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Mittwoch, 27. Mai 2015

Julia - Blutige Rache






Julia - Blutige Rache
(Julia)
mit Ashley C. Williams, Tahyna Tozzi, Jack Noseworthy, Joel de la Fuente, Cary Woodworth, Darren Lipari, Ryan Cooper, Brad Koed, Sean Kleier, Bridget Megan Clark, Chris Cardona, Kumiko Konishi
Regie: Matthew A. Brown
Drehbuch: Matthew A. Brown
Kamera: Bergsteinn Björgúlfsson
Musik: Frank Hall
keine Jugendfreigabe
USA / 2014

Nachdem sie brutal traumatisiert worden ist, unterzieht sich Julia einer unorthodoxen und radikalen Form der Therapie, um wieder zu sich selbst zu finden. Julia wird klar, dass sie nur dann wieder eine Form von Leben haben wird, wenn sie ihrer eigenen gewalttätigen Natur freien Lauf lässt. Wenn sie jenen das antut, was ihr angetan worden ist. Julia sucht nach den Männern, die sie angegriffen haben. Sie will ihnen heimzahlen, was sie ihr angetan haben. Das ist die perfekte Therapie.


Nach drei Kurzfilmen präsentiert Matthew A. Brown mit "Julia - Blutige Rache" nun sein Langfilmdebüt und wählt dabei die Thematik eines Rape and Revenge Horror Thrillers. Keine schlechte Idee könnte man sofort meinen, doch die Umsetzung des Ganzen gestaltet sich dann doch leider so, das man am Ende der Sichtung nicht unbedingt in Begeisterungsstürme verfällt. Schon der Beititel "Blutige Rache" führt den Zuschauer nämlich schon dazu, eventuell mit völlig falschen Erwartungen an das Werk heran zu gehen, das keinesfalls mit Filmen wie "I spit on your Grave" verglichen werden sollte. Doch genau mit der Erwartung ein ähnlich gelagertes Szenario präsentiert zu bekommen wird der Zuschauer an diese Geschichte heran gehen, die dann jedoch letztendlich maximal thematische Anlehnungen aufweist. Die Umsetzung ist allerdings recht gewöhnungsbedürftig, denn schon nach wenigen Minuten muss man feststellen, das die üblichen Gefühle bei einem Film dieser Art so gar nicht in einem aufkommen wollen.

So fehlt im Prinzip jegliche Sympathie für die Hauptfigur, was in erster Linie wohl darin zu begründen ist das der Figur der Julia keine echten Konturen verliehen werden. Das es sich um ein eher schüchternes Mädchen handelt schimmert lediglich kurz durch, doch eine echte Beleuchtung des Charakters erfolgt zu keiner Zeit. Das übliche Feindbild gegenüber den Vergewaltigern wird allerdings auch nicht aufgebaut, denn die Täter spielen erst im letzten Drittel der Geschichte eine Rolle, was dem Ganzen auch nicht wirklich zu Gute kommt. Die meiste Zeit wird eigentlich damit verbracht, dem Betrachter die ungewöhnliche Therapie näher zu bringen die von der Hauptperson gewählt wird, um ihrem erlittenen Trauma letztendlich zu begegnen.

Näher sollte man auch keinesfalls darauf eingehen, denn diesen ungewöhnlichen Umgang mit dem schlimmen Erlebnis sollte sich ein jeder selbst anschauen und seine eigenen Schlüsse daraus ziehen. Nur so viel sei verraten, es wird wohl nur recht wenig Leute geben, die mit dem stellenweise etwas wirren Murks etwas anfangen können, denn ehrlich gesagt fehlt es doch stellenweise erheblich an der nötigen Glaubwürdigkeit um das Ganze auch wirklich ernst zu nehmen. Phasenweise wird man das Gefühl nicht los, das Brown hier etwas zu viel wollte, in dem er die Thematik mit innovativen Ansätzen bereichern wollte, die sich im Endeffekt aber vielmehr als echte Rohrkrepierer offenbaren. Zudem fehlt es den Abläufen auch an der nötigen Intensität um mit anderen Genrevertretern ernsthaft konkurrieren zu können, geschweige denn deren Klasse zu erreichen. Zu keiner Zeit entsteht hier nämlich dieses beklemmende Gefühl der Unbehaglichkeit, das man ansonsten bei thematisch gleich gelagerten Kollegen verspürt. 

Als letzter Negativpunkt ist dann noch das nicht gerade überzeugende Schauspiel der eher unbekannten Akteure zu nennen, so das es im Endeffekt nicht viel Positives über dieses gewöhnungsbedürftige Werk zu verkünden gibt. Ach ja, der vielleicht von vielen Leuten erwartete Härtegrad bleibt übrigens so gut wie komplett aus, denn die wenigen etwas blutigeren Einstellungen sind im Prinzip nicht der Rede wert. Was übrig bleibt ist ein recht mauer Vertreter seiner Art, in dem die üblichen Zutaten eines Rape and Revenge Filmes nur ansatzweise durch schimmern und keinesfalls ausreichend erscheinen, um von einem wirklich guten Beitrag zu sprechen, den man bedenkenlos weiter empfehlen könnte. Für Vielseher gerade noch geeignet, wird "Julia - Blutige Rache" jedoch bei den meisten Zuschauern kaum einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.


Fazit:


Lieber noch hundert Mal "I spit on your Grave" als noch einmal diesen Murks, so ungefähr beschreibt man wohl am besten die Eindrücke, die dieses komische Szenario bei einem hinterlässt. Dabei wäre ganz bestimmt mehr möglich gewesen, wenn Mr. Brown diverse Ansätze etwas besser heraus gearbeitet hätte.. So aber siedelt sich die Geschichte allerhöchstens am unteren Rand des Durchschnittsbereiches an, doch selbst für diese Einschätzung muss man schon beide Augen zudrücken.


3,5/10

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