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Freitag, 22. Mai 2015

Wrong Turn 6: Last Resort






Wrong Turn 6: Last Resort
(Wrong Turn 6: Last Resort)
mit Anthony Ilott, Chris Jarvis, Aqueela Zoll, Sadie Katz, Rollo Skinner, Billy Ashworth, Harry Belcher, Joe Gaminara, Roxanne Pallett, Radoslav Parvanov, Danko Jordanov, Asen Asenov, Kicker Robinson, Talitha Luke-Eardley
Regie: Valeri Milev
Drehbuch: Frank H. Woodward
Kamera: Martin Chichov
Musik: Claude Foisy
keine Jugendfreigabe
USA / 2014

Dank einer unerwarteten Erbschaft reist Danny mit seinen Freunden nach Hobb Springs in die Berge West Virginias. Dort soll er offenbar bald Besitzer eines alten und mittlerweile verlassenen Ferienhotels werden. Kaum angekommen, treffen die Freunde auf das seltsame Pärchen Jackson und Sally, die hier hin und wieder nach dem Rechten schauen. Als sie Danny eines Tages mit seiner wahren Familiengeschichte konfrontieren, scheint die Flucht zurück zwecklos. Denn seine vergesse geglaubten Familienmitglieder haben es schon auf seine Freunde abgesehen.


Besondere Familienbande und degenerierte Rednecks waren seit jeher die Grundzutaten der Wrong Turn Reihe, die mit vorliegendem Werk in die mittlerweile sechste Runde geht. Das dabei schon seit längerer Zeit immer mehr Wert auf visuelle Härte und weniger auf die erzählte Geschichte gelegt wird dürfte für keinen eine Neuerung sein und so ist es dann auch nicht wirklich überraschend, das auch "Last Resort" in eben diese Kerbe schlägt. Zumindest schafft es der Film seinen Vorgänger in Sachen Qualität ein wenig zu übertrumpfen, doch ehrlich gesagt war das auch nicht sonderlich schwer. Neben den zugegebenermaßen teilweise sehenswerten Effekten beinhaltet die Erzählung eine ganze Menge an Softsex Szenen, die den üblichen und ansonsten gewohnten Rahmen schon ein bisschen sprengt. Anscheinend ist das mittlerweile vollkommen ausreichend um das Interesse des Zuschauers zu wecken, doch bis auf viel nackte Haut, ein paar hübsche Mädels und den ordentlichen Härtegrad hat dieser Film nicht wirklich viel zu bieten. Die Story an sich ist weder innovativ noch beinhaltet sie Überraschungsmomente jeglicher Art, es wird einmal mehr alles nach Schema F runter gespult, so das stellenweise richtige Ermüdungserscheinungen auftreten können, da man das Gesehene schon unzählige Male in ähnlicher Form zu Gesicht bekommen hat.

Wirkliche Faszination kann das Franchise schon seit längerer Zeit nicht mehr wirklich auslösen und mittlerweile ist man ja aus Kostengründen auch in den Ostblock ausgewichen. Im vorliegenden Fall befindet sich die Location in Bulgarien und auch diverse Namen in der unbekannten Darsteller Riege deuten darauf hin, das man sich mehrerer einheimischer Schauspieler bedient hat. Das man an dieser Stelle kein herausragendes Schauspiel zu erwarten hat versteht sich fast schon von selbst, andererseits war das aber auch noch nie ein Atribut das diese Film Reihe besonders ausgezeichnet hätte. Regisseur Valeri Milev hat zwar sämtliche für einen Backwood Slasher nötigen Zutaten miteinander vereint, ist jedoch genau wie seine diversen Vorgänger daran gescheitert der Thematik ein paar neue Impulse zu verleihen. So verwundert es dann auch nicht, das hier streckenweise echte Langeweile aufkommt, denn die sexuellen Praktiken der Protagonisten verbreiten keinesfalls genügend Kurzweil, als das man über die inhaltlichen und sonstigen Schwächen hinweg sehen könnte. Die Thematik erscheint vollkommen ausgelutscht und die sich auf frappierende Art und Weise ähnelnden Szenarien locken schon längst keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor.

Langsam wäre es wirklich an der Zeit diese Reihe zu Grabe zu tragen, doch so lange die Kuh noch genügend Milch gibt, wird ihr der filmische Gnadenhof sicherlich erspart bleiben. Und so muss man sich auch in der vorliegenden Rahmenhandlung durch die eher drögen Abläufe kämpfen, immer in der Hoffnung das eventuell doch noch einmal ein richtig guter Teil präsentiert werden könnte. Dabei sollte man es eigentlich besser wissen, denn diese Zeiten sind im Prinzip schon nach dem ersten (und besten) Teil vorbei gewesen. Immerhin bleibt allerdings die Steigerung gegenüber dem Vorgänger, der zugegebenermaßen noch weitaus schwieriger zu ertragen war und einem stellenweise fast körperliche Schmerzen bereitet hat. Soll man aber deshalb den leichten Anstieg der Qualität als Hoffnungsschimmer nehmen, oder in ihm lediglich das letzte Aufflackern eines dahin siechenden Franchises sehen, das vor gefühlten Ewigkeiten einmal so toll und spannend begonnen hat?

Wie dem auch sei, auch beim sechsten Teil werden die Meinungen stark auseinander gehen, doch sollten die Macher mittlerweile endlich ein Einsehen haben und die längst nicht mehr interessante Thematik beerdigen, denn die degenerierten Rednecks und ihre ganz eigenen Familienbande haben längst schon ihren Reiz verloren. Viel Bumserei und ein paar nette Effekte sind schon lange nicht mehr ausreichend um durchgehend gut zu unterhalten und das man in Zukunft bei sicherlich noch folgenden Ablegern wieder mehr Wert auf ein gelungenes Gesamtpaket legt dürfte wohl eher ein Wunschtraum bleiben. Der vorliegenden Thematik frische Impulse zu verleihen erscheint kaum möglich, wobei eine Location im Weltraum eventuell noch einmal etwas Abhilfe schaffen könnte, da außerirdische Rednecks dem Ganzen zumindest eine herrlich trashige Note geben würden.


Fazit:


Das war er nun also, der mittlerweile sechste Teil einer Reihe, die schon lange ihren Glanz verloren hat. Eine vollkommen uninspirierte Geschichte, nichtssagende Charaktere und eine Gesamt Inszenierung, die gerade einmal an den unteren Rand des Durchschnittsbereichs anklopfen kann. Bitte erspart uns weitere Filme, wobei dieser Ruf bei den Verantwortlichen sicherlich ungehört verhallen wird.


4/10

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