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Sonntag, 10. Mai 2015

Im Wendekreis des Söldners






Im Wendekreis des Söldners
(Tornado)
mit Giancarlo Prete, Antonio Marsina, Luciano Pigozzi, Sherman 'Big Train' Bergman, David Brass, Romano Kristoff, Edoardo Margheriti, Mike Monty
Regie: Antonio Margheriti
Drehbuch: Tito Carpi / Gianfranco Couyoumdjian
Kamera: Sandro Mancori
Musik: Aldo Tamborelli
keine Jugendfreigabe
Italien / 1983

In den letzten Tagen des Vietnamkriegs schickt ein sadistischer Captain seine ihm unterstellten GreenBerets auf Höllenfahrtskommandos hinter den feindlichen Linien. Sgt. Maggio stemmt sich gegen die Willkür, die der Vorgesetzte seinen Männern gegenüber bringt. Als auch noch ein Freund Maggios bei einem Einsatz wegen der Leichtfertigkeit des Captains ums Leben kommt. kommt es zum Kampf zwischen den beiden Männern. Auf dem Weg in den Knast flieht Maggio und kämpft sich in Richtung Kambodscha vor.


Filme die sich mit der Thematik des Vietnam-Krieges beschäftigen gibt es genügend und gerade in den 80er Jahren hatten in Italien diverse Produktionen mit geringem Budget absolute Hochkonjunktur, in denen es im Bezug auf Kriegs-Action recht gut zur Sache ging. Während man einen Großteil der Werke dabei eher vernachlässigen kann, dürfte "Im Wendekreis des Söldners" wohl ziemlich eindeutig zu den besseren Vertretern zu zählen sein, bezieht sich die Geschichte doch auch keinesfalls wie ansonsten zumeist üblich mit eher sinnlosen Schießereien, sondern fällt vielmehr durch eine Rahmenhandlung auf, die auch zumindest ein wenig tiefe erkennen lässt. Regisseur Antonio Margheriti stellt dabei zunächst einmal die Frage nach dem eigentlichen Sinn dieses Krieges in den Mittelpunkt und untermauert dies hauptsächlich durch mehrere Dialog-Passagen, in denen dieses Thema immer wieder zum Vorschein kommt. Andererseits wird auch die Befehlsgewalt eines Offiziers an den Pranger gestellt, der seine untergebenen Soldaten immer wieder durch eher kaum nachvollziehbare Einsätze regelrecht verheizt und damit zum sterben verdammt. 

Nur Sgt. Maggio lehnt sich gegen diese offensichtliche Willkür des Vorgesetzten auf und so entwickelt sich das Geschehen immer mehr zu einer Art Duell zwischen den beiden charakterlich vollkommen unterschiedlichen Männern. Trotzdem bekommt der Zuschauer auch die typischen Kriegs-Scharmützel geboten und phasenweise wartet der Film dabei mit einer für die damalige Zeit erstaunlichen Blutgehalt auf, der insbesondere in der hier vorliegenden ungeschnittenen Version zum Ausdruck kommt. Dennoch bewegt man sich gerade nach heutigen Maßstäben immer noch in einem äußerst überschaubaren Rahmen, was den insgesamt sehr guten Gesamteindruck des Werkes aber keinesfalls schmälert. Die Spannungen zwischen den beiden Hauptfiguren steigt immer mehr an und es ist wahrlich nur eine Frage der Zeit, bis aufgestaute Aggressionen und der pure Hass das Szenario bereichern, denn Maggio kann seine Gefühle nur bis zu einem gewissen Grad unter Kontrolle halten.

Nach körperlichen Übergriffen auf seinen Vorgesetzten kommt er in Haft und soll verlegt werden, doch gelingt ihm die Flucht und es entwickelt sich eine gnadenlose Hetzjagd auf den Soldaten. Nun kann man sicherlich geteilter Meinung darüber sein ob es glaubhaft umgesetzt wurde, wie sich der Mann ganz allein gegen eine zahlenmäßige Übermacht an Gegnern durchschlägt, doch ist gerade dieser Teil der Geschichte sehr wichtig, um auch den tragischen Schlusspunkt des Geschehens eindrucksvoll zu untermauern. Nachdem Maggio nämlich sowohl dem Vietkong wie auch den eigenen Leuten immer wieder entkommen konnte und am Ende sogar den Weg über die Grenze Kambodschas schafft, wartet Margheriti mit einer finalen Szene auf, die einmal mehr die Frage nach dem Sinn des großen Ganzen intensiv zum Ausdruck bringt. Wird der Zuschauer zunächst nämlich mit einem scheinbar versöhnlichen Eindruck aus den Ereignissen entlassen, so ist es eine kleine finale Einstellung, die dieses Gefühl gänzlich umkehrt und einen schalen Nachgeschmack hinterlässt.

Man merkt also, das "Im Wendekreis des Söldners" sicherlich zu den nachdenklich stimmenden Filmen mit vorliegender Thematik zu zählen ist und das wertet die Geschichte ungemein auf. So bekommt man letztendlich eine sehr stimmige Inszenierung geboten, in der sich die Elemente inhaltlicher Tiefe und Action-Passagen jederzeit die Waage halten. Trotz seines Alters kann sich dieser Film auch in der heutigen Zeit immer noch gut anschauen lassen und nur zu gern kann man nun auch zu der ungeschnittenen Version greifen, die das Label Ascot Elite in seiner Cinema Treasure veröffentlicht hat.


Fazit:


Im Gegensatz zu vielen anderen Genre-Vertretern entpuppt sich dieses Werk nicht als das übliche Action-Szenario, sondern lässt gleichzeitig eine nicht zu vermutende Tiefe erkennen, die dem Gesamtbild äußerst gut zu Gesicht steht. Ein toller Film mit überzeugenden Darstellern und einer gelungenen Kombination aus Kriegsfilm und Drama, den man sich immer wieder gut anschauen kann.


7/10

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