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Dienstag, 14. Juli 2015

The Amazing Spider-Man 2 - Rise of Electro






The Amazing Spider-Man 2 - Rise of Electro
(The Amazing Spider-Man 2)
mit Andrew Garfield, Emma Stone, Jamie Foxx, Dane DeHaan, Colm Feore, Felicity Jones, Paul Giamatti, Sally Field, Embeth Davidtz, Campbell Scott, Marton Csokas, Louis Cancelmi, Max Charles, B.J. Novak, Sarah Gadon
Regie: Marc Webb
Drehbuch: Alex Kurtzman / Roberto Orci / Jeff Pinkner
Kamera: Daniel Mindel
Musik: Johnny Marr / Pharrell Williams / Hans Zimmer
FSK 12
USA / 2014

Nach dem Schulabschluss konzentriert sich Peter Parker auf seine Superheldenaufgaben als Spider-Man und seine romantische Beziehung. Seinem Glück mit Gwen steht allerdings sein Versprechen an ihren verstorbenen Vater im Wege, Distanz zu wahren. Als Gwen sich zu einem Studium in England entschließt, muss Peter sich zu seiner Liebe bekennen, während er als Spider-Man in einen Mehrfrontenkrieg verwickelt wird. Hier bekämpft er den Hochspannungs-Bösewicht Electro und einen Jugendfreund, der sich dramatisch zu verändern beginnt.


Nicht alles was neu ist muss auch gleichzeitig gut sein und diese Aussage lässt sich auch beim zweiten Teil des Spider-Man Reebots perfekt anwenden. Wie schon beim 2012 erschienenen "The Amazing Spider-Man" hat es Regisseur Marc Webb auch in vorliegendem Teil nicht verstanden, dem Zuschauer eine flüssige und durchgehend unterhaltsame Geschichte zu präsentieren. Dabei beginnt das Werk gar nicht einmal schlecht, um kurz darauf jedoch relativ stark abzubauen. Zu allem Überfluss macht sich aber mit zunehmender Laufzeit gar echte Langeweile breit, was bei einem Film dieser Art im Prinzip absolut tödlich ist. Das ist in mehreren Faktoren begründet, wobei ganz eindeutig die Gegner von Spider-Man einmal mehr die größte Schwachstelle darstellen. So verkommt Jamie Foxx in der Rolle von Electro fast schon zu einer waschechten Witznummer, denn wenn man einmal eine gewisse Logik zu Grunde legen würde, ergeben hier mehrere Elemente überhaupt keinen Sinn. Gerade in seinem Kampf gegen Spider-Man ergeben sich dermaßen hanebüchene Ungereimtheiten, das man nur vor lauter Schreck die Hände über dem Kopf zusammen schlagen kann. Das bezieht sich ebenso auf die Widerstandsfähigkeit der Spinne die jenseits jeglicher Realität angesiedelt ist und so auch nicht gerade einem besseren Gesamtbild zuträglich erscheint. Außerdem muss man viel zu lange auf das Aufeinandertreffen der beiden Gegner warten, da sich Webb zuvor mit etlichen Banalitäten und einer nicht in die Gänge kommenden Liebesgeschichte beschäftigt. Das ständige hin und her zwischen Peter Parker und seiner großen Liebe Gwen geht einem dabei ganz gehörig auf den Zeiger und lässt den gesamten Film fast schon zu einer unvollendeten Schmonzette verkommen.

Auch der zweite Gegner Harry Osborne kommt viel zu spät zum Einsatz und nimmt daher viel eher den Stellenwert einer dezenten Nebenrolle ein. Web legt den Fokus vielmehr darauf, die innere Zerrissenheit von Peter immer wieder in den Vordergrund zu stellen und versucht so ganz offensichtlich, diesem Charakter dadurch ein wenig Tiefe zu verleihen. Dieser Schuss geht allerdings gehörig nach hinten los, denn die krampfhaft cool erscheinenden Sprüche des Titelhelden sprechen eine ganz andere Sprache, denn der dadurch entstehende Humor wirkt sehr aufgezwungen und verfehlt zudem jegliche Wirkung. Manche Passagen hinterlassen sogar einen fast grotesken Eindruck und man weiß ehrlich gesagt nicht so richtig, wie man das Ganze denn richtig einschätzen soll. Am schmerzlichsten macht sich jedoch der Aspekt bemerkbar, das die Geschichte zu keiner Zeit wirkliche Spannung aufbauen kann, denn sämtliche Vorgänge sind vollkommen vorhersehbar, so das man hier keinerlei Überraschungsmomente erwarten darf. 

In technischer Hinsicht gibt es dafür nichts zu meckern, denn die vorhandenen Effekte sind streckenweise äußerst spektakulär und lassen sich sehr gut ansehen. Damit ist aber auch schon das positivste Merkmal eines Filmes genannt, der mit einem geschätzten Budget von 200.000.000 $ doch weit hinter den in ihn gesetzten Erwartungen zurückbleibt. Wie schon im Vorgänger ist es insbesondere die Geschichte an sich, die doch an etlichen Stellen regelrecht unrund und überhaupt nicht stimmig erscheint. Es werden viel zu viele Nebenschauplätze aufgemacht, als das man sich auf den Titelhelden sowie seine Gegner konzentrieren würde. Dieser Punkt wird viel eher stiefmütterlich behandelt und der Rest des Filmes erscheint einem wie die Beleuchtung eines zwiegespaltenen Menschen, der sich nicht zwischen seinem realen leben und seiner Berufung entscheiden kann. Manch einem mag das durchaus gefallen, doch immerhin handelt es sich hier um waschechtes Popcorn Kino, das möglichst kurzweilig und gut unterhalten soll.

Diesen Anspruch kann "The Amazing Spider-Man - Rise of Electro" leider nur phasenweise erfüllen, so das im Endeffekt keinesfalls ein gänzlich überzeugender Gesamteindruck entsteht. Da hat die Trilogie von Sam Raimi doch einen weitaus besseren Eindruck hinterlassen, da allein schon die einzelnen Storys viel besser in Szene gesetzt wurden und vor allem stimmiger wirkten. Nun ist das natürlich wie immer ein rein subjektiver Eindruck, doch ich persönlich kann keinen wirklich großen Gefallen an den beiden Neuverfilmungen finden, die sich höchstens im normalen Durchschnittsbereich ansiedeln und die man sich auch durchaus hätte sparen können. Viele werden das ganz bestimmt völlig anders sehen, doch ehrlich gesagt erscheint mein ehemaliger Lieblings Comic Held fast schon wie eine Lachnummer die Mitleid verdient und das tut mir in der Seele weh.


Fazit:


Vielleicht liegt es nur an meiner Sichtweise, vielleicht aber auch an der Unfähigkeit des Regisseurs eine wirklich gute und stimmige Geschichte zu erzählen, doch "The Amazing Spider-Man" bewegt sich ebenso wie sein Vorgänger lediglich im Durchschnittsbereich und hinterlässt keinesfalls einen bleibenden Eindruck. Gute Effekte können nur unzureichend mangelnde Logik und inhaltliche Schwächen überdecken, so das man sich auch diesen Film hätte sparen können.


6/10

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