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Mittwoch, 1. Juli 2015

Lightning Bug






Lightning Bug
(Lightning Bug)
mit Bret Harrison, Laura Prepon, Kevin Gage, Ashley Laurence, Shannon Eubanks, Lucas Till, Hal Sparks, Josh Todd, Bob Penny, George Faughnan, Jonathan Spencer, Austin Westfall, Kate Clemons, Jamie Avera
Regie: Robert Hall
Drehbuch: Robert Hall
Kamera: Brandon Trost
Musik: Jason M. Hall
FSK 16
USA / 2003

Der heranwachsende Jüngling Green wohnt mit der Mutter und dem kleinen Bruder in einem Trailer Home in der Provinz und träumt davon, eines Tages nach Hollywood zu ziehen und dort Karriere als Special-Effects-Künstler im Horrorfilm zu machen. Inspiration sucht und findet er in der lokalen Videothek, auch die dortige Angestellte, ein hübscher Rotschopf, hat es ihm angetan. Doch es gibt auch Probleme: Mutter lacht sich einen trinkfreudigen Schläger an, und die örtlichen Tugendwächter nehmen Green als vermeintlichen Satanisten aufs Korn.


Robert Hall dürfte de meisten Leuten wohl in erster Linie als Regisseur der beiden Slasher "Laid to Rest" und "Laid to Rest 2: Chromeskull" bekannt sein, mit denen sich der gute Mann insbesondere durch den enthaltenen Härtegrad nachdrücklich ins Gedächtnis der Zuschauer eingebrannt hat. Sein Langfilm Debüt ist jedoch der vorliegende Beitrag aus dem Jahr 2003, der es erst jetzt zu einer längst überfälligen DVD-Veröffentlichung bei uns in Deutschland gebracht hat. Handelt es sich doch um eine wirklich interessante Geschichte, in der Hall doch im Prinzip sein eigenes Leben als Teenager darstellt und gleichzeitig die schwierigen Lebensumstände eingehend beleuchtet die ein Jugendlicher bewältigen muss, um sich seinen großen Traum zu erfüllen. Das Ergebnis kann sich dann wahrlich sehen lassen und man merkt von Beginn an, das es sich hier um eine Story voller Herzblut handelt. Damit dieses jedoch auch zum Ausdruck kommt bedarf es guter Darsteller, die man vor allem in den beiden Hauptfiguren Green und Angevin wieder findet. Nicht verwunderlich also, das auch die Beziehung der beiden Teenager einen großen Teil der Erzählung einnimmt, wobei man allerdings keinesfalls eine schnulzige Liebesbeziehung, sondern vielmehr eine aufkommende Liebe voller Probleme und Emotionen präsentiert bekommt.

In der dargestellten Form ist dieser Teil des Geschehens auch eine absolut überzeugende Ergänzung zum eher trostlosen Dasein des jungen Green, der sich hauptsächlich mit häuslicher Gewalt und anderen Widerständen auseinandersetzen muss und dabei aber dennoch zu keiner Zeit seinen Lebenstraum aus den Augen verliert, als Special Effects Künstler in Hollywood Karriere zu machen. Obwohl dieses Ansinnen ganz augenscheinlich schwer zu bewerkstelligen ist, bewundert man die Hartnäckigkeit des Jungen sich nicht von seinem Ziel abbringen zu lassen. Bret Harrison liefert an dieser Stelle eine absolut erstklassige Performance ab und verleiht dem Charakter ein Höchstmaß an Authentizität, wodurch auch die gesamten Abläufe mit sehr viel Glaubwürdigkeit ausgestattet werden. Mit Laura Prepon in der Rolle der Angevin wurde ihm die perfekte Partnerin an die Seite gestellt und das gelungene Schauspiel der beiden jungen Akteure ist mit Sicherheit als eine der ganz großen Stärken dieses Dramas anzusehen. Streckenweise macht der Film dann seiner Genre Einstufung auch alle Ehre und es offenbaren sich dabei so manche Momente, die dem Zuschauer richtiggehend unter die Haut fahren.

Gleichzeitig präsentieren sich aber auch teils skurrile Augenblicke, die in erster Linie an einer bestimmten Person festzumachen sind, denn mit Angevin's Mutter beinhaltet das Szenario eine extrem religiöse Figur die man in gewissen Teilen schon als fanatisch bezeichnen kann. Ihre Auftritte sind dann manchmal fast schon mit einer grotesken Note behaftet, ohne das die Ereignisse aber in irgendeiner Form ins Lächerliche ziehen würden. Es tritt vielmehr das Gegenteil in Kraft, denn das der religiöse Glaube durchaus einmal skurrile und schwer nachvollziehbare Formen annehmen kann ist sicherlich keine weltbewegende Neuheit. So passen die dementsprechenden Momente auch nahezu perfekt in die Ereignisse hinein und runden ein insgesamt äußerst gelungenes Gesamtbild sehr gut ab. "Lightning Bug" zählt ganz sicher nicht zu der Art von Filmen in denen man großartige Action oder ein immenses Tempo erwarten sollte, hier ist es in der Hauptsache die Geschichte an sich die den Zuschauer ganz unwillkürlich in ihren Bann zieht. Und dennoch entfaltet die Story sehr viel Intensität, die Geschehnisse und das hervorragende Schauspiel der Protagonisten nehmen einen von der ersten Minute an mit.

Einen kleinen Wermutstropfen kann man dem Werk dann aber doch nicht ersparen, denn die deutsche Synchronisation fällt zumindest auf einige Figuren bezogen eher bescheiden aus. Manch einer wurde nämlich mit einer Stimme ausgestattet die überhaupt nicht zu ihm passt und im Bezug auf diesen Aspekt sollte man nur einmal bei Green's jüngerem Bruder genauer hin hören. Durch den Tonfall der Stimme hört sich der Junge 20 Jahre älter an und dieses Phänomen ist leider nicht nur bei seiner Person zu hören. Hier hätte man eine passendere Auswahl treffen müssen, doch bis auf diesen einen Schwachpunkt konnte ich ansonsten nichts Negatives bemerken. "Lightning Bug" sollte man sich unbedingt anschauen denn es handelt sich um ein erstklassig in Szene gesetztes Drama, das durch die tollen darstellerischen Leistungen seiner Protagonisten auch mit einer guten Tiefe daher kommt.


Fazit:


Wer gut erzählte Dramen mag kann an dieser Stelle kaum etwas falsch machen und muss sich lediglich damit abfinden, das die deutsche Synchronisation nicht gerade zu den Besten gehört. Ansonsten gibt es allerdings nichts zu beanstanden, so das man ohne Gewissensbisse eine dicke Empfehlung aussprechen kann.


8/10

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