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Montag, 23. Februar 2015

Einer kam durch






Einer kam durch
(The One That Get Away)
mit Hardy Krüger, Colin Gordon, Michael Goodlife, Terence Alexander, Jack Gwillim, Andrew Faulds, Julian Somers, Alec McCowen, Harry Lockart, Robert Crewdson, George Mikell, George Roubicek, John Van Eyssen, Frederick Jaeger, Richard Marner
Regie: Roy Ward Baker
Drehbuch: Howard Clewes / Kendal Burt
Kamera: Eric Cross
Musik: Hubert Clifford
FSK 12
Großbritannien / 1957

1940: Die Schlacht um England ist auf ihrem Höhepunkt. Aus dem dunstigen Himmel trudelt eine beschädigte Messerschmitt auf den Boden. Der Pilot Franz von Werra wird gefangengenommen. Das anschließende Verhör kann ihn zwar einschüchtern, hindert ihn aber nicht an seinem einzigen Ziel: Flucht. So beginnt die wahre und überaus dramatische Geschichte des Franz von Werra. Immer wieder gelingt die Flucht. Immer wieder gerät er in Gefangenschaft. Bis er bei seiner letzten spektakulärsten Flucht seine Verfolger endgültig abschüttelt ... 


"Einer kam durch" erzählt die wahre Geschichte des Piloten Franz von Werra, dem es als einzigen gelungen ist, je aus der britischen Kriegsgefangenschaft zu entkommen. Dargestellt wird die Figur des deutschen Offiziers dabei vom großartigen Hardy Krüger, der dem Charakter seine ganz eigene Note verleiht, die bei aller Ernsthaftigkeit der Geschichte auch durchaus ihre humorigen Szenen hat, was sich insbesondere in den hier gezeigten Verhören herauskristallisiert, die zwischen den Engländern und von Werra stattfinden. Entfalten diese Verhöre doch eine schon fast kameradschaftliche Atmosphäre, in der man zuerst gar nicht auf den Gedanken kommt, das es sich bei den Protagonisten um erbitterte Kriegsgener handelt, sondern vielmehr der Eindruck entsteht, das sich alte Bekannte miteinander unterhalten. Dadurch geraten diese Gespräche zu einer recht amusanten Sache die darin gipfelt, das von Werra einem britischen Offizier sogar eine Wtte um 10 Flaschen Champagner anbietet, das ihm nach spätestens 6 Monaten die Flucht aus der Gefangenschaft gelingen würde.

Und so entwickelt sich dann auch eine sehr spannende Geschichte, in der dem deutschen Offizier zweimal fast die Flucht gelingt, er aber doch wieder eingefangen wird, um danach in ein Kriegsgefangenenlager nach Kanada überführt zu werden. Doch auch hier sieht von Werra seine Chance, in die USA zu entkommen, die zu diesem Zeitpunkt des Krieges noch als neutrales Land galten. Und dieses schier aussichtslose Unterfangen gelingt ihm schließlich auch, selbst wenn er aufgrund der Wetterverhältnisse bis an die absoluten Grenzen seiner Belastbarkeit gehen muss.

Rein von der Thematik her wird man in vorliegendem Film schon in groben Zügen an den deutschen Klassiker "Soweit die Füße tragen" erinnert, in dem die Flucht eines deutschen Kriegsgefangenen durch die unendlich erscheinende sibirische Eiswüste allerdings noch um ein Vielfaches intensiver und detailierter dargestellt wurde. Dennoch zeigen sowohl die Mini-Serie als auch vorliegender Film gewisse Ähnlichkeiten auf, die man nicht von der Hand weisen kann. Und auch "Einer kam durch" entfaltet trotz einer viel kürzeren Laufzeit ein durchaus hohes Maß an Intensität, die sich während des Filmes auch auf den Zuschauer überträgt, der somit förmlich selbst an den Fluchtversuchen beteiligt ist und dem symphatischen Helden der Story jederzeit die Daumen drückt. Man kann sich wohl lediglich ansatzweise vorstellen, welch körperliche und psychische Belastungen ein Mensch durchstehen muss, der die hier dargestellte Tortur durchmachen muss, denn neben einem unbedingten Überlebenswillen ist auch eine körperliche Konstitution erforderlich, die man sich im Geiste kaum vorstellen kann. Und auch wenn man hier gerade diese Dinge nur erahnen kann reicht das schon vollkommen aus, sich einen ungefähren Eindruck der Strapazen zu machen und die Belastbarkeit eines einzelnen Menschen zu erkennen, wenn er ein bestimmtes Ziel verfolgt.

Letztendlich ist "Einer kam durch" ein wirklich abslout sehenswerter Kriegsfilm, der seinen Focus allerdings nicht auf die ansonsten üblichen Geschehnisse legt, sondern eine einzelne Person in den Mittelpunkt der Ereignisse stellt. Dabei wird beim Zuschauer insbesondere durch die Schauspieler ein authentischer und überzeugender Eindruck hinterlassen, denn ihre Darstellungen der einzelnen Charaktere sind jederzeit glaubwürdig, was für die Erzählung einer wahren geschichte besonders wichtig ist. So präsentiert sich ein Gesamtbild, an dem es prinzipiell nichts zu beanstanden ist, wird man doch mit einer tollen und sehr spannenden Story bedient, die zudem auch trotz der ernsten Thematik auch ihre humorigen Momente hat.


Fazit:


Wer die deutsche Mini-Serie "Soweit die Füße tragen" zu schätzen weiss, der dürfte auch an diesem Film seine Freude finden. Auch wenn es hier nicht ansatzweise so detailliert und ausführlich dargestellt wird, bekommt man dennoch eine faszinierende Story geboten, die zudem auch noch wirklich passiert ist. Gute Darsteller, ein äusserst konstanter Spannungsbogen und einige witzige Momente machen dieses Werk absolut sehenswert, so das man ohne Probleme eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen kann.


8/10

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