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Donnerstag, 4. Juni 2015

Big Bad Wolf (2013)






Big Bad Wolf
(Huff)
mit Charlie O'Connell, Natasha Alam, Amber Marie Bollinger, Mayra Leal, Clint Howard, Jenna Stone, Elly Stefanko, Elina Madison, Randy Blekitas, Rance Howard, James MacPherson, Johnny D'Agostino, Holly Weber
Regie: Paul Morrell
Drehbuch: Cort Howell
Kamera: Royce Allen Dudley
Musik: Kenneth Eberhard
keine Jugendfreigabe
USA / 2013

Huff ist ein gläubiger Christ. So gläubig, dass er das gute Buch ganz besonders intensiv auslegt. Das ist weder für seine Frau, noch für seine drei Stieftöchter ein Zuckerschlecken, denn Frauen haben in Huffs Weltansicht nur einen Platz: den unter einem Mann. Aber Huff ist dieser Familie überdrüssig. Er will mit seiner Geliebten nach Mexiko abhauen. Das nötige Kleingeld soll ein Drogendeal bringen, der schrecklich misslingt. Huff jagt also seinen drei Stieftöchtern hinterher, die sein Geld haben …


Aufgrund des Filmtitels kann man bei der zweiten Regiearbeit eines gewissen Paul Morrell's sehr schnell in die Irre geführt werden, könnte man doch schnell zu der Annahme gelangen, das es sich bei "Big Bad Wolf" um einen Horrorfilm mit Werwolf-Thematik handelt. Mit dieser Annahme würde man jedoch völlig daneben liegen, so das der Originaltitel "Huff" viel passender erscheint, da es sich hierbei um den Namen der Hauptfigur handelt. So uninspiriert und ausdruckslos sich der Name des Filmes gestaltet, so undefinierbar präsentiert sich auch die Geschichte dieses als Horror-Thriller eingestuften Werkes, denn Morell konnte sich ganz offensichtlich nicht entscheiden, in welche Richtung genau seine Erzählung denn nun abzielen soll. Und so ergibt sich dann auch eine recht seltsame und gewöhnungsbedürftige Mixtur, in der man mit ein wenig religiöser Thematik, Ansätzen von Missbrauchs-Thematik an Kindern und ein wenig Horror-Ansatz konfrontiert wird, die letztendlich aber so unausgegoren erscheint, das man dem Gesamtwerk nur herzlich wenig abgewinnen kann. Eine geradlinigere Ausrichtung des Szenarios wäre an dieser Stelle sicherlich hilfreich gewesen, doch ganz augenscheinlich fehlt es Morrell an den nötigen Fähigkeiten, um einen wirklich stimmigen Genre-Film ins Bild zu setzen.

Das relativ geringe Budget von gerade einmal 500.000 $ darf ganz bestimmt nicht als Entschuldigung herhalten, denn etliche andere Regisseure haben schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt, das man mit noch weitaus weniger Geld dennoch unglaublich gute Geschichten in Szene setzen kann. Bei "Big Bad Wolf" fehlt es allerdings an allen Ecken und enden, wobei die größte Schwäche der Story ganz bestimmt in den schauspielerischen Leistungen der offensichtlich talentfreien Darstellern zu suchen ist. Auch wenn man bei einer Low Budget Produktion bestimmt kein oscarverdächtiges Schauspiel erwartet spotten die hier an den Tag gelegten Performances jeder Beschreibung. Das Schauspiel dabei als unbeholfen oder hölzern zu bezeichnen, könnte man fast schon als riesige Untertreibung ansehen, denn was sich hier dem Auge des Zuschauers präsentiert geht im Prinzip auf keine Kuhhaut mehr. Nicht weiter verwunderlich erscheint es daher, das auch die Handlungen und das Verhalten der Protagonisten sich nahtlos in die Peinlichkeiten einer Produktion einreihen, die man sich besser hätte verkneifen sollen. Die einzelnen Abläufe sind dann an mangelnder Glaubwürdigkeit auch nur schwerlich zu überbieten und in etlichen hanebüchenen Passagen kann man als Betrachter nur noch fassungslos die Hände über dem Kopf zusammen schlagen.

Unlogische Ereignisse und Handlungsweisen sind in Filmen ja nicht unbedingt eine Seltenheit und bis zu einer gewissen Grenze mag man diesen Aspekt auch durchaus zu tolerieren, doch was Morrell dem Zuschauer durch seine Protagonisten auftischt ist dermaßen an den Haaren herbei gezogen, das man das Gesehene eigentlich gar nicht glauben mag. Der dadurch entstehende trashige Beigeschmack gestaltet das Ganze dadurch aber keineswegs kurzweiliger und eine humorige Note will erst recht nicht in Erscheinung treten. Das gesamte Werk ist einfach nur unglaublich schlecht ins Bild gesetzt worden und es bleibt einem wirklich nichts anderes übrig, als sehnsüchtig den einsetzenden Abspann eines Filmes herbei zu sehnen, der nach endlos erscheinenden rund 90 Minuten auch endlich das Ende der vergeudeten Lebenszeit einläutet. Letztendlich ärgert man sich dann auch wirklich maßlos darüber, denn "Big Bad Wolf" entbehrt im Prinzip sämtlicher Zutaten, die man für ein zumindest kurzweiliges Filmerlebnis benötigt. So präsentiert sich die Erzählung ohne jeglich erkennbaren Spannungsaufbau, da sämtliche Geschehnisse absolut vorhersehbar sind. Atmosphärisch mutiert die Geschichte fast schon zu einem waschechten Rohrkrepierer und über die schauspielerischen Darbietungen habe ich ja schon alles gesagt. 

Was bleibt ist die grottenschlechte Umsetzung einer Story, die sich zumindest aufgrund der Inhaltsangabe noch relativ interessant anhört und zumindest kurzweilige Unterhaltung suggeriert. Das Endergebnis gestaltet sich dann allerdings vollkommen anders und vor allem die auf dem Cover versprochenen Horrorelemente geben sich lediglich in soweit zu erkennen, das sich dieses Werk insgesamt gesehen als der pure Horror offenbart, was in diesem Fall aber ganz bestimmt nicht positiv gemeint ist, sondern ausschließlich die Qualität des Gesehenen wiedergeben soll.


Fazit:


Selbst wenn man mit äußerst niedrigen Erwartungen an diesen Film heran gehen sollte werden diese sicher noch stark unterboten. "Big Bad Wolf" offenbart sich als Paradebeispiel eines echten Rohrkrepierers, denn diese üble Produktion beinhaltet rein gar nichts, was irgendwie nachhaltig in Erinnerung bleiben könnte.


2/10

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