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Mittwoch, 5. August 2015

Ich weiss noch immer, was du letzten Sommer getan hast






Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast
(I Still Know What You Did Last Summer)
mit Jennifer Love Hewitt, Freddie Prinze Jr., Brandy Norwood, Mekhi Phifer, Muse Watson, Bill Cobbs, Matthew Settle, Jeffrey Combs, Jennifer Esposito, John Hawkes, Ellerine Harding, Benjamin Brown
Regie: Danny Cannon
Drehbuch: Lois Duncan / Trey Callaway
Kamera: Vernon Layton
Musik: John Frizzell
FSK 16
USA / 1998

Ein neuer Sommer und Julie James ist auf dem besten Wege, ihr Leben neu zu organisieren. Sie ist wieder im College und bewohnt ein Zimmer zusammen mit ihrer neuen Freundin Karla. Als Karla eine Reise für vier Personen auf die Bahamas gewinnt, beschließen die Mädchen, gemeinsam mit ihren Boyfriends Ray und Will zu fahren. Es wird die Reise in einen grässlichen Alptraum. Denn auch auf dem paradiesischen Eiland wartet bereits der irre Killer mit dem Haken auf die Clique Und er weiß immer noch um die Geschehnisse jenes verhängnisvollen Sommers...


"Man muss das Eisen schmieden, so lange es noch heiß" ist und an diese Vorgabe hat man sich nach dem überraschenden Erfolg von "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast gehalten. Kaum verwunderlich also, das nach nur einem Jahr schon die Fortsetzung präsentiert wurde, in der die beiden Überlebenden aus Teil 1 wieder im Mittelpunkt stehen. Vielleicht liegt es an der relativ knappen Zeitspanne zwischen den beiden Filmen, oder auch daran, das dieses Mal mit Danny Cannon ein neuer Regisseur verantwortlich zeichnete, doch dieser Nachfolger lässt schon durchaus die ersten Abnutzungserscheinungen erkennen und kommt definitiv nicht an die Klasse des Originals heran. Das mag den Machern relativ egal sein, denn so lange es in der Kasse klingelt nimmt man gern einmal qualitative Verluste in Kauf, die sich allerdings auch in einem überschaubaren Rahmen zu erkennen geben, der für den Zuschauer und geneigten Fan noch äußerst gut zu verkraften ist. Dennoch entfaltet die Geschichte in keiner Phase die wunderbar dichte-und düstere Grundstimmung von Teil 1, in dem es atmosphärisch gesehen ganz einfach weitaus besser zur Sache ging und insbesondere im Hinblick auf die Ernsthaftigkeit des Geschehens eine ganze Menge geboten wurde. Doch gerade letzterer Aspekt schlägt dieses Mal nicht so sehr zu buche, beinhaltet das Szenario doch zum einen etliche Passagen, in denen eher unfreiwilliger Humor an die Oberfläche tritt und lässt andererseits auch etliche Momente in den Vordergrund rücken, die man nicht so ganz ernst nehmen kann.

Im Grunde genommen wäre das nicht weiter schlimm, denn solche Phasen ist man immerhin aus unzähligen anderen Slashern her gewohnt, doch da gerade der erste Film dieser Reihe so glaubhaft und ernst erschien, durfte man auch durchaus mit der Erwartungshaltung an diese Fortsetzung herangehen, das man einmal mehr diese wohlwollend erscheinende Note serviert bekommt. Nun wurde diese auch nicht vollkommen entfernt, doch "Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hat" schlägt vielmehr die Richtung des ansonsten üblichen Teenie-Slashers ein und wartet dabei vor allem mit einigen unlogischen Verhaltensweisen diverser Protagonisten auf, die man im Vorgänger noch absolut vergeblich suchte. So schleichen sich also altbekannte Aufreger in die Geschichte ein und an einigen Stellen stehen einem sogar die Haare etwas zu Berge, da einmal mehr nicht nachvollziehbares Verhalten einiger Figuren die Szenerie prägt. Vielen Genre-Fans mag das eventuell sogar entgegen kommen, doch wer gerade die Ernsthaftigkeit des Originals als absolute Stärke und sehr willkommene Abwechslung angesehen hat, dürfte hier eine kleine Enttäuschung erleben. 

Dennoch handelt es sich aber immer noch um einen äußerst gelungenen Horrorfilm, in dem es größtenteils auch durchaus spannende Ereignisse zu begutachten gibt, doch ragt dieses Werk nicht aus der handelsüblichen Masse heraus. Das liegt auch streckenweise an den teils neuen Darstellern, denn bis auf eine überzeugende Jennifer Love Hewitt bekommt man im vorliegenden Fall eher durchwachsene darstellerische Leistungen und pubertäres Verhalten geboten. Das wertet diesen zweiten Teil dann doch ein wenig ab, so das sich letztendlich nicht der gleiche sehr überzeugende Gesamteindruck des Erstlings ergibt. Auch die Geschehnisse an sich wirken hier viel vorhersehbarer und auch die Tatsache, das Danny Cannon am Ende noch einen als Überraschungsmoment geplanten Twist einbaut ändert rein gar nichts an diesem Eindruck, denn eben dieser Twist erweist sich viel eher als laues Lüftchen. Für Kenner des Genres bietet sich also definitiv nichts Überraschendes und die in Teil 1 noch vorhandenen belebenden Elemente fehlen dieses Mal fast gänzlich. Dieser Umstand fällt einem umso mehr auf, wenn man sich vorliegenden Film nach nun einigen Jahren einmal wieder zu Gemüte führt, denn die offensichtlichen Defizite die man zur damaligen Zeit vielleicht noch gar nicht wahr genommen hat, springen einem heute umso mehr ins Auge.

Während "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" aus heutiger Sicht also eher noch stärker als damals erscheint, muss sich die Fortsetzung dann doch den Vorwurf gefallen lassen, das man die Qualität bei allen Bemühungen nicht halten konnte. Was am Ende übrig bleibt ist aber dennoch immerhin noch ein Horrorfilm, der sich etwas über dem üblichen Durchschnitt ansiedelt, aber keinesfalls die Klasse beinhaltet, die man ihm bei der Erstsichtung noch zugestanden hat. Es wäre sehr interessant gewesen zu sehen, was Jim Gillespie aus der Geschichte heraus geholt hätte, wenn er auch dieses Mal auf dem Regiestuhl gesessen hätte, doch ist es eher müssig sich darüber Gedanken zu machen. Im Gegensatz zum noch folgenden dritten Teil handelt es sich aber immer noch um ein Meisterwerk, doch hätte man eigentlich schon an dieser Stelle den Schlusspunkt setzen sollen.


Fazit:


Nachdem ich den ersten Teil nach neuerlicher Sichtung als noch stärker empfand als zur damaligen Zeit, konnte ich diesen Eindruck hier leider nicht erlangen. Eher das Gegenteil ist eingetreten, offenbart das Werk von Danny Cannon doch einige unübersehbare Defizite, die man mittlerweile fast schon als störend empfindet.


6,5/10

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