Follower

Dienstag, 28. April 2015

The Presence - Besessen von dir






The Presence - Besessen von dir
(The Presence)
mit Mira Sorvino, Shane West, Justin Kirk, Tony Curran, Muse Watson, Deobia Oparei
Regie: Tom Provost
Drehbuch: Tom Provost
Kamera: Collin Brink
Musik: Conrad Pope
FSK 16
USA / 2010

Um den Sorgen des Alltags zu entfliehen, fährt eine Frau in eine abgelegene Hütte im Wald. Aber sie ist nicht lang alleine, denn ein Geist haust in der Hütte und beginnt die Frau zu bedrängen…. Als der Freund der Frau in der Hütte ankommt, wird die Bedrohung im Haus immer stärker und heftiger…. Doch auch das Verhalten der Frau wird immer besessener und obskurer und ihr Freund fürchtet, dass sich eine Liebesbeziehung zwischen dem Geist und ihr entwickelt hat….


Geisterfilme beziehen ihre Stärken im Normalfall aus langsam aufkommender Spannung, einer dichten Atmosphäre und des Öfteren auch noch aus diversen Schockmomenten, die nur zu gern von den jeweiligen Machern der filme eingebaut werden. Zumeist liegt dem Ganzen dann auch noch eine interessante Geschichte zu Grunde, so das sich letztendlich gerade bei den Liebhabern dieser Filmart ein starkes Gefühl der Befriedigung einsetzt. Nun hat sich auch Regieneuling Tom Provost bei seinem Erstling der Geister-Thematik bedient, lässt allerdings in seiner Erzählung so ziemlich alle aufgezählten Zutaten vermissen und greift zudem bei der Umsetzung seiner Story auf äußerst minimalistische Mittel zurück, was letztendlich als der absolute Todesstoß für diesen Film angesehen werden darf. Dabei hätte man selbst mit den wenigen Protagonisten durchaus ein spannendes Geschehen aufbauen können, doch schon in den ersten gut 15 Minuten wird sehr rasch klar, das man hier kaum einen klaren Erzählstrang geboten bekommt, der sich wie ein roter Faden durch die Ereignisse zieht. Stattdessen wird man in dieser Zeitspanne gänzlich ohne Dialoge mit der Hauptdarstellerin und einem in Menschengestalt auftretenden Geist konfrontiert, ohne das sich auch nur ansatzweise erkennen lassen würde, worauf die Geschichte denn im Endeffekt hinauslaufen wird. 

Das ändert sich auch nicht als der Freund der Frau in der einsam gelegenen Hütte auftaucht, denn außer immer wieder aufkommenden Andeutungen die die Kindheit der Frau betreffen, wird im Prinzip gar nichts geboten. Dabei fällt es generell schwer überhaupt Angaben über den Inhalt zu machen, denn irgendwie erscheint die gesamte Szenerie phasenweise unzusammenhängend und man wird lediglich mit Differenzen konfrontiert, die immer wieder zwischen dem Paar aufkommen. So trifft es einen auch eher unvorbereitet, als ungefähr in der Mitte des Filmes ein zweiter Geist wie aus dem Nichts auftaucht, der dem Geschehen und der Wesensänderung der Frau zumindest einen erkennbaren Sinn verleiht. An dieser Stelle kann man dann also so langsam seine eigene Interpretation der Dinge vornehmen, wobei sich aber auch dann immer noch kein wirklicher Sinn erkennen lässt, der das minimalistische Treiben in einem anderen Licht erscheinen lassen würde. Provost setzt hier anscheinend vollkommen bewusst auf eine extrem langsame Erzählung und es entsteht der Eindruck, das der gute Mann dadurch eine gewisse Intensität der Abläufe erzeugen will. Leider geht dieser Schuss aber vollkommen nach hinten los und dem Zuschauer offenbart sich vielmehr eine größtenteils quälend lange Szenerie, die anscheinend überhaupt kein Ende nehmen will. Was in einem gelungenem Film sicherlich ein lohnenswertes Stilmittel wäre setzt einem hier in negativer Hinsicht zu, denn das Geschehen bietet doch überhaupt keine Schauwerte und noch nicht einmal Passagen, die zumindest eine gewisse Spannung aufkommen lassen würden.

Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich das man während der gut 80 Minuten Netto-Laufzeit des Öfteren in Versuchung gerät frühzeitig die Stop-Taste des heimischen DVD-Players zu drücken um der Qual ein Ende zu bereiten. Als nichts anderes entpuppt sich nämlich "The Presence - Besessen von Dir" und daran ändert auch der Aspekt rein gar nichts, das mit Mira Sorvino eine waschechte Oscar-Gewinnerin in der Hauptrolle zu sehen ist. Denn selbst ihre Darbietung passt sich dem generellen Eindruck an, das man es in vorliegendem Fall mit einem unterdurchschnittlich zu bewertenden Filmchen zu tun hat. Und eben dieser Punkt macht einen schon teilweise richtig wütend, liegen doch die Grundvoraussetzungen für einen packenden Geisterfilm durchaus vor. Vor allem die Location der einsam gelegenen Hütte und die daran grenzenden Wälder wären nahezu perfekt für eine würdige Umsetzung einer Thematik, die an dieser Stelle absolut sinnlos vergeudet wurde. Verschuldet hat das Ganze ziemlich offensichtlich der Regisseur, dem anscheinend das nötige Feingefühl für eine Story voller Suspense fehlt, denn ansonsten würde er dem Betrachter sicherlich nicht diesen langweiligen Murks präsentieren.

Letztendlich bekommt man es also mit einer nicht sonderlich stimmigen Geschichte zu tun, die größtenteils auch noch dermaßen langweilig in Szene gesetzt wurde, das man fast in Tiefschlaf verfällt. Lediglich die Hoffnung auf Besserung lässt den Zuschauer bis zum Ende durchhalten, doch leider zieht sich die zu Beginn eingeschlagene Richtung der Ereignisse konsequent durch den gesamten Film. Von Besserung also keine Spur, stattdessen Langeweile pur und eine inhaltliche Leere der Erzählung, die einem fast die Sprache verschlägt. Nun sollte dieser Vertreter der Geister-Thematik aber keinesfalls stellvertretend für ein ganzes Sub-Genre stehen, denn etliche andere Filme haben eindrucksvoll unter Beweis gestellt, das man auch mit verhältnismäßig geringen Mitteln richtig herausragende Beiträge an den Start bringen kann. Der Regie-Erstling von Tom Provost zählt jedoch definitiv nicht dazu, denn hier bekommt man im Endeffekt nur gut 80 Minuten Langeweile und ein ziemlich sinnloses Szenario geboten, das ganz bestimmt keinen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.


Fazit:


Auch wenn ich ohne große Erwartungen an dieses Werk herangegangen bin, wurden diese auch noch unterboten. Von der anfänglichen Vorfreude eines Geisterfilm-Liebhabers möchte ich gar nicht erst reden, denn diese war schon nach wenigen Minuten verflogen. Enttäuschung auf der ganzen Linie ist das Einzige was man "The Presence" bescheinigen kann, denn in dieser Beziehung legt der Film eine erstaunliche Konsequenz an den Tag.


2/10

Keine Kommentare: