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Freitag, 20. März 2015

Coffin Baby






Coffin Baby - The Toolbox Killer is Back
(Coffin Baby)
mit Bruce Dern, Brian Krause, Clifton Powell, Chauntal Lewis, Ethan Phillips, Ron Chaney, Isabelle Fretheim, Kyle Morris, Christopher Doyle, Allison Kyler, Whitney Anderson, Edgar Allan Poe IV, Mychal Thompson
Regie: Dean Jones
Drehbuch: Dean Jones / Josh Edwards
Kamera: David Bridges
Musik: Michael Huey / Terry Huud
ungeprüft
USA / 2013

Eine brutale Mordserie hält Hollywood in Atem, die Polizei tappt im Dunkeln. Die junge Samantha wüsste so einiges über den mysteriösen Täter, doch kann sie den Behörden nichts davon verraten, denn der Unhold hat sie verschleppt, übel zugerichtet und eingesperrt in einen Käfig innerhalb seines Folterkellers, wo sie nun dabei zusehen muss, wie der Wüstling ein Opfer nach dem anderen vor ihren Augen in Scheiben schneidet. Dabei entwickelt sich ein merkwürdiges Verhältnis zwischen Samantha und ihrem Kidnapper.


Der "Toolbox Murder" ist zurück, doch ganz ehrlich gesagt hätte man den guten Mann auch weiterhin unter Verschluss halten können, denn dieses Werk von Dean Jones bietet selbst in der ungeschnittenen Version relativ wenig Schauwerte. Sicherlich wird der Gorehound dabei durchaus auf seine Kosten kommen und auch die Freunde einer düster-siffigen Atmosphäre werden recht gut bedient, aber rein inhaltlich bietet die Erzählung absolute Schonkost. Dabei ist die Inhaltsangabe schon fast zu viel des Guten, denn ein roter Leitfaden durch die Geschehnisse lässt sich hier nur schwerlich erkennen. Und so reduziert sich "Coffin Baby" dann auch selbst fast ausschließlich auf seinen Härtegrad, der zugegebenermaßen phasenweise äußerst heftig ist. In manchen Passagen stellt sich beim Zuschauer sogar schon ein gewisses Gefühl von Ekel ein, doch das allein macht noch lange keinen guten Film aus.

So krankt das Szenario dann auch hauptsächlich an seinem offensichtlich sehr überschaubaren Drehbuch, das man im Prinzip auf einem einzigen Bierdeckel zusammenfassen könnte. Manch einem mag das an dieser Stelle vollkommen egal sein, doch leider erscheint die ganze Chose an mehreren Stellen fast schon ein wenig unstrukturiert und wirr, so das es im Bezug auf die Substanz der Story kaum noch schlechter geht. Da hilft es dann auch überhaupt nicht, das Jones durch das Einfügen mehrerer surreal wirkender Passagen den Gemütszustand der entführten jungen Frau darstellen will, denn durch diese Maßnahme wirkt die extrem ausgedünnte Rahmenhandlung zusätzlich noch etwas verwirrend, was den Zuschauer schon auf eine relativ harte Geduldsprobe stellt. Hinzu kommt das eher bescheidene Schauspiel der Akteure, die allesamt äußerst hölzern und ungelenk agieren. Kaschiert wird das Ganze lediglich durch eine Menge Blut und diverse recht anschauliche Effekte, wodurch jedoch lediglich die reine Blutgier befriedigt wird. 

Nun hat man bei einem Film dieser Art sicherlich kein filmisches Meisterwerk erwartet und auch der Aspekt das "Coffin Baby" in Deutschland lediglich stark gekürt erschienen ist hat schon darauf hingedeutet, das dieses Werk hauptsächlich auf seinen Härtegrad wert legt, doch ein wenig mehr Inhalt wäre sicher von Nöten gewesen, damit man zumindest zu einem guten Gesamturteil kommen kann. Davon ist man aber doch eine ganze Ecke entfernt, denn bis auf Effekte und eine ganz gute Grundstimmung hat die Geschichte im Prinzip gar nichts zu bieten, was auch nur annähernd positiv bewertet werden könnte. Etliche Logiklöcher, überhaupt keine Spannung und vorhersehbare Ereignisse geben dabei nur teilweise einen Eindruck darüber wieder, was den Betrachter an dieser Stelle letztendlich erwartet. Dean Jones hat hier so viel falsch gemacht das man ehrlicherweise gar nicht genau weiß, wo man überhaupt anfangen soll und das ist nun wirklich nicht unbedingt eine Auszeichnung für einen Film, den man sich auch gut und gern hätte sparen können.

Natürlich wird es wieder einmal genügend Leute geben denen die vorhandene Härte vollkommen ausreicht um hier von einem guten Film zu sprechen, doch Härte, Blut und diverse ekelige Szenen sind eben nicht alles. Wenn man es genau nimmt kann man noch nicht einmal behaupten das "Coffin Baby" einen echten Plot enthält, denn damit würde man dieses Werk ja fast schon über den grünen Klee loben. Vielmehr offenbart sich ein krudes Szenario, das größtenteils wie eine Ansammlung körperlicher-und seelischer Folter daher kommt und dabei sämtliche anderen Elemente fast sträflich vernachlässigt die einen Film erst sehenswert machen. So kann man dann am Ende auch definitiv die Frage in den Raum werfen, welche Intension hinter diesem filmischen Mist steht, denn wirklich viel kann sich Mr. Jones bei dieser Produktion nun wirklich nicht gedacht haben.


Fazit:


Selbst wenn man mit geringen Erwartungen an diesen Film herangeht, wird ein Großteil der Leute am Ende sicherlich eher enttäuscht sein. Lediglich die Freunde blutiger Szenarien dürften diese komische Geschichte abfeiern, doch wer ein Mindestmaß an inhaltlicher Substanz erwartet sollte besser gleich die Finger von diesem Werk lassen. Das war nix Mr. Jones, denn insgesamt gesehen kommt man gerade einmal in die Nähe des absoluten Durchschnitts-Randes und das ist schon äußerst wohlwollend ausgedrückt.


4/10

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