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Mittwoch, 4. März 2015

Evil Aliens






Evil Aliens
(Evil Aliens)
mit Emily Booth, Jamie Honeybourne, Sam Butler, Jodie Shaw, Peter O'Connor, Nick Smithers, Norman Lovett, Christopher Adamson, Jennifer Evans, Mark Richard Hayes, Chris Thomas, Scott Joseph, Mildred Von Heildegard
Regie: Jake West
Drehbuch: Jake West
Kamera: Jim Solan
Musik: Richard Wells
keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2005

Boulevardmagazin-Redakteurin Michelle leidet an schwindender Quote, nur mehr ein paar gepfefferte Sensationen können helfen. Da drängt sich der Fall einer walisischen Bäuerin auf, die angeblich von Aliens geschwängert wurde. Michelle vermutet als Väter eher deren debilen Brüder, reist aber dennoch mit Kamerateam, UFO-Nerd und Schauspielern, die der Wahrheit nachhelfen sollen, in die Provinz, nur um vor Ort staunend in eine wahrhaftige Alien-Invasion zu stolpern und um ihr Leben zu rennen.


Mittlerweile ist es fast schon ein Jahrzehnt her, das Jake West seine ganz eigene Alien-Invasion auf die Menschheit losgelassen hat, die von der Geschichte her schon arg an Peter Jackson's "Bad Taste" erinnert. Dieser Umstand ist allerdings beabsichtigt, zudem hat West auch diverse Änderungen vorgenommen, um keine wirkliche 1:1 Kopie auf den Weg zu bringen. Wie dem aber auch sei, der Film ist äußerst unterhaltsam und es dürfte sich wohl um eine der witzigsten und gleichzeitig blutigsten Invasionen handeln, die je eine filmische Umsetzung gefunden haben. Die Schauplätze befinden sich im beschaulichen Wales, wobei man sich ganz offensichtlich weit ab von irgendwelchen Großstädten befindet, doch die ländliche Idylle ist trügerisch, da brutal mordende Aliens die Gegend unsicher machen. Es gibt nicht wenige Leute, die "Evil Aliens" aufgrund des relativ geringen Budgets eine gewisse Klasse absprechen und in technischer Hinsicht mag das sogar teilweise berechtigt sein, doch dafür bietet das Werk einen permanenten Angriff auf die Lachmuskeln des Zuschauers dar und verwöhnt den Horror-Fan mit einem regelrechten Splatter-Gore Spektakel das es wirklich in sich hat.

Zugegeben, die dabei verwendeten CGI-Effekte sind vielleicht nicht die besten, doch sollte man an dieser Stelle nicht unbedingt den höchsten Qualitäts-Standard zu Grunde legen, um zu einer gerechten Bewertung zu gelangen. Hier steht ganz eindeutig der extrem hoch angesiedelte Fun-Faktor im Mittelpunkt des skurrilen Treibens, das mit manchmal schon aberwitziger Situationskomik aufwartet und zudem auch noch äußerst witzige Dialoge beinhaltet. So ergibt sich dann in der Summe auch eine sehr kurzweilige Kombination aus Horror, SCI/FI-und Trash, bei der man als geneigter Fan durchgehend auf seine Kosten kommt. Als optisches Highlight wirkt Emily Booth mit, die fast selbstredend auch immer leicht bekleidet in Erscheinung tritt, wobei die obligatorische Sex-Szene natürlich keinesfalls fehlen darf. Als karrieresüchtige Reporterin will sie eine Reportage über die Ereignisse machen, jedoch glauben weder sie noch ihr Kamera-Team, das sie in Wales auch wirklich auf Aliens treffen. Als sie dann aber mit der Realität konfrontiert werden müssen sie sich in einem blutigen Kampf mit den Invasoren zur Wehr setzen, was selbstredend nicht jeder überleben kann.

West hat sorgsam darauf geachtet, hier genau die richtige Mixtur aus den vorhandenen Elementen zu kreieren, so das die einzelnen Genre-Anleihen auch allesamt gleichzeitig verteilt sind. Dadurch ergibt sich ein jederzeit stimmiges Gesamtbild und man sollte am Ende aus der Sicht eines Fans zu einem überdurchschnittlich guten Gesamteindruck gelangen. Komischerweise zählt aber gerade "Evil Aliens" zu den Filmen, die immer noch gnadenlos unterschätzt werden, wobei manch einer diesem Werk allerdings auch einen regelrechten Kultstatus zuspricht. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte, wobei es natürlich auch immer auf die eigene Sichtweise ankommt. Ich persönlich liebe diese skurrile Geschichte und kann sie mir auch in regelmäßigen Abständen immer wieder anschauen, ohne das sie dabei auch nur ansatzweise von ihrem Reiz einbüßen würde.

Die streckenweise vollkommen überzogenen SFX sind meiner Meinung nach das große Highlight des Szenarios und durch den extrem hohen Trash-Faktor erscheint einem der vorhandene Härtegrad noch nicht einmal zu hoch. Dieses Phänomen ist ja immer wieder festzustellen wenn es sich um Horrorfilme handelt, die mit den Elementen der Komödie verbunden sind und dennoch ist es kaum nachzuvollziehen, das dieses Werk bei der FSK ungeschnitten mit einer 18er Freigabe durchgekommen ist. Da wurden schon ganz andere Filme wegen weitaus weniger Härte brutal geschnitten, doch dem Film-Liebhaber soll dieser Zustand selbstverständlich nur recht sein. Wie dem auch sei, "Evil Aliens" ist in meinen Augen eine absolute Genre-Perle und die starken Ähnlichkeiten zu Jackson's "Bad Taste" machen den Film nur noch einmal sympathischer. West hat hier eine absolute Spaß-Granate auf den Weg gebracht, in der das Blut phasenweise in Fontänen in Erscheinung tritt. Zudem fliegen auch noch unzählige Gliedmaßen durch die Gegend und das Ganze ist mit so viel Humor angereichert worden, das es sich ganz einfach um ein grandioses Gesamtpaket handelt, dessen man niemals überdrüssig wird.


Fazit:


Ich liebe dieses kleine Genre-Juwel, das doch von so manch einem sträflich unterbewertet wird und kann nur eine ganz dicke Empfehlung an all jene aussprechen, die eine extrem unterhaltsame Mischung aus Komödie, SCI/FI-und Splatter-Gore zu schätzen wissen. Gehirn ausschalten und genießen, dann lernt man diese Spaß-Granate auch so richtig zu schätzen.


9/10

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