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Sonntag, 19. Juli 2015

Der Werwolf von Washington






Der Werwolf von Washington
(The Werewolf of Washington)
mit Dean Stockwell, Katalin Kallay, Henry Ferrentino, Despo Diamantidou, Thayer David, Nancy Andrews, Clifton James, Biff McGuire, Jack Waltzer, BenYaffee, Jane House, Beeson Carroll, Jacqueline Brookes, Barbara Spiegel, Thurman Scott
Regie: Milton Moses Ginsberg
Drehbuch: Milton Moses Ginsberg
Kamera: Robert M. Baldwin
Musik: Arnold Freed
FSK 16
USA / 1973

Der Reporter Jack Whittier hatte eine Affäre mit der Tochter des Präsidenten der Vereinigten Staaten und wird daraufhin nach Ungarn entsendet, wo er von einem Werwolf gebissen wird. Als man ihn wieder nach Washington D.C. transferiert, ergattert er einen Job als Mitarbeiter der Pressestelle im Weißen Haus. Es dauert nicht lange, bis die ersten übel zugerichteten Leichen in Washington D.C. auftauchen ... 


Bei vorliegendem Film handelt es sich definitiv um einen nicht ganz ernst zu nehmenden Vertreter des Werwolf-Films, vielmehr wird der Zuschauer mit einer größtenteils schon skurrilen und trashigen Horror-Komödie zu tun. Dafür stehen allein schon die ziemlich naiv dargestellten Verwandlungsszenen, die nicht unbedingt über einen qualitiv hohen Standard verfügen, um es einmal diplomatisch auszudrücken. Auch der Wolf selbst erinnert doch vielmehr an einen stark behaarte und ziemlich großen Hund, der die Fähigkeit besitzt, aufrecht zu gehen. So sollte man dann auch die Auftritte der mordenden Bestie eher von der lustigen Seite aus sehen, denn wirklich harte Szenen darf man nicht erwarten. Es geht doch äusserst blutarm und seicht zur Sache, wer also auf einen härteren Vertreter seiner Art hofft, der ist bei diesem Film an der falschen Adresse.

Das eigentliche Highlight der Geschichte, die phasenweise schon sehr abstrus erscheint, sind ganz eindeutig die eher schlechten darstellerischen leistungen und die teils vollkommen sinnbefreiten Dialoge. Wenn man hört, was insbesondere die Politiker hier stellenweise äussern, dann kann man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Die Inhalte der Gespräche sind so übel und witzig, das man aus dem lachen phasenweise nicht herauskommt und sich so köstlich über soviel Dilletantismus amüsieren kann. Ganz generell tragen die Darsteller ihr Möglichstes dazu bei, die Geschichte so unterhaltsam und witzig wie möglich zu halten und größtenteils gelingt ihnen das auch sehr gut. Wenn man sich nur allein die Mimik des Hauptdarstellers Dean Stockwell kurz vor der metamorphose anschaut, fällt es dabei ziemlich schwer, ein Schmunzeln zu unterdrücken, erinnert sie doch vielmehr an totale Gesichtsentgleisung.

Einen wirklichen Spannungsbogen oder gar eine bedrohliche Grundstimmung sollte man bei diesem Film nicht unbedingt erwarten, dafür ist die Geschichte auch gar nicht ausgelegt, denn es stehen ganz eindeutig die trashig-witzigen Momente im Mittelpunkt und von denen gibt es wahrlich genug zu sehen. Und so werden insbesondere die Freunde trashiger Horror-Komödien voll auf ihre Kosten kommen, wohingegen Freunde der ernst umgesetzten Werwolf-Thematik nicht fündig werden. Es ist aber wirklich extrem unterhaltsam, dem phasenweise grotesk erscheinenden Szenario zu folgen und einem Werwolf im Smoking bei seiner nächtlichen Jagd zu folgen, bei der diverse Menschen ihr Leben lassen müssen. 

Insgesamt gesehen bekommt man es mit einem Genre-Vertreter zu tun, der ganz sicher kein Meisterwerk darstellt, dafür aber so ungemein unterhaltsam daherkommt und einen ganz eigenen Charme entwickelt, dem so mancher erliegen wird. Tricktechnisch werden dabei Effekte serviert, wie man sie schon bei "The Wolfman" aus dem Jahre 1941 gesehen hat und über die man aus heutiger Sicht lediglich schmunzeln kann. Wirre Dialoge und bewust schlechte Schauspieler tun ihr Übriges, um dem Zuschauer einen äusserst kurzweiligen und bestens unterhaltenden Film zu präsentieren. Leider ist die Bildqualität der deutschen DVD nicht gerade berauschend, was für Perfektionisten sicherlich ein Nachteil sein dürfte. Dennoch kann man dieses trashige Werk bedenkenlos weiterempfehlen, man muss lediglich wissen, auf was man sich einlässt.


Fazit:


Für mich persönlich ist "Der Werwolf von Washington" schon eine kleine Perle des Trashfilms, die sich jeder echte Fan einmal zu Gemüte führen sollte. Denn so skurril und trashig ist die Werwolf-Thematik wohl selten bearbeitet worden, so das man hier einen wirklich ziemlich aussergewöhnlichen Vertreter seiner Art zu sehen bekommt. 


7/10

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