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Donnerstag, 18. Juni 2015

The Tortured






The Tortured - Das Gesetz der Vergeltung
(The Tortured)
mit Erika Christensen, Jesse Metcalfe, Bill Lippincott, Bill Moseley, Fulvio Cecere, Thomas Greenwood, Stephen Park, Samantha Gutstadt, Zak Santiago, Alfonso Quijada, John R. Taylor, Viv Leacock, Darryl Scheelar
Regie: Robert Lieberman
Drehbuch: Marek Posival
Kamera: Peter F. Woeste
Musik: Jeff Rona
ungeprüft
Kanada / 2010

Der sechsjährige Sohn von Elise und Craig Landrey ist entführt und ermordet worden von einem Kerl namens Kozlowski. Der nun nicht einmal richtiges lebenslänglich bekommen soll, sondern irgendwann vielleicht auf Bewährung freikommt. Craig ist von Beruf Arzt und ebenso wild entschlossen wie seine Frau, ihn so nicht davon kommen zu lassen. Sie inszenieren einen Unfall mit dem Gefangenentransport und entführen den betäubten Kozlowski in ihren Keller, um ihn dort nach allen Regeln der Kunst langsam zu Tode zu foltern.


2010 kamen fast zeitgleich zwei kanadische Produktionen auf den Markt die sich zwar im Prinzip mit der gleichen Thematik befassen, aber dennoch kaum unterschiedlicher sein könnten. Zum einen wäre da "7 Days" und auf der anderen Seite der hier vorliegende "Torture", wobei es sich bei beiden Werken um Rache Thriller handelt, in denen sich ein-oder beide Elternteile am Mörder ihrer Kinder rächen wollen. Während das Werk von Daniel Grou weitgehend auf explizite Gewaltdarstellungen verzichtet und dem Zuschauer dennoch ein extrem intensives Szenario offenbart, hat Robert Lieberman in vorliegender Variante ganz unverhohlen auf die Zutaten der Folter gesetzt, die sich einem auch streckenweise visuell präsentieren. Spätestens seit Eli Roth's "Hostel" sind solche Filme ja fast schon im Überfluss vorhanden, denn ziemlich schnell hat man bemerkt das solche Storys relativ gut beim Betrachter ankommen. Der einzige Unterschied besteht dann eigentlich auch darin, das sich in "Tortured - Das Gesetz der Vergeltung" eben der Bösewicht den Folterungen stellen muss, die sich das Elternpaar für ihn ausgedacht hat. Dabei geht es dann auch streckenweise recht derbe zur Sache, so das insbesondere die Gorehounds recht gut auf ihre Kosten kommen dürften. Dennoch reicht der teils explizit dargestellte Härtegrad definitiv nicht dafür aus, das sich die Geschichte beispielsweise mit dem erwähnten "7 Days" messen kann, denn bis auf auf die visuellen Gewaltspitzen hat das Geschehen maximal den üblichen Durchschnitt zu bieten und erreicht so keinesfalls die Klasse anderer Genre Kollegen.

Trotzdem ist der Film wahrlich nicht schlecht und bietet durchgehend kurzweilige Kost an, was sicherlich auch in der relativ kurzen Laufzeit von gerade einmal knapp 72 Minuten begründet ist. Daraus kann man auch gleich erkennen, das die Geschichte rein inhaltlich nicht unbedingt ergiebig ist und schon gar nicht über tiefer gehende Substanz verfügt. So fallen dann auch die einzelnen Figuren Zeichnungen eher dürftig aus und die Protagonisten können auch im Bezug auf Mimik und Ausdruck keinesfalls die Überzeugung an den Tag legen, die man aus etlichen anderen Filmen gleicher Machart her kennt. Das nimmt dem Ganzen sehr viel von seiner Kraft, zudem fällt es einem hier eher schwer eine emotionale Identifikation zu den recht blass bleibenden Personen herzustellen. Gerade dieser Aspekt wäre jedoch äußerst wichtig gewesen, da ähnliche Geschichten doch gerade in diesem Punkt dafür sorgen, das einem die Abläufe regelrecht unter die Haut gehen und definitiv nicht kalt lassen.

Im Fall von "Tortured" verhält es sich aber leider anders, denn eine wirklich gefühlsmäßige Identifikation mit dem Geschehen will sich zu keiner Zeit wirklich aufbauen. In erster Linie liegt das an den beiden Hauptdarstellern Jesse Metcalfe und Erika Christensen, denn deren Darstellung der auf Rache sinnenden Eltern kommt nur selten glaubhaft beim Zuschauer an. Gleichzeitig erscheinen auch die ständigen Stimmungswechsel der beiden fast schon nervend, da es diesen ganz eindeutig an Glaubwürdigkeit und überzeugendem Schauspiel mangelt. In dieser Beziehung bekommt man also eher nur Durchschnitt geboten und das sorgt dann auch fast schon zwangsläufig dafür, das niemals die nötige und intensive Atmosphäre aufkommen kann die ein solches Szenario eigentlich haben sollte. Im Gegensatz zu vielen anderen Werken mit Folter-Thematik kann sich "Tortured" aber dennoch sehen lassen, denn da hat man in den letzten Jahren schon weitaus schlechte Nachahmer zu Gesicht bekommen, die alle auf den Erfolgszug von "Hostel" aufspringen wollten. Lieberman hätte sein Hauptaugenmerk allerdings nicht so stark auf die Gewaltszenen richten sollen und lieber den emotionalen Aspekt eingehender hervor heben müssen, denn nur so wäre eine Kombination entstanden die den Film im oberen Drittel angesiedelt hätte.

So aber blebt letztendlich ein eher oberflächlicher Rache Thriller der im Vergleich zu Filmen wie "7 Days", "Daddy's little Girl" oder auch "Death Sentence" ganz klar den Kürzeren zieht und lediglich durch den visuellen Härtegrad wirklich überzeugen kann. Dennoch ist das Werk aber immer noch recht sehenswert und bietet zumindest den Freunden der etwas härteren Gangart eine ganze Menge. Wer jedoch mehr Wert auf inhaltliche Tiefe und eine insgesamt gesehen stimmigere Geschichte legt, der sollte definitiv zu einem der anderen genannten Filmen greifen.


Fazit:


"Tortured - Das Gesetz der Vergeltung" ist ganz bestimmt kein schlechter Beitrag, lässt aber leider die inhaltliche Tiefe vermissen um zu den besten Werken seiner Art zu zählen. Mehrere recht derbe Szenen reichen längst nicht aus, denn das Grundgerüst der Geschichte ist einfach zu durchschnittlich, um für einen besseren Gesamteindruck zu sorgen, der ganz bestimmt im Bereich des Möglichen gewesen wäre.


6/10

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