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Donnerstag, 26. Februar 2015

Einer spielt falsch






Einer spielt falsch
(Trunk to Cairo)
mit Audie Murphy, George Sanders, Marianne Koch, Gila Almagor, Yossi Yadin, Bomba Tzur, Zeev Berlinsky, Hans von Borsody, Eitan Priver, Eliezer Young, Shlomo Vishinsky, Tikva Mor, Elana Eden, Cesar Suberi, Shlomo Paz
Regie: Menahem Golan
Drehbuch: Marc Behm / Alexander Ramati
Kamera: Yitzhak Herbst
Musik: Dov Seltzer
FSK 16
Deutschland / Israel / 1966

Mike Merrick (Audie Murphy), ein mehrfach erprobter und erfolgreicher US-Agent, erhält einen gefährlichen Auftrag, der ihn nach Nordafrika führt. Dort gibt er sich als deutscher Staatsbürger mit dem Namen Ludwig Baum aus und wird so in ein hochgradig gesichertes Forschungszentrum eingeschleust. Dieses leitet Professor Schlieben (George Sanders), der dort für die ägyptische Armee an einer gefährlichen Atomrakete arbeitet. Sie soll einem Umsturz dienen, der auch auf andere Staaten überschwappen könnte. Mike soll die Raketenpläne zerstören. Bei der Ausführung seines Auftrags lernt Mike Helga (Marianne Koch) kennen, die Tochter des Professors, und verliebt sich in sie. Das ist von Vorteil, denn auf diese Art kann er sie dazu bewegen, ihm zu helfen, das Vorhaben ihres Vaters zu unterbinden …


Audie Murphy dürfte den älteren Zuschauer hauptsächlich aus etlichen B-Western bekannt sein, doch in vorliegendem Film schlüpft der symphatische Schauspieler in die Rolle eines amerikanischen Agenten, der die Herstellung einer Atomrakete in Ägypten verhindern soll. So entfaltet sich an dieser Stelle ein der damaligen Zeit entsprechender Spionage-Thriller den man zwar nicht mit den heutigen Maßstäben messen kann, der aber durchgehend interessante und spannende Filmkost anbietet. Aus heutiger Sicht mag das Ganze sicherlich ein wenig antiquiert erscheinen, doch Liebhaber der sogenannten "alten Schinken" dürften durchaus ihre Freude an diesem charmanten Werk haben. Bis auf wenige Ausnahmen sollte man keinerlei großartige Action erwarten, dennoch beinhaltet die Story phasenweise ein ordentliches Tempo und wartet zudem auch mit einigen netten Wendungen auf.

Während sich die erste Hälfte des Szenarios hauptsächlich mit dem Auftrag des Agenten beschäftigt, dreht sich danach alles um die Flucht aus Ägypten, denn nachdem Mike Merrick (Murphy) die Rakete zerstört hat ist sein Leben in großer Gefahr. Fast auf sich allein gestellt muss Merrick etliche Hürden nehmen um das Land zu verlassen, wobei ihm gleichzeitig auch noch die Aufgabe zu teil wird die Tochter des Kern-Physikers in Sicherheit zu bringen, der für die Ägypter die Rakete bauen soll. Der Part der Tochter wird von Marianne Koch gespielt und wie nicht anders zu erwarten entwickelt sich eine Romanze zwischen den beiden. Es ist immer wieder herrlich mit anzusehen, wie schnell sich gerade in den älteren Filmen eine Liebesgeschichte entwickelt, denn kaum das sich die beiden kennengelernt haben liegen sie auch schon knutschend am Strand. Die Romanze steht jedoch nicht im Vordergrund der Abläufe, denn Regisseur Menahem Golan hat sich sehr wohl hauptsächlich auf die relevanten Zutaten konzentriert, die einen Film dieser Art absolut sehenswert machen.

Im letzten Drittel wurde sogar eine Prise Humor mit eingefügt die dem Szenario äußerst gut zu Gesicht steht. In diesem Teil der Erzählung überschlagen sich die Ereignisse dann auch stellenweise und das dadurch entstehende hin und her sorgt noch einmal für eine ordentliche Steigerung des Tempos. Fast selbstverständlich endet das Ganze dann sogar noch mit einem vorhersehbaren Happy End, das in diesem Fall sogar recht passend erscheint. Zwar kann man insgesamt gesehen auch einen leichten hauch von Kitsch erkennen, doch insgesamt gesehen offenbart sich ein durchaus gutes Gesamtbild, so das man diesen Film ohne Bedenken jedem ans Herz legen kann, der seine Freude an den älteren Klassikern hat.

"Einer spielt falsch" ist sicherlich kein filmisches Meisterwerk und kommt auch ohne echte Höhepunkte daher, präsentiert jedoch eine durchgehend spannende Geschichte mit einem gut aufgelegten Audie Murphy. Auch die anderen Darsteller liefern solide Leistungen ab, so das sich im Zusammenhang mit dem Nostalgie-Bonus ein sehenswertes Filmerlebnis präsentiert. Wer keinen größeren Wert auf übertriebene Action-Passagen legt kann hier bedenkenlos zugreifen, denn dieses Werk ist allemal eine Sichtung wert.


Fazit:


Ich liebe diese alten Klassiker und "Einer spielt falsch" bietet unterhaltsame Filmkost der 60er Jahre. Der film beinhaltet dabei alles was einen guten Spionage-Thriller ausmacht und auch wenn die Geschichte aus heutiger Sicht ein wenig bieder erscheinen mag, übt sie dennoch einen gewissen reiz auf den Betrachter aus.


7/10

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