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Freitag, 13. März 2015

Alarmstufe: Rot 2






Alarmstufe: Rot 2
(Under Siege 2)
mit Steven Seagal, Eric Bogosian, Everett McGill, Katherine Heigl, Morris Chestnut, Peter Greene, Patrick Kilpatrick, Scott Sowers, Afifi Alaouie, Andy Romano, Brenda Bakke, Sandra Taylor, Jonathan Banks, David Gianopoulos
Regie: Geoff Murphy
Drehbuch: Richard Hatem / Matt Reeves / J.F. Lawton
Kamera: Robbie Greenberg
Musik: Basil Poledouris
FSK 18
USA / 1995

Eigentlich wollte Casey Ryback (Steven Seagal) nur eine Zugfahrt mit seiner bezaubernden Nichte Sarah (Katherine Heigl) unternehmen. Als Terroristen unter der Führung des Ex-CIA-Wissenschaftlers Travis Dane (Eric Bogosian) den Zug in ihre Gewalt bringen, ist schnelles Handeln erforderlich. Dane hat einen von ihm für die CIA entwickelten Satelliten unter seine Kontrolle gebracht, der in der Lage ist, Erdbeben zu verursachen. Dessen Einsatz gegen beliebige Ziele versteigert Dane nun meistbietend an Interessenten aus aller Welt. Erneut obliegt es Caseys Verantwortung, die drohende Katastrophe abzuwenden...


Andrew Davis kreierte 1992 mit seinem "Alarmstufe: Rot" einen kleinen Klassiker des B-Actioners, in dem man gleichzeitig Steven Seagal in einer seiner besten Rollen beobachten konnte. Drei Jahre später durfte sich dann Geoff Murphy an dem sehnlichst erwarteten Nachfolger versuchen und der gute Mann präsentierte eine Fortsetzung, die sich jederzeit und überall sehen lassen konnte. Im Prinzip gleichen sich die Geschichten beider Teile sehr, nur das man in vorliegender Geschichte den Schauplatz gewechselt hat, denn die Ereignisse spielen sich dieses Mal in einem Personenzug ab. Für Seagal ist das selbstverständlich keinerlei Hindernis und so bekommt es der Zuschauer einmal mehr mit der schier unverwüstlichen Ein Mann Armee Casey Ryback zu tun, der sich mal wieder mit einem zahlenmäßig hoch überlegenen Gegner auseinandersetzen muss. Die vorliegende Inszenierung ist wiederum mit ordentlich Action ausgestattet, beinhaltet jedoch auch einige kleinere Längen, die man beispielsweise im ersten Teil überhaupt nicht erkennen konnte.

Dennoch baut sich eine durchgehend temporeiche und auch spannende Geschichte auf, allerdings kann das Szenario insgesamt gesehen nicht ganz an die Qualität des Vorgängers anknüpfen. Das mag sicherlich auch in mehreren völlig überzogenen und nicht gerade glaubwürdigen Passagen begründet sein und obwohl sich ja die meisten Actionfilme gerade durch dieses Attribut auszeichnen, hat man in diesem Fall doch phasenweise ein wenig zu dick aufgetragen. Eigentlich wäre das gar nicht weiter schlimm, doch insbesondere die finale Sequenz der Ereignisse als zwei Züge ineinander krachen ist dermaßen hanebüchen, das man sich nur noch mit der Hand vor den Kopf schlagen kann. An dieser Stelle sollte der Zuschauer also kurz einmal jegliche Ansprüche an eine glaubwürdige Umsetzung zur Seite legen, denn wo in der Normalität der Ausgang ziemlich klar wäre, wird hier ein Steven Seagal mit einem wahren Helden-Status versehen, der nicht unbedingt der Realität entspricht.

Ansonsten bekommt man das Übliche geboten, die Terroristen sterben wie die Fliegen und der strahlende Einzelkämpfer kommt letztendlich fast mit vollkommen heiler Haut davon und bewahrt die Welt zudem auch noch vor einer ziemlichen Katastrophe. Trotz der streckenweise kaum vorhandenen Glaubwürdigkeit der Abläufe gestaltet sich auch "Alarmstufe: Rot 2" bis auf ganz wenige Ausnahmen als äußerst unterhaltsamer Film, bei dem man jedoch höhere Ansprüche von Beginn an vergessen sollte. Wer die ehemalige Ikone Seagal kennt der weiß ganz genau, das eigentlich alle seine Filme ohne Ausnahme nach dem gleichen Schema ablaufen. Übermäßig schauspielerisches Talent war dem Recken dabei noch nie vergönnt, aber zumindest in seinen früheren Werken war ihm die Rolle des coolen Einzelgängers förmlich auf den Leib geschneidert. Das mag nicht jedem gefallen, doch der geneigte Genre-Fan konnte sich eigentlich selten über mangelnde und kurzweilige Unterhaltung beschweren.

Insgesamt gesehen handelt es sich also um einen durchaus würdigen zweiten Teil, der allerdings aufgrund der angesprochenen Mankos nicht ganz mit Teil 1 konkurrieren kann. Definitiv handelt es sich aber immer noch um einen der besseren Filme von Seagal, der in der heutigen Zeit ja leider nur noch durch extremes Übergewicht und relativ billig inszenierte TV-Produktionen auf sich aufmerksam macht und den zenit seiner Karriere dabei längst überschritten hat. Und so greift man dann halt in regelmäßigen Abständen auf die Frühwerke zurück, in denen man noch einen durchtrainierten Darsteller geboten bekommt, dem man den Großteil der Action-Passagen auch wirklich noch abnimmt.


Fazit:


Zwar konnte Geoff Murphy nicht ganz an das Werk von Andrew Davis anknüpfen, aber dennoch präsentiert sich eine würdige Fortsetzung von "Alarmstufe: Rot". Stellenweise etwas zu überzogen in Szene gesetzt und mit einigen langatmigen Momenten ausgestattet, offenbart sich aber letztendlich ein typisches Seagal-Szenario, an dem Fans ihre Freude haben werden.


7/10

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