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Sonntag, 1. März 2015

The Sleeper






The Sleeper
(The Sleeper)
mit Brittany Belland, E. Ray Goodwin, Jason Jay Crabtree, Elizabeth Lane, Jenna Fournier, Riana Ballo, Jessica Cameron, Tiffany Arnold, Ali Ferda, Kendra Stevenson, Beverly Kristy, Paul Moon, Eric Sarich, Aaron Russell
Regie: Justin Russell
Drehbuch: Justin Russell
Kamera: Justin Russell
Musik: Gremlin
ungeprüft
USA / 2012

Es ist 1981 und die Mädchen einer Studentenverbindung haben eine Willkommensparty für die neuen Studentinnen. Doch jede ihrer Bewegungen wird von einem Unbekannten beobachtet. Als die ersten Mädchen verschwinden, ahnen die anderen noch nicht, dass sie brutal abgeschlachtet wurden. Die Polizei sucht verzweifelt eine Spur, doch der Killer hat seine nächsten Opfer schon ausgesucht. Ein Rennen gegen die Zeit beginnt.


Der zweite Film von Justin Russell soll eine Homage an den Slasher der 80er Jahre darstellen und zumindest rein optisch gesehen kann dieser Anspruch auch teilweise erfüllt werden. Die typische Stimmung der damaligen Zeit konnte recht gut eingefangen werden, was den geneigten Fan auch von der ersten Minute an hoffen lässt, hier einen sehenswerten Film geboten zu bekommen. Das diese Hoffnung jedoch bald darauf zerschlagen wird ist ein negativer Aspekt von "The Sleeper", denn bis auf die ordentliche Atmosphäre beinhaltet der Film eigentlich nichts, was man besonders positiv hervorheben könnte. Es mag sein das dieser Umstand damit begründet werden kann, das für die Realisierung des Projektes gerade einmal 30.000 $ zur Verfügung standen, doch wenig Budget darf keinesfalls eine Ausrede dafür sein, das sich letztendlich eine schlecht umgesetzte Geschichte zu erkennen gibt. Zuerst einmal wirken die Abläufe wenig strukturiert, denn die gesamte Chose erscheint irgendwie wie eine uninspirierte Aneinanderreihung billig inszenierter Morde und lässt dabei inhaltlich eine vollkommen willkürliche Rahmenhandlung erkennen die jeglicher Substanz entbehrt. 

Nun ist das bei dieser Art von Film keine sehr große Überraschung aber ein wenig Struktur hätte man doch zumindest erwarten können. Stattdessen bekommt man aber viel eher einen offensichtlich psychopathischen Killer präsentiert, der ohne jegliche Erklärung die weiblichen Mitglieder eines Verbindungshauses als Opfer für seine Taten auserkoren hat, wobei aber durchgehend noch nicht einmal der Ansatz eines Zusammenhangs zu erkennen ist. Damit aber noch längst nicht genug wird man zudem auch noch mit einer Darsteller-Riege regelrecht gequält, die diese Bezeichnung noch nicht einmal verdient. Das extrem miese Schauspiel der Akteure wird dabei nur noch von der üblen deutschen Synchronisation getoppt die wirklich jeder Beschreibung spottet. Die unsäglich dämlichen Wortwechsel gehen einem dabei schon nach kurzer Zeit mächtig auf die Nerven, so das sich verhältnismäßig schnell diverse Ermüdungserscheinungen bemerkbar machen. Es ist schon fast als eine Qual zu bezeichnen dieses uninspirierte und dümmliche Szenario bis zum Ende zu erfolgen, denn sämtliche Geschehnisse sind absolut vorhersehbar und beinhalten noch nicht einmal den kleinsten Ansatz eines Überraschungsmomentes. Solche oder ähnlich gelagerte Szenarien hat man schon viel zu oft zu Gesicht bekommen, nur das die meisten von Ihnen weitaus besser in Szene gesetzt wurden, als es Justin Russell hier gelungen ist.

Ein Indiz dafür sind auch die monotonen Morde, für die der Killer in den meisten Fällen mit einem Hammer unterwegs ist. Zwar beinhalten diese einen gewissen Härtegrad und handgemachte Effekte, doch sind diese keinesfalls zu den besseren zu zählen. Eher das Gegenteil ist der Fall und so ist es auch nicht wirklich verwunderlich, das man sich bei so mancher Tötungsszene am liebsten schlapp lachen würde. Auch bei diesem Aspekt gibt es also keinerlei Erfolgsmeldung zu verkünden, so das es mit der Zeit immer schwerer fällt dem Ganzen überhaupt noch etwas Positives abgewinnen zu können. Wie nicht anders zu erwarten bekommt man dann auch hier eine Unmenge an Logiklöchern geboten und im Prinzip ist das auch nicht besonders erwähnenswert, doch wenn man sich bei "The Sleeper" die Handlungen und die Verhaltensweisen der Akteure einmal etwas genauer betrachtet, dann geht das Gesehene eigentlich auf keine Kuhhaut mehr. Die sogenannten Ermittlungen der Polizei stellen einen mittelschweren Witz dar, der Killer scheint fast selbstverständlich immer am richtigen Ort zu sein und den beteiligten Mädchen scheint es wohl vollkommen egal zu sein, das einige ihrer Verbindungs-Schwestern von der einen auf die andere Minute spurlos verschwunden zu sein. Nicht anders ist es ansonsten logisch zu erklären, das sämtliche Protagonisten irgendwie seltsam unbeteiligt erscheinen, was aber andererseits auch im mangelnden Schauspieltalent begründet sein könnte.

Letztendlich liegt an dieser Stelle eine echte filmische Gurke vor, die man selbst mit äußerst viel Wohlwollen und einer ausgeprägten Vorliebe für den Slasher unmöglich ernst nehmen kann. Kein Wunder also, das dieser Film auch hauptsächlich schlechte Kritiken erntet, die meiner persönlichen Meinung nach auch mehr als berechtigt sind. Manch einer wird eventuell Freude an diesem Rotz haben, doch ehrlich gesagt sollte man sich viel lieber zum unzähligsten Male einen guten Genre-Beitrag anschauen, als das man an dieser Stelle kostbare Lebenszeit für ein Werk verschwendet, das vollkommen lieblos und hanebüchen in Szene gesetzt wurde. "The Sleeper" reicht noch nicht einmal an den unteren Rand des Durchschnitts-Bereiches heran und kann so auch getrost als filmischer Rohrkrepierer angesehen werden, dessen Sichtung man sich besser ersparen sollte.


Fazit:


Ich bin nun wirklich ein bekennender-und glühender Verehrer dieser Film-Gattung, doch was Justin Russell hier auf die Beine gestellt hat, hätte nie das Licht der Filmwelt erblicken dürfen. Gut 80 Minuten pure Langeweile, das Fehlen jeglicher Erklärungsansätze, miese Darsteller, schlechte Effekte und eine unstrukturierte Rahmenhandlung sind nicht gerade die Zutaten die einen Film sehenswert machen, weshalb man seine Zeit auch keinesfalls mit dieser Gülle vergeuden sollte.


2/10

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