Follower

Mittwoch, 1. April 2015

The Uh-oh Show






The Uh-oh Show
(The Uh-oh Show)
mit Brooke McCarter, Nevada Caldwell, Joel D. Wynkoop, Krista Grotte, Lauren Schmier, Jack Amos, Kenny Rogers, Bruce Blauer, Jarrett Ricker, Lloyd Kaufman, Mike Christopher, Trish Dempsey, Babette Bombshell
Regie: Herschell Gordon Lewis
Drehbuch: Herschell Gordon Lewis
Kamera: Wes Pratt / Jill Sager
Musik: Patrick Ford
keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Die Reporterin Jill Burton recherchiert hartnäckig, um das supererfolgreiche TV-Highlight "The Uh-Oh Show" zu durchleuchten. In dieser extremen Gameshow kannst du haufenweise Kohle scheffeln, wenn du die richtige Antworten kennst. Liegst du allerdings falsch, heißt es "UH-OH!" und das kann dich einen Arm oder ein Bein ... oder mehr kosten


Im Normalfall zieht man sich in einem gewissen Alter auf sein Altenteil zurück und genießt seinen Ruhestand, doch im Fall von Kult-Regisseur Herschell Gordon Lewis (2000 Maniacs, Bloodfeast) kann davon überhaupt keine Rede sein. Denn nachdem ihm besonders seine frühen Werke den Beinamen "Godfather of Gore" eingebracht haben, hat der gute Mann im zarten Alter von 83 Jahren noch einmal bei dem vorliegenden Film "The Uh-oh Show" das Zepter des Regisseurs in die Hand genommen, um seinen Fans ein herrlich trashiges Splatter-Gore Festival zu präsentieren. Schon seit jeher spalten die Filme des Amerikaners die Meinungen, denn entweder liebt man seine Werke, oder kann so gut wie gar nichts damit anfangen. Nicht anders wird es sich bei der hier erzählten Geschichte verhalten die zugegebenermaßen relativ dünn ausfällt und zudem auch noch extrem überspitzt in Szene gesetzt wurde. Im Prinzip handelt es sich um eine bitter-böse Medien-Satire, denn Lewis nimmt die amerikanische Game Show Landschaft aufs Korn und zieht dabei wirklich sämtliche Register, um die ganze Chose mit ordentlich Blut und Gekröse an den Mann zu bringen.

Um die vollkommen hanebüchene Erzählung noch skurriler erscheinen zu lassen hat man als Zugabe jede Menge wahnwitzige Dialoge eingebaut und das Ganze auch noch mit einer Darsteller-Riege angereichert, die ohne jeden Zweifel auch in einer Produktion aus der Troma-Schmiede stammen könnte. Manch einem werden sich bei dieser Beschreibung die Nackenhaare aufstellen, wohingegen die Liebhaber des skurrilen Filmes jederzeit auf ihre Kosten kommen werden. Mit jeder Menge an trashigen Elementen angereichert offenbart sich nämlich ein äußerst unterhaltsamer Fun-Splatter, dessen Härtegrad man durchaus als relativ hoch ansehen kann. Die vorhandenen Effekte wirken dann zwar relativ altbacken, doch gerade dieser Umstand hebt das Ganze sehr wohlwollend von den heutigen CGI-Gewittern ab die einem in den neuen Horrorfilmen entgegenschlagen. Lewis verdient wirklich den höchsten respekt, in einem fast schon biblischen Alter noch einen so gelungenen Beitrag abzuliefern, bei dem man als Zuschauer einfach vollkommen entspannt vor dem heimischen TV sitzen kann und dabei diese blutige Medienschelte genießen kann.

Nun wird das allerdings längst nicht jeder so sehen, doch wenn man den Namen Herschell Gordon Lewis kennt, dann sollte man eigentlich wissen auf welche Art von Film man sich hier einlässt. Die Freunde inhaltsvoller Geschichten kommen auf gar keinen Fall auf ihre Kosten, denn "The Uh-oh Show" bedient viel eher die niederen Instinkte des geneigten Gore-Liebhabers und zieht gleichzeitig die Freunde des trashigen Filmes mit ins Boot. Gleichzeitig offenbart die Erzählung jedoch auch jede Menge schwarzen Humor und bedient sich zudem auch gern höchst sarkastischer Ansätze, was insgesamt für eine wirklich gelungene Mixtur sorgt, an der man durchgehend seine helle Freude haben kann. 

Im Endeffekt werden die Geschmäcker bei diesem Werk sicherlich stark gespaltet werden, doch die grelle und extrem bunte Inszenierung ist meiner persönlichen Meinung nach ein absoluter Volltreffer, der durch die vollkommene Überspitzung sämtlicher Abläufe mehr als nur einen Lacher beim Zuschauer auslöst. Dabei ist es auch gänzlich unwichtig, ob diese durch die überzeichneten Haupt-Charaktere, die als Deppen dargestellten Zuschauer und Teilnehmer der Game Show, oder durch die groteske Handlung an sich ausgelöst werden. "The Uh-oh Show" macht einfach jede Menge Spaß und bietet dabei ein Gesamtpaket, das man als sehr gelungen bezeichnen darf, auch wenn Filmfreunde mit höheren Ansprüchen diesen Umstand sicher ganz anders sehen werden. Wie dem aber auch sei, der geneigte Genre-Fan sollte definitiv einen Blick riskieren, denn Lewis hat hier noch einmal einen sehenswerten Beitrag abgeliefert, den man ohne zu zögern auch in den Bereich des Fun-Splatters einordnen kann.


Fazit:


Zwar wird "The Uh-oh Show" längst nicht jedem gefallen, was bei einem Film des Kult-Regisseurs aber auch nicht sonderlich verwundern sollte. Eine recht dünne Story wird in einer blutigen und äußerst skurrilen Verpackung angereicht, die definitiv kurzweilige Unterhaltung bietet, an der man gut 90 Minuten seine Freude hat.


8/10 blutige Trash-Granaten

Keine Kommentare: