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Samstag, 2. Mai 2015

Downing Street Down






Downing Street Down
(He Who Dares: Downing Street Siege)
mit Tom Benedict Knight, Simon Phillips, Russell Kilmister, Merissa Porter, Ryan Winsley, Christina Bellavia, Kelsey Hardwick, Stuart Bailey, Natasha Brognoli, Michael Chapman, Maurice Byrne, Tristan Crigger
Regie: Paul Tanter
Drehbuch: Paul Tanter / Simon Phillips / Jonathan Westwood
Kamera: Oli Williams
Musik: keine Informationen
FSK 16
Großbritannien / 2014

Nummer 10 Downing Street ist nicht nur der offizielle Amtssitz des britischen Premierministers, sondern auch das bestgesicherte Haus in ganz London. Der weltweit gesuchte Top-Terrorist Alex Holt wagt, was bisher noch nie jemand versucht hat. Während einer Antikriegsdemonstration stürmen er und seine schwerbewaffneten Söldner die Downing Street, sprengen sich den Weg in das Haus Nummer 10 frei und nehmen den Premierminister und seine Vertrauten als Geiseln. Holt fordert 100 Millionen Pfund Lösegeld für den Premierminister. Unter den Geiseln im Haus Nummer 10 befindet sich auch Chris Lowe, ein Soldat der britischen Antiterroreinheit "SAS - Special Air Service". Die britische Regierung setzt auf den Einzelkämpfer und die anrückende Spezialeinheit "SAS". Ein blutiges Katz und Maus Spiel beginnt ...


Schon der deutsche Filmtitel "Downing Street Down" lässt den Zuschauer erahnen, das Regisseur Paul Tanter hier wohl ein britisches Pendant zu den amerikanischen Blockbustern "White House Down" und "Olympus has Fallen" präsentieren will und ziemlich schnell wird auch erkenntlich, das man mit dieser Vermutung keinesfalls auf der falschen Spur ist. Die thematischen Ähnlichkeiten sind dann aber auch schon alles was die genannten Werke miteinander verbindet, denn von der Umsetzung her liegen Welten zwischen den Filmen. Dies lässt sich in erster Linie schon einmal im Budget begründen, denn die vorliegende Geschichte fällt vom ersten Moment an durch ihre extrem billig wirkende Optik auf. Dabei standen doch immerhin geschätzte 3.000.000 $ zur Verfügung, doch schon nach einer relativ kurzen Zeitspanne fragt man sich, für was das Geld denn verwendet wurde. Definitiv nicht für die hölzern agierenden Darsteller, denn was einem hier an Schauspiel geboten wird ist dermaßen hanebüchen das man in eine Art Schockstarre verfällt. Von völlig an den Haaren herbei gezogenen Handlungsweisen der Protagonisten zu sprechen wäre fast schon geprahlt, denn die größtenteils abstrusen Abläufe sorgen nicht nur für totale Sprachlosigkeit beim Betrachter, auch die fast unzumutbaren Performances der Akteure sorgen dafür, das man den Mund für eine lange Zeit nicht mehr schließen kann.

Tanter lässt jegliches Fingerspitzengefühl für eine zumindest solide Umsetzung der Thematik vermissen und serviert stattdessen ein Szenario das vollkommen unglaubwürdig daher kommt. Wenn man allein schon sieht wie die Terroristen die Downing Street einnehmen können kann man sich vor lachen kaum halten, denn insbesondere dieser Teil des Filmes spottet jeglicher Beschreibung. Im Prinzip kann man das jedoch auf die gesamte Story ummünzen und der einzig positive Aspekt an der ganzen Sache ist die Tatsache, das sämtliche Geschehnisse von einer unfreiwillig komischen Note begleitet werden, die den Film schon wieder auf eine äußerst skurrile Art und Weise unterhaltsam erscheinen lässt. Zu diesem Eindruck trägt wenigstens der Anführer der Terroristen bei, denn seine abgesonderten Sprüche können einem zumindest ab und zu einen kleinen Schmunzler ins Gesicht zaubern.

Ansonsten gibt es jedoch rein gar nichts zu vermerken, was auch nur ansatzweise als positiv bewertet werden könnte. Die sogenannten Action-Passagen sind lächerlich und ein Härtegrad ist erst gar nicht vorhanden. Zwar bekommt man diverse etwas blutigere Einschüsse zu sehen, doch die dabei verwendeten CGI Effekte unterstreichen lediglich den billigen und schlechten Gesamteindruck, den man von "Downing Street Down" leider gewinnen muss. Hauptsächlich liegt das meiner persönlichen Meinung nach an Paul Tanter selbst, denn ganz augenscheinlich fehlt es dem guten Mann ganz einfach am nötigen Talent, um einen wirklich überzeugenden Film auf die Beine zu stellen. Zu bemerken war dies auch schon in seinen vorherigen Werken, wobei dem Zuschauer eine Sache immer wieder auffällt die sich wie ein roter Faden durch die Arbeiten des Regisseurs zieht. Die Drehbücher sind in fast allen Fällen extrem schwach und es kommt nur selten ein wirklicher Erzählfluss zustande. Welch abwegiges Szenario einem allerdings dieses Mal geboten wird ist in keinster Weise zu begründen, denn die Einnahme der Downing Street präsentiert sich wie ein lockerer Einkaufsbummel in einem beliebigen Shopping Center. Wenn das hier gezeigte Szenario der möglichen Wahrheit entsprechen würde dann wäre es mehr als schlimm um England und seine regierenden Politiker bestellt, die dann wirklich nur von unfähigen Sicherheitsmaßnahmen umgeben wären.

Letztendlich ist "Downing Street Down" das Paradebeispiel für einen filmischen Rohrkrepierer und die hier erzählte Geschichte wird wohl definitiv keinen nachhaltigen Eindruck beim Betrachter hinterlassen. Einzig und allein der trashige Anstrich und die unfreiwillig entstehende Komik könnten eventuell für ein wenig Unterhaltung sorgen, aber als ein ernst zu nehmender Beitrag kann dieses Filmchen beim besten Willen nicht angesehen werden.


Fazit:


Sorry Mr. Tanter, aber diese Produktion ist wie der berüchtigte Griff ins Klo und bietet dabei keinerlei inhaltlichen oder auch sonstigen Nährwert. Es fehlt an allen Ecken und Enden um einen guten Film zu servieren und so kommt es dann im Endeffekt zu einer Produktion, die sich maximal im unteren C-Movie Bereich ansiedeln kann, wobei selbst diese Einschätzung schon zu hoch gegriffen ist.


2/10

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