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Montag, 20. Juli 2015

The Guvnors






The Guvnors
(The Guvnors)
mit Vas Blackwood, Martin Hancock, Joelle Koissi, Doug Allen, David Essex, Tom Davis, Harley Sylvester, Lee Nicholas Harris, Lorraine Stanley, Jay Simpson, Susan Fordham, Michael Chapman, Tony Denham
Regie: Gabe Turner
Drehbuch: Gabe Turner
Kamera: James Friend
Musik: Paul Arnold / Andrew Barnabas / Pascal Bideau
FSK 16
Großbritannien / 2014

Einst beherrschte Mitch mit den Guvnors das harte Pflaster von Südostlondon. Heute ist der junge Adam mit seiner Streetgang der gnadenlose Herrscher der Hochhausblocks und duldet keine anderen Götter neben sich. Als Adam von den Guvnors hört, und wie sie einem wie ihm damals in den Allerwertesten getreten hätten, wird er eifersüchtig und schnappt sich einen der Männer. Mitch hat die Gewalt eigentlich an den Nagel gehängt, aber als er davon erfährt, schart er die alte Bande um sich und zieht noch einmal in den Krieg.


In seiner zweiten Regiearbeit nimmt sich Regisseur Gabe Turner der Thematik eines Generationenkonfliktes an und bedient sich dabei einer ehemaligen und in die Jahre gekommenen Hooligan Gang sowie einer jugendlichen Gangsterbande. Schauplatz sind die tristen Vororte Londons, wodurch die Geschichte schon einmal mit der perfekten Location ausgestattet ist, in der Dinge wie Tristesse und Perspektivlosigkeit ganz augenscheinlich an der Tagesordnung sind. Nun gestaltet sich "The Guvnors" allerdings keinesfalls wie die ansonsten üblichen Hooligan Filme und legt auch nicht sein Hauptaugenmerk auf visuelle Gewaltdarstellungen, vielmehr überzeugt der Film durch seine richtig gut erzählte Geschichte, in der die beiden Hauptfiguren dem Ganzen ihren persönlichen Stempel aufdrücken. Wartet dabei schon Doug Allen in der Rolle des ehemaligen Guvnors Mitch mit eindrucksvollem Schauspiel auf, so wird er aber dennoch von Harley Sylvester noch übertroffen, der den Charakter des um Respekt haschenden Jung-Gangsters Adam absolut grandios und authentisch interpretiert. Ganz generell ist es Turner gelungen seine Geschichte mit einem Höchstmaß an Authentizität auszustatten und dabei Elemente verschiedenster Genres perfekt zusammen zu fügen. 

Die Hooligan Thematik steht dabei eigentlich eher im Hintergrund und so bekommt der Zuschauer diese auch nur in immer wieder eingefügten Rückblenden präsentiert. In der Hauptsache eröffnet sich vielmehr eine extrem gelungene Mischung aus einem sozialen Drama und der Thematik des immer im Vordergrund stehenden Generationskonfliktes. Dadurch entfacht die Erzählung eine immense Kraft und lässt dabei äußerst harte Züge erkennen. Diese geben sich jedoch weniger durch visuelle Gewaltdarstellungen zu erkennen, denn in dieser Beziehung wurde genau das richtige Maß gefunden um den Film nicht zu einer sinnlosen Prügel Orgie verkommen zu lassen. Stattdessen ist es die Story an sich, die mit einer unglaublichen Wucht auf den Betrachter einschlägt und der dramaturgisch erstklassig aufgebaute Spannungsbogen tut sein Übriges, um für ein intensives Filmerlebnis zu sorgen.

Zudem hat Turner nach gut einer Stunde einen Plot Twist eingebaut, der die ganze Szenerie noch einmal gehörig intensiviert und wie nicht anders zu erwarten stehen auch in dieser Beziehung die beiden Hauptfiguren im Mittelpunkt. Mehr kann man an dieser Stelle jedoch nicht verraten, doch die eingebaute Wendung verleiht dem Ganzen zum Ende hin schon stark ausgeprägte und sehr dramatische Züge. Anders konnte es ehrlich gesagt aber auch gar nicht kommen, denn ein Werk wie "The Guvnors" kann definitiv nicht mit einem Happy End ausgestattet werden, da ansonsten jegliche bis dahin auftretende Glaubwürdigkeit mit einem Schlag verschwunden wäre. Außerdem würden die Geschehnisse gleichzeitig ad Absurdum geführt und der insgesamt äußerst gute Gesamteindruck würde vollkommen in sich zusammen stürzen.

So aber wurde alles richtig gemacht und es ist absolut nachvollziehbar, das dieser Film in Großbritannien ganz offensichtlich sehr gut angekommen ist. Es ist die intensive Mixtur die diese Geschichte wohlwollend von anderen abhebt, zudem kommt es dem Szenario zu Gute, das man eine wirklich überzeugende Darsteller Riege an Bord hat, denn bis in die kleinsten Nebenrollen ist "The Guvnors" richtig gut besetzt. Auch ohne unzählige Schlägereien hinterlässt der Film einen bleibenden und nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis des Zuschauers, der noch lange nach Beendigung der Sichtung über die Ereignisse nachdenkt, in der Respekt, familiäre Bande, Ehre und Ruhm die Zutaten für eine erstklassig vorgetragene Erzählung sind.


Fazit:


"The Guvnors" ist wirklich ein starkes Stück Film, das mit hervorragenden Darstellern besetzt ist und eine Story erzählt die einem wirklich unter die Haut geht. Wahr genommene und verpasste zweite Chancen spielen eine nicht unwichtige Rolle, zudem entfacht das Szenario eine immense Härte, die sich allerdings eher selten in expliziten Gewaltdarstellungen niederschlägt. Wie dem aber auch sein, auf jeden Fall sollte man diesen britischen Beitrag keinesfalls verpassen, das gut 90 Minuten lang durchaus ansprechende Filmkost bietet.


8/10

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