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Sonntag, 22. März 2015

Vendetta Rider






Vendetta Rider - Weg der Rache
(Road to Paloma)
mit Jason Momoa, Robert Homer Mollohan, Tye Alexander, Henree Alyse, Lisa Bonet, Chris Browning, Charlie Brumbly, Linden Chiles, Lance Henriksen, Timothy V. Murphy, Michael Raymond-James, Steve Reevis
Regie: Jason Momoa
Drehbuch: Jason Momoa / Robert Homer Mollohan
Kamera: Brian Andrew Mendoza
Musik: Ohad Benchetrit / Justin Small
FSK 16
USA / 2014

Nachdem seine Mutter in einem Reservat brutal vergewaltigt und ermordet wurde, nimmt der junge Mojave-Indianer Wolf das Gesetz in die eigenen Hände und übt Vergeltung an dem weißen Täter. Auf der Flucht vor dem FBI lernt er den abgehalfterten Musiker Cash kennen, dessen Ehe gerade in die Brüche gegangen ist. Schnell entsteht zwischen den beiden ungleichen Männern eine tiefe Freundschaft. Gemeinsam reisen sie durch die Weiten Amerikas, immer auf der Flucht vor dem Gesetz. Wolfs Ziel: Die Asche seiner Mutter an einem heiligen Ort im Nationalpark Teton Range zu verstreuen, um so Erlösung für ihre Seele und seine eigenen Taten zu erlangen. Doch das Gesetz ist ihnen dicht auf den Fersen ...


Jason Momoa dürfte den meisten Leuten noch aus dem "Conan Remake" aus dem Jahr 2011 bekannt sein und der gute Mann spielt in vorliegendem Film nicht nur die Hauptrolle, sondern legt auch gleichzeitig sein Langfilmdebüt als Regisseur vor. Der deutsche Titel des Filmes und die dazugehörige Inhaltsangabe können den Zuschauer allerdings leicht in eine falsche Richtung lenken, könnte man doch aufgrund der Beschreibung durchaus einen temporeichen Action-Thriller erwarten, der außerdem auch noch mit Rache-Elementen angefüllt ist. "Vendetta Rider" präsentiert aber vielmehr eine Geschichte die man schwerlich einem bestimmten Genre zuordnen kann, wobei es sich in erster Linie wohl um einen Road Movie handelt, der stellenweise an ein echtes Drama erinnert. Wie dem aber auch sei, der Betrachter sollte hier keinesfalls viel Tempo und Action erwarten, denn Momoa's Erstling definiert sich als Erzählung der eher ruhigen Tonart, lässt dabei aber stellenweise sehr wohl eine starke Intensität erkennen.

Was einem bei dieser Low Budget Produktion zuerst ins Auge sticht sind ganz sicher die exzellenten Landschaftsaufnahmen, wobei ganz besonders die Panoramaaufnahmen der Mojave Wüste einen unauslöschlichen Eindruck im Gedächtnis des Betrachters hinterlassen. Mit sehr gelungenen Kamerafahrten bekommt man einen starken Einblick in die schier unendliche Weite des Landes und man verspürt nicht selten die Lust, sich selbst auf ein Bike zu schwingen und die karge Schönheit des Gebietes zu erkunden. Die beiden Hauptfiguren Wolf und Cash sind jedoch aus anderen Gründen unterwegs und dabei auf der ständigen Flucht vor dem FBI, das Wolf für den Mord an dem Vergewaltiger seiner Mutter zur Rechenschaft ziehen will. Man sollte nun aber keine Verfolgungsjagd im eigentlichen Sinne erwarten, denn das Szenario beinhaltet weder actionlastige Passagen noch ein erhebliches Tempo. 

Stattdessen legt Momoa sein Hauptaugenmerk auf Dialoge und gestattet einem einen Einblick in die Beweggründe der Hauptfigur. Themen wie Herkunft, Tradition, Loyalität und Freundschaft stehen im Vordergrund, wobei Letzteres gerade in der Beziehung der beiden Haupt-Charaktere immer wieder stark in den Vordergrund rückt. Die beiden Männer erscheinen einem größtenteils wie verlorene Seelen, die durch diverse Erlebnisse eine Art Seelenverwandschaft entwickeln. Bei diesem Aspekt hätte man dann allerdings noch ein wenig mehr in die Tiefe gehen können, denn einige Stellen wirken leider ein wenig oberflächlich und lediglich leicht angekratzt. Trotz dieses kleinen Mankos geht einem das Geschehen aber dennoch unter die Haut und das Szenario strahlt eine kaum zu definierende Faszination auf den Zuschauer aus, der man sich schwerlich entziehen kann.

Das tragische Ende der Geschichte versetzt einem dann noch einmal einen emotionalen Tiefschlag, ist aber gleichzeitig der einzig logische Abschluss einer Geschichte die streckenweise durchaus bewegend in Szene gesetzt wurde. Auch in darstellerischer Hinsicht gibt es nichts zu beanstanden und insbesondere Momoa selbst kann hier endlich einmal zeigen, das doch ein gewisses schauspielerisches Talent in ihm schlummert. Letztendlich ergibt sich also ein sehr guter Gesamteindruck und man sollte diesem Film auf jeden Fall eine Chance geben. Action-Junkies werden allerdings kaum auf ihre Kosten kommen, dafür dürften die Freunde ruhigerer Töne durchaus auf ihre Kosten kommen.


Fazit:


Insgesamt gesehen kann man von einem gelungenem Langfilmdebüt sprechen, aber in gewissen Teilen der Geschichte hätte ein wenig mehr Tiefe das Ganze noch mehr aufgewertet. Dennoch kann sich "Vendetta Rider" trotz des irreführenden Titels oberhalb des normalen Durchschnitts ansiedeln, so das man eine Sichtung bestimmt nicht bereuen wird.


7/10

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