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Samstag, 14. März 2015

Goal of the Dead






Goal of the Dead - Elf Zombies müsst ihr sein
(Goal of the Dead)
mit Alban Lenoir, Charlie Bruneau, Tiphaine Daviot, Ahmed Sylla, Bruno Salomone, Patrick Ligardes, Xavier Laurent, Sebastien Vandenberghe, Alexandre Philip, Vincent Debost, Benoît Moret, Renaud Rutten, Jean-François Cayrey
Regie: Thierry Poiraud / Benjamin Rocher
Drehbuch: Tristan Schulmann / Nicolas Peufaillit
Kamera: Matias Boucard
Musik: Thomas Couzinier / Frédéric Kooshmanian

Ein Freundschaftsspiel führt die Fußballprofis von Olympique Paris in die Provinz nach Caplongue, wo der Starspieler Sam Lorit aufgewachsen ist und seinen Sport von der Pieke auf gelernt hat, bevor er ihn vor 17 Jahren hinter sich gelassen hat, um Karriere zu machen. Für das Örtchen ist die Anreise der Topmannschaft das Ereignis des Jahres. Doch was so unbeschwert und positiv beginnt, schlägt jäh in nacktes Entsetzen um, als Fans und Spieler aus heiterem Himmel von einem Zombievirus befallen werden. Auf einmal geht es auf dem Platz und auf den Rängen buchstäblich ans Eingemachte.


Passend zur Fußball WM 2014 in Brasilien präsentierten uns die Franzosen mit "Goal of the Dead" eine passende Zombiekomödie, deren Geschichte eigentlich genügend Potential beinhaltet um den Zuschauer mit einem witzigen und kurzweiligen Filmchen zu konfrontieren. Nur leider hat es das Regie-Duo Thierry Poiraud und Benjamin Rocher größtenteils versäumt das Ganze mit den entsprechenden Zutaten so anzureichern, das sich letztendlich ein durchgehend interessantes Szenario offenbart. Wie für die Sportart Fußball selbstverständlich, hat man auch das Geschehen rein filmisch in zwei Halbzeiten aufgeteilt und dabei frappierende und manchmal oft nicht nachvollziehbare Ähnlichkeiten zu einem echten Fußballspiel entstehen lassen. Das bezieht sich aber leider nur auf zwei vollkommen verschiedene Filmhälften, von denen man die erste im Prinzip besser verschweigen sollte. Diese entbehrt nämlich so ziemlich alles was einen Film dieses Strickmusters auszeichnet, denn "Goal of the dead" ist während der ersten Halbzeit weder witzig, noch zeigen sich nennenswerte Schauelemente im Bezug auf die enthaltene Zombie-Thematik. Vielmehr bekommt man eine recht dröge und uninspirierte Story geboten, in der weder bissiger Wortwitz noch geschliffene Dialoge vorkommen und auch in Sachen Situationskomik gibt es bis auf ein oder zwei kleine Ausnahmen nichts Nennenswertes zu begutachten. In dieser Phase handelt es sich bei genauerer Betrachtung sogar fast schon um einen waschechten Rohrkrepierer, der wirklich keine der in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen kann.

Das ändert sich dann auch erst in Halbzeit zwei, denn nun kommt die Chose zumindest ein wenig auf Touren und belohnt den Betrachter auch mit den Dingen, die man sich schon viel früher erhofft hatte. Auf einmal gibt es mehrere skurrile Situationen, die Dialoge lassen zumindest ansatzweise Dinge wie Sarkasmus und Humor erkennen und stellenweise bekommt man nun endlich auch ein wenig Action und Untote präsentiert, wobei in manchen Passagen sogar ein angemessener Blutgehalt zu erkennen ist. Ganz unweigerlich muss man sich an dieser Stelle die Frage stellen, warum die Macher praktisch die gesamte erste Stunde kaum etwas davon haben erkennen lassen und die Spielzeit mit eher banalen und unwichtigen Dingen vergeudet haben? An einer ausführlichen Einführung der einzelnen Charaktere kann es nicht gelegen haben da eine solche im Grunde überhaupt nicht vorliegt. Bis auf die Figur des Sam Lorit sind nämlich sämtliche anderen Figuren durchaus zu vernachlässigen, zudem schält sich auch während der Gesamtlaufzeit von immerhin knapp zwei Stunden nicht ein einziger Sympathieträger heraus, so das einem das Mitfiebern in diesem Film sichtlich schwer fällt.

Es ist schwer in Worte zu fassen, aber diese französische Produktion kommt einem seltsam leblos vor und es fehlt der nötige Charme um sich in die Riege gelungener Zombiekomödien einzureihen. Normalerweise findet man in diesem Sub-Genre immer etwas was man besonders hervor heben kann oder zumindest einen Aspekt, der einen gewissen Wiedererkennungswert in Erscheinung treten lässt, doch in vorliegendem Fall ist das Außergewöhnlichste schon damit aufgezählt, das die zweite Filmhälfte sich weitaus kurzweiliger darstellt als die erste. Das ist aber auch nicht sonderlich schwer, denn der erste Teilabschnitt hat wirklich herzlich wenig zu bieten. Ein weiterer Minuspunkt ist sicherlich darin zu finden, das "Goal of the Dead" mit einer Laufzeit von knapp zwei Stunden viel zu sehr künstlich aufgebläht wurde, denn selbst eine Spieldauer von ansonsten üblichen 90 Minuten wäre schon zu viel des guten gewesen. So aber muss man eine gefühlte Ewigkeit auf die rar gesäten Höhepunkte des Werkes warten und wird ansonsten streckenweise mit etlichen langatmigen Sequenzen konfrontiert. Für mich persönlich ist es absolut unverständlich, das man so viel vorhandenes Potential so sinnlos im sande verlaufen lässt, denn was hätte man nicht alles aus der vorliegenden Thematik heraus holen können.

Letztendlich bleibt ein Film bei dem man sich die erste Stunde getrost ersparen kann und der selbst danach nur eine mittelmäßige Zombiekomödie darstellt, die sich höchsten an der unteren Schwelle des Durchschnitts ansiedelt. Hier wäre viel mehr drin gewesen, doch leider nur selten zündender Humor und viel zu wenig Zombie-Action lassen kein besseres Gesamturteil zu. Und so wird dieser Film dann wohl auch nur bei wenigen Leuten einen bleibenden Eindruck hinterlassen, für alle anderen handelt es sich definitiv um ein einmaliges Filmerlebnis, das weit hinter den Erwartungen und Möglichkeiten zurück bleibt. 


Fazit:


Es hätte so schön sein können, endlich einmal Untote auf dem Fußballplatz erleben zu können. Doch die eingeschlagene Richtung des Geschehens lässt dies leider nicht zu und offeriert so eine vielmehr an unzähligen Stellen langatmige Erzählung ohne jegliche Innovation. Blasse Darsteller, größtenteils schwache Dialoge und in der Gesamtheit viel zu wenig Humor verhageln einem die Laune, so das "Goal of the Dead" sicherlich nicht zu den Filmen zu zählen ist die man unbedingt gesehen haben sollte.


4/10

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