Follower

Freitag, 24. April 2015

Wrong Cops






Wrong Cops
(Wrong Cops)
mit Mark Burnham, Eric Judor, Steve Little, Marilyn Manson, Grace Zabriskie, Arden Myrin, Eric Roberts, Eric Wareheim, Daniel Quinn, Izzy Palmieri, Hillary Tuck, Jennifer Blanc, Tim Trobec, Ray Wise
Regie: Quentin Dupieux
Drehbuch: Quentin Dupieux
Kamera: Quentin Dupieux
Musik: Quentin Dupieux
FSK 16
USA / 2013

Wenn Polizeiwachtmeister Duke nicht gerade Gras verpackt in toten Ratten verkauft, verleiht er zum Beispiel seinem Faible für Technomusik Ausdruck, in dem er den nächstbesten Rockmusikfan kidnappt und zum Zuhören zwingt. Als so einer zu entkommen droht, schießt Duke versehentlich den Nachbarn nieder. Jetzt ist guter Rat teuer. Doch Duke hat Freunde bei der Polizei, und kennt Opfer, die ihm etwas schulden. Doch den Halbtoten unter die Erde zu bringen entpuppt sich schwieriger als erwartet.


Regisseur Quentin Dupieux spaltet von jeher die Meinungen der Zuschauer, denn der in seinen Filmen enthaltene Humor ist nun längst nicht jedermanns Sache. Am besten kommt dieser Umstand wohl in seinem bisher bekanntesten Werk "Rubber" zum Ausdruck, in dem seinerzeit ein Killer-Reifen die Gegend unsicher machte und dabei etliche Menschen um ihr Leben erleichterte. Sind die Geschichten des Franzosen für die einen der totale Schwachsinn, so ergibt sich für andere eine ganz neue Art der Komödie und auch in vorliegendem "Wrong Cops" kommt dieser Aspekt mehr als deutlich zum Ausdruck. Mit einigen bekannten Gesichtern (Eric Roberts, Ray Wise) besetzt erzählt Dupieux hier eine Story über die Spezies Cops und offenbart einem dabei eine Ansammlung der skurrilsten Charaktere, die eine extrem gewöhnungsbedürftige Arbeitsauffassung vertritt. Von der Arbeit gelangweilt gehen die verschiedenen Beamten dann ihren ganz eigenen Bedürfnissen nach, wobei es der Betrachter beispielsweise mit dem Verkauf von Drogen, Nötigung von Passanten oder auch homosexuellen Neigungen zu tun bekommt. Es bringt allerdings nicht sehr viel die dabei entstehenden Situationen zu beschreiben, denn man muss sich schon selbst ein Bild von diesem Sammelsurium an Absurditäten machen, um auch den darin enthaltenen Humor zu erkennen.

Dieser wird dabei aber längst nicht jedem gefallen, denn das vollkommen hanebüchene Szenario erscheint dann doch ein wenig gewöhnungsbedürftig, so das es einmal mehr ganz verstärkt auf den ganz persönlichen Geschmack ankommt. Die Skurrilität der Ereignisse kommt insbesondere in teil bitter-bösen Dialogen zum Ausdruck in denen auch mit Kraftausdrücken keinesfalls gegeizt wird und andererseits präsentiert sich fast durchgehend diese aberwitzige Situationskomik, die einem schon aus "Rubber" bekannt sein dürfte. Wie damals tritt Dupieux hier nicht nur als Regisseur auf, sondern zeichnet auch gleichzeitig für das Drehbuch, die Kameraarbeit und auch die musikalische Untermalung verantwortlich, die einem in vorliegendem Fall als dröhnende Techno-Musik entgegen schlägt. Damit drückt er dieser Geschichte auch einmal mehr ihren ganz unverwechselbaren Stempel auf, so das die Ähnlichkeiten von der Machart her ganz eindeutig auf einen Film wie "Rubber" verweisen. Die bekannten Stilmittel sind deutlich erkennbar und ebenso tritt auch der vorhandene Humor zuweilen auf extrem trockene Art und Weise in den Vordergrund, ist aber auch in etlichen Passagen nicht unbedingt auf den ersten Blick zu erkennen.. Im eigentlichen Sinne bekommt es der Zuschauer mit dem puren Nonsens zu tun, doch an diversen Stellen vermeint man auch diverse kritische Ansätze und unverhohlenen Sarkasmus zu erkennen.

Besonders imposant habe ich persönlich den Umstand empfunden, mit welcher Ernsthaftigkeit die Protagonisten den Humbug darstellen, den sie hier selbst die gesamte Laufzeit über verzapfen. Mit stoischer und fast schon unbeweglicher Mimik wird dabei der Eindruck von Selbstverständlichkeit erzeugt, die dem absurden Handeln der einzelnen Figuren ganz augenscheinlich zu Grunde liegt. Komischerweise hat mir dieser Stil bei "Wrong Cops" sehr zugesagt, obwohl ich bei meiner damaligen Sichtung von "Rubber" noch überhaupt nichts mit dieser Art von Komödie anfangen konnte. Wie dem aber auch sei, mittlerweile scheine ich mich mit den Filmen eines Quentin Dupieux durchaus anfreunden zu können, denn die vorliegende Geschichte konnte mich doch durchgehend gut und kurzweilig unterhalten. Viele werden das sicherlich völlig anders sehen, doch wenn man sich auf einen Film wie "Wrong Cops" einlassen kann, dann dürfte man auch seine Freude an diesem trocken-witzigen Schabernack haben.

Letztendlich kommt es bei Komödien von Dupieux äußerst stark auf den eigenen Geschmack an und ohne eigentlich zu wissen warum, wurde meiner in diesem Fall voll getroffen. Man sollte nur schon im Vorfeld dieses episodenartig dargestellten Szenarios das eigene Gehirn leer laufen lassen, um genügend Freiraum für verbalen und visuellen Nonsens zu schaffen, mit dem man hier gut 80 Minuten lang regelrecht überschüttet wird. Eine rein objektive Bewertung fällt dabei extrem schwer, denn diese Story bietet entweder ein hanebüchenes Highlight, oder man kann überhaupt nichts mit dem Gebotenen anfangen. Auf jeden Fall aber sollte man dem Film eine faire Chance geben, denn vielleicht kommt der ein oder andere überraschenderweise auf den Geschmack und wird mit einem Feuerwerk der Absurditäten belohnt. Ich persönlich werde jedenfalls auch dem von mir gescholtenen "Rubber" eine zweite Chance geben, denn eventuell habe ich ja jetzt erst den Zugang zu dem Humor eines Quentin Dupieux gefunden.


Fazit:


Entweder totaler Schrott oder ein cineastisches Highlight, anders lässt sich diese Komödie kaum einordnen. Man muss schon eine Vorliebe für an den Haaren herbei gezogenen Szenarien haben, denn ansonsten wird man mit "Wrong Cops" nicht allzu viel anfangen können. Wer jedoch seine Freude daran hat, wird definitiv mit vollkommen schrägen Charakteren und deren obskuren Machenschaften belohnt und dürfte seine helle Freude an diesem Werk haben.


8/10

Keine Kommentare: