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Dienstag, 10. März 2015

Alarmstufe: Rot






Alarmstufe: Rot
(Under Siege)
mit Steven Seagal, Tommy Lee Jones, Gary Busey, Erika Eleniak, Colm Meaney, Patrick O'Neal, Andy Romano, Nick Mancuso, Damian Chapa, Troy Evans, David McKnight, Lee Hinton, Glenn Morshower, Leo Alexander
Regie: Andrew Davis
Drehbuch: J.F. Lawton
Kamera: Frank Tidy
Musik: Gary Chang
FSK 18
Frankreich / USA / 1992

Terroristen bringen die sich auf ihrer letzten Fahrt befindende USS Missouri in ihre Gewalt. Ziel der Operation ist die Entwendung der sich noch an Bord befindlichen Tomahawk-Marschflugkörper. Doch das Terrorkommando unter Tommy Lee Jones und Gary Busey hat nicht mit Schiffskoch und Ex-Elitesoldat Casey Ryback (Steven Seagal) gerechnet.


Steven Seagal gehörte noch nie zu den Darstellern die sich durch besonderes schauspielerisches Talent auszeichnen konnte, zählt aber auf jeden Fall zu denen, die sich im Bereich des Action B-Movies eine Art Kultstatus erworben haben. Zwar ist der Glanz vergangener Jahre mittlerweile erblasst, doch mit "Alarmstufe: Rot" liegt definitiv einer seiner besten Filme vor, den man sich auch in der heutigen Zeit immer wieder gut anschauen kann. Von jeher verstand es der Mann mit der stoischen Mimik, in der Rolle des Einzelgängers zu überzeugen, der scheinbar ohne größere Mühen eine noch so zahlenmäßig überlegene Gegnerschaft schmerzvoll in die Schranken zu weisen und somit letztendlich das Blatt zum Guten zu wenden. In vorliegender Geschichte müssen mehrere Terroristen unter Führung von Tommy Lee Jones diese schmerzhafte Erfahrung machen, nachdem sie das Schlachtschiff in ihre Gewalt gebracht haben, auf dem der gute Steven als Chefkoch beschäftigt ist. Das er allerdings auch ganz andere Vorzüge aufweisen kann ist noch nicht einmal dem ersten Offizier (Gary Busey) bekannt, der mit den Terroristen unter einer Decke steckt und so entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit ein Szenario, das mit sehenswerter Action nahezu vollgestopft ist und somit beste Genrekost bietet. 

Selbstverständlich bringt Seagal dabei fast im Alleingang alles wieder ins Lot, unterstützt wird er dabei zu Beginn lediglich von Erika Eleniak, die den meisten wohl noch als hübsche Lebensretterin aus der TV-Serie "Baywatch" ein Begriff sein dürfte. Die gute Frau macht dann auch eine ganz ordentliche Figur, wobei dieses Attribut aber wirklich fast ausschließlich auf ihre körperlichen Vorzüge zutrifft. In darstellerischer Hinsicht hat die gute Erika nämlich nicht sonderlich viel drauf, was beim Anblick ihres hübschen Äußeren aber durchaus zu verschmerzen ist. Unglaubwürdig erscheint hingegen ihre Wandlung von einem vollkommen hilflosen Mädchen in eine schießwütige Kampfmaschine, jedoch sollte man in einem Film mit Steven Seagal nicht unbedingt viel Wert auf eine glaubwürdige Geschichte und in die darin enthaltenen Abläufe legen. So ist das Ganze dann auch ganz generell jenseits der menschlichen Vorstellung angesiedelt was allerdings nicht weiter störend erscheint, da Regisseur Andrew Davis hier ein ordentliches Action-Paket geschnürt hat, das insbesondere den geneigten Genre-Fans genau das bietet was man sich von einem Film dieser Art erwartet.

Und so knallt und scheppert es dann auch mehr als ordentlich, wilde Schießereien wechseln sich mit gut in Szene gesetzten Nahkämpfen ab und zudem haben die Macher auch stellenweise ein paar witzige Elemente eingebaut, so das auch humorige Einlagen zu bestaunen sind. Diese geben sich insbesondere in mehreren deftigen Sprüchen und coolen Dialogen zu erkennen, zudem liefert Tommy Lee Jones in der Rolle des psychopathischen Ex-CIA Agenten eine grandiose Performance ab, die ganz eindeutig zu den Höhepunkten dieses Filmes zu zählen ist. Auch Gary Busey kann einmal mehr als Fiesling überzeugen und allein schon ein Blick in seine Augen lässt den Wahnsinn erkennen, der sich darin wiederspiegelt. Wie nicht anders zu erwarten ist die ganze Chose dann auch mit einem mehr als ordentlichen Tempo ausgestattet und das trägt dafür Sorge, das zu keiner Zeit auch nur der Anflug von Langeweile aufkommen kann. So fernab der Realität sich das Geschehen auch ansiedelt, so unterhaltsam wurde es dennoch in Szene gesetzt. Zwar gibt es wie in eigentlich allen Seagal Filmen keinerlei echte Überraschungen womit die Story dann auch äußerst vorhersehbar erscheint, doch die gelungenen Action-Einlagen lassen einen nicht lange über diesen bekannten Aspekt nachdenken.

Rein prinzipiell verlaufen sämtliche Werke der Action-Ikone nach ein und demselben Muster ab, doch gerade die früheren Seagal Filme gehören mit zum Besten, was der Action B-Movie in den 80 iger und 90 iger Jahren zu bieten hatte. Viele werden das natürlich vollkommen anders sehen, doch jeder echte Fan dürfte sich auch heute noch an Filmen wie "Alarmstufe: Rot" erfreuen. Gerade im Vergleich mit den heutigen Filmen und Serien Produktionen Seagal's liegen hier echte Welten, denn nicht nur in optischer Hinsicht kann der mittlerweile alte und stark übergewichtige Recke hier noch absolut überzeugen. Letztendlich ist natürlich alles die reine Geschmackssache, doch Genre-Liebhaber dürften immer wieder gerne auf die guten alten Zeiten zurückgreifen, wenn man knallharte und nicht immer realistische Action-Szenarios sehen möchte, um einfach nur extrem gut unterhalten zu werden.


Fazit:


In seinem Genre zählt vorliegender Film für mich persönlich zu den Klassikern, denn auch den banalen Actionfilm darf man durchaus mit diesem Prädikat auszeichnen. Ein Steven Seagal ist zu diesem Zeitpunkt noch auf dem Höhepunkt seiner Karriere zu begutachten und allein dieser Punkt reicht schon aus, um immer wieder mal einen Abstecher in die Vergangenheit zu machen.


8/10

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