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Dienstag, 18. August 2015

Raining Blood






Raining Blood
(Raivu)
mit Asami, Yuka Eda, Akiko Ikuina, Mari Iriki, Shinji Kasahara, Ryûnosuke Kawai, Mitsuki Koga, Yûki Morinaga, Yoshiyuki Morishita, Suzuka Morita, Seminosuke Murasugi, Aoi Nakabeppu, Ito Ohno, Kokone Sasaki
Regie: Noboru Iguchi
Drehbuch: Noboru Iguchi / Yûsuke Yamada
Kamera: Yasutaka Nagano
Musik: Yasuhiko Fukuda
keine Jugendfreigabe
Japan / 2014

Naoto ist ein wütender und verschlossener Einzelgänger. Nichts scheint ihm auf dieser Welt von Bedeutung zu sein. Dies ändert sich jedoch an jenem Tag, als er einen mysteriösen Anruf erhält. Eine verzerrte Stimme eröffnet Naoto das denkbar schlimmste Albtraumszenario: Naoto erfährt, dass seine Mutter entführt wurde und er sie nur retten kann, indem er einen Todesmarathon gewinnt. Es beginnt ein erbarmungsloser Weltlauf gegen die Zeit, der dadurch erschwert wird, dass Naoto nicht der einzige Läufer des Todesmarathons ist. Sowohl andere Mitläufer wie auch blutrünstige Killer stellen sich ihm in den Weg.


Es dürfte ja mittlerweile allseits bekannt sein das die Japaner immer wieder in regelmäßigen Abständen dem Hang zu vollkommen überzogenen Trash Filmen haben, doch das neueste Werk von Noboru Iguchi (The Machine Girl) dürfte wohl so ziemlich der kurzweiligste Beitrag sein den man seit langer Zeit gesehen hat. Der Regisseur zieht dabei wirklich sämtliche Register und präsentiert eine vollkommen hanebüchene Geschichte, die dem Zuschauer wie eine Kombination aus "Running Man" und "Battle Royale" vorkommt. Der einzige Unterschied besteht dabei darin das anscheinend sämtliche Akteure wie auch die Macher des Filmes auf einem wilden Drogen Trip sind, der hier absolut unterhaltsam ins Bild gesetzt wurde. Freunde anspruchsvoller Filmkost sollten also von Beginn an einen großen Bogen um "Raining Blood" machen, alle Liebhaber des puren Trashs sind jedoch herzlich dazu eingeladen an dieser Stelle gut 100 Minuten Blödeleien und einen ordentlichen Härtegrad über sich ergehen zu lassen. 

Dabei ist es phasenweise wirklich erstaunlich das diese Story bei uns ungeschnitten erschienen ist, denn Iguchi lässt es in etlichen Momenten ordentlich krachen und offeriert dabei jede Menge sehenswerter Splatter und Gore Einlagen. Nun erscheinen diese Szenen zwar nicht gerade im Minutentakt, doch insbesondere in der zweiten Filmhälfte erhöht sich der Anteil an Kunstblut doch ganz erheblich. Eingebettet ist das Ganze in eine wunderbar abgedrehte Story Line die man selbstverständlich keinesfalls ernst nehmen sollte. Die Szenerie ist dermaßen an den Haaren herbei gezogen das sie wirklich nur dem Gehirn eines Japaners entsprungen sein kann und die Umsetzung der gesamten Chose gestaltet sich dabei extrem skurril und vollkommen abwegig. Ein wichtiger Bestandteil sind die Darsteller, die mit ihren teilweise herrlich theatralischen Leistungen die trashige Note perfekt untermalen. Das nicht zu übersehende Overacting driftet zwar an manchen Stellen in eine alberne Richtung ab, passt aber nahezu perfekt in den gewonnenen Gesamteindruck.

Gleichzeitig wurde einigen Akteuren wohl vollkommen bewusst eine deutsche Synchronstimme verpasst die jeglicher Beschreibung spottet und sobald die dementsprechenden Figuren auch nur ansatzweise ihren Mund öffnen, treten einem ganz automatisch die Lachtränen in die Augen. Noboru Iguchi hat mit "Raining Blood" eine absolute Trash Granate auf den Weg gebracht, die natürlich selbstredend auch nur nach den Gesichtspunkten des schlechten Geschmacks funktionieren kann. Die ansonsten üblichen filmischen Maßstäbe verlieren hier vollkommen ihre Bedeutung und es zählt einzig und allein der reine Unterhaltungswert. Innerhalb dieses Kriteriums funktioniert das Werk dann auch absolut hervorragend, offenbart sich doch ein wahres Sammelsurium an Skurrilitäten sowie vollkommen abwegigen Verhaltensweisen der Protagonisten, was letztendlich eine Garantie für jede Menge schräger Kurzweil darstellt. Um das noch zusätzlich zu unterstreichen, bekommt der Zuschauer natürlich auch noch etliche unsinnige Dialoge geboten und was die Darsteller in verbaler Hinsicht absondern geht schon auf keine Kuhhaut mehr.

Letztendlich wird "Raining Blood" lediglich eine bestimmte Zielgruppe ansprechen, doch Liebhaber japanischer Trash Granaten werden an dieser Stelle mit einem echten Feuerwerk der Absurditäten konfrontiert. Selten hat man in den letzten Jahren einen besseren Vertreter aus dem Land der aufgehenden Sonne präsentiert bekommen, denn die letzten Beiträge dieser Art konnten keinesfalls gänzlich überzeugen. Hier wurde jedoch endlich wieder einmal aus dem Vollen geschöpft und so eine gelungene Mischung aus Trash und Horror kreiert, das man eine Sichtung ganz bestimmt nicht bereuen wird.


Fazit:


Echte Cineasten werden wohl eher die Nase rümpfen, wohingegen etliche Fans viel eher in Begeisterung verfallen werden. Je nach Vorliebe des jeweiligen Betrachters präsentiert sich entweder der totale filmische Schund oder aber ein Filmerlebnis, das an reinem Unterhaltungswert nur schwer zu überbieten ist. Mir persönlich hat dieses absurde Filmchen ausnehmend gut gefallen und jeder, der etwas mit dieser Art von Film etwas anfangen kann, sollte sich "Raining Blood" keinesfalls entgehen lassen.


9/10 auf der nach oben hin offenen Trash Skala

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