Jahre bevorzugen, doch für mich persönlich zählt "Hardcastle and McCormick" zu den absoluten Höhepunkten eines Jahrzehntes, das mit Highlights geradezu gespickt war. Daher wurde es auch langsam Zeit, die beiden charismatischen Titelhelden endlich bei uns auf DVD zu veröffentlichen. Dabei kann man entweder auf die drei Einzelboxen zurückgreifen, oder man greift zu der hübschen Gesamtbox, die in der vergrößerten Form einer Zigarettenschachtel gestaltet ist. Unter einem nach oben aufklappbaren Deckel befinden sich dann die insgesamt 18 DVD's, die alle einzeln in einer Papphülle untergebracht sind. Das mag nicht jedermanns Geschmack sein, doch mir selbst gefällt diese Aufmachung durchaus. Zusätzlich ist auch noch ein Episoden-Guide vorhanden, der einen mit kurzen Inhaltsangaben zu jeder Folge beglückt, so das man insgesamt gesehen doch sehr zufrieden sein kann.


Fazit: 


Brian Keith und Daniel Hugh Kelly sind die absolut perfekte Besetzung für zwei Titelhelden, die dieser charmanten Serie ganz eindeutig ihren persönlichen Stempel aufdrücken. In einer brillanten Mixtur aus Action, Charme und viel Humor ergibt sich dabei ein Gesamtbild, das man als Fan nur mit dem Prädikat herausragend bezeichnen kann.


9/10

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